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Blogging

Nicht mehr höflich

Junge mit zwei Tafeln Vor gerade mal ein paar Tagen – direkt im vorangegangen Beitrag – schrieb ich von der „höflichen Bitte“, Links zu löschen. Ich hatte den Link gelöscht, aber um ein kleines bisschen Aufwand zu sparen auf die Mail nicht geantwortet. Was trudelt heute ein? Genau, eine „Erinnerung“:

[...] Wir möchten Sie heute an unsere Anfrage erinnern.
[...] Darum möchten wir Sie noch einmal bitten, Links zu unserer Seite bis zum 7. September 2014 zu entfernen.
[...]
Sollten Sie die Links bereit gelöscht haben, vielen Dank! In jedem Fall bitten wir um eine kurze Info, wenn Sie die Links gelöscht haben.

Bitte entschuldigen Sie den zusätzlichen Aufwand, den diese Anfrage verursachen könnte.
Vielen Dank für Ihre Mühe und Mithilfe!

(Hervorhebung auch wieder im Original.) Diesmal hab ich geantwortet. Und zwar:

Ja, klar, Sie schicken Massenmails raus und sparen sich den Aufwand, vielleicht noch mal kurz persönlich auf der Seite nachzuschauen, ob der Link noch da ist. So viel zum Thema „höflich“ aus Ihrer ersten Mail, hm? Es reicht Ihnen wohl nicht, dass Sie für irgendwelche Probleme, die SIE mit Links haben (oder sich einbilden) mögen, die SIE damals gewollt haben, mir und was weiß ich wie vielen anderen Bloggern in der Ferienzeit kurzfristige Fristen setzen wollen? Ich bin fast versucht, den Link (*) wieder reinzunehmen…

(*) und ja, es war nur ein Link in einem Beitrag, der natürlich auch auf mehreren Archivseiten zu sehen war; mal so als kleine Nachhilfe, wie Blogs aufgebaut sind

Mal schauen, ob und was für eine Antwort kommt…

(13.9.) Es kam keine. Immerhin auch keine weitere Erinnerung…


Foto (Orig.): Akova/Fotolia

Höflich

Junge mit zwei Tafeln Vor etlichen Jahren, als Verlinkungsaktionen zwischen nicht­kommerziellen Blogs und kommerziellen Blogs, Portalen, Shops etc. – auch in Form von Gewinnspielen – noch häufiger waren, hofften die Kommerziellen, damit im Suchmaschinen­ranking zu steigen. Wie auch immer Google in der Zwischenzeit an seinen Schrauben gedreht hat, große Mengen an Backlinks scheinen für viele SEOs und solche, die es gern wären, nicht mehr so attraktiv zu sein, und die Teilnehmer von damals bekommen ab und zu Mails mit der Bitte, solche Links zu entfernen. Z.B. diese von vorgestern:

Wir müssen unser Backlinkprofil aktuell radikal verschlanken.
Darum möchten wir Sie höflich bitten, Links zu unserer Seite kurzfristig bis zum 3. September 2014 zu entfernen.

(Hervorhebung auch im Original.) Ich weiß ja nicht, ob’s anderen auch so geht, aber ich finde, einen noch dazu kurzfristigen Termin zu nennen, nimmt so einer Bitte dann doch eeeeetwas von ihrer Höflichkeit. Oder wie seht ihr das?

Interessant übrigens auch die Wortwahl „müssen“ – ob das denen wirklich so schnell hilft? Ich hab da so meine Zweifel, aber eine brauchbare Antwort wird nur Gottogle alleine kennen…

Uodate 4.9.: » Nicht mehr höflich


Foto (Orig.): Akova/Fotolia

Einmal Leser beschwindeln, bitte

Vorhin in einer Mail ein Angebot von einem Shop bekommen, einen Artikel für max. 75€ zu erhalten als Gegenleistung für eine Verlinkung in einem Blogartikel mit dieser Bedingung:

Voraussetzung ist allerdings, dass Sie KEINEN Produkttest schreiben und auch NICHT erwähnt wird, dass Sie das Produkt als Gegenleistung bekommen.

:nono: Nein, lieber werbender Shopbetreiber, sowas gibt’s bei mir nicht.

Bin aber mal gespannt, ob ich in den nächsten Tagen in meinem Feedreader auf solche Artikel stoße… wobei: Die, denen ich sowas aufgrund früherer (teils auch verheimlichter) Werbeartikel am ehesten zutrauen würde, sind eh nicht mehr in meinem Feedreader.

