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Weltuntergang

Weltuntergang in 600 Tagen

Satellit Zumindest für ein paar Millionen Deutsche (6,8 Millionen sollen es derzeit sein), wenn sie bis dahin nicht handeln – denn am 30. April 2012 soll das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet werden (mehr bei klardigital.de). Und für Gernfernseher könnte da schon sprichwörtlich eine Welt untergehen, wenn „auf einmal“1 nix mehr geht.^^ Das Ende einer kleinen Ära ist es allemal.

Wer eh schon digital, terrestrisch, via Kabel oder Internet (oder gar nicht) schaut, den wird das nicht kümmern – außer dass dadurch Platz für mehr Digitalkanäle frei wird. Ich selber hänge ja am Kabel (digital) und hätte nichts dagegen, wenn dort das viel zu umfangreiche Analogangebot auch noch weiter zusammengestrichen würde. Aber so schlafmützig wie KDG & Co. (und ggf. die Landesmedienanstalten) beim Digitalfernsehen sind – man denke etwa an HDTV –, wird analoges Kabelfernsehen wahrscheinlich länger laufen als alle Atomkraftwerke nach deren übernächsten Laufzeitverlängerung in 10 Jahren…

Und ich fürchte, es wird da wieder – wie beim Ende des analogen Antennenempfangs – einige dubiose Kabelvertragsmakler geben, die versuchen, arglosen Analog-Satellitensehern Kabelverträge aufzuschwatzen, um die Provision dafür einzusacken.

 


  1. wobei ich annehme, dass es immer mehr Hinweise auf den alten Kanälen geben wird, je näher der Termin rückt []

Eine Vision?

Erdsonne Ich hatte eine Vision…

Ein alter Mann stand auf einer mondbeschienenen Stufe…
Er breitete seine Hände über die versammelte Menge aus…
Er lamentierte über eine erkaltete Liebe und eiskalte Herzen…
Er erzählte vom Tod, der die Verlorenen holt…

Zu spät rennen all die Schurken, zählen ihre Tage…
Von der Liebe der Mutter Erde entfremdet, heiratete ihr Sohn seinen Profit –
Tod allüberall wird die Mitgift sein,
Die Erde wird beben und entzweibrechen!

Hört auf meine Worte!
Flieht um euer Leben, ihr, die ihr nicht auf mich hört!
Täuscht euch nicht, die Flammen der Hölle werden euch holen!!
La la la la la la…

Gott gebe euch die Gnade, diesen Ort zu reinigen, nur so könnt ihr Frieden erlangen!

 

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Bild: Kombination zweier NASA-Bilder von Sonne und Erde

Der unheilvolle Maya-Kalender

maya-men Bekanntermaßen wird dem Maya-Kalender und dessen vermeint­lichem Ende einiges Unheilvolles oder esoterisch Segensreiches nachgesagt, wenn der nächste große Zyklus seiner Langen Zählung Ende 2012 ansteht – vom Weltuntergang in verschiedenen Variationen bis zu strahlen­synchronisiertem Bewusstseins­aufstieg ist alles dabei.

Wenn nun die größte Einheit der Langen Zählung, genannt Baktun, am 21. (oder, nach einer anderen Datierung, am 23.) Dezember 2012 auf einen neuen Wert, diesmal die 13 mit einer gewissen mythischen Bedeutung für die Maya, springt – jeder solche Wechsel ist in der Bedeutung mit unseren Jahrhundert- oder Jahrtausend-Zahlen vergleichbar – und etwas Bedeutendes, Unheilvolles ankündigen soll, muss dann nicht auch an den vorhergehenden Baktun-Wechseln etwas (vielleicht ein kleines bisschen geringer) Bedeutendes, Unheilvolles passiert sein?

Da ich als wissenschaftlich Orientierter mir nicht nachsagen lassen will, stur und nicht offen zu sein, habe ich akribisch nachgeforscht, um solche Ereignisse in der Vergangenheit zu finden. Im Folgenden finden sich also die weltbewegend-katastrophalen Ereignisse zu Beginn der jeweiligen Baktun-Epochen (die Umrechnung in unseren Kalender ist der englischen Wikipedia entnommen), die unzweideutig unheimliche, unheilvolle Vorzeichen für die Zukunft vielleicht bedeuten könnten:

