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Astrologie

Projekt 52/20: Sternzeichen

Das nächste Thema der Woche bei Saris Projekt 52.

20: Sternzeichen

Projekt 52 Thema 20: Sternzeichen

Der Pinguin kann nicht glauben, dass so viele Leute immer noch an den esoterischen Quatsch namens Astrologie glauben – da kann er nur den Kopf schütteln…

Kombiniert aus fünf Pinguin-Fotos, einem verzerrten Screenshot des Astronomie-Programms Stellarium und einem Screenshot von Florians fundiertem Artikel „Astrologie ist Unsinn.“


Mondbedingte Frühlingsgefühle im Mai

Mondkalender O mei o Mai, auch im Mai bietet der Mondkalender 2010 die gewohnten Banalitäten und Unsinnigkeiten.

„Sprächen die Menschen nur von dem, was sie verstehen, herrschte bald ein großes Schweigen.“
(Aus China)

Das Problem ist aber, dass so viele Menschen glauben, sie verstünden, wovon sie sprechen, und dass das auch etwas mit der Realität zu tun hätte – und heraus kommen dann Lichtarbeiter­lehrkurse, Aufstiegs­almanache, Horoskope und eben Mondkalender…

Unkraut auf der Haut?

Am selben Tag heißt es zum einen über den abnehmenden Steinbockmond, er „fördert das Wachstum aller Wurzelpflanzen und Wurzelgemüse. Sie können heute auch gut Kompost ansetzen oder Unkraut jäten“ – und zum anderen, dass er die Haut „regiert“. Heißt das jetzt, ich soll in meiner Haut Kompost aus Wurzelgemüse jäten? Die Haut mit Kompost bestreichen? Meine Haut kompostieren? Na hoffentlich nicht!

Und was nicht so alles sein könne:

Es kann sein, dass Sie am heutigen Arbeitstag nicht recht in die Gänge kommen werden.

Hey, das liegt aber daran, dass es sich beim Tag dieses „Hinweises“ um einen Montag handelt, da ist das doch eh klar!^^

Platsch!

Alle Tätigkeiten, die mit Wasser zu tun haben, werden am Wochenende begünstigt. Gießen, Waschen, Ins-Wasser-Fallen oder das Schwimmbad reinigen fällt mit den Fischen leichter als an anderen Tagen.

Ach, der Mond ist daran schuld, dass es so viel regnet? Und das obwohl gerade jetzt viele Freibäder ihre Saison beginnen, sodass es wirklich leicht fallen würde, ins Wasser zu fallen. Hey, Mond, hör auf mit dem Regen!!

Auch das Putzen und Aufräumen fallen leicht, da immer noch zunehmender Mond herrscht.

Ach? Ist sonst nicht immer die Milchmädchen-Analogie des abnehmenden Mondes gut für reinigende Tätigkeiten? Sogar in ebendiesem Kalender hieß es im Januar noch: „Der Fischetag ist ein guter Putz- und Waschtag, obwohl zunehmender Mond herrscht.“ Da. Obwohl. Begründung mal hie, mal hott. Aber nicht wirklich überraschend.

Der Mond brennt gut

Seien Sie heute besonders sorgsam im Umgang mit offenem Feuer, denn es wird vom trockenen Widdermond genährt.

Aber nicht übertreiben, lassen Sie den anderen Menschen auch noch etwas übrig und verbrennen Sie nur einen kleinen Teil des Mondes.

Und leider gibt’s auch diesmal wieder einen der dämlich–problematischen „Gesundheitstips“, an einem bestimmten Wochenende alle OP- und Zahnarzttermine zu vermeiden. Mal abgesehen davon, dass man am Wochenende selten Termine dazu bekommt – aber ich hoffe, niemand ist so blöd, gar auf eine Notoperation am Wochenende zu verzichten…

Und auch dieser Tip ist wieder so ein Fall von warum gerade heute:

Während des Skorpionmonds besteht erhöhte Gefahr, an einer Geschlechtskrankheit zu erkranken. Schützen Sie sich.