In Blog Post 2525

In blog post 25251
If the blog is still alive
If readers can survive
They may find…

In this week 29 (29!)
Of project Magic Monday, so fine
The topic is „similar“ (see there)
So sing this similar song if you care

By blog post 3535
Ain’t gonna need to tell the truth, tell no lies
Everything you think, do and say
Is in the feeds you read today

By blog post 4545
Ain’t gonna need your wits, won’t need your eyes
You will find all thoughts thought for you
Directly fed from Neuland to you

By blog post 5555
Your arms are hangin‘ limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine doing that for you

By blog post 6565
Ain’t gonna need no friends, won’t need no life
Fake pictures you never took
Is all you need to post on Facebook

By blog post 7510
If money’s coming it oughta make it by then
Advertisers look around and say
„Guess it’s time to stop the pay“

By blog post 8510
Alpha bloggers shake their mighty heads
They’ll either say „We’re pleased where you have been“
Or make you tear it down and start again

By blog post 9595
I’m kind of wondering if any blog’s gonna be alive
You’ve copied everything this internet can give
And you ain’t put back nothing…

Now it’s been 10,000 posts
Bloggers wrote a trillion boasts
For what they never knew
Now bloggers‘ reign is through
But through all these update nights
The twinkling of your router’s lights
So very far away
Maybe it’s only yesterday…

In blog post 2525
If the blog is still alive
If readers can survive
They may find…

 


  1. und genau das ist das hier: der 2525. Beitrag in diesem Blog. Der Text ist natürlich stark an „In The Year 2525″ von Zager & Evans angelehnt (» Video mit Text). Gut, genaugenommen hätte ich das in Beitrag Nr. 1969 schreiben müssen, damit’s eine komplette Zukunftsvision bleibt… []

Zweitausendfünfhundert

redhead model cheering isolated on white Dies ist der 2500. Artikel in diesem kleinen Blog. Erst, könnte man sagen, denn hätte ich die Postingfrequenz vergangener Jahre aufrechterhalten (vgl. Monatsarchiv), wäre es schon letztes Jahr soweit gewesen…

Wie dem auch sei, mit den letzten 2499 Beiträgen haben sich auch über 15000 Kommentare angesammelt, davon fast 8800 „echt”, d.h. nicht von mir selbst und keine Track-/Pingbacks. Danke dafür! Allerdings nicht für alle, denn der eine oder andere war dann doch etwas niveauarm – typischerweise von „Möwen“, die nur kurz vorbeikommen, laut rumschreien, ihre Scheiße fallenlassen und wieder verschwinden. Bevorzugt bei religiösen und esoterischen Themen, denn so manche Anhänger können da nicht viel Kritik und/oder Humor vertragen. Praktischerweise disqualifizieren sie sich bzw. ihr Anliegen so gleich selbst.^^

Verglichen mit den Diskussionen bei den „etwas“ reichweitenstärkeren ScienceBlogs ist das bei mir zwar praktisch nichts, ein paar Beispiele – in Ergänzung zu den paar, die ich u.a. beim 1001. Artikel genannt hatte – will ich in diesem Artikel dennoch vorstellen:

Beim „Vollmondwasser“ hat sich einer, der sich den Namen eines New Yorker Mafiabosses gegeben hat, auf den „mündigen Menschen“ berufen, dem er widersinnigerweise gleich vorschreiben wollte, dass er meinen Artikel ignorieren solle; das natürlich professionell garniert mit ad hominem und Phantastereien über mich:

du bist so unwissend. leider kannst du deine ganze ansprache auch nicht mit tatsachen darlegen. wie mit dem vollmondwasser sugerierst du sachen die du auch nicht wiederlegen kannst. was können wir dafür das deine freundin auf esotherik steht und dich daraufhin verlassen hat, oder besser noch, dir mit einem esotheriker die hörner aufgesetzt hat. der mündige mensch kann immer noch selber entscheiden was er trink oder ausgeben will und braucht sich nicht noch deinen überflüssigen kommentar anzuhören. dich sollte man auf den mond schießen, du dummer mensch.

Da kommen schon einige Punkte in der „Wenig zielführende Pseudo-Argumentation von Gläubigen“-Wertung, wie ich das mal nennen will, zusammen. („WezPAG“? Soll man sich diese Abkürzung merken?) Ein Shakespeare-Zitat hätte die Bemühungen aber noch schön abrunden können…

Der ad-hominem-Ansatz lässt sich aber auch noch steigern – auch wenn dieser nächste Kommentar sehr allgemein gehalten ist (angesichts dessen, dass er bei einem „Fragen an das Orakel“-Artikel und nicht bei einem über ein bestimmtes Produkt/Angebot geschrieben wurde, akzeptabel), man muss schon bewundern, mit welch gewählter Audrucksweise hier argumentiert wird. Und die Verbindung zu Berufstätigkeit und sexuellen Vorlieben – einfach überzeugend:

Deine Site ist so eine gequirlte Kacke, die kann gar nicht so stinken wie sie dumm ist. Gepresst ist hier nix, alles sinnentleerter und gehirnleerer Dünnschiss. Du bist sicher schwul und/oder arbeislos. Komm geh kacken in den Wald; da kommt mehr dabei raus. Hoffentlich.

