Lila Zelt

Das heißt: Deep Purple in der Musik-Arena, einem Zelt für 5500 Leute, auf dem Tollwood-Festival in München zum Abschluss der „Mad In Europe“-Tour. Ausverkauft. Mit Vorgruppe The Howlers.

Die beiden Londoner, eher Neulinge ohne eigene Wikipediaseite, begannen überpünktlich mit ihren 30 Minuten, guter Rock, durchaus unterhaltsam – aber auch nicht mehr.

So gut es ist, wenn große, legendäre Bands junge, unbekannte Bands fördern, aber m.E. war das ein bisschen zu wenig fürs Vorprogramm einer großen, legendären Band. Nicht in einer Liga mit Marillion oder Edguy, die auch schon diesen Platz innehatten.

Dann legten kurz nach 20 Uhr – ja, recht früh für eine Hauptband, aber auf dem Tollwood sollen alle Konzerte vor 22 Uhr enden, vmtl. weniger wegen Lärmschutz, sondern damit noch genug Zeit bleibt, die Händler (bis 23:30 Uhr) und Gastro (bis 1 Uhr) zu besuchen – Deep Purple gleich mit Highway Star los…

Die Videowände wurden meist mit Nahaufnahmen der Musiker bespielt, die mittlere oft kombiniert mit Effekten und Videoszenen, die beiden an der Seite ohne. (Die Leute auf der kleinen Tribüne am hinteren Ende des Zelts hatten anscheinend eine zusätzliche an der Decke, aber welche Variante da lief, weiß ich nicht.)

Viele Gelegenheiten für die Musiker zu zeigen, was sie draufhaben, sei es direkt im Gitarren- oder Keyboard-/Hammond-Orgel-Solo oder kombiniert mit den anderen…

…und auch Ian Gillan am Mikro – und gelegentlich Mundharmonika – hat’s noch drauf. Gillan ist übrigens 80 wie auch Roger Glover am Bass, Ian Paice am Schlagzeug und Don Airey an den Tasten 78, nur Gitarrist Simon McBride ist erst 47 Jahre jung.

Insgesamt auch eine gelungene Mischung aus neueren Songs mit großen Hits…

…das ganze 1:36 lang, zzgl. Intro und Verabschiedung, abzgl. kurzer Vorzugabepause…

:rocks: …und so war auch dieses ein großartiges Deep-Purple-Konzert, mein sechstes mittlerweile.

 


Zur Bahn bzw. dem Drumherum: Nachdem das Wetter sich früh genug beruhig und abgetrocknet hatte, war ich mit dem 16:00-Zug pünktlich in München, bin natürlich in der dichten Menge übers Tollwood gelatscht, hab ’ne kleine Pizza und ein Eis gegessen, knapp 15 Minuten in einer langen Schlange vor Einlass 3 von 3 gewartet (Einlass 2 schien noch länger beschlangt zu sein), wo die Security zu spät darauf hingewiesen hatte, dass an Einlass 1 mit mehr Spuren alles frei wäre, aber der Weg dorthin wäre ähnlich lang gewesen als meine Restwartezeit.
Auf dem Rückweg zur Tram zur drittletzten RB war zu sehen, dass im südlichen Biergarten das Finale der Fußball-WM gezeigt wurde, aber da hab ich lieber nicht zugeschaut, denn wenn das in die Verlängerung ginge, würde ich selbst den letzten Zug nicht mehr erreichen; die RB war dann hier nur rund 1 Minute verspätet und ich konnte daheim noch die tatsächlich nötige Verlängerung anschauen (obwohl ich sonst bei dieser WM mit dieser FIFA in dieserUSA darauf verzichtet habe). Mit Spanien gab’s auch den richtigen Sieger.

Offenbad

Es war wieder Zeit fürs kleine Wochenendfestival „Open Park“ im Freibad der Provinz-Kreisstadt, mittlerweile die 5. Ausgabe – diesmal bei gutem Freibadwetter mit Sonnenschein und knapp unter 30° im Schatten.

Am Samstag bin ich um 17 Uhr, also einmal Tanzshow, „Feel Good Music“ und einen Singer-Songwriter auslassend, eingestiegen mit Stoner Rock von Long Bottom Leaf – ein guter Einstieg, energiereich getragen, roh; „frisch aus dem Südviertel“, wie’s in der Ankündigung heißt – vielleicht meinten sie das Südviertel jeder Stadt, weil da nix von Aichach steht…?

Wie üblich wird zwischen Hauptbühne und kleiner Hügelbühne gewechselt, in diesem Fall rüber zu Folk-Singer-Songwriterin Lisa Fitzek, mit der’s dann gut weiterging. Und anfangs mit einem guten Burger in der Hand zum Abendessen. Also ich, nicht sie. 😉

Die Fortsetzung war dann ordentlich härter mit Scherbentanz aus Regensburg mit NDH/Gothic Rock und neuem Sänger, und die gingen auch richtig gut ab.

