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Spam

Regelmäßig Bildschirm Aktivität – Spam-Splitter 13

Spam? Yukk! Mal wieder eine kleine Sammlung kurioser Spam-Mails und -Kommentare…

Wenn? Dann!

Eine ansonsten recht ordentlich geschriebene Mail-„Anfrage bezüglich einer Zusammenarbeit“ – also wie üblich für Linktausch, Werbeartikel und ähnliches – enthielt diesen Satz:

Hätten Sie denn generell an einer Kooperation Interesse, wenn?

Da hat die Zeit wohl nicht ganz fürs Korrekturlesen gereicht… Weil sich die Absenderin dieser Serienmail auch über eine ablehnende Antwort freue, war ich so frei und habe unter diesem Satz geantwortet:

Nein, dann!

Als Antwort kam dann „Trotzdem vielen Dank für die Rückmeldung!“…

Da kannst du lange warten

Eine Dating-Scam-Mail mit dem Betreff „I’ll be waiting!“ und dem Beginn „Are you looking for a girlfriend? Maybe I’m the that interest you!“ fängt zwar ganz nett und sprachlich ordentlich an, aber später wird’s abschreckend:

Oh, I can speak for hours about my ideal match and how I see relations with my true love.

Welcher Mann will denn schon eine Frau, die einem stundenlang die Ohren abquatscht – noch dazu darüber, wie sie sich ihren idealen Partner vorstellt und den Zuhörer im Zweifelsfall verändern will?? :)

Regelmäßig Bildschirm Aktivität

Aber es gibt auch noch Deppen-Spammer, die depperte automatische Übersetzer verwenden. Etwa den hier:

Im Rahmen unserer Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, regelmäßig Bildschirm Aktivität PayPal.

Dies ist die letzte Mahnung, sich bei PayPal. Dies ist die letzte Erinnerung an bei PayPal anmelden. Sobald Sie den Zugang werden wir Maßnahmen, um den Zugang zu Ihrem Konto wieder.

Welche Ausgangssprache ist denn eigentlich so arm an Verben?

Einmal verbunden, folgen die Schritte zur Aktivierung Ihres Kontos !
Vielen Dank für Ihr Verständnis, da wir der Account-Sicherheit zu gewährleisten arbeiten.

Bitte nicht auf diese Nachricht antworten. Die Nachrichten unter dieser Adresse eingegangene werden nicht gelesen und deshalb erhalten keine Antwort. Um Hilfe zu erhalten, Zeichen in Ihr PayPal-Konto und klicken Sie auf den Link Hilfe in der oberen rechten Ecke jeder PayPal-Seite.

Wer auf sowas reinfällt, dem wird auch die evtl. nachgemachte Hilfe-Seite nicht mehr helfen…

Aber auch ein Webhoster wird als vermeintliche Quelle missbraucht, nicht minder radebrechend und mit angeblicher AOL-Absender- und Vodafone-Antwort-Adresse:

Sehr geehrter Strato Kontoinhabers zu prüfen, Ihr Konto jetzt

Verglichen mit dem folgenden Rest war der Betreff aber noch sprachlich hervorragend:

Sehr geehrterAbonnent,

Wir sind derzeit inRechnungWartungtдtig.
Als Abonnentsind Sie verpflichtet,Ihreweitere Mitgliedschaftzu bestдtigen.
Bei NichtbeachtungIhreweitere Mitgliedschaftbestдtigenwird, umService-Aufhдngungfьhren.

BITTE BEACHTEN SIE:Dies ist eineZwangsmaЯnahme.Bei Nichtbeachtung
Aktualisieren Sie IhreInformationen werden anService-Aufhдngungfьhren
Danke
Admin

Mag sein, dass sich das bei künftigen Inkarnationen dieser Mail gebessert hat – falls etwa die Spammer doch mal darüber nachgedacht haben, welchen Text sie da eigentlich versenden. Ich hab da nicht mehr nachgeschaut. Zumindest am nächsten Tag war der Text noch derselbe, nur der Betreff tat so, als wäre er wichtiger:

!!!Sehr geehrter Strato Kontoinhabers zu prüfen, Ihr Konto jetzt!!!

Spammer halt. Ob da tatsächlich jemand drauf reinfiel? Wäre auch nicht grad intelligent…

Zustimmung?

I aggery with you.

Meinte ein „Kommentator“. Du mich auch, würd ich sagen.

Tja, die Spammer sterben leider nicht aus… trotzdem war’s das für diesmal. :)


Foto (Orig.): Justin Hall – Fotolia.com

Um Geld zuhinauszuschreien, mijn vrienden! – Spam-Splitter 12

Spam? Yukk! Nach langer Zeit mal wieder ein kleiner Sammel-Beitrag mit Spam-Kuriositäten…

Stau mit ehrlichem Ende

Aus einer der Kreditkarten-Phisher-Mails, bei deren Absendern anscheinend vor lauter Gespamme schon Stau herrscht:

Aufgrund der Staus in unseren Servern, gäbe es die Entfernung aller Verdacht Visa und Mastercard-Konten werden.