Ein Fanboy des großen Global-Scaling-Betrugs konnte zwar nicht so viele Punkte sammeln, aber immerhin hat er seine „nur Eingeweihte können’s verstehen“-Ode mit Berufung auf die künstlerische Schönheit verknüpft:

Würde ich auch anregen, daß Sie mal in einen Global Scaling Kurs gehen. Etwas entdecken und dies mit einem tiefen Sinn beschreiben ist aufwendig. Das ist wie ein schönes Haus bauen, ein Gemälde malen oder ein Kleid sticken.
[...]
Global Scaling ist weit aus tiefsinniger als es jemand erfassen kann, der sich noch nicht auf die Spur getraut hat. Die Erkenntnisse, die da beschrieben sind, werden einem wirklich erst vertraut, wenn man sich damit mal zusammensetzt.

Dass Global Scaling gewisse Probleme mit dem Realitätsbezug hat, wird dabei natürlich geflissentlich ignoriert.

Ein Klischeespruch! Wir brauchen einen Klischeespruch! Wie wär’s mit dem allseits beliebten Tellerrand? Übrigens wieder bei einem wässrigen Thema:

Deine Seite ist einfach nur Müll! Würde Dir guttun mal über Deinen engen Tellerrand hinauszuschauen. Viel Glück dabei!

Nun, mein lieber Anonymus, das Problem ist nicht, dass ich nicht über den Tellerrand hinausschauen würde, sondern dass Leute wie du in einer Untertasse meilenweit über dem Teller schweben ohne Bodenhaftung zur Realität.

Wie wär’s denn, wenn du dich mal dem Gedanken öffnest – „sei doch mal offen“, kommt oft gleich nach dem Tellerrand-Spruch^^ -, Dinge nachzuprüfen und kritisch nachzudenken, bevor du deinen „Gurus“ hinterherläufst, die dir erzählen, wie toll „Global Scaling Lotto“ (das war ja die Suchanfrage, mit der du hier gelandet bist) oder „belebtes Wasser“ ist und dir dabei das Geld aus der Tasche ziehen wollen – für nichts! Beim Lotto gibt’s ja noch nicht mal eine Placebo-Wirkung.

Eine Reaktion auf diese meine Antwort kam natürlich nicht.

Es gibt aber auch „Möwen“, die zumindest kurzzeitig wiederkommen – bei meiner Kritik an einer Lottovorhersage-Seite (die es nicht mehr gibt, weil sie den Anbietern zu teuer wurde; Anbietern, die angeblich Lottozahlen vorhersagen konnten…) kam einer, der sich richtig schön steigerte: erst merkt er die Ironie nicht, wenn er mir vorwirft, ein „selbsternannte Scheriff“ zu sein, dann meint er, ein kleiner Schreibfehler „sagt schon alles über [m]eine Person aus“, mit der Folgerung:

„WOW“ auf welcher Sonderschule hast du das denn gelernt?
Baumschule, dritte Reihe Fichte, bei Lehrer Ast?

Sagte wohlgemerkt einer, der Anführungszeichen zur Betonung verwendet und dafür ein Komma weglässt. Auf die anderen kleinen Fehler im Rest seines Kommentars wollte ich da gar nicht eingehen. Zumal er jetzt sein Hellseher-Fanboytum offenbart hat und so beendet:

FAKT IST:
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde die unerklärbar sind!

Ja! Endlich Shakespeare! Und ein großgeschriebenes „Fakt ist“ noch dazu! Auf meine skeptischen Hinweise (samt Randi-Million, versteht sich; ein paar Klischees muss ich ja auch bedienen^^) kam dann nur noch zwei Finger-in-den-Ohren-ich-kann-dich-nicht-hören-Kommentare, erstens:

blahhh bla blahhhhhh

Und zweitens, weil ihm das wohl nicht genug war, 800-faches „bla“ bzw. „blah“. Tja, auch keine besonders überzeugenden Argumente, oder?

Beenden wir diese Aufzählung mit einem positiven Kommentar – von einem, der uns alle gerettet hätte, wenn Ende letzten Jahres tatsächlich so ein oller Planet wie Nibiru die Erde bedroht hätte. Denn „Mister Planet Klatscher“ hatte versprochen:

Jetzt mal ganz ehrlich jungs !!! wenn ein planet oder brauner zwerg oder irgend so ein stein der da rum fliegt meint er müsste auf die erde zu kommen , dann sagt mir bescheid dann komm ich vorbei und gib dem planet oder stein soo eine ohrfeig das er grad wieder da hin fliegt wo er her kommt !!!!!!!

Hurra!


Foto: Gleb Semenjuk – Fotolia.com