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Jubiläum

Statt zu feiern…

…sollte sie sich lieber schämen, die hiesige, ähm, Apotheke, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiert und die Kunden zum Mitfeiern einlädt.

Denn nicht nur die beiden Vorträge, die sie anbietet – einen von einer „bekannten Heilpraktikerin und Buchautorin“, deren Titel neben prinzipiell akzeptablen Heilkräutern genug esoterischen Kram wie Astrologie mit dazumischen, einen von einem „erfahrenen Heilpraktiker“ über Zucker und alkoholisiertes Wasser (was er Homöopathie und Bach-Blüten nennt) –, nein, die komplette Ausrichtung der, ähm, Apotheke konzentriert sich auf die üblichen Einbildungen, Irrtümer, Täuschungen und Realitätsleugnungen, die seltsamerweise unter „Naturheilkunde“ laufen:

Wir freuen und auf Ihren Besuch und auf einen kleinen Plausch über unsere Lieblingsthemen aus allen Richtungen der Naturheilkunde.

Ist schon kurios, dass mit diesem Begriff selten die echte Naturheilkunde wie z.B. tatsächliche Heilpflanzen, sondern vor allem die Phantasiekonstrukte, die durch ihren fehlenden Realitätsbezug so rein gar nichts mit der Natur zu tun haben, beworben werden.

So stehen diese Lieblingsthemen auch in großer Schrift in zwei Zeilen am Ende der Anzeige dieser, ähm, Apotheke:

Populärer Quatsch * Unsinn auf alter kleiner Basis * Schmarrn * Unspezifisches
alchimistischer Käse * spiritueller Stuss * prinzipiell okay * Service * Service

Äh, nein, das war jetzt schon meine Kommentierung. Tatsächlich steht da:

Homöopathie * Hildegardmedizin * Bachblüten * Taschenapotheken
Spagyrik * Anthroposophie * Heilkräuter * Zustelldienst * Versand

Aber so brauchbar wie richtige Heilkräuter auch sein mögen, ich glaube, ich würde mich da lieber an andere Apotheker wenden, die auch sonst mehr auf belegte Wirksamkeit achten – und sich nicht auf Zeug konzentrieren, das nicht einfach nur nicht wirkt (außer als Placebo), sondern auch – neben tatsächlich schädlichen Inhaltsstoffen bei niedriger Verdünnung – vor allem durch die Gefahr schadet, dass die Gläubigen bei echten Krankheiten auf echte Behandlung verzichten könnten.1

Andererseits sind solche, ähm, Apotheken-Auswüchse angesichts der offiziellen Unterstützung für diese, ähm, „besonderen Therapieformen“ leider auch nicht allzu verwunderlich.
:thumbsdown:

 


  1. hier würde jetzt ein Link zu einem aktuellen Bericht einer Zeitung stehen, wenn die Zeitung denn Wert darauf läge, dass ihre Berichte gefunden würden, aber sie wollen ihre „Leistung“ ja unbedingt „schützen“… []

16/α

Die Feinstrukturkonstante α beträgt ca. 1/137.

16/(1/137) sind also 16*137 = 2192.

Das sind genau sechs Jahre (mit zwei Schaltjahren). Und worauf ich hinaus will, ist natürlich, dass mein derzeit wieder etwas darbendes Blog hier heute sechs Jahre alt wird – wobei ich da ja wie üblich in guter Gesellschaft bin. :)

Nun denn, aufzuhören gedenke ich trotzdem nicht – nicht zuletzt dank euch treuen Lesern und Kommentatoren –, also auf die nächsten 600 Jahre, oder?

Links und Video der Woche (2012/15)

Bilderrätsel 100

Tadaaa! Tusch! Jubel! Das 100. Bilderrätsel! Extra aus diesem Anlass finden heute bundesweit lustige(?) Feierlichkeiten statt – und ein Poetron-Gedicht ist auch fällig:

Bilderrätsel
 
ratet euch Bilderrätsel
ja ihr Bilderrätsel
ratet und leidet – EUCH
so wie Bilderrätsel!
Bilderrätsel! Du bist gemeint!
doch leidet duftig
taub aber doch wolkig
ihr Bilderrätsel
bleibt duftig
duftig

War jetzt unnötig, oder? :mrgreen: Also schnell zur Frage: Was zeigt dieser Ausschnitt?

br100a

Und wenn sich trotz Karnefaschinacht Rater finden, die Tips oder neue Ausschnitte benötigen, gibt’s die natürlich auch wieder…

(Mi. 11:25) Neuer Ausschnitt:

br100b

Gelöst von Wiesodenn: Eine Bahn hinter einem Absperrgitter bzw. Geländer einer Unterführung:

br100s

Alte Priester bringen’s nicht?

Kirchturm hinter Schornstein Aus dem Pfaffenhofener Kurier vom Samstag:

Kraftvoller Primizsegen
Ein freudiges Ereignis steht am Sonntag dem Pfaffenhofener Ortsteil Hettenshausen ins Haus: Der Jesuitenpater Bernhard Knorn feiert [...] seine Heimatprimiz, also die erste heilige Messe seit seiner Priesterweihe. Am Ende des Gottesdienstes erteilt er den Gläubigen dann den Primizsegen [...], der besonders kraftvoll wirken soll.

Im Hauptartikel wird auch der frühere(?) Volksmund mit „Für einen Primizsegen läuft man sich ein paar Schuhsohlen durch“ zitiert.

Da stellen sich mir doch ein paar Fragen:

  • Gilt die Segensstärke nur für die Primiz und ist schon die zweite Messe auf niedrigem Normalniveau, oder ist das ein allmählicher Rückgang über die ganze Priesterlaufbahn hinweg?
  • Wenn letzteres, warum gehen noch Leute zu alten Priestern?
  • Wie bestimmt man eigentlich die Stärke eines Segens?
  • Ist das eine Erfindung von Schuhmachern?
  • Wie viele Christen/Katholiken glauben die Primizsegensstärke heutzutage überhaupt – und wie viele tun sie als Aberglauben ab?
  • Und wie begründen letztere das…?