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Satire
Links der Woche (2012/06)
Über den Zusammenhang des Schäfflertanzes mit den Tagestemperaturen
Kurzbeschreibung
Beim Schäfflertanz, einer nur alle sieben Jahre aufgeführten altbairischen Faschingstradition, wird klassischerweise das Stück „Aber heit is koid“ (aber heute ist’s kalt) gespielt. In diesem – umfangreich pee-reviewten3 – Artikel wird STRENGST WISSENSCHAFTLICH, hieb- und stichfest und UNWIDERLEGBAR BEWIESEN, dass und wie die Schäffler mit Tracht und Tanz selbst für niedrige Temperaturen sorgen, damit sie bei ihrer Melodie nicht als Lügner dastehen.
Vorbetrachtung
Zunächst nur in München, später im Laufe des 19. Jahrhunderts in vielen Orten Altbayerns – hier in Pfaffenhofen ab 1930 – tanzen gstandene Mannsbuider alle sieben Jahre ihren ulkigen Tanz zur Belustigung der Zuschauer zu „Aber heit is koit“.
Unabhängig davon, wie es zur Auswahl dieses Stücks kam, ist es eine genaue Untersuchung wert, wie die tanzenden Schäffler hinsichtlich der Temperatur ihre Aufrichtigkeit bezeugen und ihre Ehre sicherstellen, denn man kann sich nur schwerlich vorstellen, dass sie gerne an besonders warmen Tagen auftreten und so als Lügner und/oder Spinner angesehen würden.
Die Temperaturen
Wir beweisen zunächst, dass es in Schäfflerjahren während der Tanzzeit – bis Faschingsdienstag – tatsächlich merklich kälter ist als in den den gleichen Zeiträumen in den Jahren dazwischen.
In der folgenden Grafik – zusammengesetzt aus Diagrammen der „Rückblick“-Sektion von WetterOnline.de – sind die Temperaturwerte der Jahre 2004 bis 2012 (Stand: Montag früh) für München, jeweils Januar und Februar, eingetragen; dabei ist das Ende der Faschingszeit (sofern nicht erst im März) mit einer senkrechten Linie markiert und die EXTREMEN Temperaturwerte mit einer horizontalen.
Wir erhalten also für die Schäfflertanzjahre 2005 und 2012 Werte von ca. −11,5°C bzw. (bisher) −7°C, für die Jahre dazwischen ca. +18,5°C, 10°C, 15,5°C, 13°C, 11°C, 7,5°C und 17°C. Da die Zahlen ABSOLUT OBJEKTIV sind, wie auch renommierte Forscher der NASA bestätigt haben4, und genauso wenig lügen wie die Sterne5, ist unsere Vermutung absolut unzweideutig eindeutig BEWIESEN: In Schäfflertanzjahren ist es DEUTLICH kälter.
Zusätzlich sieht man, dass es jeweils ein Jahr vor den Tänzen mit 18,5°C und 17°C besonders warm und somit ein Schäfflertanz dringend nötig war, wie auch leitende Wissenschaftler der meteorologischen Institute vieler Länder immer wieder unterstreichen6.
Methoden und Details
Der Tanz selbst sowie ihre Tracht liefern eindeutige Hinweise darauf, wie die Schäffler für diese kalten Temperaturen sorgen.
Eine EXAKTE ANALYSE der Tanzfiguren ist wichtig. Wie der hochdekorierte Mathematiker und Meteorologe Prof. Edward N. Lorenz schon 1972 verkündete7, können kleinste Details wie der Flügelschlag eines Schmetterlings das Wetter auch in großer Entfernung verändern, und wenn man diese Details der Bewegungen exakt kontrolliert, kontrolliert man auch das Wetter.
Eine solche Analyse offenbart Erstaunliches. Wie NAMHAFTE WISSENSCHAFTLER schon früher entdeckt haben8, hat das wissendste aller alten Völker, die Maya, seine Schriftzeichen ursprünglich exakt so geformt, dass sie, als Grundlage für rhythmische Bewegungen genommen, die Quantenverschränkungen910 mit dem Rest des Universums optimal beeinflussen; leider ist das Wissen um die mikrometergenaue Gestaltung der Schriftzeichen im Laufe der Zeit verlorengegangen.11
Es findet sich jedenfalls eine OFFENSICHTLICHE Übereinstimmung der Tanzfiguren mit alten Maya-Inschriften in den Pyramiden von Gizeh, die so aussehen, als ob sie nicht nur die Luftschwingungsfrequenzen gezielt beeinflussen, sondern auch diverse Wettergötter der ganzen Welt beschwören; und weil sie so aussehen, MUSS das BEKANNTERMASSEN auch zutreffen.12 Diese Übereinstimmung ist insbesondere dann gut zu erkennen, wenn man zuvor den kreisenden Reifen der Schäffler aufmerksam folgt und mindestens ebenso viele Schnäpse trinkt.
