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Sprache

Gerne

Wurst Ein Phänomen breitet sich seit ein paar Jahren immer weiter unter dem Metzgerei-, Bäckerei- und sonstigen Fach­verkäufe­rinnen­nach­wuchs aus, ein Phänomen, das im Grunde genommen zwar von erhöhter Freundlichkeit wie auch von Freude am Beruf zeugen kann (oder eher soll), das aber auch irgendwie… seltsam anmutet, zumal dann, wenn es sich oft in kurzen Abständen wiederholt: Nach jeder einzelnen Bestellung

„gerne“

zu sagen. Irgendjemand muss mal damit angefangen haben und dieses Wort seitdem gerne den Nachwuchs-Verkäuferinnen beibringen, um nicht zu sagen eintrichtern. Gerne auch in der Variation

„M-hm, gerne“ oder
„100 Gramm Fleischwurst – gerne.“

Fragt sich, ob der durchaus variierende Zeitabstand zwischen Erkennen und Bestätigen des Kundenwunsches und dem „gerne“ nun eher Rückschlüsse darauf zulässt, wie gerne die Bestellung tatsächlich durchgeführt wird oder doch nur, wie sehr dieses Wörtchen schon verinnerlicht wurde.

Der Zwiebelfisch meinte einmal vor zweieinhalb Jahren gerne dazu:

Heute ist der Kunde nicht mehr König, sondern zahlender Gast im Ferienclub, und der Verkäufer ist der Animateur, der so tun muss, als sei ihm jede Dienstleistung, jede noch so alltägliche Routine ein persönliches Vergnügen. Denn die Parole lautet: Service ist Spaß!

Wenn nun z.B. bei der vierten von sechs Einzelbestellungen das „gerne“ weggelassen wird, bedeutet das nun, dass die Verkäuferin(nen) den Leberkäs gerne lieber selbst gegessen hätte(n)? Ich hoffe doch, sie hatten noch genug übrig, sodass es für alle gerne gereicht hat, denn man will sich ja nicht schlecht fühlen, als hätte man etwa Mund- oder noch schlimmeren Raub gerne (oder ungerne) begangen…


Foto: adauzie/sxc

Links und Videos der Woche (2009/10)

Ein Link und vier Videos heute:

  • The Atheist Blogger schreibt über The Noah’s Ark Paradox.

 

Der Unterschied zwischen transzendental-übernatürlich und nichtexistent (via @_sapereaude_):

 

Eine Aufnahme dieses berühmten kleinen Schrittes aus einen anderen Blickwinkel – auch in höherer Qualität verfügbar, mit Erklärungen bei Bad Astronomy:

 

H.G.Wells‘ Zeitmaschine als aufwendige Lego-Verfilmung (am besten direkt bei Youtube in HD anschauen; via Nerdcore):

 

Günter Grünwald über Werbe-Deutsch wie etwa einen „Outdoor-Biergarten“ (via Sockenblog):

Qualitäten im Smog

NO CYC Mal wieder ein automatisch übersetzter Dating-Betrugsversuch – zwar nur auf englisch, aber lustig genug. Zwei Fotos waren auch dabei, die (passend zum beschriebenen Alter) kein blutjunges knappbekleidetes Mädel zeigen1, sondern eine eher gewöhnliche (und eher flachbrüstige) Frau in dicker Jacke. Wohl an diejenigen gerichtet, die auf die „jungen Dinger“ nicht anspringen und dort schneller einen Betrug wittern…

Wie üblich ist es wahrscheinlich, dass die Fotos von irgendwo anders genommen wurden – so zeigt das eine im Hintergrund eine (Park-)Straßenbeschriftung (siehe Ausschnitt rechts oben), die eher nach „No cyc[ling]“ aussieht als nach etwas Russischem.

Betreff: want to meet serious intentions!

Kann ich verstehen, dass du ernsthafte Absichten treffen willst, wenn deine eigenen nicht ernsthaft sind. Aber ich mach mich nur ernsthaft lustig über deinen Text…

Hello, please be not surprised to mine the letter.

Nö, keine Sorge, ich bin nicht überrascht, in dem „Brief“ herumzugraben. Aber verminen werde ich ihn nicht.

You in search of second half? I hope, that so. I have addressed in agency of acquaintances and to me have picked up second half. I have taken the first step to our acquaintance. I hope you not against.

Nö, nur her mit deinem maschinell übersetzten ersten Schritt, einen zweiten wird’s genausowenig geben wie eine Antwort von mir.

You have very much liked me, I have decided, that I can write to you.

:lol3: Ach, du hast entschieden, dass ich dich sehr gemocht habe; das könntest du mir schreiben?

It is interesting to me to get acquainted with you, it is possible at us there is something the general.

Aber nur ganz allgemein.

I will tell about myself that you represented who to you writes not much.

Hä? Vielleicht macht’s eine Babelfish-Übersetzung verständlicher: „Ich erkläre über mich, dass Sie darstellten, wem zu Ihnen nicht viel schreibt.“ Ne, auch nicht.

I live in Russia. I hope you heard about this country.

Russ… Russland? Nein, nie gehört.

To me of 37 years, I not married, am dissolved 3 years. I consider myself as the young, attractive, cheerful woman and good sense of humour.

Auf den Fotos sieht’s eher nach „geht so“ mit müdem Lächeln aus. Und auch nicht gerade aufgelöst in irgendetwas.

I search for the sincere, kind, loving and reliable man.

Findest du in deiner verbrecherischen Umgebung wohl nicht, hm?

I represent its clever, interesting interlocutor, with sense of humour.

Du… bist die Repräsentantin eines Gesprächspartners eines Dings („its“)??

The age, a hair colour, a figure not so are important for me, as its care, character and the serious relation to marriage. I very much hope, that to a smog to find these qualities in you.

:lol2: Ich weiß nicht, wie’s bei dir daheim mit Smog aussieht, aber sei beruhigt, auch im Smog sind meine Qualitäten erkennbar.

I hope, that you write to me. With excitement Elena!

Nö, ich mach mich lieber hier über deine Mail lustig.

 


  1. schade… []

Montags bis freitags sind wir stark

Samstags Kraft

Montags bis freitags sind wir stark, aber samstags fehlt uns etwas Kraft. Oder ein Bindestrich. ;)

(Ein Pfaffenhofener Friseur im Januar/Februar 2009)


‚s Video dr Woch (2009/01) + Fernsehtip

Erinnert 'r euch no an 24 uf Schwäbisch, Schtirb langsam ond ’n Todesschtern? Jetz gibt’s glei a halbe Schtund drvo: „Was wär, wenn? – d’Welt uf Schwäbisch“, am nächschta Sunndich, 11.1., um 21:15 Uhr im SWR-Fernseha!

Hier isch dr Trailer:

» Infos beim SWR

(gfunda beim Sebbi)