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Spam

Von Ungeduld und Orgeln – Spam-Splitter 17

Spam? Yukk! Nachdem sich rolak schon gewundert hatte, dass die letzte Sammlung seltsamen Spams schon ein Jahr alt ist, war es wirklich Zeit für eine neue…

Passt?

Eine übliche Linkbettler-Mail – die nicht mal eine finanzielle Gegenleistung anbietet:

unter […]/thema/anonyme-kreditkarte biete ich ein kostenloses E-Book zum Thema Kreditkarten vergleichen mit umfassenden Informationen zum Download an. Bei den Recherchen für das E-Book bin ich unter anderem auf Ihre Webseite gestoßen.

Wären Sie bereit, meine Webseite bzw. das E-Book von Ihrer Webseite aus zu verlinken (z. B. von http://cimddwc.net/2009/08/21/maria-esmeralda-3-muenzen-und-eine-homepage/)?

Einen Link zu anonymen Kreditkarten in einem Artikel über dubiose bis betrügerische Wahrsager & Co.? Irgendwie passend…

Wobei es mir da für das Wort „Recherche“ leidtut, wenn das so oft in so einem Zusammenhang gebraucht wird.

Ungeduldig

Ein SEO-Heini schrieb eines Tages:

I am sorry for this unsolicited e-mail but we have a client that was hoping to showcase a guest post on your site. Would that be possible?

Keine Erwähnung, welche Art der Kunde wäre, als „Bezahlung“ wurden Link(s) ihres „riesigen Netzwerks“ angeboten, notfalls „we can also explore a minor monetary fee to have our guest post posted on a permanent basis.“ Klingt geizig, wie üblich.

Und weniger als drei Tage später kam er schon wieder an:

It’s John again. I never heard back from you on the proposed partnership. Can I know if you are open to posting a guest post for one of our clients? We are open to paying a small fee or giving you multiple linkbacks in exchange of accepting the article. Hope to hear back soon.

Aber vielleicht merkt er auch ohne Erfüllen der Bitte im PS, dass man kein Interesse hat:

P.S. If you do not want me to reach out to you again regarding this partnership, please just respond back „unsubscribe“ or „remove me from“ and I’ll quit further communications.

Orgeln brauchen auch Chirurgen

Ein angeblicher „Dr. Harin von der Universität Benin“ zeigt, dass man automatischen Übersetzer-Tools immer noch nicht bedingungslos vertrauen kann:

ich bin ein Spezialist für Orgel Chirurgie, und wir beschäftigen uns mit der
Kauf von Orgel von Menschen, die verkaufen wollen

Das Beispiel einer Niere im weiteren Text zeigt schon, dass diese Gauner besser die andere Bedeutung von organ hätten nehmen sollen.

Ernsthafte Beziehung

Eine dieser Kontakt-Betrugs-Mails:

Hallo! Wie ist Ihr Tag? Mein Name ist Viktoriya.
[…]
Ich werde nicht spielen. Ich mцchte ein ernster Mann zu finden, der auch nicht mit mir spielen.

Dabei können Spiele – verschiedener Art – doch eine gute Unterhaltung sein. Gut, das Vorspielen falscher Tatsachen wie bei solchen Betrügern eher nicht…

Ein anderes Exemplar wendet sich an die, die sich für etwas Besseres halten:

Ich hoffe, dass du nicht der Perverse. Und du wirst meine nackten Fotografien nicht bitten. Ich hoffe, dass du der gute Mann.

Aber (angezogene) Fotos des Angeschriebenen will „sie“ schon sehen; eines von einer Blondine mit Blümchentop am Strand war auch dabei.

Und was sollte man denn überhaupt „die nackten Fotografien bitten“? Dass sie sich selbst wieder anziehen?

Unbrauchbare Domain zu verkaufen

Oder wer soll was mit dieser seltsam geschriebenen Domain anfangen? all-inclusive ist ein bekannter englischer Begriff, „alles inklusiv(e)“ wäre auf deutsch sinnvoll, aber diese Mischung?

Der Domainname allesinclusiv.de steht zum Verkauf.

Wenn Sie nähere Informationen wünschen, kontaktieren Sie mich bitte.

Nö, wünsche ich nicht. Wobei die Mischung meines Webhosting-Providers all-inkl.com (dessen Erwähnung mir wohl auch diese Mail beschert hatte) ja auch sprachlich nicht so wahnsinnig toll ist…

Direkt

Ein Kommentar meinte:

Ich hab hier SPAM mit Botschaft und Link :) Auf der (Unter) Seite hier ist ja schon ewig nix mehr gepostet worden ;)

Und hat der tatsächlich gemeint, er würde damit durchkommen?


