Konzertbericht von Jethro Tull von der „Curiosity Tour“ aus der Isarphilharmonie im Gasteig HP8 im Münchner Stadtteil Sendling, dem Ausweichquartier des „echten“ Gasteig am gachen Steig in Haidhausen, benannt nach seiner Adresse Hans-Preißinger-Straße 8. Ohne Vorband.
Ist natürlich schon von der Location her etwas anderes als ein Metal-Konzert. Entsprechend gut war die Akustik, und das bei einer gerade noch ohrenstöpselunnötigmachenden Lautstärke – wobei es natürlicn auch etliche ruhigere Passagen gab.
Zu Beginn gab’s eine Ansage, man möge doch bitte nicht knipsen oder filmen, weil das nicht nur durch die Blitz- oder Leuchtlichter [derer, die’s nicht schaffen, die auszuschalten] die Musiker bei der Konzentration stören würden, sondern auch die anderen Zuschauer; erst zur Zugabe wär’s okay (was vor ebendieser dann auch an der Videowand eingeblendet wurde). Nun, da hält man sich natürlich auch gerne dran – und es war im Saal auch nur ganz selten kurz ein Handydisplay zu sehen, und das sah bis auf einmal auch nicht nach Kamera aus –, deshalb gibt’s hier nur wenige Fotos; das erste gibt einen guten Eindruch vom Saal und der Sichtbehinderung durchs Geländer in der unteren Hälfte des Balkons, was sich auch in der Preiskategorie widergespiegelt hatte:
Entsprechend ist obiges zweites Foto schon vom Intro der „Zugabe“ Locomotive Breath.
Es gab auch eine Pause im Set, angekündigt als „only 15 minutes“ (wo ich auch schnell mal aufs Klo bin, bevor sich eine Schlange gebildet hatte), de facto 24 Minuten lang. Naja, die Klos reichen nirgends für alle gleichzeitig, und die Bar wird auch einen gewissen Ansturm erlebt haben, wo man schließlich keine Speisen und Getränke mit in den Saal nehmen durfte. Konzertsaalmäßig wurden die Türen auch nur in den Applaus-Pausen zwischen den Stücken geöffnet.
Standesgemäße Beleuchtung mit sich bewegenden Linien, Farben, ohne Hektik, die Performance der Musiker gut unterstützend. Und die haben auch abgeliefert, von ruhig bis flott, von Progressive Rock bis Klassik, von der berühmten Querflöte bis zur Gitarre und Hammond-Orgel. Wobei es ja schon ein Versäumnis ist, dass die weder vom aktuelle Schlagzeuger Scott Hammond noch vom früheren Bassisten Jeffrey Hammond-Hammond (dem A Song for Jeffrey gewidmet ist) gespielt wurde…
Hier übrigens mein eiziges Foto von Ian Anderson an der Flöte:
Ich kenn das Gesamtwerk von Jethro Tull jetzt nicht so gut, an bekannten Hits gibt’s ja vor allem Aqualung (letztes Lied vor der „Zugabe“) und eben Locomotive Breath, aber der Rest war natürlich auch hörenswert. Auch Ian mit seinen 78 Jahren hat’s noch drauf und steht beim Flöten immer noch manchmal auf einem Bein.
So war das ein toller Konzertabend von netto ca. 110 Minuten – und angesichts des Alters von Ian gibt’s vermutlich nicht mehr so viele Gelegenheiten, ihn live zu erleben.
(Wobei ich offenbar damals, als ich sie zuletzt 2009 im Circus-Krone-Bau gesehen habe, gar keinen Konzertbericht geschrieben habe.
)
Die Bahnfahrt war an sich okay und das Konzertende um 22:16 zzgl. Verabschiedung, bei der ich mich zügig rausgeschlichen habe, passte zum vorletzten Zug, aber durch die Beschreibung der Umstände mit Streik und Bauarbeiten kommt genug Text zusammen, um den Bericht dazu » auszulagern.