  • 13.0.0.0.0 = 11. August 3114 BCE
    Ein sumerischer Keilschrift-Schüler verschreibt sich.
  • 1.0.0.0.0 = 13. November 2720 BCE
    Ein Stonehenge-Pilger tritt in einen Kuhfladen.
  • 2.0.0.0.0 = 16. Februar 2325 BCE
    Im Reich von Akkad werrden Überlegungen angestellt, das Akkordeon zu erfinden. Man fand allerdings kein Ende, denn E.ON wurde erst viel später gegründet.
  • 3.0.0.0.0 = 21. Mai 1931 BCE
    Ein frühbronzezeitlicher Schmied im heutigen Thüringen schlägt sich beinahe auf den Finger.
  • 4.0.0.0.0 = 23. August 1537 BCE
    Im Großreich der Hethiter fällt ein Sack um; dessen Inhalt ist leider nicht überliefert.
  • 5.0.0.0.0 = 26. November 1143 BCE
    Ramses III. kratzt sich im Schritt und schaut lüstern auf seine Haremsdamen.
  • 6.0.0.0.0 = 28. Februar 748 BCE
    Romulus, Gründer von Rom, hört, wie ein Bauarbeiter einen kurzen Schmerzensschrei ausstößt; dessen genaue Ursache ist leider nicht überliefert.
  • 7.0.0.0.0 = 3. Juni 354 BCE
    In Syrakus tyrannisiert eine Fliege ein Kind und fragt dessen Mutter: „Was willst du mit der Klatsche? Spri—tsch!“.
  • 8.0.0.0.0 = 5. September 41
    Eine heimliche Verehrerin von Julius Caesar wirft einen finsteren Blick auf Brutus‘ Grab.
  • 9.0.0.0.0 = 9. Dezember 435
    Attila, der gefürchtete Hunnenkönig, schnarcht, dass die Wände wackeln.
  • 10.0.0.0.0 = 13. März 830
    Ansgar von Bremen, Benediktinermönch und später Erzbischof, betet und schaut lüstern auf einen seiner Sängerknaben.
  • 11.0.0.0.0 = 15. Juni 1224
    Kurz nach Gründung der Universität Neapel durch Kaiser Friedrich II. gegen den Willen des Papstes stolpert einer der ersten Studenten über seine Quanten.
  • 12.0.0.0.0 = 18. September 1618
    Dem großen Astronomen Johannes Kepler fällt beim Schreiben eines Briefes der Federkiel runter.
  • 13.0.0.0.0 = 21. Dezember 2012
    ???

Somit wäre unwiderlegbar und vollkommen wissenschaftlich bewiesen, dass diese Vorgeschichte der vergangenen Baktun nichts Gutes für 2012 verheißen kann. Es könnte sogar so schlimm kommen, dass Roland Emmerich und Dieter Broers niesen müssen! Und, Götter bewahret, dem gegen 2012 anschreibenden Scienceblogger Florian Freistetter könnte sein Hut vom Kopf geweht werden!!

Planetenkollision!

Warum bis 2012 warten, bis… gar nichts passiert? Nein, man baut sich am besten sein eigenes Sonnensystem, ganz einfach online bei der Simulation „My Solar System“ der UCB (University of Colorado at Boulder, in diesem Fall), von der Phil Plait gestern (engl.) und Florian vorhin berichtet haben – dort gibt’s auch mehr Erklärungen dazu.

Man hat zwar nur vier Himmelskörper zur Verfügung, aber man kann trotzdem schön rumspielen und die Bahnen verfolgen, und meine Erfahrung mit Weltuntergängen scheint sich auszuzahlen: Nach nur wenigen Variationen hab ich ganz schnell einen schönen Crash hinbekommen, wie es sich gehört – muahahaha! Welten, erzittert! Planet X Planet III kommt!

Es können auch schöne Muster dabei herauskommen – probiert mal die Presets rechts oben aus, etwa „Double double“…

Wenn Jesus nach 2000 Jahren zurückkehrt…

…dann muss er natürlich mit einem Asteroiden kommen. Ist doch klar, oder?

Asteroid-Jesus

Jedenfalls brachte ein Rolf bei Konnas altem 2012-Beitrag – der mittlerweile selbst für Konnas Verhältnisse viele Kommentare gesammelt hat – Jesu angebliche Wiederkehr mit dem Asteroiden Apophis in Beziehung (ob er das wirklich ernst meint?):

Also 2012 ist noch gar nichts los. [...] Jesus hat am Kreuz nicht nur gesagt, “Herr vergibt Ihnen, denn sie wisen nicht, was sie tun.” sondern (und das ist geheim geblieben) “Es werden tausend Jahre vergehen und noch einmal tausend Jahre. Dann werde ich wiederkommen. Doch Ort und Stunde weiß nur der Vater im Himmel.”