Foto (Orig.): Justin Hall – Fotolia.com

Bitte erzählen

Einer der – zumindest in meinem Posteingang – mittlerweile eher seltenen Fälle von „lustig“ ins Deutsche übersetztem Angebliche-Frau-Betrugs-Spam. Auch wenn dieses Exemplar an meinen „Anghela“-Klassiker nicht herankommt…

Als ich das beigefügte Bild einer brünetten Frau im kurzen Blümchenkleid – Ausschnitt siehe rechts – bei der Google-Bildersuche hochgeladen hatte, meinte die übrigens passenderweise: „Vermutung für dieses Bild: Romance Scam“. Und Abwandlungen dieses Textes mit demselben Bild findet sich etwa hier oder da oder dort.

Hi charmante Unbekannter.Ich verstehe, dass Sie suchen nach erneuten und interessanten Umgangen.

Sucht wirklich jemand danach, umgangen zu werden?

Sie und ich haben viele Gemeinsamkeiten,

Gemeinsamkeiten? Wirklich? Also halten wir mal fest: Mich gibt’s wirklich, ich schicke keine Massenmails raus, bin kein Betrüger. Hm.

ich bin auch auf der Suche nach neuen gefestigt Liebesbeziehung mit einem guten Mann.

Ich nicht. Schon wieder so eine Nicht-Gemeinsamkeit.

Ich werde probieren, fuer Du perfekte sein. Hier ist kleine Informationen ueber mich: Ich heisse Katya.

Immerhin steht der Name auch in der Absender- und Antwort-an-Zeile. Naja, fast, dort steht „Katja Smile“. Und das mit der Adresse ekaterinaglory@yahoo.com.

Aber immerhin weißt du jetzt auch, dass man Umlaute mit „ue“ etc. schreiben kann, statt die Punkte wegzulassen (siehe oben) oder wie früher kyrillische Buchstaben stehen zu lassen. Wenn du jetzt noch lernst, nicht ständig Du und Sie zu mischen…

Ich bin nicht junges Ding, aber in den besten Jahren. Jetzt ich bin allein, und ich moechte eine besser Verhaeltnis zu beginnen, ich bin dabeisein fuer alles von sich selbst zu widmen. Ich bin froehlich, und ich verspreche, dass ich dich nicht sehnen und versuchen Sie Ihr Lebensart zu verschoenern.

Du willst mich nicht sehnen? Ist das jetzt gut oder schlecht? Und wer macht oder macht nicht jetzt was mit wessen Lebensart?

Ich liebe zu experimentieren, ich hasse Beschraenkungen und gefallen das Leben in muntere Farben.

Deswegen das Blümchenkleid? Hm, das finde ich weder besonders munter noch allzu hübsch. Aber wenn ich dich jetzt bäte, das auszuziehen, bekäme ich wohl ein x-beliebiges Nacktfoto einer Blondine zugeschickt, oder?

Leider ohne liebevoll passioniert Herr das Leben ist unvollkommen. Daher ich Sie hinschreibe. Bitte erzaehlen

Oooch, hat dir dein Massenmailprogramm hier nicht mehr Platz gelassen für dem Rest des Satzes und eine Verabschiedung? Das ist ja fast schon symbolisch für deine eigene Unvollkommenheit, nämlich deine Nichtexistenz.

Tja, so blieb mir nur, hier kurz davon zu erzählen…

Nein, aber…

…den Vorschlag, von wo aus ich es verlinken sollte, fand ich erwähnenswert. Die Rede ist von einer Art Spam, die man als Blogger immer wieder mal bekommt – jemand bietet ein kostenloses E-Book an und bettelt darum, dass man es verlinkt, mitunter auf einer konkret vorgeschlagenen Seite wie in diesem Fall:

Wären Sie bereit, meine Webseite bzw. das E-Book von Ihrer Webseite aus zu verlinken (z. B. von https://cimddwc.net/tag/wtf/)?

WTF=What The Fuck?? Joa. Das passt zu so einem Vorschlag. Der nebenbei zeigt, dass der Anbieter sich nicht mit dem Blog und seiner Struktur beschäftigt hat, denn sonst würde er wohl kein Schlagwortarchiv vorschlagen, noch dazu dieses, das vielleicht nicht ganz so gut zum E-Book-Thema „Arbeitsrecht“ passt…

SEO-Spammer sind die schlimmsten

Nicht nur, was zeitweise die Aufdringlichkeit betrifft, sondern auch in Sachen Verlogenheit und Dummheit. Ein Exemplar, das mir beim Überfliegen des Spam-Ordners schon seit einiger Zeit auffällt, hat seine allgemeinen Mails à la „haben wir festgestellt, dass die Webseite in der Suchmaschine Google eine schlechte Sichtbarkeit hat“ und „Wir sind in der Lage Ihre Seite bis zu denTop 10 für die wichtigsten Suchwörter zu positionieren“1 jetzt etwas geändert und tatsächlich Suchbegriffe ergänzt. Nur wie… :roll:

wir haben bemerkt, dass sich Ihre Webseite beim Abrufversuch solcher Schlüsselwörter wie „andreasgroegel, andreasgr”gel, “ auβerhalb von den ersten zehn Suchergebnissen bei Google befindet.

