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Musik

Sternenreiter

Ein kleiner Konzertbericht von gestern, 18.11.2015, im Backstage in München: Die Black Star Riders mit Vorband The Weyers.

The Weyers

Die beiden Brüder aus Zürich legten ordentlich los mit ihrer spärlichen Instrumentierung aus Schlagzeug und Gitarre, aber daraus haben sie viel rausgeholt. :) Schöner halbstündiger Einstieg, auch wenn der Funke in der noch nicht so vollen Halle nicht immer überspringen wollte.

Black Star Riders

Die Hauptband, Nachfolgeband von Thin Lizzy, hat dann schon für mehr Stimmung gesorgt.

Black Star RidersBlack Star Riders

Wobei mich wundert, dass sie als Thin-Lizzy-Nachfolger, und die waren ja nicht irgendwer, und mit zwei eigenen Alben nicht mehr Publikum anziehen. Selbst wenn man ein paar Leute abzieht, die vielleicht aus Terrorangst daheimgeblieben sein mögen, es war von vornherein eine kleine Halle für wenige Hundert Leute, und die war nicht ausverkauft.

Black Star RidersBlack Star Riders

Jedenfalls war’s ein tolles Konzert mit einer ca. 95 Minuten langen Kombination aus jeweils 6 Songs ihrer beiden Alben und 6 Thin-Lizzy-Klassikern plus „Rosalie“, das Thin Lizzy schon von Bob Seger gecovert hatten.

Black Star Riders

:rocks:

PS: Zeitungen melden, der Münchner Hauptbahnhof wäre gegen 22:30 wegen eines (letztendlich harmlosen) herrenlosen Gepäckstücks auf der Galerie für 3 Stunden gesperrt und geräumt gewesen (im Radio war von einer Sperrung um Mitternacht die Rede). Als ich gegen 23:00 von der S-Bahn zu meinem dann pünktlich um 23:29 abfahrenden Zug ging, war davon aber nichts zu merken… so blieb das einzige Unangenehme ein gelegentlich schmatzend essender und rülpsender Typ im Zug auf der Hinfahrt…

Verführerische Beziehungen

Was auch immer ihr bei diesem Titel erwartet habt – es ist nur wieder ein kleiner Konzertbericht. Und zwar von Delain mit The Gentle Storm und Amberian Dawn gestern (2.11.) in der Backstage-Halle in München.

Delain hatte ich schon im April letzten Jahres als Vorgruppe von Within Temptation gesehen – und Ex-W.T.-Keyboarder Martijn Westerholt ist Gründungsmitglied. Die Haupt-Vorgruppe a.k.a. Special Guest ist The Gentle Storm – ein Projekt von Anneke van Giersbergen, die 2011 bei W.T. im Vorprogramm war, mit Arjen Lucassen (nicht live dabei), der auch hinter Stream of Passion stand (Vorgruppe von Xandria im Mai 2014), deren Sängerin hier auch im Background dabei war. Und Delain und der Sturm teilen sich mit Merel Bechtold eine Gitarristin, klein aber voller Power…

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Nur mit der finnischen Vor-Vorgruppe Amberian Dawn konnte ich keine Verflechtungen finden. Außer dass der Musikstil, ebenfalls Symphonic Metal mit Sängerin, natürlich passt. Eine halbe Stunde guter Einleitung – eingängige Melodien plus Metal, wie sich’s gehört.

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Dann der sanfte Sturm, und so wie die in ihren ca. 55 Minuten abgingen, dürften sie das „Storm“ im Namen keinesfalls weglassen. Sanfte, melodiöse Phasen gab’s auch genug, aber headbangende Energie und sichtbare Spielfreude eben auch massenhaft. Ob man’s jetzt wie Wikipedia Progressive-Rock/-Folk nennt oder Progressive Metal und Symphonic Metal, egal. Weniger Keyboards als bei den beiden anderen Bands waren’s jedenfalls.

:rocks: Auf jeden Fall eine äußerst unterhaltsame Vorstellung, die auch in der ganzen kleinen Halle (400?) ankam. Und so war das wieder ein toller…

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…ach, Halt, eine Band fehlt ja noch. :) Nach einer sich etwas ziehenden Umbaupause – wenn sowas länger dauert, als eine Vorband spielt, ist irgendwas daneben – aber als es dann losging, war das auch egal, und trotz der stürmischen Stunde zuvor schaffte es die Hauptband, noch eine Schippe draufzulegen. Großartige Kombinationen von Melodie, Gesang, Gitarren etc. – so muss es sein.

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:rocks: Und nach ca. 85 Minuten der Hauptband war der tolle Konzertabend dann doch vorbei…

 

PS: Ja, doch mehr als nur ein Photo diesmal. Viermal hab ich dann doch das iPhone rausgeholt und je ein paar Mal geknipst, in dieser kleinen Halle geht’s ja auch ohne Zoom.