Und wer „das Hin und Her mit der Zeitrechnung kennt“, könne daraus den 13. April 2029 ausrechnen – den Tag, an dem Apophis an der Erde vorbeifliegt. 2029, das neue 2012? Bestimmt, denn so ein populärer Asteroid bietet sich immer an. Fragt sich nur, wie viele neue 2012s noch dazwischen kommen – für die Ungeduldigen…

Aber was sollte ein zurückkehrender Jesus davon haben, mit einem Asteroiden 30.000 Kilometer an der Erde vorbeizufliegen? Warum überhaupt ein Asteroid? Kann sich ein Gottessohn nicht ein repräsentativeres Gefährt leisten?

Zugegeben, Rolf meint diese Verbindung nicht so direkt wie in meiner Illustration oben:

Und Jesu Geburt (zur Erlösung der Menschen) wurde durch die Erscheinung eines (diesen?) Asteroiden angekündigt (dem die drei heilgen Könige folgten) und durch die Erscheinung eines (diesen) Asteroiden wird er das Dasein der Menschen beenden.

In der langen Liste möglicher astronomischer Erklärungen für den Stern von Bethlehem steht in der Wikipedia nichts von einem Asteroiden. (Und ein solcher dürfte schwerlich längere Zeit vor den drei ersten Jesuswallfahrern herziehen, wenn man sich schon auf solche Geschichten berufen wollte.) Und so ganz passt weder 2029 als Jesu Todesjahr +2000 („die meisten NT-Historiker halten 30 für das wahrscheinlichste Todesjahr“) noch der Ostertermin, wenn wir denn tagesgenau sein wollen.

Aber wollen, ja müssen wir überhaupt so haarespaltend sein? Schließlich wollte Jesus ja eigentlich schon in derselben Generation seiner Jünger zurückkehren, wie diese Erzählungen mehrfach betonen. Wahrlich, ich sage euch: Dann deuten die Wiederkehr­gläubigen inkonsequenter­weise eben die ach so wahren, ach so göttlichen Worte in der Bibel wieder mal um, um diesen Spagat zwischen der vergangenen Zeit und ihrer eskapistischen Hoffnung, egal ob mit oder ohne Asteroid, irgendwie hinzubiegen – oder berufen sich gleich auf „geheime“, außerbiblische Worte. Und spätestens das Jahr 3000 bietet sich an, den nächsten großen Termin zu erfinden.

Von diesen, äh, Kleinigkeiten abgesehen, frage ich mich nur, woher jemand das wissen will, wo es doch geheim sei – und wieso so ein popliger Asteroid ausreichen sollte, das Wissen über den Zeitpunkt dem alten Rauschebart im Himmel aus der Nase zu popeln. Etwa wegen dem, was Rolf dann noch so witzig–dreist hinzufügte?

This is just the perfect conclusion of science and faith, isn´t it?

Anders als auf der Gedankendeponie habe ich hier eine größere Auswahl an lachenden Smilies:
:loll: :lol2: :lol3: Und wie ich bei Konna schon so ähnlich schrieb: Nein, eher ein perfektes, typisches Beispiel dafür, wie Untergangs-, Prophetie- oder Esoterikgläubige Versatzstücke wissenschaftlicher Erkenntnisse nehmen und ohne wissenschaftliche Grundlage, ohne nachvollziehbare Belege für sich vereinnahmen.

Als ob man mit Wissenschaft den mythen- und märchenhaften Prophezeiungen irgendeine reale Bedeutung einpflanzen könnte – eher im Gegenteil. Aber wenigstens passt der nach der ägyptischen „Verkörperung von Auflösung, Finsternis und Chaos“ benannte Asteroid, nichts für ungut, als Sinnbild für das, was mit dem rationalen Denkvermögen derjenigen geschehen sein dürfte, die wirklich an einen Asteroidenjesus oder Jesusasteroiden glauben.

Jedenfalls müssen all die, die dann 2012 aufgestiegen sein werden, gehörig aufpassen, dass ihnen Jesus mit seinem Asteroiden nicht über die feinstofflichen Füße fährt…

 

PS:
Florians 2012-Banner


Zeichnung: cimddwc.net – ja, hab ich selbst gekritzelt, sieht man doch? – lizenziert unter CC-by-nc-sa