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Esoterik

Die Nachrichten

Alternative Medizin hilft nicht

Auch nicht dem endlich verhafteten bosnischen Serbenführers Radovan Karadžić (bei dem das – wie z.B. in den Heute-Nachrichten zu hören – gar etwas betonte Adjektiv „mutmaßlich“ vor „Kriegsverbrecher“ schon irgendwie seltsam klingt):

„Unter dem Decknamen Dragan Dabic soll der ‚Schlächter von Bosnien‘ in einer privaten Arztpraxis in Belgrad ‚alternative Medizin‘ praktiziert , und dabei sogar Kontakt zu Patienten gehabt haben.“
(Quelle: Europolitan, direkt kopiert inkl. dem falschen, geplenkten Komma vor der auch irgendwie seltsamen Verwunderung darüber, dass ein „Arzt“ Kontakt zu Patienten hat… abgesehen davon natürlich, dass man nicht sagen kann, Karadžić hätte sich versteckt.)

Z.B. bei RP Online sieht man auch schön das Porträt mit Rauschebart neben dem alten. Mehr zu seiner Alternativmedizin-Karriere bei Times Online.

Porno-Spammer können weiterspammen

Nachdem die drei Lesb–, äh, Bewohner von Lesbos mit der Klage gescheitert sind, mit der sie allen Lesben (also homosexuellen Frauen) verbieten wollten, sich Lesben zu nennen, brauchen Porno-Spammer – egal ob per E-Mail oder Blog-Kommentar – nun keine Angst mehr vor einer Klage aus Lesbos wegen Verwendung dieses Begriffs zu haben.

Keiner der Porno-Spammer war für einen Kommentar zu erreichen.

„Medizin der magischen Kräfte“

mystische Hand So heißt der erste Teil der von Georg Francken geschriebenen Artikelserie über (das) „Wunder Heilung“ der Fernsehzeitschrift HÖRZU, praktischerweise auch online komplett verfügbar, inklusive Kommentar-Möglichkeit.1

Der Chefredakteur Thomas Garms stellt diese Serie in seinem Editorial u.a. mit diesen Worten vor:

„Gerettete erscheinen anderen Kranken als Boten der Hoffnung. Heiler werden zu Heiligen stilisiert. Was ist wirklich dran an diesem Phänomen? Ab S. 24 versuchen wir Antworten zu geben, sprechen mit Betroffenen, stellen Methoden vor und lassen auch die Kritiker zu Wort kommen.“

Ach? Ja wo sind sie denn, die Worte der Kritiker? Findet jemand welche? Ich nicht. Der einzige, der neben einem Heiler und zwei Patientinnen direkt zu Wort kommt, ist der „Inhaber des einzigen deutschen Lehrstuhls für Naturheilkunde“, und sein Bedauern der „erheblichen Defizite in diesem Forschungsfeld“ kann kaum als Kritik bezeichnet werden. Aber auch echte nicht persönlich wiedergegebene Kritik fehlt; der Kasten „Wie Sie Nieten und Kurpfuscher entlarven“ scheint mir mit Ausnahme der letzten Empfehlung „Lassen Sie mögliche Diagnosen von einem Arzt überprüfen!“ mehr zur Unterscheidung „seriöser Heiler“ von diesen „Nieten und Kurpfuschern“ zu dienen denn zu einer generellen Vorsicht zu mahnen.

Da kann man eher das Folgende als Kritik an der Wissenschaft verstehen:

Die Art, wie Aldo Berti oder Waltraud Bleile Krankheiten heilen, wird allerdings von der Schulmedizin kategorisch abgelehnt. Zu Recht. Denn wissenschaftlich erforscht sind alternative Heilmethoden generell nicht.

Mit der pauschalen Aussage im letzten Satz dieses Zitats wird die Wissenschaft meines Erachtens viel zu schnell beiseite gefegt – darauf werde ich unten noch näher eingehen, Stichwort Placebo-Effekt.

