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Projekt Stimulus

Projektion

Die neue Runde im Projekt Stimulus führt uns mit der Umschreibung „Verlagern eigener Wünsche, Erwartungen und Gefühle auf andere Personen“ nicht nur zu Queen-Liedern zur psychologischen Projektion, sondern auch kurz ins Kino, und wir widmen uns auch dem Verlagerten selbst…

Verträumte Wünsche sind das Thema des ersten Liedes, „Dreamers Ball“ vom 1978er Jazz-Album – Brians Tribut an den im Vorjahr verstorbenen Elvis.

What you say about that hey honey?
You gonna take me to that dreamer’s ball?
I’d like that

Queen – Dreamer's Ball (Lyrics)

 

Die Projektion auf Andere nehmen wir im nächsten Lied eher wörtlich – es geht um die Weitergabe von Gesang, Worten, Wissen, der Welt an sich von den Vätern an die Söhne in „Father To Son“ von Queen II.

Take this letter that I give you
Take it sonny hold it high
You won’t understand a word that’s in it
But you’ll write it all again before you die

 

Nun kurz zu (k)einem Ausflug in die cineastische Projektion – einem Live-Cover des Leiber/Stoller-Klassikers „(You’re So Square) Baby I Don’t Care“:

You don’t like crazy music
You don’t like rockin‘ bands
You just wanna go to a movie show
And sit there holdin‘ hands

 

Zum Schluss projizieren wir uns nun gewissermaßen selbst auf unsere Kinder in „These Are The Days Of Our Lives“ vom Innuendo-Album – in gewisser Weise auch das Abschiedsvideo von Freddie: das letzte, in dem er auftrat, endend mit „I still love you“, wohl seinen letzten Worten vor der Kamera…

No use in sitting and thinkin‘ on what you did
When you can lay back and enjoy it through your kids
Sometimes it seems like lately – I just don’t know
Better sit back and go with the flow

» alternative Video-Version mit Nicht-Queen-Animationen statt der älteren Queen-Szenen

…wenn man trotzdem lacht

Mit kurzer Verzögerung geht es in die neue Runde des Projekt Stimulus, von dem ich mich dazu stimulieren lasse, einige thematisch passende Queen-Lieder auszusuchen. Diesmal ist die vorgegebene Umschreibung „Gelassene Haltung gegenüber Schwierigkeiten und Missgeschicken“, und das lässt an einen humorigen Optimismus denken (und es ist in der Tat eine Beschreibung für „Humor“).

Das Projekt könnte durchaus mehr Teilnehmer vertragen – wo es doch stilistisch nicht einengt, sondern Bild, Video und Text erlaubt, sollte einem doch leichter was einfallen… also mach du (ja, du) doch auch noch mit! :)

Mit der optimistischen, nicht notwendigerweise humorigen Einstellung beginnen wir auch gleich, und zwar mit „Doin‘ Alright“ von Smile (1969), einer der Vorgängerbands von Queen mit Sänger und Bassist Tim Staffell und den späteren Queen-Gitarristen und -Drummer Brian May und Roger Taylor.

Where will I be this time tomorrow
Jumps with joy or sinking in sorrow
Anyway I should be doin‘ alright

Smile – Doin' Alright

Dieses Lied wurde dann auch von Queen fürs erste Album aufgenommen und quasi in „Doing All Right“ umbenannt – hier die Studioversion:

Queen – Doing All Right

Und hier eine Live-Version von 1977:

 

Ob man nun vor lauter Glück lacht oder nur so tut, steht möglicherweise auf einem anderen Platt. Pardon, Blatt. Einem mit dem Text des alten Platters-Liedes „The Great Pretender“, das Freddie 1987 gecovert hat. Hier ein erweitertes Video mit Szenen aus der Garderobe:

Oh yes I’m the great pretender
Just laughing and gay like a clown (ooh ooh)
I seem to be what I’m not you see

Freddie Mercury – The Great Pretender (extended Version)

 

Schmutzige Gedanken und einen gewissen Sinn für Humor will auch Spike Edney, der als Keyboarder von Roger Taylors Soloprojekt The Cross „Dirty Mind“ geschrieben hat:

I’m sick to death of hearsay and rumour
I need a girl with some sense of humour

 

Uuuuund hier mache ich eine Ausnahme: Das letzte Lied hat nichts mit Queen zu tun, fand sich aber trotzdem mit dem Etikett „Humor“ in meinem Gedächtnis. Es handelt sich um „Everything’s Kind of Good“ aus der TV-Serie Charmed, und das beabsichtigte Kichern bleibt an der entsprechenden Stelle auch nicht aus…

Life, you take it with, fake it with humor and pluck!
When love’s gone be grateful and f…

Everything's Kind of Good

Filmisch

“Eine dünne Schicht von etwas” ist die neue Umschreibung im Projekt Stimulus, und auch ohne Googeln oder Wiktionarieren bin ich mir sicher, dass hiermit ein Film gemeint sein muss – mehr ein Schmier- oder Ölfilm als das, was im Kino läuft, aber das ist ja (sofern nicht digital) auch eine dünne Schicht, auf der die Bilder drauf sind.