Dann wieder nach hinten zur One Man Band Niko Koch mit E-Gitarre und Gesang live und dem Rest nicht – irgendwie eine Mischung aus „toll“, mittelmäßiger Akustik und „irgenwie fehlt mir was“, aber sicher keine Zeitverschwendung. Und das bunte Haus haben Kinder im Lauf des Nachmittags bemalt. Die hatten zudem auch Vereinsstände, Clowns, Luftballonkünstler, Spielgelegenheiten u.a. – ist ja nicht nur ein reines Musikfestival.

Zum Abschluss und Höhepunkt des esten Tages, die Zuschauerreihen hatten sich etwas gelichtet, weil viele Familien mit Kindern genug freigebadet hatten, die Sons of Eternity, Power Metal aus Würzburg.

Bandmitglieder waren auch schon u.a. bei Haggard und Beyond The Black, also keine kompletten Neulinge oder bei „hä, wer?“-Bands…

Großartiger, CD-Kauf-würdiger Auftritt mit dem Wermutstropfen, dass sie nach einer knappen Stunde um Punkt 22:00 Uhr aufhören mussten – warum auch immer die Vorschriften da so streng sind, wenn man bedenkt, dass bei den Langen Nächten der Kunst und Musik bis 23:30 oder so in der Innenstadt(!) gespielt (wenn auch später begonnen) wird…

Sonntag, zweiter Tag. Trommelshow, Tanzshow, Kinder-Rock und Indie auslassend, hab ich dann auch das genutzt, weswegen ich eine Saisonkarte habe, nämlich das Schwimmerbecken, und war dann mit ca. einer Viertelstunde Verspätung bei The Enfys mit ihrem „Popcore“. Beim ersten Open Park hatte ich sie am Sonntagabend noch ausgelassen, v.a. da sie mit „bewusst einfach“ gehaltenen Songs beworben wurden, mittlerweile werden sie in den höchsten Tönen für ihre Mischung aus Metal und Deutsch-Pop gelobt (okay, das sind natürlich PR-Texte). Nun, sicher, das funktioniert schon gut, wenn einfacher Pop von harten, energiegeladenen Metal-Riffs abgelöst wird, aber wenn das bisweilen nicht mal mehr Deutsch-Pop, sondern billige Ballermann-Partymucke ist, ist das halt ein bisschen an meinem Geschmack vorbei.

Irgendwie scheint da einer gefehlt zu haben, der dann auch mal „vom Band“ rappte – vielleicht haben sie’s am Anfang angesprochen, aber den Anfang hatte ich ja verpasst. Bei einem Song kam noch die gutturale Sängerin von Venus Bleeding (s.u.) zu einem Duett dazu.

Nach hinten zu Singer-Songwriter-mit-Drummer-aber-heute-ohne-Bassistin Sven Ormen, die dann auch die beiden Kleinbühnenauftritte vom Samstag in die Tasche steckten. Und wieder nach vorne zu Acanthus aus Reutlingen mit Symphonic Metal…

…mit klassischer Sängerin und gelegentlichen Growls des – etwas underdressten – Keyboarders (im nächsten Bild im Vordergrund). Wusste sehr zu gefallen und war mir natürlich auch einen CD- und T-Shirt-Kauf wert.

Als „Akustik Hardcore“ wurde das Folgende angekündigt, Venus Bleeding, als volle Band Punk/Grunge/Hardcore, hier als Premiere mit Akustikgitarre und der schon erwähnten Sängerin, überwiegend gefühlvoll und halt Akustik-Rock, aber teilweise auch mit Growls, eine interessante Mischung, die irgendwie funktioniert, irgendwie ungewohnt ist.

Zu guter Letzt die Brainchuckies aus Baar-Ebenhausen, Melodic Metal, mal normal gesungen, mal geschrien…

…und einmal mit leuchtenden Engelsflügeln (und Teufelshörnchen). Sie suchen übrigens ein*e 2. Gitarrist*in, aber vermutlich findet sich unter meinen wenigen Lesern niemand…

Auch ein sehr guter Abschluss für dieses Festival, und natürlich am Sonntag noch früher zu Ende, kurz nach Sonnenuntergang, da war’s noch gar nicht dunkel…

Projekt 52: Ball

Nächstes Juli-Thema im Projekt 52.

Es begab ſich im Jahre 2008 in Woche 6 in dieſem Projekte, daß ich zum Thema »Song-Interpretation« dies luſtige, mehrdeutige Liedchen »Big Balls« von der Muſikantentruppe die da heißt AC/DC erwählt hatte, und dazu zwey Lego-Männchen zeigte, die auf großen Fußbällen ſtehen.

Gut drei Jahre ſpäter, für Woche 24 des Jahres 2011, war nun »Bällebad« das Thema, in dem ein kleiner Nachbau eines ſchwarz-weißen exotiſchen Vögeleins ſich in einem ebenſolchen Bällebad befand.

Wohlan, ſo laſſet uns dieſe beyden Ideen combiniren zu einem neuen Bilde für das Thema »Ball« anno 2026:

Da das Thema „Ball“ und nicht „Bälle“ heißt, ist das Bällebad leider nur spärlich gefüllt; selbst die Kombination eines großen und eines kleinen Balls ist ja schon nicht ganz in Ordnung… 🙂

(Die Zeit hat dem großen Ball ganz schön zugesetzt, obwohl er nur rumlag…)