Apokalyptische Bässe

Ein kurzer Konzertbericht zu Apocalyptica am 27.10.2015 in der TonHalle München – mit Tracer aus Australien als Vorgruppe. Aber ohne die aus meinen bisherigen Konzertberichten bekannten Fotos, denn ich will mich in diesem Konzertherbst mehr aufs Selbstsehen konzentrieren und nicht immer die Kamera aus der Hosentasche herausfummeln, deswegen nur dieses eine von der leeren Bühne:

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Tracer legten auch pünktlich mit ihren ca. 35 Minuten los – Stoner Rock soll’s sein, eines dieser Genres, die ich nur schwer einordnen kann… jedenfalls war’s ein guter Anfang, auch wenn’s vom Stil, wie anderswo schon erwähnrt (etwa hier für Köln), vielleicht nicht die perfekte Kombination war, so war zumindest der vordere Teil des Publikums nicht ganz regungslos, und ich meine, es kam auch einmal unaufgefordert rhythmisches Klatschen auf. :) Guter Beginn jedenfalls.

Die finnische Hauptband mit ihren Celli ist natürlich immer wieder etwas Besonderes (2011 hab ich sie ja auch schon besucht) – mit ihrer Kombination aus instrumentalen Eigenkompositionen und Covers v.a. von Metallica wie auch mit „normaleren“ Liedern, erstmals fürs aktuelle Album samt Tour mit festem Sänger. Und entsprechend begeisternd war das Ganze auch…

…mit einer Ausnahme: Während im Mittelteil, wo die Celli dominierten und höchstens von einem kleinen Schlagzeug am Rand der Bühne unterstützt wurden, alles bestens war, waren beim Haupt-Schlagzeug die Bässe schon abartig heftig eingestellt. Sowas sollten sie eigentlich nicht nötig haben. Platzwechsel um ein paar Meter nach vorne oder hinten, soweit möglich, haben auch nur bedingt geholfen. So hat das – zumindest mir – keinen rechten Spaß mehr gemacht, und ich bin dann auch vorzeitig gegangen. Schade, denn wie gesagt, der Rest war ja toll…

(Eine Setlist wird sicher bald jemand auf setlist.fm eintragen.)

Der Rest und der Junge

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Der Rest von Queen + Adam Lambert (33) ist gemeint – beim Konzert gestern (2.2.2015) in der Münchner Olympiahalle (anscheinend nicht ganz ausverkauft, so halb hinter der Bühne und unten in der Arena gab’s wohl noch ein paar Restkarten, lt. engl. Wikipedia aber am Ende mit 11,857 Leuten ausverkauft; es wurde natürlich noch voller als auf meinem frühen 1. Bild). Als Queen-Fan wollte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, Brian May und Roger Taylor nochmal – auf ihrer möglicherweise letzten Tour – live zu erleben. Und war – mit gewissen Zweifeln – gespannt, wie sich Adam als Frontmann so macht.

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Wo 2005 und 2008 mit Paul Rodgers das Treffen dreier Rockveteranen auf Augenhöhe noch auf eine bodenständigere Art bombastisch war, hat man hier anscheinend den Glamour der Anfangszeit in die Moderne geholt und noch ’ne Schippe oder zwei draufgelegt, angefangen bei den Klamotten (nicht nur) von Adam und nicht endend bei seiner teils kapriziösen Performance.

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Brian mit Kamera auf der Gitarre:
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(Ein stereoskopisches Rundum-Selfie-mit-Publikum hat er später auch wieder gemacht; wird er im Laufe des Tages sicher noch twittern.)

Dazu ein aufwendiges Bühnenbild mit rundem Teil hinten (das sich – irgendwie unmotiviert – auch mal in die Horizontale absenkte) und Bühnenfortsatz, um damit das Q zu bilden, an allen möglichen Stellen mit verschiedenartigen Lichteffekten, die natürlich auch gewohnt professionell eingesetzt wurden.

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Alles in allem – auch wenn’s nicht unbedingt so „over the top“, so übertrieben glamourös-bombastisch hätte sein müssen, und irgendwie denke ich, würde Freddie noch leben, wäre es mit ihm auch nicht ganz so geworden – hat’s durchaus ganz toll zusammengepasst, eine stimmige, großartige Unterhaltung über ca. 2 Stunden und 20 Minuten…

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…inkl. Ende (God Save The Queen), exkl. unnötig und störend langem Intro (dem atmosphärischen Track am Ende von Made In Heaven; bin mir nicht sicher, ob in voller Länge von 22 Minuten, aber auf jeden Fall über 15). Quasi der Ersatz für die nervige Umbau/Soundcheck-Warterei bei Konzerten mit Vorgruppe… Aber als es dann losging, war das auch egal.

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Adam hat auch seine Pause gehabt, als Brian alleine akustisch Love Of My Life, äh, singen hat lassen – was ja gerade bei solchen großen alten Bands sowieso ein tolles Erlebnis ist, wenn quasi die ganze Halle bei fast allen Liedern mitsingt -, oder in sparsamer Instrumentierung ’39 oder dann mit Roger am Mikro bei A Kind Of Magic. Und Freddie erschien gelegentlich auf der großen Videowand.