(Wobei im „grgel“ ein falsch codiertes „ö“ steckt.) Das ging an meine kleine Portalseite ag1.de. Und für meine Abi-Jahrgangs-Seite rmg91.de kam diese Variante:

wir haben bemerkt, dass sich Ihre Webseite beim Abrufversuch solcher Schlüsselwörter wie „, rmg91, “ auβerhalb von den ersten zehn Suchergebnissen bei Google befindet.

Nun weiß ich durch meine Suchanfragenbeantwortungen ja durchaus, dass da eine Menge Deppen an der Tastatur sitzen, die Google mit dem einen oder anderen Unsinn füttern, aber wer so mit diesen Kommas und zusammengeschriebenen Namen sucht, wäre eh selber schuld – nur ist Google so intelligent, zumindest bei „, rmg91, “ tatsächlich meine Website zu finden. Und zwar an erster Stelle.

Natürlich kümmern sich solche Gießkannen-Massenmailer auch nicht darum, ob Sätze wie

Dies bedeutet, dass der potentielle Kunde beim Eingeben der wichtigsten Schlüsselwörter bei Google auf die Webseiten Ihrer Konkurrenz stöβt, die in den Ergebnissen eine höhere Position haben.

überhaupt sinnvoll sind, denn was sollen solche privaten Webseiten für Probleme mit „Kunden“ haben, die eher die „Konkurrenz“ finden?

Aber irgendwie müssen solche Spammer den einen oder anderen Dummen finden, sonst würden sie wohl nicht spammen…

 


  1. was auch den Begriff „SEO“=Search Engine Optimizer erklärt []

Gefuellt es Dir, wie ich aussehe? – Spam-Splitter 16

Spam? Yukk! Wieder mal eine kleine Sammlung seltsamen Spams.

Nicht nur die Phisher und Möchtegern-Verschlüsselungs-Infizierer verspielen jegliche Glaubwürdigkeit, wenn sie denselben Müll mit minimalen Änderungen, aber vor allem verschiedenen angeblichen Absendern haufenweise schicken, auch die Dating-Scammer sind eifrig dabei. Etwa wenn ein Dutzend Nachrichten der Art

7 New F*ckbuddies are Waiting
4 New F*ckbuddies are Waiting
5 New F*ckbuddies are Waiting
9 New F*ckbuddies are Waiting
10 New F*ckbuddies are Waiting

…kurz nacheinander eintreffen, oder welche, die in riesigen blauen Buchstaben „Hi mail8“ schreiben, gefolgt von exakt demselben Text einer angeblich interessierten Dame, aber immer mit wechselndem Namen: Ines, Raquel, Anne, Selena, Morgan, Inna, …, allesamt mitten aus China.

How often do you visit the site?

Auch so eine Frage von vorgeblichen Möchtegern-Partnerinnen, die mein Profil irgendwo gesehen haben wollen – das aber natürlich nicht über eine Mail-Funktion irgendwelcher echten Dating-Sites, nur unter der Annahme, der Angeschriebene würde das vermuten und doch auf den Link klicken.

Gelegentlich gibt’s sogar noch hanebüchene „Übersetzungen“. Beispiele:

Gefuellt es Dir, wie ich aussehe?

Sie Nachricht

Lieber hallo, wie geht es dir?

Ich habe in den Fragebogen Ehe-Agentur in meiner Stadt

Der Zeit brauche ich einfach einen neuen Freund zu haben. Bist Du nicht dagegen?

Spaß immer, aber eine gereifte Mann mit Sinn für Humor es zu sehen.

Bedenken Sie auch, dass Liebe hat keine Farben Barriere, ohne pädagogische back Boden Barriere, keine sozio-ökonomischen Barrier, religiösen, Sprache, Nationalität oder Abstand Barriere

Kein Wunder

Und zum Schluss einer, der immer wieder vollmundig meinte: „Ihr Name als Ihre Emailaddresse – Wir haben ihn noch“. Naja, kein Wunder, denn wer will schon E-Mail-Adressen mit den Domains

www.Email-Euro.com
www.Email-2000.com
www.Email-2010.com

Und auch wenn grundsätzlich jede eigene E-Mail-Adresse eine „Emailaddresse die Sie repräsentiert“ ist, repräsentativ sind diese sicher nicht…


Foto (Orig.): Justin Hall – Fotolia.com

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