Zunächst zu weiteren Oberflächlichkeiten und Unzulänglichkeiten – ein Beispiel:

„Ein Beispiel: Bei Krebserkrankungen wird nur einer von 80000 Betroffenen spontan geheilt. Biologische Heilverfahren können diese Spontanheilungsrate signifikant erhöhen (1:600), wie eine US-Studie erst kürzlich feststellte.“

Was versteht der Autor hier unter „biologischen Heilverfahren“? „Gewöhnliche“ Medikamente mit pflanzlichen Wirkstoffen? Das heilertypische Handauflegen? Bei Vollmond gepflückte und in großen Schwimmbecken aufgelöste Blütenblätter? Streicheln empfindlicher Körperteile mit Brennnesseln?

Eine präzisere Quellenangabe könnte auch nicht schaden, die USA sind nicht gerade klein.

Georg Francken ergänzt in Kommentar #20 (leider kein Direktlink möglich):

Heiler arbeiten ausschließlich im feinstofflichen Bereich.

Wobei es sich um religiöse und esoterische Konzepte handelt, die keinen Bezug zur wissenschaftlich akzeptierten Realität haben. (Vgl. Wikipedia)

Sie arbeiten mit Energie,

…ein Begriff, der in der Esoterik weit verbreitet ist, ohne mit dem Energiebegriff in der Physik vergleichbar, richtig greifbar oder auch nur vernünftig definiert zu sein (und somit praktischerweise nicht widerlegbar ist)…2

mit Schwingungen, mit Rhythmen und verwenden ähnliche Methoden wie sie die alternative Medizin aus vielen anderen Bereichen kennt, vom Ayurveda über die Mistel bis zur Schwingungsmedizin (Biofeldtherapie). Das kann bei Heilern dann durch Handauflegen passieren, durch handverlesene und handgestoßene Kräuter, durch rituelle Handlungen oder durch Anbetung einer Ikone.

Die Vielzahl von Methoden, die sich die Leute im Laufe der Zeit ausgedacht haben, wird nicht automatisch durch ebendiese Vielzahl überzeugender oder realitätsnäher. Eher im Gegenteil.

Alle Handlungen dienen letztlich nur diesem einen Zweck, den Selbstheilungsprozess zu fördern. Denn heilen kann sich der Betroffene nur selbst. Darin sind sich sogar Schulmedizin und Alternativmedizin mal einig.

zwei Hände Nur bleibt dem Betroffenen bei Heilern mit ihren „Energien“ und z.B. einem Aberglauben wie der Homöopathie gar nichts anderes übrig. Die Anhänger der Glaubensmedizin wettern doch so gerne gegen die langen Nebenwirkungslisten der Medikamenten-Beipackzettel? Vielleicht liegen diese einfach daran, dass solche Präparate tatsächlich Wirkstoffe enthalten, die klinisch erprobt wurden…?

Aber „sind die Erfahrungsberichte nicht Beweis genug?“, meint R.G. in Kommentar #28. Ich denke nicht – sie sind keine echten Beweise, denn sie sind stark subjektiv, man erfährt nichts über Patienten mit möglichst vergleichbaren Erkrankungen, bei denen die Heilbehandlungen versagt haben, und es fehlt entsprechend die Vergleichsmöglichkeit mit dem Krankheitsverlauf ohne diese Heilbehandlungen (Krankheiten können sich auch ohne äußeres Zutun verbessern oder verschlimmern).


Um auf das Zitat weiter oben zurückzukommen: Heilmethoden an sich mögen nicht wissenschaftlich erforscht sein, aber eine wissenschaftlich akzeptierte Sache, der Placebo-Effekt, wird nicht ein einziges Mal in diesem Artikel erwähnt.

Mir scheint, der Autor könnte Angst vor zuviel wissenschaftlicher Realität haben… nur schade, dass sich der Artikel dadurch m.E. schon grundsätzlich nicht als ausgewogene, ernsthafte Beschäftigung mit diesem Thema qualifizieren kann – was in Anbetracht des ungebrochenen Interesses so vieler Menschen an diesem Thema angebracht wäre. Angesichts der „vielen Erfahrungen bei Heilern, Heilpraktikern und Schamanen weltweit“ und der daraus folgenden Voreingenommenheit des Autors, die er in Kommentar #8 nennt, überrascht mich das aber auch nicht wirklich.

Guru „Der Glaube kann Berge versetzen“, heißt es – und der Placebo-Effekt beschreibt eben positive Wirkungen auf die Gesundheit allein dadurch, dass der Patient an eine Wirkung glaubt, ganz ohne Bedarf an wissenschaftlich nachweisbaren physiologischen Wirkungen oder dass irgendwelche ominösen Energien oder Schwingungen durch ominöse Wege wie Handauflegen, Mantraaufsagen oder Gebete übertragen werden müssten.