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Adam Lambert hat seine Sache jedenfalls toll gemacht, auch die anderen – neben Brian und Roger, denen man ihr Alter schon ansieht (67 bzw. 65), die aber gerade zum Ende hin nochmal alles aus sich heraus geholt zu haben schienen, auch Rogers Sohn Rufus Tiger (bald 24), der zusätzliche Drums beigesteuert und sich auch mal ein „Duell“ mit ihm geliefert hat, Spike Edney, altgedienter Live-Keyboarder bei Queen, und ein gewisser Neil Fairclough am Bass, der auch mal ein Solo spieleń durfte.

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Ganz zum hohen Glam-Level passte natürlich auch der graugelockte Gitarist im goldglänzenden Gewand bei Bohemian Rhapsody. So lächerlich das für sich betrachtet auch aussieht…

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Hätte es Freddie, für den es ja auch gewesen sein soll, wie hin und wieder betont wurde, gefallen? Ich weiß es nicht. Als Fazit ist klar: Es ist natürlich nicht wirklich Queen. Aber näher dran kommt man heutzutage nunmal nicht, man hat jedoch gewissermaßen, wie der Rockantenne-Reporter vorhin sagte, „den Spirit weiterleben lassen“ (wenn auch, wie ich finde, mitunter etwas übers Ziel hinausschießend), und letztendlich kam dabei ein großartiges, unterhaltsames Konzert heraus.
:rocks:

» Setlist

Harte Schweizer Kerne und ein Monster-Schrägstrich

Zwei Konzerte im Abstand von zwei Tagen (und eine Lego-Vereinsfeier dazwischen, von der hier aber nicht die Rede sein soll): am 20.11.2014 Gotthard mit Hardcore Superstar in der Tonhalle München, am 22.11. Slash (feat. Myles Kennedy and the Conspirators) mit Monster Truck als Vorband im Zenith. (Wobei ich nur etwas mit dem iPhone geknipst und mich ansonsten aufs Konzert konzentriert habe. Also schaut am besten nur diese kleinen Versionen der Fotos an, in groß sehen sie vielleicht noch weniger gut aus…)

Gotthard

Zunächst die Hardrocker/Sleazerocker von Hardcore Superstar aus Schweden.

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Sie boten einen ordentlichen Einstand von rund 55 Minuten, und auch wenn sich manche Songs recht ähnlich anhörten, war genug Abwechslung (inkl. Ballade) dabei. We Don’t Celebrate Sundays dürfte das bekannteste Stück gewesen sein.

Dann die Hauptband aus der Schweiz mit vollen 2 Stunden und 10 Minuten (Setlist).

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Gute Stimmung in der Halle und auf der Bühne, etliche kleine Einlagen und Gelegenheit zum Mitsingen – z.B. vor einer Ballade mit Akkordeon mal schnell die ersten paar Noten von Smoke on the Water, das Publikum „singt“ weiter, oder diverse Stellen in ihren eigenen Liedern; bei Starlight (mit extralangem düdüdüdü-Intro) sogar mit einigen Leuten aus dem Publikum auf der Bühne.

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Das Publikum durfte auch buhen – nämlich gegen den Bühnenhelfer, der nach dem ersten Lied der Zugabe dem Gitarristen die Gitarre weggenommen hat, weil’s schon so spät war. Nette schauspielerische Einlage, wenn auch etwas gekünstelt – aber das macht auch nix. :)

Auf jeden Fall ein großartiges Konzert… :rocks:

Slash

Mit richtig gutem Rock aus Kanada von Monster Truck

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…einer Vorband, bei der man denkt, sie hätte ruhig länger als 35 Minuten spielen können. (Setlist, Hörbeispiel).

Dann kam der Gitarrenveteran mit Zylinder – und natürlich der dazugehörigen Band mit dem von Alter Bridge bekannten Sänger. Wobei für zwei Lieder auch Todd Kerns ans Mikro durfte – eines mit tieferer, härterer Stimme gesungen (beim Original auf dem Album ist’s Motörheads Lemmy), eines im Falsett (oder so, jedenfalls höher).

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Insgesamt sieben von 20 Titeln waren überigens von Guns N‘ Roses – und nicht nur bekannte Hit-Singles. Aber natürlich auch fast genauso viele vom aktuellen Album (Beispiel; Setlist). Dazu kam ein 15-minütiger Instrumental-Teil, quasi ein begleitetes Solo, d.h. Slash zeigt sein Können an der Gitarre, während Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarre einen Hintergrund bilden, der einerseits zwar mehr Abwechslung vertragen könnte, den man andererseits aber auch kaum beachtet, weil ja Slash zurecht der Mittelpunkt dieses Abschnitts ist.

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Am Ende waren dann auch hier, nach Paradise City als Zugabe, über zwei Stunden rum, und auch hier war’s einfach Klasse. Nur nicht ganz so viel Publikumsinteraktion wie bei Gotthard.

:rocks:

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