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Politik

Gefloppt

Ende der Sommerzeit Heute wird berichtet, eine Unterschriftensammlung der oberbayrischen CSU zur Abschaffung der Zeitumstellung sei angesichts von nur 2200 Unterschriften gefloppt. Nun will ich mich nicht als Maßstab für die Bevölkerung nehmen und auch nicht als CSU-nah bezeichnen (abgesehen vom räumlichen Aspekt, da ich ja in Oberbayern wohne), aber ich höre heute zum ersten Mal von dieser Unterschriftenaktion. Und das dürfte vielen anderen auch so gegangen sein – in der Tat ein Flop für die Öffentlichkeitsarbeit der CSU…

…aber hoffentlich nicht für das Anliegen – die geplante EU-Initiative soll ja dennoch gestartet werden -, denn diese unsägliche Zeitumstellung gehört nun wirklich abgeschafft (was auch eine große Mehrheit meiner Leser anno dunnemals (2007) meinten).

Deutsche Europa-Torte

…also natürlich wie gewohnt nach einer Wahl, in diesem Fall zum Europäischen Parlament – hier die deutschen Ergebnisse:

ep2014 D

Abgebildet sind alle Parteien, die auch mindestens einen Sitz ergattert haben. Tabelle mit Absolutwerten sowie Prozenten inkl. Nichtwählern:

CDU/CSU SPD Grüne Linke AfD FDP FW Piraten Tierschutz NPD Familie ödp PARTEI sonstige ungültige Nichtwähler Wähler Berechtigte
Deutschland 10374758 7999955 3138201 2167641 2065162 986253 428524 424510 366303 300815 202871 185119 184525 516063 496216 32167176 29836916 62004092
Bayern 1567258 779222 467067 113914 310966 118425 166542 46021 40656 22783 11771 104002 17695 104721 15993 5647230 3887036 9534266
Kreis PAF 18471 6820 3544 884 3200 956 1903 400 414 273 160 1186 205 1297 256 50930 39969 90899
Stadt PAF 3397 1786 1063 254 703 217 310 93 75 44 37 333 58 222 78 9786 8670 18456
Bezirk 11 182 99 69 12 38 10 12 1 4 1 1 16 4 7 0 1062 456 1518
CDU/CSU SPD Grüne Linke AfD FDP FW Piraten Tierschutz NPD Familie ödp PARTEI sonstige ungültige Nichtwähler Wähler
Deutschland 16,73% 12,90% 5,06% 3,50% 3,33% 1,59% 0,69% 0,68% 0,59% 0,49% 0,33% 0,30% 0,30% 0,83% 0,80% 51,88% 48,12%
Bayern 16,44% 8,17% 4,90% 1,19% 3,26% 1,24% 1,75% 0,48% 0,43% 0,24% 0,12% 1,09% 0,19% 1,10% 0,17% 59,23% 40,77%
Kreis PAF 20,32% 7,50% 3,90% 0,97% 3,52% 1,05% 2,09% 0,44% 0,46% 0,30% 0,18% 1,30% 0,23% 1,43% 0,28% 56,03% 43,97%
Stadt PAF 18,41% 9,68% 5,76% 1,38% 3,81% 1,18% 1,68% 0,50% 0,41% 0,24% 0,20% 1,80% 0,31% 1,20% 0,42% 53,02% 46,98%
Bezirk 11 11,99% 6,52% 4,55% 0,79% 2,50% 0,66% 0,79% 0,07% 0,26% 0,07% 0,07% 1,05% 0,26% 0,46% 0,00% 69,96% 30,04%*

* Stimmbezirk ohne Briefwähler

Wär ja eigentlich ganz witzig, wenn man entsprechend des Nichtwähleranteils mehr als das halbe Parlament leer lassen würde – also generell und nicht mangels Anwesenheit der Gewählten. :)

Quellen: DeutschlandBayern und LandkreisStadt Pfaffenhofen

Wahlleute

People are people… People ist auch Pabuca-Wochenthema – und angesichts der Kommunalwahlen vorgestern steht mein Beitrag ganz im Zeichen der zu wählenden People. Ein Teil der Wahlwerbung ist hier auf meinem Fußboden versammelt:

Wahlwerbung 2014 IMG_4401

Ein Kandidat hatte eine „bewegende“ Wahlwerbungsidee – leider hab ich ihn nicht in Aktion gesehen:

SPD-Fahrradrikscha IMG_4394

Und das hier ist eigentlich eher eine Werbung für Geländer, die den Kandidaten hier Halt und Stütze geben: ;)

Wahlplakate IMG_4397

Kommunale Briefe und Torten

Kommunalwahlen in Bayern gestern – das heißt, euch erwarten hier ein paar Tortendiagramme, die wie üblich auch die Nichtwähler enthalten, und mehr oder weniger sinnvolle zusätzliche Statistiken.

Vor den eigentlichen Ergebnissen aber zunächst dieses hier:

Kommunalwahlen 2014 Wähler Pfaffenhofen/Ilm

Mehr Briefwähler als „Normalwähler“ im Wahllokal – ohne Nichtwähler sind’s 53,6% zu 46,4%. Kein Wunder bei den umfangreichen Stimmzetteln für Stadtrat und Kreistag1 mit 30 bzw. 60 zu vergebenden Stimmen mit der Möglichkeit zu kumulieren und panaschieren. Ich selbst hatte deswegen auch briefgewählt.