Und die Heiler, Gurus und Schamanen bauen auf eine große Vielfalt solcher ominösen Methoden – einige sicher in gutem Glauben und ohne betrügerische Absichten, einige andere sicher mit der Absicht, zufriedene (oder sich für zufrieden haltende) Stammkundschaft aufzubauen, gar psychisch abhängig zu machen, die sie abzocken können. Zu dieser Unterscheidung ist der erwähnte Kasten im Artikel sicher hilfreich. Wissenschaftlich–realer oder auch nur weniger ominös werden die zugrundegelegten Methoden dadurch aber auch nicht.

Und Schutz vor Selbstbetrug ist auch schwer. Wenn ich von der Freude über „mehr Wohlbefinden“ lese3, nachdem jemand in einer anderen Stadt mit einem „Fern-Clearing“ zur Befreiung „von belastenden, negativen Energien [...], die auch noch aus früheren Leben vorhanden sein können“ durchgeführt hat, frage ich mich wirklich, wohin die letzten Jahrhunderte seit Beginn der Aufklärung verschwunden sind.

Als Schlusswort dieses schon wieder viel zu lang geratenen Beitrags eine Erwiderung auf ein Zitat aus Kommentator #21 von Walter E.:

„‚Wirkung nicht erforscht‘ oder wissenschaftlich nicht erwiesen heisst nichts anderes als dass die Wissenschaft z.Zt.zu dumm ist die Vorgänge zu erklären.“

Oder es stecken jenseits des Placebo-Effektes einfach keine speziellen Vorgänge dahinter.

 


Linktips:


Fotos: beleuchtete Hand © Antje Schröter/Pixelio; Hände: shlomaster/sxc; Guru: Scott Griessel – Fotolia.com

 


  1. Ja, der dort kommentierende Andreas bin ich. Und von etwas allgemeiner Kritik an der Oberflächlichkeit des Artikels abgesehen, bin ich dort offenbar der einzige „Realist“… []
  2. Mal abgesehen davon, dass für Arbeit (im physikalischen Sinn) ohnehin Energie (im physikalischen Sinn) nötig ist… []
  3. Kommentar #35 von Evelyn R. []

Links der Woche (2008/28)

 


  1. oder geändert, sei es mit Firebug oder durch Kopieren des Textes in einen Editor []
  2. ja, das ist ironisch gemeint []
  3. ja, das ist ironisch gemeint []

Gewünsche mal anders

Neulich in einem der wöchentlichen Anzeigenblätter (Pfaffenhofener Anzeiger vom 2.7.):

Novene zur hl. Klara. Zünden Sie an 9 aufeinander folgenden Tagen eine Kerze an und beten Sie ein „Gegrüßet seist du Maria“, bringen Sie zwei Anliegen vor, die Ihnen unmöglich erscheinen und ein Anliegen, das Ihnen am Herzen liegt. Lassen Sie die Kerze am 9. Tag ganz abbrennen und veröffentlichen Sie diese Nachricht. Ihre Bitten werden erhört werden.

(Ob die Kerzenindustrie hinter solchen Anzeigen steckt? ;) )

Findet sich auch im selben oder einem ähnlichen Wortlaut an diversen Stellen im Internet – so etwa im Astrologie-Esoterik-Forum einer Frauen-Seite, wo jemand u.a. (spaßeshalber?) diese Bitte veröffentlicht:

1. bitte aufhören mit diesen unsäglich schwülstigen relgiösen Texten in Esoterikforen!

Als ob Esoteriker und Astrologen keine schwülstigen Texte zusammenbrächten! Und thematisch passt’s doch auch, ich weiß nicht, was sie hat…

2 Kerzen Egal ob es nun ein imaginäres „Gesetz“ des Universums ist – wie bei diversen „Wünschelwichteln“ in der Esoterikliteratur, was ich auch hier schon satirisch verwurstelt habe – oder imaginäre himmlische Helfer, ich finde es verachtenswert, Menschen, die möglicherweise in emotionaler oder wirtschaftlicher Notlage sind, mit mehr oder weniger lächerlichen Ritualen falsche Versprechungen zu machen, dass ihre Wünsche „einfach so“ erfüllt würden.

Mag sein, dass gewisse Rituale manchen Leuten helfen mögen, bestimmte Ziele zu erreichen, die sie tatsächlich selbst beeinflussen können – mehr Sport treiben, freundlicher sein, „ein besserer Mensch werden“ etc. –, oder auch durch einen Placebo-Effekt durchaus bei manchen Erkrankungen hilfreich sein können. Aber darauf zu hoffen, die Welt (das Universum, der Himmel) würde ihnen mal eben zu Diensten sein und beliebige Bitten gewähren, ist doch nur eine falsche Hoffnung, die ihnen durch solche esoterischen oder religiösen „Methoden“ eingeredet werden.
:thumbsdown:

Zumal sich bei diesem Novenen-Text (wieso eigentlich „Gegrüßet seist du Maria“ an eine Klara und nicht direkt an Maria gerichtet?) der Eindruck einstellen mag, den „lavendelmond“ in diesem Thread einer Frauenzeitschiftsseite so (allerdings entschuldigend) ausdrückt:

für mich klang das ganze so „magisch-zwingend“… tu ich dies und das, dann muss „das Universum/MutterMaria/der Herrgott“ etc. etc.

mich hat´s einfach an einen der vielen unsäglichen Kettenbriefe mit falschen Versprechungen erinnert, die so im Net kursieren darum auch mein Kommentar dazu, nichts für ungut ;-)

Wo sie recht hat… besser gesagt hatte, sie zieht sich ja von dieser Meinung zurück. Leider, denn wo ist da der Unterschied hinsichtlich falscher Versprechungen?

Zuvor schrieb sie übrigens:

wozu denn dieses „Tamtam“ mit den neun Tagen usw.
????

einfach beten, aus ganzem Herzen, und darauf vertrauen, das Gottes Wille gut sei für uns, auch wenn wir es nicht immer gleich erkennen können

Gibt’s nicht die Sprichwörter „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ und „Die Wege des Herrn sind unergründlich“? Eine schöne Ausrede für nichtfunktionierende Gebete, finde ich, denn wer sich schon selbst geholfen, sein Schicksal also selbst in die Hand genommen hat, kann auch ohne weitere himmlische Intervention auskommen, die er ohnehin nicht als solche erkennen könnte, fände sie denn überhaupt statt.

Wirkungsloses und Placebos en masse?

Akupunktur-Nadeln Unter der Überschrift „Wellness und Gesundheit“ auf einer Doppelseite in der aktuellen Ausgabe eines lokalen Wochenblattes (diesmal „Aktion – Der Hallertauer“) finden sich etliche Textblöcke, farbig hinterlegt und so an eine grafisch gestaltete Anzeige gebunden – wobei ich durchaus eine Verwechslungsgefahr mit redaktionellen Artikeln sehe –, zu denen (neben Reisen, Kosmetika, Tanzkursen u.a.) nicht nur der bereits bekannte Avaro-Lichtler gehört, der seinen Rauchfrei-Kurs bewirbt, sondern auch weitere zweifelhafte Angebote aus dem Bereich der Paramedizin, zu denen ich mir die Kritik nicht verkneifen kann:

Eine Heilpraktikerin namens Renate Oefele bietet z.B. eine Elektroakupunktur nach Voll“ (EAV) an, angeblich „ein Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden“. Und wie soll das funktionieren? Im die grafische Anzeige begleitenden „Artikel“ heißt es (Hervorhebung von mir):

„[...] stützt sich auf das Meridiansystem der [Traditionellen] Chinesischen Medizin. Es werden mit einem sehr empfindlichen EAV-Gerät die Hautwiderstände an bestimmten Akupunkturpunkten gemessen. Dadurch erhält man einen Überblick über den energetischen Zustand der 12 Meridiane und der Stellen am Körper, an denen der Energiefluss gestört ist. Auch geben diese Messungen Hinweise darauf, wie die Krankheit entstanden ist. Doch die EAV kann noch mehr: Sie kann [...] auch testen, ob sich bestimmte Substanzen auf den Organismus gut oder schlecht auswirken würden. Dazu wird eine Probe [...] in den Messkreis [...] eingebracht.“