Das Schlagen mit Hämmern auf Fässer während des Tanzes beweist, dass nicht nur lokale, sondern alle Wettergötter weltweit angesprochen werden, denn das laute Hämmern kann doch nur dazu dienen, diejenigen Wettergötter, in deren Zeitzone13 gerade Schlafenszeit ist, wieder aufzuwecken, wie JEDER sofort einsieht.
Zudem beweist der Abgleich des Liedtextes und der Noten mit den Schriften des Alten Testamentes14, dass die Tradition der Schäffler’schen Wetterbeeinflussung seit mindestens 10.000 v.Chr. besteht und seitdem insbesondere durch die Farbgebung der Tänzer optimiert wurde15; bei der Melodie und den zusätzlichen Bewegungen um den Kreis der Schäffler herum kann es sich nur um die Geräusche bzw. die Taumelbewegungen des von Hesekiel beschriebenen außerirdisch-göttlichen Raumschiffs handeln. Da dies für jeden VOLLKOMMEN offensichtlich ist, kann an dieser Stelle auf eine detaillierte Analyse verzichtet werden.
Die rote Jacke der Tänzer ist ein ÜBERAUS DEUTLICHER Hinweis darauf, dass zusätzlich ein blutiges Opferritual aufgeführt werden muss, das im Geheimen durchgeführt wird; die Lustigkeit des Tanzes soll wohl ebenso davon ablenken. (Oder es werden Tomaten verspeist, kann auch sein.) Auf jeden Fall WEISEN alle Farben16 auf die eisige Kälte HIN: Strümpfe weiß wie eisiger Schnee; Schuhe und Hosen so schwarz wie kalte Kohle, bevor man sie zum Heizen verwendet, wodurch sie rotglühend wie die Jacken werden. Und wie alle Komplementärwissenschaftskollegen wissen, sind diese quasi durch freies Assoziieren entstandenen symbolischen Überlegungen gerade deswegen die UNANZWEIFELBARE WAHRHEIT™.
Fazit
Wir haben somit gesehen, dass die Schäffler eine seit Jahrtausenden höchst erfolgreiche Methode der Wetterbeeinflussung optimiert haben und äußerst erfolgreich einsetzen.
Dass ihr Tanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird, ist offensichtlich auf den Einfluss der Weltregierung zurückzuführen, die damit verhindern will, dass es in ihren Geheimbunkern zu kalt würde, wie es bei einem häufigeren Tanz der Fall wäre. Umgekehrt dürfte der Tanz aber auch nicht seltener stattfinden, da sonst die Temperaturen unkontrolliert in die Höhe schießen würden (was nebenbei ein weiterer schöner Beweis für die Bedeutung der magischen Zahl 7 ist17).
- steht für „prahlt oft“ [↩]
- steht natürlich für „Dieter“ – und manche von euch wissen bereits, dass der Nachname mit „Br“ anfangen MUSS [↩]
- ich hab auch mal auf dem Klo darüber nachgedacht [↩]
- http://www.nasa.gov/ [↩]
- und das ist JAHRTAUSENDEALTES gesichertes Wissen, wie jedem bekannt ist, sodass auf eine nähere Quellenangabe verzichtet werden kann [↩]
- persönliche Gespräche [↩]
- Edward N. Lorenz, Vortrag im Jahr 1972 während der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science; laut Science 320, 2008, S. 431 [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Hieroglyphen, UPayWePrint-Verlag, 1999 [↩]
- Experimente von Prof. Dr. Anton Zeilinger et al. Et viele al. [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Warum niemand Literaturangaben und Zitate überprüft, Vortrag (nur 499 DM, ohne Getränke), Bielefeld, 1.4.1989 [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Dortoglyphen, UPayWePrint-Verlag, 2001 [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Der Siehtsoauswie-Beweis als Weg zur Ultimativen Wahrheit™, UPayWePrint-Verlag, 1995 [↩]
- http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzone [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Das Alte Testament: Die interessanteste Neuinterpretation durch Pr.of. Dr Brauch-Thum, UPayWePrint-Verlag, 1981 [↩]
- „An der Farbe lässt sich die Sinnesweise, an dem Schnitt die Lebensweise des Menschen erkennen.“, Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre II, ab 1807 [↩]
- Johann Wolfgang von Goethe, Farbenlehre, 1810 [↩]
- Pr.of. Dr Brauch-Thum, Die Weltformel, UPayWePrint-Verlag, 2004 [↩]
Links und Videos der Woche (2011/52)
- Bei „Top Of The Blogs“, wo ich ja auch mit abgestimmt hatte, sind jetzt die besten Alben des Jahres ausgewertet.
