Schwarzgeschauert

Konzertbericht vom 6.10.2026 im Backstage-Werk in München: Tarja auf der Tour zum „Frisson Noir“-Album – frisson = Reiz, wohliger Schauer – mit den Vorgruppen Symphonity und Chaoseum.

Zwei Vorgruppen und Beginn erst um 20 Uhr, dazu mit unvollständigen Informationen auf setlist.fm vmtl. 1:50 von Tarja, beginnend um 21:45 – das hieße: letzter Zug, und das unter der Woche…

Nun ja, 19:55 beginnen die Tschechen von Symphonity mit Sopranistin am Mikro, für ein Lied im Duett mit einer jüngeren (ihre Tochter? Vorstellung gab’s keine) – anscheinend eine Lineup-Änderung, früher waren’s nur Männer. Eine (ältere) CD hab ich mir dann auch gekauft.

Und irgendwie gab’s irgendwann ein Cover von Nena. Nur das Irgendwo war eindeutig, nämlich auf genau dieser Bühne. ;) Sehr gute gute halbe Stunde.

Nach Minimalumbaupause von gut 10 Minuten dann die Schweizer, die vor zwei Jahren schon mal bei Tarja und Marko im Vorprogramm waren.

Auch ihre halbe Stunde war gut, nur nicht so symphonisch wie der Rest des Abends.

Gegen 21:30 wäre eigentlich alles auf der Bühne umgebaut gewesen, würde man dann schon beginnen? Nein, wir durften doch bis :45 warten, bis Tarja loslegte und mit alten wie neuen Songs in ihrer Kombination aus Operngesang und Metal begeisterte…

…wobei das Konzert bei weitem nicht ausverkauft war. Immerhin war dadurch unten in der Arena kein Gedränge und angenehmere Luft, und die Stimmung passte auch.

Ein Akustik-Set gab’s nach ca. 50 Minuten auch – zu Beginn durfte der Gitarrist zu Tarjas Rechten noch einen Witz auf deutsch erzählen1, und Tarja meinte dann noch, wie lange würden sie das in der sitzenden Position machen, 6 Songs, und sie müsse sich noch an ihr Korsett anpassen – und dann waren’s nur rund 10 Minuten. Hatte sie keine Lust auf alle Songs? Hm.

Und damit wurde der vorletzte Zug wieder ein Thema.

:rocks: Am Ende war’s ein tolles Konzert wie die 6 anderen von ihr auch, die ich schon besucht habe, aber ich hab mich dann halt doch entschieden, vmtl. 10 Minuten mit 2 Songs auszulassen und schnell die S-Bahn zum vorletzten Zug zu nehmen, weil ich keine Lust hatte, dank des blöden Timings wohl beim Einstieg in die S-Bahn den Zug vorbeifahren zu sehen und dann rund 55 Minuten bis zur Abfahrt des letzten zu warten – rund 35, wie’s beim ursprünglich angenommenen Timing geworden wären, wären noch halbwegs okay gewesen…

Wenigstens war der Zug dann auch pünktlich. Der auf der Hinfahrt hatte +12, aber mit genug Puffer, durch den ich auch das Abendrot in München sehen konnte:

  1. Geht ein Mann zum Arzt. Der Arzt sagt: „Sie müssen unbedingt mit dem Onanieren aufhören!“ – „Warum das denn?“ – „Damit ich Sie untersuchen kann.“ ↺

Zufluchtsvergänglichkeit

Konzertbericht vom 26.9.2026 in der Olympiahalle München: Evanescence auf der Sanctuary-Tour mit den Vorbands Nova Twins und Poppy.

Die beiden Freundinnen aus London, anscheinend keine Zwillinge, und ihr Drummer legten pünktlich los mit ihrer Mischung aus Nu Metal, also mit Rap, und gefühlvollem Gesang auch in Balladen…

…eine tolle halbe Stunde, quasi eine Super-Nova. ;)

Um 19:50 starteten dann Poppy und ihre Band mit zunächst mieser Akustik und nervigen, weil blendend hellen und direkt ins Publikum leuchtenden horizontalen LED-Reihen – die Akustik besserte sich bald, die Strahler bewegten sich oft genug nach oben, aber auch die 4 vertikalen Reihen waren unnötig hell. (Sieht man auf den brauchbaren Fotos jetzt natürlich weniger, auf dem 3. kann man’s erahnen.)

Musikalisch gab’s zwar (für mich) einen kleinen Durchhänger in der Mitte v.a. bei einem Stück mit simplem Dance-Beat – wohl aus ihrer Vor-Metal-Phase –, aber sonst wussten sie mit Gesang, Geschrei und Härte zu überzeugen, da klatschte der Mohn so richtig auf die 12. (poppy = Mohn, so als kleine Englisch-Nachhilfe)

Sie spielten dann nur gut 40 Minuten, anders als in den letzten Tagen, wo auf setlist.fm 50 eingetragen sind (mit auf 5 Minuten gerundeten Anfangs- und Endzeiten). Ich hatte da ja noch gehofft, dass dann vielleicht auch die Hauptband früher als 21:20 anfangen und es weniger knapp zur U-Bahn und zum Zug werden könnte, aber denkste – erst um 21:21 Uhr und somit nach 50 Minuten Pause kam Evanescence bzw. deren kurzes Intro. Finde ich respektlos dem Publikum gegenüber, da wurden auch die ungeduldigen Pfiffe lauter.

