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Nerviges

„Recherche“

Vermutlich die meisten Blogger und Seitenbetreiber bekommen hin und wieder Mails, die so tun, als wäre da jemand bei einer Recherche nach tollen, zu seinem Thema passenden Seiten auf das eigene, angeblich so tolle Blog gestoßen, und bitten um eine Verlinkung aufs eigene Angebot, z.B. ein E-Book, bieten ggf. einen speziell geschriebenen Artikel und/oder Backlinks an.

Und vermutlich (…hoffentlich…) die meisten solcherart angeschriebenen Blogger und Seitenbetreiber glauben dem Absender auch kein Wort und antworten nur selten. Bei diesem „passenden“ Fall letzten Freitag hab ich das doch mal getan. (Geantwortet, nicht geglaubt.) Hier die Mail als Screenshot, wie sie mir mein Mailprogramm (Thunderbird) angezeigt hat:

unter [...] biete ich ein kostenloses E-Book zum Thema Horoskope & Astrologie mit umfassenden Informationen zum Download an. Bei den Recherchen für das E-Book bin ich unter anderem auf Ihre Webseite gestoßen. Wären Sie bereit, meine Webseite bzw. das E-Book von Ihrer Webseite aus zu verlinken (z. B. von http://cimddwc.net/2013/10/22/warum/)? (Das E-Book kann übrigens ohne Anmeldung oder ähnliche Hürden einfach im PDF-Format heruntergeladen werden, ohne weitere Verpflichtungen. Das wird auch dauerhaft so bleiben.) Falls das für Sie interessant ist, kann ich Ihnen gerne einen (eigens geschriebenen) Artikel zum Thema zusenden, den Sie auf Ihrer Webseite veröffentlichen können. Wenn Sie möchten, kann ich im Gegenzug Ihre Webseite von einer meiner anderen Webseiten verlinken. Freundliche Grüße, [Name]

Und ihr Astrologie-E-Book will sie tatsächlich auf einem Beitrag über eine betrügerische Hellseherinnen-Seite (die Sternzeichen als Werbe-Stichwort verwendet hatte) verlinkt sehen…

Meine Antwort (Fußnoten für diesen Beitrag ergänzt):

Hallo Frau […],

Würde Ihre „Recherche“ aus mehr als dem Starten eines Massenmailprogramms(*) mit Stichwort-Datenbank(**) bestehen – Sie würden sich schon ganz schön was trauen, ausgerechnet einer Seite wie meiner Ihren verlogenen(***) esoterischen Schmarrn(****) anzudrehen…

(*) noch dazu falsch eingestellt bzw. falsch gefüttert, Stichwort UTF-81
(**) mit nicht mehr ganz taufrischen Mailadressen – in meinem Impressum steht schon lange eine andere…2
(***) „viele Wissenschaftler“? „Quantenphysik“? Ha ha…3
(****) http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/01/07/astrologie-ist-unsinn/ http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/01/17/astrologie-ist-immer-noch-unsinn-eine-nachlese/ https://www.gwup.org/infos/themen/46-astrologie https://www.psiram.com/de/index.php/Astrologie u.a.m.

Eine Reaktion erwarte ich da jetzt aber nicht wirklich…

 


  1. Inhalt war als UTF-8 deklariert, tatsächlich aber Windows-ANSI – daher die kaputten Umlaute []
  2. die URL ist auch noch mit http: statt https:, was ich seit knapp zwei Jahren verwende []
  3. bezugnehmend auf ihre Webseite []

Gepäckaufgabe

Hier etwas Ungewöhnliches: ein kleiner Gastbeitrag meiner Mutter.


Hallo, ich habe bei der Bahn eine Gepäckbeförderung gebucht. Der Koffer sollte am Montag durch Hermes zwischen 08.00 Uhr und 18.00 Uhr abgeholt werden. Als bis zum Abend niemand kam, sah ich in der Sendungsverfolgung, dass man mich nicht erreicht hätte.1

Am Dienstag kam auch kein Fahrer. Ich telefonierte mehrmals mit der Service-Hotline. Man versprach mir, sich darum zu kümmern.

Das gleiche Spiel am Mittwoch. Wieder wollte man sich um dringende Erledigung bemühen. Ich bat den Vorgesetzten sprechen zu können. Der rief am Abend an und versprach, dass eine Mitarbeiterin sich melden würde, was auch geschah. Sie versprach, dass der Koffer am Donnerstag, 6.9., zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr abgeholt wird.

Weil das aber auch nicht klappte, ging ich zum Bahnhof und ließ den Auftrag stornieren, denn der Koffer könnte erst am Dienstag oder Mittwoch in Österreich ankommen und dann lohnt sich der Versand kaum mehr.