Und wie es bei diesem Projekt schon Usus ist, nehme ich es als Anlass für die Auswahl einiger Queen-Lieder. Nun dürfte vielen bekannt sein, dass Queen „ein paar“ Takte Filmmusik bzw. Soundtrack-Songs für Flash Gordon und Highlander geschrieben haben, deswegen wende ich mich ein paar kleineren Soundtrack-Erscheinungen zu, auch wenn sie von Queen nicht speziell für diesen Zweck geschrieben wurden.

Oder umgekehrt: „Keep Passing The Open Windows“ vom Album The Works wurde für die Irving-Verfilmung The Hotel New Hampshire geschrieben, hat’s aber offenbar nicht in den Film geschafft.

Außerdem gibt’s noch eine Extended Version und eine frühe Demo-Version; letztere kannte ich bis eben auch noch nicht…

A Kind Of Magic hat nicht nur etliche Songs von und für Highlander, sondern auch einen, der in Iron Eagle verwendet wurde: „One Vision“. Hier die Wembley-Live-Version:

Bassist John Deacon hatte keine allzu großen Solo-Ambitionen, so gibt’s im Prinzip nur eine einzige Single (und ein paar Gastauftritte) mit einer Band, die sich „The Immortals“ nannte – mit an Bord waren Lenny Zakatek, der für Alan Parsons gesungen hatte, und Robert Ahwai, der mit Chris Rea gespielt hatte – und offenbar nur diese eine Single namens „No Turning Back“ für den Soundtrack des Biggles-Films herausgebracht hat1.

John Deacon & The Immortals No Turning Back

Einen anderen Mix (Chocs Away Mix) gibt’s auch.

Und zum Abschluss noch etwas aus einem deutschen Film, nämlich dem Schimanski-Tatort Zabou. Dort läuft „Hold On“, ein Duett von Freddie und der offenbar ziemlich unbekannten amerikanischen Schauspielerin Jo Dare2 – die aber im Video zu Freddies „Living On My Own“ dabei war – unauffällig im Hintergrund einer kurzen Szene.

Freddie Mercury & Jo Dare – Hold On

 


  1. die in diesem Wikipedia-Artikel verlinkte Band mit diesem Namen ist eine andere []
  2. ich habe nicht mal einen IMDb-Eintrag gefunden; aber einen eigenen Bandauftritt von 1996, zehn Jahre nach diesem Duett []

Feelings, Feelings

Und wieder eine neue Runde im Projekt Stimulus, bei dem Beiträge beliebigen Typs – Bild, Text, etc. – zu einer vorgegebenen Beschreibung bzw. Synonymen dazu gefragt sind und aus dem ich einen Anlass gemacht habe, Queen-Songs zu präsentieren. Diesmal ist es die Umschreibung „das subjektive Erleben von Erregung und hirnchemischer Aktivität“, und mein Gefühl sagt mir, dass das etwas mit Gefühlen zu tun hat…

Nun kommt „feel“ und Formen davon sehr oft in Queen- (und sicher diversen anderen) Liedtexten vor, und ich kann nicht alle davon präsentieren – d.h. ich ignoriere einfach die eher banalen, einfachen Vorkommen dieses Begriffs und picke nur einige besondere Lieder heraus.

Es bietet sich vom Titel her an, mit „Feelings, Feelings“ zu beginnen, einem unvollendeten Lied aus den Siebzigern:

Gotta rid of this feeling I’m feeling done
Yes, I’ve gotta gid rid of this feeling that’s under my charm, yes

 

Loswerden? Nein, her mit den Gefühlen! Wie in „Feel Like“, einer Demo, aus der sich dann schließlich „Under Pressure“ entwickelt hat:

Come on and give me that feeling
Come on give it, oh, that feeling
Oh, I want you rockin‘ on, right by my side
Come on, come on, and take my side

 

Freddie sang auch solo von Gefühlen – hier in „Your Kind Of Lover“:

I wanna be your kind of lover
Give a little bit of feeling
Just a little bit of feeling
Add a little bit of meaning to my life
[…]
With feeling feeling feeling with feeling
We can work it out
Let me show you what I can do I can be your kind of lover

Freddie Mercury – Your kind of Lover

 

