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Musik

Die Nacht der aushelfenden Schlagzeuger

Und zwar beim Konzert von Gotthard gestern in der TonHalle München mit Special Guest Pretty Maids.

Das dänische Heavy-Metal-Urgestein sollte um 20:00 Uhr anfangen, doch da kam nur der Metal-Moser1 mit dem Hinweis, dass der Drummer wegen einer Infektion ins Krankenhaus musste, ein Ersatz eingeflogen wurde und unterwegs sei und es gegen halb Neun losginge. (» Facebook-Post der Band dazu.) Ging’s dann auch – mit einer ersten Aushilfe von Kickin Valentina für die ersten drei Songs, und dann war der eigentliche Ersatz, der ehemalige Drummer der Band von 1991-2005, vom Flughafen da.2 Das ursprünglich geplante 60-Minuten-Set wurde auf gut 45 Minuten verkürzt, v.a. um die neueren Songs. Aber trotzdem war’s ein guter Auftakt, die Stimmung passte auch schon weitgehend.

(Warum sie sich mit Monty Pythons Sit On My Face vom Band verabschiedet haben, weiß ich allerdings nicht…)

Dann die Schweizer Hauptband auf ihrer „Silver“-Tour zum 25-jährigen Jubiläum – seit Mitte Februar trommelt dort der Helloween-Drummer als Ersatz aus gesundheitlichen Gründen. Und das nicht schlecht – aber es ist ja auch nicht so, dass der nicht auch schon etwas Erfahrung hätte. :)

Nun ja, was soll man sagen – wieder ein tolles Konzert, abwechslungsreich von schnellen, kräftigen Songs über Power-Balladen bis zu akustischen Stücken und wieder zurück. Neben dem obligatorischen Hush-Cover auch mit einem von Come Together in der Zugabe.

Garniert mit Solo-/Instrumental-Einlagen, und es schien Band und Publikum Spaß gemacht zu haben.

(Und die Luft war besser als im Januar – jemand hatte wohl Trumps Haare aus der Lüftung entfernt.^^ Und die meiste Zeit die Finger von der Nebelmaschine gelassen.)

Am Ende waren’s dann ca. 1:45-1:50 tolle Rock-Unterhaltung in einem tollen Konzert – etwas weniger als 2014, aber sicher nicht zu wenig.^^

:rocks:

 


  1. der sich vorhin im Radio freute, nicht mit Bierbechern beworfen worden zu sein []
  2. Hätte man den Transrapid gebaut, wäre das vielleicht schneller gegangen… []

Epische Wölfe

Gestern hätte es gleich vier Veranstaltungen gegeben, die mich nach München hätten locken können: Stammtisch meines Lego-Vereins (aber den gibt’s jeden Monat), die Lange Nacht der Architektur wäre evtl. ganz nett gewesen (vielleicht nicht bei so zapfigen Temperaturen), die Science Busters wärem sicher auch sehr unterhaltsam gewesen – die ältesten Rechte hatte aber das Konzert von Powerwolf und Epica in der TonHalle.

Begonnen hat’s mit 30 Minuten Beyond the Black, und so jung wie diese Band noch ist, hat sie es durch fleißiges Vorgruppen-Touren geschafft, vorübergehend zu meiner meistgesehenen Live-Band zu werden… und wie erwartet war’s ein sehr guter Auftakt.

Kurze Umbaupause, und dann kam – die besondere Vorgruppe? Der erste der beiden Headliner? Wohl eher letzteres. Jedenfalls Epica, ebenfalls Symphonic Metal mit Sängerin, etwas härter, etwas mächtiger (und aus den Niederlanden).

Mit Podest links und rechts und hintenrum, sodass auch der Keyboarder hin- und herrollen konnte. 70-75 Minuten kraftvoll, episch, tolle Stimmung. Wäre auch ein guter einziger Haupt-Act gewesen, aber trotzdem…

…ließ sich das noch steigern. Nach einem etwas aufwendigeren Umbau begann dann die 95-minütige Heilige Heavy-Metal-Messe der saarländischen Powerwölfe mit Power Metal, naheliegenderweise…

…aber mit düstereren Elementen, weißer Gesichtsbemalung, passendem Bühnenbild, und von den christlichen bis zu den Werwolf-Bezügen alles mehr satirisch als ernst zu nehmen. NIcht zuletzt angesichts von Liedtiteln wie Resurrection by Erection oder Sanctified With Dynamite.

Und die Stimmung in der ausverkauften Halle (2200 o.ä.) war noch besser, als die Belüftung schlecht war.1 Rhythmisches Klatschen und Pow-er-wolf-Rufen nach fast jedem Lied, später Gesang nach entsprechender Vorlage. So manch eine Band kann von sowas nur träumen. Dabei waren laut Handzeichen sehr viele dabei, die (wie ich) Powerwolf zum ersten Mal live gesehen hatten.

So viel Spaß wie das Konzert gemacht hat, sollte das aber nicht das letzte Mal gewesen sein. Und die richtige Entscheidung bzgl. der besuchten Veranstaltung war’s somit auch auf jeden Fall.

:rocks:

 


  1. Bestimmt wurde die von den Haaren von Donald Trump verstopft. Oder so. Für irgendwas muss ich dem an seinem Amtseinführungstag ja die Schuld geben.^^ []

Stürmische Monsterbrücke

…oder anders gesagt: Der letzte kleine Konzertbericht für dieses Jahr. Nämlich Alter Bridge am 10.12.2016 im Zenith in München mit den Vorgruppen Like A Storm und Gojira.