Bei der Bürgermeisterwahl war’s aber noch einfach – ein blassgelber Zettel mit vier Kandidaten2 und einer Stimme. Und wenn der Amtsinhaber der SPD (als gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen) 63% der abgegebenen Stimmen erhält – „Einen derart deutlichen Sieg in einem ersten Wahlgang hat es in der Kreisstadt seit über 40 Jahren nicht mehr gegeben“, schreibt der Donaukurier –, kann er nicht so viel falsch gemacht haben:

Kommunalwahlen 2014 Bürgermeister Pfaffenhofen/Ilm (vorl.)

 

Der Stadtrat mit seinen 30 Sitzen erforderte dann schon ein A2 großes „Poster“ (in blassgrün) mit 171 Kandidaten aus 7 Listen, also 5,7 pro Sitz3:

Kommunalwahlen 2014 Stadtrat Pfaffenhofen/Ilm (vorl.)

Da nicht jeder Wähler auch alle 30 Stimmen vergeben hat, wurden einige verschenkt. Im Schnitt waren es 26,3 Stimmen pro Wähler. Folgende Sitzverteilung ergibt sich daraus:

Liste Stimmen Sitze 2008 Stimmen/Sitz Sitze/10000 Stimmen
CSU 102285 10 11 10228,5 0,978
SPD 94080 9 6 10453,3 0,957
Grüne 23315 2 3 11657,5 0,858
FW 48364 5 5 9672,8 1,034
FDP 10648 1 2 10648,0 0,939
ÖDP 15450 2 2 7725,0 1,294
GfG 5880 1 - 5880,0 1,701
FUW 1

Deutliche Gewinne für die SPD, was wohl auch dem Bürgermeister zu verdanken ist. Könnte gut sein, dass die „bunte Koalition“ aus SPD, Grünen, FW und ÖDP komplett weitermacht. Vielleicht schließt sich „Mensch“ Mayer (GfG) auch noch an, wer weiß.

Der junge Bürgermeisterkandidat der FDP, Jurastudent, der noch knapp unter 1% der gültigen Bürgermeister-Stimmen geblieben ist, hat hier sogar mit Listenplatz Nr. 1 gegen Nr. 2 verloren und muss draußen bleiben. Tja, wohl ein Fall von jung vs. erfahren bei einer uninteressant gewordenen Partei…

Und derjenige, der 2008 für die FUW in den Stadtrat gewählt wurde, hat es diesmal für die CSU gerade noch geschafft.

 

Und für den Kreistag gab’s dann ein A1 großes Plakat4 – anderswo soll’s größer gewesen sein. (Vorläufiges) Ergebnis:

Kommunalwahlen 2014 Kreistag Pfaffenhofen/Ilm (vorl.)

Hier waren’s 49,2 von 60 Stimmen pro Wähler. Sitze:

Liste Stimmen Sitze 2008 Stimmen/Sitz Sitze/100000 Stimmen
CSU 1116416 24 25 46517,3 2,150
SPD 529057 11 9 48096,1 2,079
Grüne 189583 4 4 47395,8 2,110
FW 488340 10 13 48834,0 2,048
AUL 256069 5 4 51213,8 1,953
FDP 123057 3 3 41019,0 2,438
ÖDP 115748 3 2 38582,7 2,592

Die Gewinne der SPD in der Kreisstadt konnten sich verständlicherweise nicht so sehr auf die Wählerentscheidungen im ganzen Landkreis auswirken.

Übrigens waren, wenn ich mich nicht verzählt habe, so viele Kreistagskandidaten aus der Stadt Pfaffenhofen selbst (und ihren Ortsteilen):

CSU 10/60
SPD 12/60
Grüne 21/41
FW 11/60
AUL 1/60
FDP 27/60
ÖDP 12/20

 

Bei allen drei Wahlen zusammen waren’s 8114,04 cm² Papier für 536 Kandidaten, also im Schnitt 15,1 cm²/Kandidat, die für 91 Sitze/Ämter kandidiert haben, also je 5,89 Kandidaten.

Die Wahlbeteiligung in der Stadt Pfaffenhofen war mit 58,8% etwas niedriger als 2008 (61,0%).

 


Quellen: Stadt Pfaffenhofen, Bayr. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

 


  1. das sind schon „gemeine“ Bezeichnungen: hier ein Rat, da ein Tag, dafür ist es der Landrat, der dem Kreistag im Landkreis vorsitzt, weil der Landtag ja wieder was anderes ist… []
  2. das sind immerhin 155,9 cm²/Kandidat, bezogen auf die Gesamtfläche (A4); 80,1 cm² war das Feld pro Kandidat []
  3. 14,6 cm²/Kandidat (Gesamtfläche), 7,3-21,8 cm² real (bei Listen, die weniger als 30 Kandidaten hatten, standen einige mehrfach untereinander; sie bekamen bei einem Listenkreuz entsprechend mehr Stimmen) []
  4. 13,8 cm²/Kandidat (Gesamtfläche), 7,1-21,4 cm² real []

Wenn ein CSU-Wahlplakat die Wahrheit sagt

„Näher dran“ – stimmt! Der CSU-Bürgermeisterkandidat ist näher dran als der SPD-Amtsinhaber ein paar Meter weiter:

näher-dran

Zumindest an den Leuten, die hier die Straße entlangkommen…

(Dies soll keine Wahlwerbung sein. Schon gar nicht für diese C-Partei.)