Dass die Performance, die folgen sollte, musikalisch, gesanglich und optisch erstklassig wurde, war dann keine Überraschung – optisch mit vielen Strahlern, leuchtenden Kabeln an der Decke, großer Leinwand, die mit verschiedenartigen Szenen bespielt wurde, Flammen links, rechts und hinten…

Musikalisch und gesanglich von gefühlvollen Stücken mit Amy Lee am Flügel bis hin zu harten, energischen, starken Liedern…

Für ein Lied war dann Poppy mit zum Duett auf der Bühne.

:rocks: Und so war das dann ein tolles Konzert von ca. 95 Minuten! (Wobei ich die letzten 1½ oder 2 nur vom Weg zur U-Bahn aus leise gehört habe, damit’s nicht zu knapp zum Zug wird – mehr im Bahnbericht –, und da waren etliche, die’s auch so gehandhabt haben.)

Zufluchtsbahn

Bahn- und Sonstigesbericht zum Evanescence-Konzert.

Hinfahrt war eine Stunde früher als nötig, das schöne Wetter bot noch eine Gelegenheit für einen Bummel durch den Olympiapark. Der Zug war in Pfaffenhofen schon so mittelvoll, aber einen Sitzplatz hab ich noch bekommen – spätestens in Dachau war’s dann ziemlich voll, überwiegend mit „trächtigen“ Wiesn-Besuchern (die von Dachau aus eigentlich auch die S-Bahn nehmen und an der Hackerbrücke aussteigen könnten). Ist halt der mittlere Oktoberfestsamstag…

Der Zug war dann mit -1 in München. Ich hatte noch überlegt, ob ich irgendwo im Olympiapark zu Abend essen sollte, hab mich dann aber doch für eine Currywurst in der Halle entschieden, wo ich durch den Westeingang wieder praktisch ohne Verzögerung rein konnte. Auch der Merch-Stand auf der Westseite wies keine lange Schlange auf wie der am Haupteingang im Osten – aber auf 50-Euro-T-Shirts hatte ich keine Lust.

Die Rückfahrt würde vom Timing her natürlich wieder knapp werden – bei einem vermuteten Konzertende um 22:55 bis 23:00 wäre die vorletzte U-Bahn um 23:02 (oder ggf. 23:01:30) zum vorletzten Zug um 23:26 eng, die nächste um 23:12 mit 4-Minuten-Umstieg am Hauptbahnhof sportlich – und die RB könnte voll werden. Aber es zeichnete sich so ab, dass es reicht, die Hälfte vom letzten Lied nur noch von draußen zu hören, um die frühere U-Bahn zu erreichen. (Ich rechne da übrigens mit 5½ Min. Schnellgehen + ½ Puffer/Weg den Bahnsteig entlang.)

Die Umläufe hat die Bahn anscheinend kurzfristig geändert, verglichen mit dem, was ich noch mittags gesehen hatte: RB um 23:26 wendete nicht aus dem RE 16 von Augsburg, an 23:11 und somit nur 15 Minuten, in denen sich die Leute verteilen sollen, sondern aus einem Zwischen-RE 1 ca. 15 Min. früher, und die letzte RB war nun doch ein Sechs- statt Vierteiler. An den hinteren (also zum Kopfbahnsteig gelegenen) 3 oder 4 Türen stand zunächst noch Security, die die Leute weiter nach vorne geschickt hatte – dadurch haben die Auf-den-letzten-Drücker-Renner auch noch gut zusteigen können. Da hat jemand sogar mal mitgedacht…

Der Tf des Twindexx hat nicht getrödelt und war (außer am Ende) überall mindestens 1 Minute vor Plan – in Petershausen sogar 3 (anders als das Display im Bild noch zeigt, und auch in dem recht neuen Design hat niemand an die Möglichkeit eines Zeilenumbruchs bei einer öffnenden Klammer gedacht), sodass aus den planmäßigen 3 jetzt 6 Minuten Standzeit wurden – immerhin hat diese diesmal auch tatsächlich ein überholender ICE genutzt.

Im zweiten Wagen, wo ich war, waren noch einzelne Sitzplätze frei. Und leider waren da auch zwei Dirndl-Dämlichkeiten, die meinten, nicht nur noch ein paar Schritte für ihre Schrittzähler-App machen (was ja noch irgendwie amüsant ist), sondern auch alle mit ihrer Musik beglücken zu müssen – das war anfangs mit verschiedenartiger Dance-Musik noch erträglich, später mit Festzelt-Billigmusik eher weniger. Und dann noch was von bayerischer Tradition labern – bei Partymusik u.a. eines Nordrhein-Westfalen und einem Song, der den Beat von We Will Rock You nachmacht, das älter ist als das Tragen von Dirndl & Lederhosen zur Wiesn…