Klingt wohl nicht nur für mich schon auf den ersten Blick hanebüchen – Hautwiderstand zur Krankheitsdiagnose? Und mit dem Widerstand bestimmter Substanzen zusammengeschwurbelt soll das auch etwas aussagen? Und in der realen Welt ist es nun mal auch so, dass es keine solchen „Meridiane“ der TCM gibt, und auch der Rest der EAV ist, vorsichtig ausgedrückt, zweifelhaft:

„Der Hautwiderstand wird in erster Linie durch die Aktivität der Schweißdrüsen bestimmt. Allein deshalb ist seine Nutzung zur Diagnose und Bewertung von Krankheiten abwegig, denn ihre Aktivität wird auch von mehreren Faktoren beeinflusst, die nicht mit Krankheiten in Verbindung stehen.
[...]
Wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich der Akupunktur haben ergeben, dass Meridiane nicht existieren und es keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit ausmacht, ob man mit Nadeln an traditionellen Akupunkturpunkten oder an zufällig gewählten Punkten sticht oder sogar mit Tricknadeln nur ein Stechen vortäuscht. In der Allergiediagnostik versagte das Verfahren der EAV. Widerstands- oder Impendanzänderungen an Akupunkturpunkten zu benachbarten Punkten konnten nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.“
(aus der Wikipedia, Quellen siehe dort; Hervorhebungen von mir)

Dieselbe Dame bietet zudem „Biochemie nach Dr. Schüssler“, quasi Homöopathie mit anderen Mitteln und genauso wirkungslos jenseits von Placebo-Effekten. Wikipedia dazu (meine Hervorhebungen):

Schüßler-Salze sind alternativmedizinische Präparate von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung (Potenzierung). Die Therapie mit ihnen basiert auf der Annahme, Krankheiten entstünden allgemein durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen und könnten durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden.

Diese Annahmen sind wissenschaftlich nicht anerkannt, eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist nicht nachgewiesen. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Urteil: „Biochemie nach Schüßler ist zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet.“

Und Fußreflexzonenmassage gibt’s auch noch – da verweise ich der Kürze wegen einfach nur auf die Süddeutsche und zitiere daraus nur kurz:

„Es gibt keinerlei Belege für die tatsächliche Existenz der angeblichen Reflexverbindungen. Überdies weicht die Reflexzoneneinteilung auf dem Fuß bei verschiedenen Autoren erheblich voneinander ab.“


Achtung Wer jetzt allgemein meint, solche und andere paramedizinischen Methoden wären doch kein Problem, wenn’s nicht wirken sollte, schadet’s wenigstens auch nicht, dem sei gesagt, dass durch solche wirkungslosen (und trotzdem sicher nicht kostenlosen) Methoden gern – und das kann durchaus schädlich sein! – zu lange oder generell darauf verzichtet wird, wirkungsvolle Therapien der evidenzbasierten Medizin anzuwenden; und wenn sich Gutgläubige z.B. aufgrund einer EAV-„Diagnose“ gesunde Zähne ziehen lassen, wie Martin Lambeck bei ZeitWissen berichtet, oder andere falsche Krankheiten eingeredet bekommen – das soll kein Schaden sein?

(Anmerkung: Ich weiß nicht, was die inserierende Heilpraktikerin so „diagnostiziert“, und will ihr nichts unterstellen, ich kann nur allgemein über die von ihr beworbenen kritikwürdigen Methoden schreiben und Berichte über andere Vertreter ihrer Zunft erwähnen.)


Eine andere Anzeige mit der aufsehenerregenden Überschrift „Angst – Depression – Sucht“ macht Werbung für psychotherapeutische Heilpraktiker-Kurse. Zitat:

„Heilpraktiker für Psychotherapie arbeiten mit unterschiedlichsten Methoden, wie z.B. mit Gespräch, Meditation, inneren Bildern, energetischen Heilweisen, dem Atem u.a.“

Nichts gegen Gespräche, aber „energetische Heilweisen“?? „Energien“, bei denen alle Versuche, sie wissenschaftlich und seriös zu beweisen, gescheitert sind? Ohne mich…


Weitere Linktips:
ZeitWissen: Harter Test für sanfte Heiler
GWUP-Themenseite Paramedizin
Die Süddeutsche über Schüßler-Salze


Foto: hradcanska / flickr