- Das sagen die Sterne: Das große Postillon-Horoskop für 2012
- Kann denn nicht einmal jemand an den Kometen denken? Komet Lovejoy über den Anden und in Australien (via AS, BA)
- Brian Cox demonstriert, warum Atome fast leer sind (via Bad Astronomy)
Links und Video der Woche (2011/51)
- Der exklusive Jahresvorblick 2012 bei Paramantus
- Die Physik des Weihnachtsmanns
- Der LHC in Lego nachgebaut (via @fatmike182)
- Wie man mit nur einem, äh, Eimer Wasser ruckzuck sein Auto wäscht… (via There, I Fixed It)
Dem Petrus seine Frau (3)
In den letzten beiden Jahren hatte ich schon über die wahre, alkoholisierte Geschichte des Heiligen Geistes, die Entstehung von Pfingsten und der Kirchengemeinde an sich berichtet – Teil 1, Teil 2 –, nämlich die Kommentare von Frau Petrus ergänzt, die im Laufe der Jahrhunderte irgendwie unter den Tisch gefallen worden sind.
Dieses Jahr wende ich mich dem Anfang von Kapitel 5 der Apostelgeschichte zu, einem hervorragenden Beispiel für die Nächstenliebe der Jesus-Gemeinde und was für eine tolle Vorbildfunktion und Lebenshilfe das Neue Testament doch jedem Christen bietet. Nicht.
1 Ein gewisser Mann aber, mit Namen Ananias, mit Sapphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut — „Joa, wisst ihr, der Petrus und seine Kumpels haben angefangen, allen ihren Fans die Besitztümer abzunehmen, pardong, ihnen zu sagen, es wär toll, wenn se alles freiwillig abgeben,“ erklärte Frau Petrus, „und dann verteilen se alles unter allen Fans – und behalten natürlich auch viel für sich. Eigentlich clever, so brauchen se net zu malochen und können sich trotzdem ’n besten Wein leisten.“ — 2 und schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch das Weib wußte; und er brachte einen gewissen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel. „Also wenn mein Petrus eines net mag, dann sind das Leute, die meinen, sie wären schlauer als er. (Wobei sie dat meistens ja auch sind.) Aber dass der Ananas was für sich behält, meine Güte, ist dat so schlimm?“ 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? 4 Blieb es nicht dein, wenn es so blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Gewalt? Was ist es, daß du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen hast? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott. „Ne, also was der Peter immer mit diesem „Gott“ hat. Wissense, er glaubt ja selber net an so ’n Zeug, nichtmal im Vollrausch, aber er hat gemerkt, dass er damit gut über andre herrschen kann. Aber psst!, nicht weitererzählen, dass ich das gesagt habe,“ flüstert Frau Petrus, „denn so langsam krieg ich Angst vor meinem Männe. Er und seine Kumpels sind so, so herrschsüchtig geworden, vor lauter Macht fast schon übergeschnappt.“
5 Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten. „Bitte was?!? Haben die ihn wirklich einfach unauffällig umgebracht? Ne, oder?“ 6 Die Jünglinge aber standen auf, rafften ihn zusammen und trugen ihn hinaus und begruben ihn. „Ich hoff ja immer noch, dass die dat einfach erfunden haben, um die anderen zu unterdrücken, auch wenn dat schon schlimm genug wäre.“ Sie schaut sich vorsichtig um. 7 Es geschah aber nach Verlauf von etwa drei Stunden, daß sein Weib hereinkam, ohne zu wissen, was geschehen war. 8 Petrus aber antwortete ihr: Sage mir, ob ihr für so viel das Feld hingegeben habt? Sie aber sprach: Ja, für so viel. „Falls sich jemand fragt, warum die Jungs hier keine Zahlen nennen: Es könnt ja auch wer vom Finanzamt mitlesen.“ 9 Petrus aber sprach zu ihr: Was ist es, daß ihr übereingekommen seid, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, welche deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen. „Ähm, Peter, meinste nich, dass dat jetzt zu weit—“, meinte Frau Petrus, doch sein finsterer Blick ließ sie verstummen. 10 Sie fiel aber alsbald zu seinen Füßen nieder und verschied. Und als die Jünglinge hereinkamen, fanden sie sie tot; und sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Manne. 11 Und es kam große Furcht über die ganze Versammlung und über alle, welche dies hörten. „Ne, also echt, die werden ja zu richtigen Despoten und Tyrannen! Erfunden oder nicht, ich mach da nimmer mit, ich hau ab,“ sagte Frau Petrus leise, um dann laut an die Gemeinde fortzufahren: „Petrus, öhm, ich, äh, du kommst doch mit deinen Kumpels erstmal alleine klar, ich werd mal ’n paar Tage wegfahren, die Maria und ihre Tochter in Massalia besuchen, okay?“
Aber sie kehrte nie zurück.
Originaltext: Elberfelder Bibel 1905; Foto: tiano69/sxc
Herr Pfarrer, der sie getauft und getraut
er hat es bezeugt, sie ist Satans Braut
Subway To Sally, "Die Hexe"