Ja, schützen Sie sich. Aber immer – und nicht nur dann, wenn ein Mondkalender oder sonstiger Esoschwurbler von einer erhöhten Gefahr faselt. Denn der wird seine Gefahrenstufen­schwankungen bestimmt nicht belegen können.

Und nicht in Verbindung bringen mit dem anderen Tip zum „selben Mond“:

Bei zunehmendem Skorpionmond sollten Sie weniger aus der logischen Überlegung als vielmehr aus dem Bauch heraus handeln und entscheiden.

Ähem, wer einen Mondkalender kauft1, denkt dabei doch sowieso nicht logisch… Und ob wirklich der Bauch das geeignete Denkorgan ist, wo doch die Geschlechtsorgane, die Behandlung von Problemen daran und der Geschlechtstrieb überhaupt so stark be-mond-et werden?

Aber damit reicht’s mir wieder mit diesem Ach-der-Mond-macht-diesen-und-jenen-Tag-zu-etwas-Besonderem-also-her-mit-den-banalen-Tips–Gelaber. Enden wir mit einem passenden Spruch:

„Wir leben immer in einer Welt, die wir uns selbst einbilden.“
(Gottfried Herder)

Nur bemühen sich manche mehr als andere, über diese Subjektivität hinaus zu gelangen.

 


PS: Für die noch nicht ganz dem Mond-Aberglauben anheim Gefallenen seien noch ein paar kritische Links ergänzt:

 


  1. nicht um ihn wie hier zu, äh, rezensieren, sondern weil er daran glaubt []

Der Mond macht auch im April, was der Kalenderautor will

Mondkalender Kurz vor Ostern ist es wieder Zeit für den nächsten Beitrag aus der Reihe „das Blödeste und Intelligenteste aus dem Mondkalender 2010“. Oder so ähnlich. Aber schenkt euch erstmal einen Drink ein und entspannt euch, denn:

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink.“
(Woody Allen)

Unfruchtbare Sportler?

Mal abgesehen davon, dass es natürlich wieder eine ganze Reihe von banalen, offensichtlichen oder einfach nur labernden Tips gibt, die immer „besonders heute“ zutreffen sollen oder mitunter einfach so ohne Astrologiebezug genannt werden – und leider auch wieder unverant­wortlicher­weise dreimal von Zahnarztbesuchen und/oder Operationen abgeraten wird –, fragt man sich bei einer Kombination wie der folgenden schon, was „der Mond“ sich dabei denkt; so heißt es zunächst über die Natur:

Am Wochenende übernimmt der unfruchtbare Schütze das Regiment der Natur.

Was dann höchstens Gießen & Bodenpflege empfehle. Und der Gesundheitstip am selben Tag lautet:

Der Schütze unterstützt alle sportlichen Tätigkeiten. Passen Sie dennoch dabei auf, insbesondere nicht die Oberschenkel und den unteren Rücken zu überlasten, da der Schütze diese Regionen regiert.

Schon ein komischer Typ, dieser Schütze.

Der Mond, dein Spanner und Helfer.

Irgendwie hab ich so meine Zweifel, dass der Mond einen wirklich beim Beschneiden von Sträuchern und Bäumen unterstützen kann – wie soll er denn die Leiter halten oder die abgeschnittenen Zweige einsammeln, so ganz ohne Arme? Mit Röntgenstrahlen? Schließlich bestrahlt er ja angeblich auch an Steinbocktagen die Knochen, da muss er schon einige Energie reinstecken. Aber der Mond mag’s auch sexy:

Die weibliche Brust steht heute unter dem Einfluss des Mondes; Mönchspfeffer-Kapseln können Beschwerden wie Brustspannen lindern.

vitex Sind die Kapseln denn so groß, dass sie die Brüste bedecken? Oder helfen die Blätter besser? Dann würden sie ja auch das Spannen auf die Brüste verringern… was aber schade wäre, schließlich hebt sie der Mond ja auch durch seinen romantischen Schein hervor:

Sie sollten besonders auf sich und Ihren Körper achtgeben, insbesondere auf die Geschlechtsorgane, die vom Skorpionmond bestrahlt werden.

