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Zitate

Jetzt ist es möglich (Zitat des Tages 28)

Ich hab’s zwar vorhin schon getwittert, aber trotzdem auch im Blog:

Der aktuelle Top-Angebot-Newsletter von 1&1, der ein Angebot für .de-Domains für 29 Cent pro Monat im ersten Jahr bewirbt, beginnt mit den Worten:

jetzt ist es möglich: Registrieren Sie noch heute Ihre .de-Domain mit Umlauten (ä, ö, ü) und Wörtern mit „ß” – ehe Ihnen jemand zuvor kommt.

Ich mein, ist ja schön, dass sie Domains billig anbieten, und auch dass sie auf die Umlaute hinweisen, die mitunter immer noch ein Schattendasein führen (so zumindest mein Eindruck) – aber die Einleitung klingt arg nach 2004, als Umlaut-Domains neu waren, findet ihr nicht auch?

Projekt 52/52: Zitate

Das Jahr ist fast zu Ende, hier gibt’s das dritte Projekt-52-Foto innerhalb von 9 Tagen – die immer noch fehlenden 14 Themen von 2011 werde ich aber nicht mehr nachholen. Immerhin ist dieses von der aktuellen Woche. :)

Wie’s nächstes Jahr weitergeht, hat Sari hier beschrieben – ich denke, ich werd’s so halten wie bisher und soweit mitmachen, wie mir was hinreichend Gutes einfällt; ob immer der Pinguin dabei ist, kann ich aber nicht versprechen…


Zitate des Tages (27)

Zwei Zitate zum heutigen Aschermittwoch. Erstens: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx beim „Aschermittwoch der Künstler“ (leider kein Äquivalent zum politischen, bei dem Künstler statt Politiker reden würden), gesehen in der Rundschau des Bayerischen Fernsehens, hier zitiert von seiner Bistumsseite:

Zu Beginn der Fastenzeit hat Kardinal Reinhard Marx die Gläubigen dazu aufgerufen, sich gerade in den nächsten 40 Tagen ernsthaft auf die Suche nach der Wahrheit in ihrem Leben zu machen. „Schein und Sein sollen nicht mehr auseinander fallen. Wir sollen nicht Blendwerk über unser Leben ziehen, sondern authentisch Zeugen sein.“

Als der Nachrichtensprecher zum ersten Mal das mit dem Blendwerk erwähnte, war ein großes goldglänzendes Kruzifix im Bild. Danach war der Kardinal selbst im O-Ton zu sehen – in festlicher Kleidung und mit glänzendem Stab. Und die Kirche ist ja auch nicht gerade ein schlichter Bau. Der Ironie dürfte er sich nicht bewusst gewesen sein… aber das wäre ja nichts Neues. Weiter:

„Die Wahrheit ist nicht einseitig, wir müssen sie vielschichtig ermöglichen“, so Marx.

Und natürlich wird auch nur seine Kirche genau wissen, welche „Seiten der Wahrheit“ tatsächlich wahr sind, denn ich glaube kaum, dass Marx hier allen anderen Religionen und uns Nichtgläubigen zugestehen will, ebenfalls die Wahrheit zu kennen – angesichts der Widersprüche ja unmöglich…

Und zweitens: Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch seiner CSU, an Karl-Theodor zu Guttenberg gerichtet:

„Du bist einer von uns, du bleibst einer von uns und wir wollen, dass du wieder zurückkehrst in die deutsche Politik.“

Ein Blender, der „schwere Fehler“ macht (wie Angie es ausgedrückt hat) und sie nur stückchenweise zugibt, wie sie eh schon bekannt werden? Eine Möchtegern-Lichtgestalt, der das eigene gute Aussehen (und damit meine ich nicht nur körperlich) wichtiger ist als die selbst propagierten Werte, die im Zweifelsfall halt auf der Strecke bleiben? Ja, so einer passt nicht nur zur CSU gut. Nur damit zu werben, ist ungewöhnlich…

Das Böse bannen oder austreiben… (Zitat des Tages 26)

Kürbis Heute in der 19-Uhr-heute-Sendung im ZDF im Bericht zu Halloween:

Vor lauter Spaß scheinen zwei traditionelle Feiertage ins Hintertreffen zu geraten. Kirchenvertreter appellieren, den Reformationstag und Allerheiligen nicht zu vergessen.

Johannes zu Eltz, katholischer Stadtdekan Frankfurt am Main:
„Wie möchten, dass die Leute, die abends mit Getöse und Blödsinn das Böse bannen oder austreiben möchten, dass die am nächsten Tag neugierig werden dort wo’s die wirklichen Heiligen und die echte Heiligkeit gibt. Die sollen dann zu uns in die Messe kommen.“

Okay, was meint ihr: Wie vielen süßigkeitensammelnden verkleideten Kindern geht es beim Süßigkeiten­sammeln und Verkleiden, wie vieken tosend-blödsinnig oder auch feuchtfröhlich feiernden Erwachsenen beim Getöse oder Feiern darum, das Böse zu bannen und auszutreiben?

Das dürfte eine verschwindend geringe Zahl sein, denke ich. Nun ja, welcher Kleriker lebt nicht in seiner eigenen Welt…

Und wenn die Leute dann doch neugierig in die Messe kommen, werden sie bestimmt wegen der fehlenden Süßigkeiten und der lahmen Party enttäuscht sein.^^


Foto: Ramon Stoppelenburg (CC-by-nc-nd-Lizenz

Es wäre schlimm… (Zitat des Tages 25)

Kirchturmspitze vor dunklen Wolken (Montage) Schärfere Regeln gegen sexuellen Missbrauch will der Vatikan heraus­gegeben haben – gut, das haben sie, aber nicht nur vielen Opfern dürften die nicht reichen. Aus der ZDF-heute-Sendung vorhin:

„Die wichtigsten Änderungen: Die Verdoppelung der Verjährungs­frist auf 20 Jahre, die Beschleunigung von Entlassungs­verfahren für schuldige Priester und die Straf­androhung für den Besitz von Kinder­porno­grafie. Nichts aber zur Anzeige­pflicht bei Missbrauchs­fällen.“

Prof. Pater Markus Graulich, Kirchenrechtler Salesianer-Universität Rom, der dazu befragt wurde:

„Es wäre schlimm, wenn’s drinstünde. Und zwar deswegen, weil es ein kircheninternes Gesetz ist. Da steht nichts drin, weil sie sich natürlich an die Gesetze ihrer Länder halten müssen.“

Ja, hallo, dann schreibt doch rein, dass Anzeigepflicht besteht, wenn Kindesmissbrauch im jeweiligen Land unter Strafe steht!1 Wäre das so schlimm für euer Kirchenrecht? Aber klar, ihr wollt ja für eure Organisation so viel Trennung von den Staaten, wie ihr nur meint, bekommen zu können.

Ich hab ja noch nie gedacht, dass der Vatikan allzu lernfähig wäre, aber dass er das immer wieder bestätigt, ist trotzdem schade.

 


  1. Und wenn das irgendwo im staatlichen Äquivalent zu Hintertupfingen noch nicht der Fall ist, wäre das doch ein Punkt, für dem ihr euch engagieren könntet, so zum Wohle der Kinder und so, muss euch doch auch ein bisschen was bedeuten… []