Gewünsche mal anders

Neulich in einem der wöchentlichen Anzeigenblätter (Pfaffenhofener Anzeiger vom 2.7.):

Novene zur hl. Klara. Zünden Sie an 9 aufeinander folgenden Tagen eine Kerze an und beten Sie ein „Gegrüßet seist du Maria“, bringen Sie zwei Anliegen vor, die Ihnen unmöglich erscheinen und ein Anliegen, das Ihnen am Herzen liegt. Lassen Sie die Kerze am 9. Tag ganz abbrennen und veröffentlichen Sie diese Nachricht. Ihre Bitten werden erhört werden.

(Ob die Kerzenindustrie hinter solchen Anzeigen steckt? ;) )

Findet sich auch im selben oder einem ähnlichen Wortlaut an diversen Stellen im Internet – so etwa im Astrologie-Esoterik-Forum einer Frauen-Seite, wo jemand u.a. (spaßeshalber?) diese Bitte veröffentlicht:

1. bitte aufhören mit diesen unsäglich schwülstigen relgiösen Texten in Esoterikforen!

Als ob Esoteriker und Astrologen keine schwülstigen Texte zusammenbrächten! Und thematisch passt’s doch auch, ich weiß nicht, was sie hat…

2 Kerzen Egal ob es nun ein imaginäres „Gesetz“ des Universums ist – wie bei diversen „Wünschelwichteln“ in der Esoterikliteratur, was ich auch hier schon satirisch verwurstelt habe – oder imaginäre himmlische Helfer, ich finde es verachtenswert, Menschen, die möglicherweise in emotionaler oder wirtschaftlicher Notlage sind, mit mehr oder weniger lächerlichen Ritualen falsche Versprechungen zu machen, dass ihre Wünsche „einfach so“ erfüllt würden.

Mag sein, dass gewisse Rituale manchen Leuten helfen mögen, bestimmte Ziele zu erreichen, die sie tatsächlich selbst beeinflussen können – mehr Sport treiben, freundlicher sein, „ein besserer Mensch werden“ etc. –, oder auch durch einen Placebo-Effekt durchaus bei manchen Erkrankungen hilfreich sein können. Aber darauf zu hoffen, die Welt (das Universum, der Himmel) würde ihnen mal eben zu Diensten sein und beliebige Bitten gewähren, ist doch nur eine falsche Hoffnung, die ihnen durch solche esoterischen oder religiösen „Methoden“ eingeredet werden.
:thumbsdown:

Zumal sich bei diesem Novenen-Text (wieso eigentlich „Gegrüßet seist du Maria“ an eine Klara und nicht direkt an Maria gerichtet?) der Eindruck einstellen mag, den „lavendelmond“ in diesem Thread einer Frauenzeitschiftsseite so (allerdings entschuldigend) ausdrückt:

für mich klang das ganze so „magisch-zwingend“… tu ich dies und das, dann muss „das Universum/MutterMaria/der Herrgott“ etc. etc.

mich hat´s einfach an einen der vielen unsäglichen Kettenbriefe mit falschen Versprechungen erinnert, die so im Net kursieren darum auch mein Kommentar dazu, nichts für ungut ;-)

Wo sie recht hat… besser gesagt hatte, sie zieht sich ja von dieser Meinung zurück. Leider, denn wo ist da der Unterschied hinsichtlich falscher Versprechungen?

Zuvor schrieb sie übrigens:

wozu denn dieses „Tamtam“ mit den neun Tagen usw.
????

einfach beten, aus ganzem Herzen, und darauf vertrauen, das Gottes Wille gut sei für uns, auch wenn wir es nicht immer gleich erkennen können

Gibt’s nicht die Sprichwörter „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ und „Die Wege des Herrn sind unergründlich“? Eine schöne Ausrede für nichtfunktionierende Gebete, finde ich, denn wer sich schon selbst geholfen, sein Schicksal also selbst in die Hand genommen hat, kann auch ohne weitere himmlische Intervention auskommen, die er ohnehin nicht als solche erkennen könnte, fände sie denn überhaupt statt.

Seltsame Sporen

Ich hätt’s ja fast noch vergessen, bei Konnas und TobisSpore-Zoobesuch“ mitzumachen…

Spore ist das neue Spiel des Sims-Erfinders Will Wright, in dem man seine eigene Kreatur in seiner Evolution vom Einzeller bis zum weltraumreisefähigen Volk begleitet. In der Demo ist eine kleine Anzahl an Körperteilen verfügbar, doch schon mit diesen lassen sich die unterschiedlichsten Kreaturen basteln, weil alles beliebig platziert und verformt werden kann.1

Gesucht sind die realsten, unmöglichsten, lustigsten und knuddeligsten Kreaturen. Viele Teilnehmer scheint’s noch nicht zu geben – ob’s hilft, wenn ihr die Teilnahmefrist verlängert?

Lustige Sache jedenfalls, dieser Spore Creature Creator… Hier meine „Viecher“:

Für die erste Kategorie hab ich nichts, beginnen wir also mit diesem kleinen, irgendwie knuddligen Kerl – ich nenne ihn „Balli“:

Es folgt der unmögliche „Doppelkopf“ – mit Kopf an beiden Enden, könnte irgendwie Verdauungs- bzw. Ausscheidungsprobleme geben:

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  1. Ja, dieser Absatz ist schamlos aus Konnas Beitrag geklaut. ;) []

Der beste Zeitpunkt für Werbung

Ball! Stellen wir uns mal folgendes, natürlich rein hypothetisches Szenario in der Werbeabteilung einer Bank vor:

Es ist Anfang Juni. Ein Mitarbeiter meint: „Ey, Cheffe, bald fängt die Fußball-EM an, viele Leute wollen einen neuen, großen 16:9-Fernseher, aber nicht alle können sich sofort einen leisten – wär das nicht was, um für unsere Kredit-Angebote zu werben?“

Der Chef (blickt vom EM-Spielplan auf, den er gerade ausgiebig studiert hatte): „Hmmm… ja, könnte nicht schlecht sein. Am besten bundesweit per Postwurfsendung. Sie kümmern sich drum, oder? Ich bin grad beschäftigt.“

„Ja, klar, mach ich, Chef! Ach, übrigens, ich nehm die nächsten 3 Wochen Urlaub – EM, Sie verstehen? Ist das okay?“

Chef (hat sich schon wieder dem Spielplan zugewendet): „Murmel… hm? Ja, klar, in Ordnung.“

Wir spulen die Zeit vor bis Anfang Juli, also in die Gegenwart (und in die Realität), die EM ist seit drei Tagen vorbei. Im Briefkasten findet sich: Eine ausziehbare Postwurfsendung aus Pappe mit der Aufschrift „16:9 für unsere Jungs?“ mit zwei jubelnden Deutschland-Fans, links ausziehen → „Kein“, rechts → „Problem!“ und ein dritter Fan. Rückseite:

„Public Viewing zur EM gibt’s jetzt auch zu Hause – mit Ihrem neuen breiten Flat-TV und dem […] credit. Übrigens: Bei Abschluss erhalten Sie bis zu 18.750 PAYBACK Punkte on top!*“

(Der Sternchen-Text entschuldigt sich nicht etwa für das Denglisch, sondern gibt nur die genaueren Konditionen an.)

Tja, perfektes Timing, oder nicht?
:loll:

Projekt 52 Woche 27: (alte) Gemäuer

Das Thema der Woche 27 in Saris Foto-Projekt 52:

(alte) Gemäuer
Projekt 52 derSich hat zwar als Thema nur Gemäuer vorgeschlagen, aber ich persönlich finde den Zusatz „alt“ dazu noch sehr interessant. Wenn man sich nun auf die Suche nach einem alten Gemäuer begibt, dann kann man dazu noch die Geschichte, die es umgibt, herausfinden. Da gibt es sicher wieder viel Interessantes zu erfahren. Ich denke dabei an alte Burgen, eingestürzte Häuser, Mauern usw… ob Ihr allerdings den Zusatz alt verwenden möchte, das sei Euch überlassen.

Na denn:

27: (alte) Gemäuer

Woche 27: (alte) Gemäuer

Ein Teil eines alten Lagerhauses – andere Teile davon waren auch schon in Woche 20 zu sehen – mitten in der Stadt, mit Bauarbeiten daneben. Anscheinend hat deren Bauherr wegen der „schwierigen Grundstückssituation“ keine Lösung dafür gefunden – keine Ahnung, ob das noch renoviert oder doch noch abgerissen wird, das Rathaus konnte mir, als ich mal nachgefragt hatte, aus Datenschutzgründen nicht mehr verraten.

Update 4.7.: Stellen sie doch tatsächlich heute ein Gerüst um dieses Gemäuer herum auf…

Ist übrigens tatsächlich als Baudenkmal geschützt, wie ich mittlerweile erfahren habe – ein Hotel in der Nähe hat anno dazumals bereits die Pferdekutschen seiner Gäste dort abgestellt.


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