Ja, gebt acht, dass ihr eure Geschlechtsorgane nicht in der Öffentlichkeit vom Mond bestrahlen lasst! Obwohl…^^

Rational? Ich??

Wie kommt es eigentlich, dass ein Mondkalender auf die Idee kommt, seine Klientel kenne sich mit dem rationalen und logischen Denken aus? Gut, wenn er schreibt:

Aufgaben, die klares logisches Denken verlangen, sollten Sie wenn möglich auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

…dann meint er sicher den Sankt Nimmerleinstag, denn schließlich sollen die Kunden ja noch Kunden bleiben. Was auch diese Variante unnötig macht:

Lassen Sie in der freien Zeit ruhig los und vergessen Sie einfach mal Ihre Rationalität.

Wo gibt’s da noch was zu vergessen? Auf verquere Weise passt dann auch dieser Berufstip ausgerechnet am Ostermontag, wo sehr viele gar nicht arbeiten müssen:

Im Beruf profitieren Sie heute von der Betonung des Rationalen und der Konzentration auf das Wesentliche.

Tja, war wohl nix mit der Rationalität…

Zum Abschluss dann ein Sprichwort, das bestimmt vor der Zeit des Internets und vor allem der Foren-Trolle entstanden ist:

„Jeder möchte sich einen Narren halten, aber keiner will ihn füttern.“
(Aus Schweden)

 


PS: Für die noch nicht ganz dem Mond-Aberglauben anheim Gefallenen seien noch ein paar kritische Links ergänzt:


Foto: morgan capasso/Fotolia.com kombiniert mit dem Blatt von Wouter Hagens/Wikimedia

Der lange Weg des Mondes im März

Mondkalender Ein neuer Monat, also auch ein neuer Mond – und neue Fantastereien aus dem Mondkalender 2010. Wir wollen uns gar nicht lange damit aufhalten, wieso am einen Tag die Wäsche „besonders sauber“ werden soll, warum man „noch mehrere Tage etwas davon“ haben soll, wenn man an einem anderen Tag gut lüftet, warum Brillen- und Kontaktlinsenträger ausgerechnet an Widdertagen Beschwerden haben sollen oder warum man sich „an Waagetagen nicht zu dünn anziehen“ soll – das kann eh niemand sinnvoll begründen.

„Je öfter du unterwegs fragst, wie weit du noch zu gehen hast, desto länger wird dir der Weg erscheinen.“
(Aus Australien)

Deswegen fragen die Esoterikjünger gar nicht lange nach, sondern glauben einfach die „absoluten Wahrheiten“ ihrer Astrologen und Gurus.

Kann nicht jeder Tag ein Fische-Neumond sein?

Heute ist Fische-Neumond. […] lassen Sie ansonsten die Hausarbeit so weit es geht liegen.

Anscheinend nicht. (Aber ich halte mich eh nicht dran, wie man an meiner Wohnung sieht.^^) Denn den Boden muss man ja durch Umtopfen pflegen können (äh…):

Der Jungfraumond unterstützt pflegende Bodenarbeiten, wie Umtopfen und Düngen, aber auch das Ausmerzen von Schadinsekten.

Nur wo bekommt man so große Töpfe, um einen ganzen Gartenboden umzutopfen?

Ein anderer Wechsel des Mondes zwischen zwei Tierkreiszeichen soll sich „oft stark in der Natur bemerkbar“ machen – und bietet ein Beispiel, wie man als Mondgläubiger die Dinge sehen und sich bei Bedarf täuschen lassen muss:

Viele Pflanzen, die gestern noch kerngesund gewirkt haben, machen einen trockenen und schwachen Eindruck.