Den Herzschlag spüren… jedes Gefühl fühlen… wie das kühle Kätzchen, äh, „Cool Cat“ vom Hot-Space-Album, hier in der Version mit ein paar Zeilen von David Bowie, die in der endgültigen Version nicht mehr drin waren – er war damit wohl nicht so ganz zufrieden…

You really know how to set the mood
And you really get inside the groove
Cool cat tapping on the toe with a new hat
Ooh just cruising
Driving along like the swing king
Feeling the beat of my heart […]
Can you feel it?
Feeling the beat of my heart […]
Ooh feeling feeling feeling
Feeling ev’ry feeling

Queen & David Bowie – Cool Cat

 

Aber Gefühle sind nicht für jeden etwas bzw. nicht bei jedem vorhanden… siehe „Sheer Heart Attack“:

Well you’re just 17 and all you want to do is disappear
You know what I mean there’s a lot of space between your ears
The way that you touch don’t feel no nothin‘
Hey hey hey hey it was the D.N.A.
Hey hey hey hey that made me this way
Do you know do you know do you know just how I feel?
Do you know do you know do you know just how I feel?

Pille (nicht palle)

Dritte Runde im Projekt Stimulus, wo Beiträge beliebigen Typs – Bild, Text, etc. – zu einer vorgegebenen Beschreibung bzw. Synonymen dazu gefragt sind, und diesmal ist es „Mittel, welches zur bequemen, oralen Einnahme kugelförmig oder oval geformt ist.“ Und wenn das nicht die Umschreibung einer Pille ist…

Und ich schlage wieder den Bogen zu Queen-Liedern… zum ersten über die sprichwörtliche bittere Pille, die man schlucken kann, aber selten will; diese kommt in „Life Is Real (Song For Lennon)“ vom Hot-Space-Album (1982) zur Sprache:

What more can I say?
I have swallowed the bitter pill
I can taste it I can taste it
Life is real life is real

Hier das Lied in einer leicht von der Album-Version abweichenden Demo-Version:

Queen – Life Is Real (Song For Lennon) Demo

 

Auch Roger Taylor hat solo schon die bittere Pille geschluckt, die aber bittersüß wurde, nämlich in der schönen Ballade „Everybody Hurts Sometime“ vom Album Happiness? (1994):

love and affection – is the sweetest thing
but when love turns sour – it ain’t a sin
it’s a bitter pill but it turns to bitter – sweet – within
and it’s on any street – everybody hurts sometime

Roger Taylor – Everybody Hurts Sometime

 

Des weiteren hat Brian May seine CD-Single „Too Much Love Will Kill You“ auch in einer „Pillenschachtel“ veröffentlicht – oder sowas in der Art: ein runder Faltkarton mit großem Pillenaufdruck in zwei Varianten in rot und blau (siehe kleines Foto rechts) mit unterschiedlichen Zusatzliedern. Und der Aufschrift „Government health warning: Too much love will kill you“ außen und der Dosierungsanweisung „Take pill as often as required. (This product is not guaranteed to relieve the pain) If symptoms persist for more than 3 months consult your analyst.“ innen…

Aus dem schon Ende der 1980er aufgenommenen Lied wurde später auch ein Queen-Lied, weil Freddie es auch eingesungen hatte – es hätte anscheinend auch auf dem Miracle-Album erscheinen sollen –, aber zuerst wurde es eben von Brian 1992 auf dem Freddie-Tribute-Konzert gespielt und dann solo veröffentlicht.

Hier ist zunächst die instrumentale Gitarrenversion (u.a. auf der roten Pille veröffentlicht):

Brian May – Too Much Love Will Kill You (Guitar Version)

Die Freddie-Version gibt’s dort – aber die kam nicht in den pill packs, deshalb hier eingebettet Brians Video:

 

Nun wäre eine Betrachtung zum Wort „Pille“ nicht komplett, ohne den im Deutschen so bespitznamten Dr. McCoy vom Raumschiff Enterprise zu erwähnen – Queen hat zwar keinen Star-Trek-Film-Soundtrack geschrieben, aber von Brian gibt’s eine Mini-LP namens Star Fleet Project, 1983 zusammen mit Eddie Van Halen, Alan Gratzer (Schlagzeuger von REO Speedwagon), Phil Chen und Fred Mandel aufgenommen (mehr in der Wikipedia). Es handelt sich dabei zwar nur um den England-Titel einer japanischen Animationsserie und nichts Startrekkiges, aber hey, im Projekt Stimulus geht’s ja auch ums Assoziieren. Hier ist die lange Version von besagter Mini-LP:

Brian May – Star Fleet [Star Fleet Project 1983]

Hier die kürzere, etwas andere Version mit Serienausschnitten: