Projekt 52: Möglichkeit

Nächstes Thema im Projekt 52.

Klemmbausteine bieten ja viele Möglichkeiten – nicht nur beim Zusammenstecken von sechs Standardsteinen, womit ich die Reinkarnation des Projekts 52 letztes Jahr ja begonnen hatte, sondern auch bei der Gestaltung von Modellen wie z.B. Gebäuden und bei der Ideenfindung auf dem Weg dorthin, sei es, indem man sich an einem realen Haus orientiert, sei es, weil man ein besonderes Bauteil verwenden will. Ich dachte mir, ich nehme euch mal mit auf die Reise meiner Gedankengänge zum neuesten meiner Häuser:

Angefangen hat es mit dem Minifiguren-Automat 21358 von 2025, der neben vielen schönen Figuren auch acht Exemplare des großen gebogenen Glaspaneels (bisher exklusiv in diesem Set) bietet. Nun hatte ich schon eine Weile die Idee, auf einer Anhöhe meiner Stadt eine Sport-/Veranstaltungshalle mit Wrestlingshow zu bauen (auf etwa 2×2 Grundplatten, also 64×64 Noppen oder gut 50×50 cm), die ja auch gut eine Glasfront vertragen kann. Erste Idee, noch bevor ich den Automaten hatte, war, links und rechts quasi einen halben Automaten hinzustellen (die Öffnungen im Erdgeschoss wären dann die Abendkassen o.ä.) und dazwischen eine flache Glasfront oben und die Eingänge unten.

Hab ich dann, nachdem ich das Set hatte, auch mal entwurfsmäßig zusammengebastelt. Sah scheiße aus. Also überlegt, wie ich die Glaspaneele noch für diesen Zweck nutzen konnte, und am besten war, alle aneinander quergelegt und um 45° geneigt, sodass quasi eine hervorstehende Glaswulst entstünde; darunter dann in rot (oder rot+dunkelrot+schwarz) das Erdgeschoss. Diese Möglichkeit sah nicht so schlecht aus und stand eine Weile provisorisch rum…

…aber als ich dann die komplette Anhöhe mal konkreter geplant und die Podeste dafür gebaut habe (mit Holzbrettern und Möbelfüßen – das wäre aus Lego unpraktisch gewesen), war die Idee einer Halle nicht mehr so überzeugend. Also mal neu gedacht, welche Möglichkeiten für ein Haus die Glaspaneele noch bieten.

Vielleicht ein Büro-Hochhaus: 6 der Paneele übereinander am Eck, irgendwie eingefasst – z.B. mit Wulsten in light nougat, die man vom Blumentopf der Friedenslilie „ausleihen“ könnte –, den Rest der Fassade dann neutral grau mit weißen Fenstern oder weiß mit grauen Fenstern, etwa 2-3 durchgehende Fensterreihen von oben nach unten; oben drauf noch ein zurückgesetztes höheres Stockwerk mit den beiden restlichen Paneelen. Eventuell oben das Büro aus dem X-Files-Set einbauen und Scullys Labor dazu irgendwo unten?

Das Dach bzw. der obere Abschluss sowie das vorstehende Vordach fürs Erdgeschoss darunter sollte jedenfalls horizontal, flach und gebogen sein – das Ganze in Richtung Art Deco. Diese Fassade hab ich mir dann mal kurz am PC entworfen (Bild rechts) – und es sah öde aus. Also variieren: buntere Einfassung? Warum nicht die 11 Progressive-Pride-Farben des „Everyone Is Awesome“-Sets? Und ein Blick in meinen Fenster-Vorrat sagte mir, dass ich bei weitem nicht genug graue Fenster habe, es also eine graue Wand mit weißen Fenstern sein musste. Zur Auflockerung dann auch das linke Eck abgeschrägt statt abgestuft – die relativ neuen Slope-Elemente dazu gab’s praktischerweise in der richtigen Farbe auch im Automaten-Set.

Aber es blieben noch Detailfragen – die wichtigste: Wie mach ich das mit den Stockwerken? Fliesen und Platten zwischen die einzelnen Glaspaneele, sodass jedes (recht niedrige) Stockwerk abnehmbar ist – aber die Glasfront unterbrochen? Oder die Stockwerke ggf. mit etwas Abstand zum Glas irgendwo zwischendrin? Könnte das brauchbar aussehen? Und wirklich 6 Paneele, oder nur 4 oder 3? Mit verschiedenen Größen für die Regenbogenelemente würde das noch aufgehen.

Das hab ich dann mal in echten Steinen ausprobiert und nicht am PC. Fazit: Durchgehende Glasfront musste sein. Also was hinein, das die komplette Höhe ausnutzt? Mal umgeschaut, was ich noch rumstehen hatte, das auf eine Integration wartete, und da war das „Shimmer & Shine Sparkle Spa!“ aus dem Lego Movie. Das passt perfekt zu 3 Paneelen in der Höhe – und das zurückversetzte Dachgeschoss dann 1, der Proportionen wegen, und das könnte rundum verglast sein, denn Paneele hab ich dann ja noch genug.

Und die simple gerade Fensterlinie war für die breitere, besser sichtbare Vorderseite auch nichts, aber da kann man ja gut variieren, wenn man ein sehr hohes Stockwerk hat. Da das Ganze nicht wirklich was mit dem Pride-Thema zu tun hat, hab ich die Regenbogenfarben noch auf einen Standard-Regenbogen mit 7 Farben reduziert.

Fürs Erdgeschoss hab ich mich dann auch nochmal bei den rumstehenden Sets umgeschaut, ein Café in blassgelbgrün passte farblich gar nicht, aber das Heartlake Downtown Diner ging. Ein bisschen erhöht mit stilistisch passenden schrägen Streben, damit die Gesamtproportionen stimmig sind – und damit war das Nicht-mehr-Hoch-Haus fertig.

Langer Rede mit vielen Möglichkeiten kurzer Sinn:

Blick ins gemütliche Dachgeschoss und auf die anderen Seiten (hinten, wo es wohl an der Wand stehen wird oder an einem anderen Haus, aus Sparsamkeitsgründen teilweise offen gelassen):

Und die anderen Innenansichten:

Wie kommt so ein Fahrplan zustande?

Im Normalfall fahren hier RB 16 ab München um 21:26, 22:26, 23:26 und 0:30 mit allen Zwischenhalten nach Ingolstadt und z.T. weiter, dazu ein RE 1 um 23:06 mit weniger Halten (Petershausen, Pfaffenhofen, Rohrbach). Bei manchen Bauarbeiten auf der Strecke – etwa bei den Instandhaltungscontainern, die nur ein, zwei Nächte dauern – fällt gern die RB um 22:26 aus, und damit keine so große Lücke entsteht, übernimmt der RE auch noch die RB-Halte. So weit sinnvoll.

Nun sind derzeit auch länger andauernde Arbeiten auf der Schnellfahrstrecke Ingolstadt—Nürnberg, sodass der RE eine Umleitung ohne Halt über Treuchtlingen fährt, was rund 10-15 Minuten länger dauert, sodass er bei seiner kurzen Wendezeit eben erst später in München abfahren kann: um 23:20. (Abgesehen davon, dass wegen ungeplanter Streckenprobleme zwischen Nürnberg und Treuchtlingen noch ungeplante Verspätungen dazukommen können, die Puffer im Fahrplan nicht immer auffangen können.)

Nicht nur, dass es da schon grundsätzlich fragwürdig ist, den RE wegen 6 Minuten bei der Abfahrt trotzdem die RB-Halte bedienen zu lassen – mit längeren Haltezeiten hier und da (wohl auch für eine ICE-Überholung oder Gegenverkehr) kommt dann so ein Unsinn mit gleichzeitigen Halten raus:

Station RE 1 RB 16
München Hbf ab 23:20 23:26
München-Allach
(Betriebshalt)1
an 23:29
ab 23:31
Dachau Bf an 23:36 23:38
ab 23:37 23:38
Petershausen an 23:47 23:50
ab 23:48 23:53
Paindorf an 23:51 23:57
ab 23:52 23:57
Reichertshausen an 23:55 0:01
ab 0:01 0:01
Pfaffenhofen2 an 0:06 0:06
ab 0:06 0:06
Rohrbach an 0:13 0:14
ab 0:14 0:14
Baar-Ebenhausen an 0:21 0:23
ab 0:22 0:23
Ingolstadt Hbf an 0:27 0:29
ab 0:28 0:30
Ingolstadt Nord an 0:31 0:34
ab 0:32

Selbst wenn’s auch darum geht, bei eingleisigem Betrieb zwischen Reichertshausen und kurz nach Pfaffenhofen mehrere Züge im Blockabstand hintereinander fahren zu lassen, damit keine unnötig langen Wartezeiten auf den Gegenverkehr entstehen, könnte man das doch etwas sinnvoller angeben, finde ich… z.B. einfach den RE von Reichertshausen bis Rohrbach 2 Minuten früher eintragen, dann behält auch die RB ihre normalen Zeiten. Aber wahrscheinlich rechnet eh keiner damit, dass alles samt ICEs pünktlich ist – selbst wenn das bei RB/RE durchaus immer wieder vorkommt.

In der Realität ist die Vorleistung des RE erst um 23:18 statt 23:06 in München angekommen und erst um 23:26 abgefahren, die RB um 23:27 – sie rücken sich also noch dichter auf die Pelle. Ich geh jetzt aber erstmal ins Bett und schau morgen früh wieder nach, wie’s gelaufen ist…

Und zwar so: Zwischen Dachau und Röhrmoos, dem Ort nördlich davon, war auch noch eingleisiger Betrieb. dazu kam ein ICE, der mit +37 (Ingolstadt) bis +24 (München) unterwegs war, sodass es vor Dachau auch nicht planmäßig lief für die Regionalzüge.

Hier die Tabelle mit den Echtzeitdaten – wobei zu beachten ist, dass man nicht die tatsächlichen Halte- und Abfahrzeiten der Züge misst, sondern das Überfahren der Sensoren bei Ein- und Ausfahrsignal und dabei eine typische Menge an Sekunden addiert bzw. subtrahiert, sodass die angegebene Minute (oder gar Sekunde) nicht immer exakt stimmt.

Station RE 1 RB 16
Plan Ist Plan Ist
München Hbf ab 23:20 23:26 23:26 23:27
München-Allach
(Betriebshalt)
an 23:29 23:33
ab 23:31 23:32
Dachau Bf an 23:36 23:43 23:38 23:48
ab 23:37 23:44 23:38 23:49
Petershausen an 23:47 23:54 23:50 23:59
ab 23:48 23:55 23:53 0:01
Paindorf an 23:51 23:58 23:57 0:04
ab 23:52 23:58 23:57 0:05
Reichertshausen an 23:55 0:01 0:01 0:08
ab 0:01 0:02 0:01 0:08
Pfaffenhofen an 0:06 0:06 0:06 0:13
ab 0:06 0:07 0:06 0:14
Rohrbach an 0:13 0:14 0:14 0:22
ab 0:14 0:15 0:14 0:23
Baar-Ebenhausen an 0:21 0:22 0:23 0:32
ab 0:22 0:23 0:23 0:33
Ingolstadt Hbf an 0:27 0:27 0:29 0:38
ab 0:28 0:29 0:30 0:40
Ingolstadt Nord an 0:31 0:32 0:34 0:44
ab 0:32 0:33
Nürnberg Hbf an 1:34 1:39

Ja, überraschenderweise mit grünen Zahlen, und so riesig sind die Verspätungen auch nicht, da haben andere Bauarbeiten schon ganz anders zugeschlagen.

(So viel zum Thema „unnötige Statistik des Tages“…)

  1. steht nur bei bahn.expert ↺
  2. Gleis 1 wg. Bauarbeiten ↺

…dann die Wölfe

Vorbericht mit Rehen dort, Konzertbericht hier: Wolfmother im Backstage Werk in München, angekündigt für 20 Uhr, nirgends wurde eine Vorgruppe erwähnt.

Allerdings kam gegen 19:40 einer auf die Bühne und spielte eine knappe Viertelstunde Cover von Jimi Hendrix bis Led Zeppelin. Anfangs im Dunkeln, mit leiser Pausenmusik im Hintergrund und mit schlechter Akustik, sodass ich nicht verstehen konnte, was er gesagt hat – vielleicht war’s ja eine Art Sound- und Lightcheck deluxe, vielleicht waren die Ton- und Lichttechniker erst noch eine rauchen, was auch immer…

Dabei war’s noch recht leer da unten und angenehm belüftet, aber gegen 20 Uhr füllte es sich dann doch, die Luft wurde stickiger, und da meine erste Wasserflasche auch bald leer war, bin ich hoch an die Bar – seit kurzem übrigens bargeldlos, was mit der Uhr ganz gut funktioniert hatte1 –, hab eine neue gekauft und gemerkt, dass da oben noch angenehme Luftströme herrschen – letztlich hatte ich dann das Konzert über einen von schräg hinten oben und nur gelegentlich im Gesicht gemerkt, wie unangenehm das weiter vorne und unten sein müsste…

Gut eine halbe Stunde hat uns das Trio aus Tralien, äh, sorry, aus Australien dann warten lassen, bis sie endlich loslegten mit ihrem Hard/Stoner/Psychedelic Rock…

…und wie schon vor zehn Jahren, als ich sie schon mal live gesehen hatte, galt: Retro gekoppelt mit Modern, gewissermaßen, oft mitreißend, praktisch immer interessant.