So habe ich 3 1/2 Tage die Wohnung nicht verlassen können und muss jetzt einen kleineren Koffer packen, den ich selbst noch tragen kann. Dass dabei einige Kleidungsstücke zuhause bleiben müssen, ist auch klar.

Und nun muss ich noch schriftlich beim Gepäckservice der Deutschen Bahn die Kostenerstattung beantragen.

Mit einigem Frust – viele Grüße

 


  1. Anm.: Und der Eintrag vom Montag ist auch der letzte in der Sendungsverfolgung. []

Gegenwind

Wer unerwartet viel Gegenwind bekommt, sollte vielleicht darüber nachdenken, ob er noch auf dem richtigen Kurs ist.

Oder er ist ein Politgreis vom rechten Rand und schiebt es auf eine Kampagne. Oder ein in Bayern verbliebener jüngerer Politgreis, der’s in Richtung Berlin schiebt. Die historisch niedrigen 38% kommen jedenfalls nicht von ungefähr.

Aber aus Gegenwind lernen? Kann man das dem Führungspersonal der CSU und ihren Unterstützern zutrauen? Politikern, die etwa Zigtausende noPAG-Demonstranten und ihre Sorgen und Bedenken beiseitewischen und lieber die von ein paar Hundert Pegida-Demonstranten bedienen?

Mal sehen, was aus #ausgehetzt, der Großdemo am Sonntag in München mit sehr vielen unterstützenden Organisationen, wird. So gesehen ist es tatsächlich eine – gut begründete – Kampagne, denn politische und gesellschaftliche Gegner hat diese Clique der Spaltenden Unbarmherzigkeit sicher…

Klingt nicht sehr vielversprechend…

…was mir mein Windows 10 hier ungefragt heruntergeladen hat:

Microsoft Store: Deutsch Local Experience Pack

68 MB groß. Aber was soll das sein? Im Store heißt es „Stellen Sie Windows auf Ihre Sprache um“, die Beschreibung dazu:

Aber ich hab doch schon ein Windows 10 mit deutscher Oberfläche! Was soll der Kram also? Wenn’s aktualisierte Übersetzungen sein sollten, sollten sie’s dazuschreiben – oder gleich normal als Windows-Update ausliefern. Aber so? Noch dazu zwangsinstalliert und ohne erkennbare Deinstallations­möglichkeit. Entsprechend viele negative Bewertungen gibt’s dafür auch – und die wenigen positiven sehen auch nicht so aus, als wüssten sie, was das Ding genau soll…

Gravatare ade…

Schreckgespenst DSGVO. Ja, die Datenschutz-Grundverordnung, diese seltsame Mischung aus sinnvollem Verbraucherschutz, Überregulierung, ausufernder Bürokratie und Schreckgespenst aller Webseitenbetreiber.1

He, das lässt sich ja in die Abkürzung reindeuten: Das Schreckgespenst von, äh, Onlinern oder so. :mrgreen:

Ein wichtiger – und gleichzeitig z.T. vager – Punkt der DSGVO ist die Datenübermittlung an externe Betreiber, zu der auch schon das Laden externer Ressourcen gehört. Ich hab hier etwa die letzten verbliebenen externen Statistik-Buttons entfernt; Titelthema dieses Beitrags sind die Bildchen, die Kommentatoren bei ihren Kommentaren mithilfe von Gravatar.com anzeigen lassen konnten. Wodurch natürlich bei jedem Besucher Daten zu Gravatar.com gingen, und die Firma hinter WordPress und Gravatar freute sich…

Deshalb sind jetzt hier nur noch abgerundete Quadrate mit Farbverläufen und den Initialen des Kommentators zu sehen – direkt als HTML+CSS, kein Bild. Die Farben werden einem Hash-Wert entnommen, der aus Name und Mail-Adresse und ein paar weiteren Buchstaben errechnet wird – sie sind somit für jeden Kommentator individuell, aber immer gleich, sofern er oder sie nichts an Name oder Adresse ändert. (Mit den weiteren Buchstaben hab ich auch rumprobiert, bis ich für mich was Blaues bekommen habe…)

Also sorry an alle Kommentatoren, die bisher gerne ihre Gravatare hier gesehen haben – bedankt euch bei der EU oder seht es so, dass auch unabhängig von der DSGVO ein bisschen Datensparsamkeit ja gar nicht so verkehrt ist…

Und wer trotz DSGVO noch unbedingt persönliche Daten anderer Leute benötigt, für den ist vielleicht das neue Angebot in meinem „Esoterik-Shop“ interessant. ;)

 


  1. Das Gespenst hier ist eine Abwandlung dieses Bildes. []