Denn vielleicht waren die Pflanzen ja schon gestern trocken und schwach, aber wenn der Mond sagt, sie sollen noch kerngesund wirken, übersieht man schon mal ihren Durst…

Offensichtlich?

Liebe Leser, würdet ihr sagen, dass man es beim Sport nicht übertreiben soll, da sonst eventuell Oberschenkel und Rücken Schmerzen bereiten können? Eventuell, können, nicht müssen, vielleicht auch nicht, vielleicht auch andere Körperpartien. Ja, oder? Aber habt ihr auch eine Erklärung dafür, warum das mondabhängig an einem bestimmten Tag besonders erwähnenswert ist?

Der Kalender schon:

Zur Erinnerung: Nicht der Mond verursacht Krankheiten, sondern er bestrahlt bestimmte Körperregionen. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie das positiv oder negativ nutzen. Schädliches wirkt schädlicher, Günstiges günstiger.

Woher der Mond weiß, welche Körperregionen grad dran sind, bleibt offenbar ein Geheimnis.

Dass das Wort „bestrahlt“ der Klientel da aber keine Angst macht… denn dass es sich sicher nicht um mess- und nachweisbare Strahlung handelt und dass sichtbares Licht schlecht zu den inneren Organen gelangt, dringt ja selten zu denen durch – das wäre schließlich Wissenschaft. Wahrscheinlich lenken sie sich dadurch ab, dass sie sich angestrengt um eine positive Nutzung bemühen, schließlich schiebt ihnen hier mal wieder ein Esoterikguru prophylaktisch die Schuld selbst in die Schuhe.

Und die Einheit Newton ist hier bestimmt genausowenig gefragt wie die Gesetze ihres Namensgebers:

Wenn Sie sich den Mondkräften öffnen, können Sie ein außergewöhnliches Wochenende erleben.

Stimmung auf der Bürotoilette!

Diese beiden Tips gibt’s für denselben Tag:

Der Mond beeinflusst heute Blase und Nieren.

Der Mond fördert heute besonders die Stimmung zwischen den Kollegen.

Also überlegt euch schon mal, wie ihr dort, wo die Blase euch immer wieder hinschickt, mit den Kollegen für Stimmung sorgt… Es könnte aber ratsam sein, die Männer/Frauen-Trennung der Toiletten dennoch zu berücksichtigen, denn nicht jede(r) ist ein Mondfan, und mit sexueller Belästigung ist auch bei der güngstigsten Mondphase nicht zu spaßen.

Ich hatte mich übrigens schon gefragt, wann es verdünnten Hokuspokus zum Schlucken gibt – zum physischen Schlucken, nicht zum geistigen; dort ist ja auch nichts verdünnt –, und es wundert mich, dass es bis Mitte März gedauert hat:

Wenn Sie unter Vollmond-Schlaflosigkeit leiden, hilft Ihnen unter Umständen ein homöopathisches Coffea-Präparat.

Leider lässt es sich der Kalender auch in diesem Monat nicht nehmen, gleich zweimal unverantwortlicherweise zum Vermeiden von Operationen und Zahnarztterminen zu raten. Der Disclaimer „In allen medizinischen Fragen ist der Rat eines Arztes maßgebend“ steht leider nur einmal am Anfang und nicht auf jeder solchen Seite.

Bleibt uns am Schluss noch die Erkenntnis, dass es den Gläubigen mal gut täte, über die bestaunenswerte Realität zu staunen:

„Staunen, das ist der Same des Wissens.“
(Francis Bacon)

 


PS: Für die noch nicht ganz dem Mond-Aberglauben anheim Gefallenen seien noch ein paar kritische Links ergänzt:

Links der Woche (2010/5+6)