Anscheinend war’s nicht nur von der Stimmung her, sondern auch physikalisch ordentlich heiß – die Band hat öfter mal zu Handtüchern und Wasser- bzw. Bierflaschen gegriffen (und mit letzterer auch mal kurz Gitarre gespielt).

:rocks: Und so war’s wieder ein tolles, unterhaltsames Konzert von rund 90 Minuten – ohne richtige Vorband insgesamt halt etwas kürzer als üblich und um Punkt 22 Uhr zu Ende (zzgl. Verabschiedung).

  1. okay, die Pfand-Rückzahlung ist noch nicht auf dem Konto, aber das dauert auch bei der Olympiahalle immer ein paar Tage… ↺

Erst die Rehe…

Bahn- und Zeitvertreibsvorbericht zum Wolfmother-Konzert.

Wenn man mit der Bahn fahren will, schaut man schon rechtzeitig, wie die Betriebslage ist… An sich wollte ich die RB um 18 Uhr nehmen (bei Konzertbeginn 20 Uhr), notfalls den Zwischen-RE um 18:28, der, da nur aus Ingolstadt kommend, nicht allzu voll und verspätet sein sollte. Aber gegen 16:20 hatte ein Güterzug in Treuchtlingen keine Lust mehr und für eine Einstellung des Zugverkehrs gesorgt – und der Hier-18-Uhr-Zug stand davor.

Also bin ich halt schon früher los und hab die RB um 17 Uhr genommen (der RE gegen 17:30 war der Ex-IC1 aus Nürnberg und deshalb mutmaßlich eher voll und schlecht klimatisiert). Fuhr dann mit +2 ab, weil eine einsame ÖBB-Lok unbedingt durchfahren wollte, und kam mit +2 an. Die spätere RB wäre dann doch kein Problem gewesen, die hatte letztlich nur +22 bei Ankunft in Treuchtlingen und war dank Puffern und Umsteigewartezeiten im Fahrplan pünktlich am Ziel, aber was soll’s, ich war halt schon in München.

Auf etwas Warmes zum Abendessen hatte ich bei (je nach Quelle) 31-34° keine Lust, also hab ich mir nur zwei überteuerte Croissants am Hauptbahnhof gekauft, die nächste S-Bahn nach Laim genommen und mich zum Nymphenburger Schloßpark begeben – das nächste Bild zeigt meinen Ausblick beim Abendessen:

Übrigens waren trotz der Hitze erstaunlich viele Jogger unterwegs. Ich bin natürlich nur durch die Gegend gelatscht, da war die Hitze ganz gut auszuhalten. Ein Reh war auch mal zu sehen, aber durch die Bäume und Sträucher hindurch kam kein gutes Foto raus.

Jedenfalls ging’s dann weg von den Nymphen quer rüber zu den Hirschen, also dem Hirschgarten, der weniger natürlich gestaltet ist – viele Sport- und Spielgelegenheiten, Grillwiese, proppenvoller Biergarten… und ein Tiergehege, wo dann auch Rehe näher und besser zu fotografieren sind:

Praktisch, wenn auf dem Weg zum Backstage so viel Grün (freilich mit Unterbrechung) ist…

Bei einem frühen Konzertende um 22 Uhr war dann die drittletzte RB um 22:26 – auch ein Twindexx mit guter Klimaanlage wie bei der Hinfahrt – problemlos zu erreichen, und auch die war mit +2 unterwegs, sodass ich um kurz nach 23 Uhr bei angenehmen 23° hier am Bahnhof war. Die späteren Züge waren übrigens ähnlich pünktlich.

Projekt 52: Upcycling

Nächstes August-Thema im Projekt 52.

Im Münchner Olympiapark gibt’s derzeit ein Sommerfestival mit wechselnden Themen an den Wochenenden – letztes Wochenende war das Kunsthandwerk. Einer der Anbieter re- bzw. upcycelt alte Skateboards zu allen möglichen Gebrauchsgegenständen, die dadurch viele bunte Holzstreifen enthalten, teilweise kombiniert mit „normalem“ Holz, wie etwa bei diesem beiden Untersetzern, die ich mir gekauft habe:

Was für diverse Tätigkeiten gilt, gilt auch fürs Skateboardfahren: die einen können’s besser, die anderen schlechter…

(Ich selber bin nie mit so einem Brett gefahren.)