Den Anfang machten die stürmischen Hard-Rocker aus Neuseeland mit einer halben Stunde ganz ordentlicher Musik, ein guter Einstieg, aber nichts, was mich überwältigt vom Hocker gerissen hätte. Selbst das TNT-Cover nicht. Aber auch keine Enttäuschung.

Dann die Franzosen mit dem japanischen Monster-Namen – „technical death metal“, „progressive metal“, was auch immer. Geschrei, Geknüppel, Bass- und Blitzlicht-Gewitter – muss an sich nicht schlecht sein, aber die Hälfte des Sets bestand fast nur daraus, und das war mir doch etwas zu viel. Bei der anderen Hälfte haben sie wenigstens gezeigt, dass sie auch noch mehr können, und das durchaus gut und einigermaßen mitreißend. Gut 40 Minuten insgesamt.

Die Hauptband – Genre-Charakterisierungs-Fans werden irgendwo im Bereich zwischen Alternative Metal, Hard Rock, Heavy Metal und Post-Grunge fündig – hat dann aber so richtig losgelegt, wie sich’s gehört – anders als vor drei Jahren auch mit Videowand…

…und geiler Lightshow passend zur geilen Musik und Performance. (Ja, hier hab ich mal den Platz gewechselt zugunsten von mehr Luft und mehr Bier. Zwar mit Stahlstütze im Blickfeld, aber auch etwas näher.)

Wie üblich mit kleiner Akustik-Einlage von Myles Kennedy auf seiner offenbar bevorzugten Bühnenseite und einem vom Gitarristen Mark Tremonti gesungenen Lied zwischendrin…

…und am Ende waren’s wohl rund 100 Minuten großartige Unterhaltung…

…mit dem aktuellen Stück Show Me A Leader und dem Klassiker Rise Today am Ende. (» Setlist)
:rocks:

Jenseits der schwarzen Tränen

Ja, nächster Konzertbericht. Gestern im Backstage-Werk in München das letzte Konzert der aktuellen Tour von Beyond the Black mit Vorgruppe Lacrimas Profundere.

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Anstatt Tränen zu vergießen, nebelten jene die Halle ein wenig zu ordentlich ein in ihren 30 Minuten Dark Rock, die ein wenig zu eintönig–traurig begannen, dann aber doch noch ganz ordentlich wurden und mehr als nur eine Handvoll Leute zum Klatschen brachten.

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Der Nebel hing noch lange rum, als dann die Haupt-Sängerin mit ihrer im Sommer ausgetauschten Band1 kam…

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…die neben fast allen Songs der bisherigen zwei Alben auch einen neuen spielten (vier neue sollen Anfang nächsten Jahres auf einer „Tour Edition“ des 2. Albums erscheinen; hoffentlich auch einzeln…). Die Neumitglieder bedankten sich auch, wie gut sie von den Fans aufgenommen wurden – aber was auch sonst, wenn sie ihr Handwerk verstehen und offenbar spielfreudig bei der Sache sind.

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Ungefähr in der Mitte der 105 Minuten bin ich dann aus dem Innenbreich raus weiter nach oben und hinten, wo etwas mehr Luft in der Luft war (und die Bar in der Nähe).

Jedenfalls war das wieder ein schöner Konzertabend, wie üblich gute Abwechslung bei der Hauptband, gute Stimmung, Mitsingen und -klatschen inklusive.

:rocks:

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(Das letzte Bild zeigt noch interessante Schatten auf dem Boden von vor dem Beginn.)

 


  1. schon irgendwie komisch, dass gleich die ganze alte Band anscheinend keine Vollzeit-Band werden wollte, oder was genau auch immer der Grund war… []

Das goldene immergraue Königreich

Je seltsamer die Beitragstitel, desto eher ein Konzertbericht? Vielleicht. ;) Jedenfalls geht’s hier um Delain am 28.10. im Münchner Backstage-Werk mit den Vorgruppen Kobra and the Lotus und Evergrey.

Anscheinend relativ kurzfristig wurde die Anfangszeit auf 19:30 vorverlegt, etwas länger stand wohl der Umzug von der Halle ins Werk fest, aber dank fehlender Beschilderung gab’s in der Schlange doch etwas Verwirrung, und ganz pünktlich um 19:00 scheint der Einlass auch nicht begonnen zu haben. Wie dem auch sei…

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…um 19:40 legte dann die erste Vorgruppe aus Kanada los, schöner Heavy Metal mit charismatischer und stark herüberkommender Sängerin in Gold, die mit Vornamen tatsächlich Kobra heißt. Ein sehr guter Einstieg, ich glaube, von denen hör ich mir noch mehr an.

Nach deren halben Stunde und einer rekordverdächtigen Umbaupause von 17 Minuten kamen dann…

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…die schwedischen Progressive-Metaller von Evergrey (trotzdem mit bunten Scheinwerfern), und auch wenn die ersten ein, zwei Lieder etwas eintönig wirkten, wurde es immer besser und abwechslungsreicher, kraftvoll, treibend, mitreißend. Also auch keine Zeitverschwendung, diese gute Dreiviertelstunde.

Schließlich…

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…die Symphonic-Metal-Hauptband (nach einem Königreich bei Stephen King benannt), auch Charlotte war in Gold gekleidet, und natürlich bot auch die Hauptband ein tolles Programm, tolle Musik, Gesang, Gitarren (mit dem Oli Kahn unter den Gitarristen – zumindest bei mancher Mimik drängte sich mir dieser Vergleich auf^^), von gefühlvoll bis kräftig, und mit viel Applaus bedacht.

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Ziemlich genau 90 Minuten (+Verabschiedung) lang1, wieder ein tolles, mitreißendes Konzert.
:rocks:

 


  1. und ideal getimt für die letztmögliche S-Bahn zu meinem vorletzten Zug []
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