Entfernt würde zumindest das Geld… das Ende kommt zufälligerweise ehrlich daher:

Vielen Dank für Ihr Visa und Mastercard.

Spanisch mit kyrillischen Umlauten

Ein üblicher 419-Spam – üblich abgesehen davon, dass anscheinend Spanisch die Ausgangssprache war (und der angebliche Absender auch aus Spanien stammt). Trotzdem haben sich kyrillische Buchstaben anstelle von Umlauten eingeschlichen. Und natürlich die üblichen Stilblüten (hier in Auszügen) durch die automatische Übersetzung:

Ich bestehe, darin conciente, dass er ihn uberraschte, diese brief meiner zu erhalten, weil er da precedent unter uns in Briefwechsel niemals gestanden hat, jedoch setze ich mich ihm in Verbindung?

Den Adressaten in der dritten Person anzusprechen, kommt auch nicht so häufig vor.

Fur sein Rechtsanwalt zu sein, vor einigen Monaten, die Bank halt mir eine Meinung Um zu zeigen die Eltern nahe/ order heritier / vom meinen Kunden, um dieses Geld wieder zuhinauszuschreien

Ja, schreit das Geld hinaus! Kostet zumindest keine Überweisungsgebühen.

Jedoch gibt etant, Fьr, dass ich ein Geschдft mit Ihnen machen will, wenn Sie vertraut werden kцnnen bietet er es an? Ich will Sie, als den nдchsten Angehцrigen zu meinem Kunden zu ьberreichen, Fьr der Beanspruchen vom gefundenen,

Und mit diesem Komma endet auch ein Absatz. Naja, angesichts des restlichen Mülls…

Ein anderer Spanier spammt direkt mit ordentlich gestalteter HTML-Mail an offenbar gekaufte Adressen mit Plansch- und sonstigen Wasserbecken-Angeboten – nur das Deutsch, das ist alles andere als ordentlich. Nicht mal für Du, Sie oder Er kann er sich entscheiden:

Wir legen besonderen verschiedene Vorschläge, die wir wünscheIhnen viel Spa.
Aus all diesen, stehen wir Ihnen gerne für alle Fragen er für angemessen hält und wenn duwillst, kannst du mir bei [Telefonnr.] an oder schreiben Sie [Mail]

Ich freue mich zu hören

Na, ich glaube, auf das, was ich dir zu sagen hätte, würdest du dich nicht freuen. Wenn du es denn verstündest.

Ein Bambuskorb mit holländischer Elektronik

Schon im Betreff stand sinnfreies HTML:

Mijn vrienden! <FONT style=“DISPLAY: none“>箩</FONT>

Wenn er „seine Freunde“ schon so anschreibt, bekommt er den 箩=Bambus-Korb auch gleich wieder zurück. Der Inhalt der Mail ist dann doch lächerlich unprofessionell:

Mijn vrienden!
Hier: <[URL]>
De beste elektrische producten, zoals telefoon, computer …
Beste service!
Beste kwaliteit!
Laagste prijs!
Je kan van ze houden!
Kom hier!
Mijn vrienden!

Mag sein, dass ich deine Produkte lieben kann (drittletzte Zeile) – aber nur, wenn ich sie anderswo gekauft haben sollte.

Vier dritte Mails und verwechselte Eingabefelder

Eines Tages kamen zwei Mails um 0:07 Uhr und zwei um 2:40 Uhr, und sowohl der Betreff als auch der Inhalt bestanden nur daraus:

Dies ist mein dritter E-Mail an Sie. Mein Name ist Dr. Hu Zuliu Fred

Immerhin hat das falsche Ausfüllen seines Formulars die Empfänger vor dem eigentlichen Müll des Spammers bewahrt. Das hat bei folgendem Kommentator, dessen Spam-URL das eigentliche Ziel war, nicht so gut geklappt, obwohl er offenbar das URL- für ein Text-Eingabefeld gehalten hat:

You don’t have permission to access /das-wort-liebe-gibt-es-in-allen-sprachen-auch-in-allen-l-ndern-herrscht-liebe-doch-ist-liebe-nur-ein-wort-oder-steckt-mehr-hinter-so-einem-wort-nat-rlich-steckt-hinter-jedem-wort-eine-bedeutung on this server.

Tja, Spammer sind halt dumm…

Moderne Kunst?

Ascii-Art-Spam

Da schicken die ihren Müll schon im HTML-Format, aber auf die Idee, eine Festbreiten-Schriftart zu spezifizieren, mit der man den Riesen-Text auch lesen könnte, kommen sie nicht. Tja…

(Da steht übrigens „NOT MARRIED? / THE MOST BEAUTIFUL GIRLS / CLICK“.)

Zum Abschluss die Worte eines Linktausch-Täuschers:

Wenn Sie vereinbart werden freundlich antworten mir.

Da braucht er sich nicht zu wundern, wenn er keine Antwort bekommt, denn wer ist schon vereinbart?


Foto (Orig.): Justin Hall – Fotolia.com

„Mein Name ist […], und ich habe eine Aufkleber- und Druckmedien-Homepage.“

Handrücken mit glitzerndem A-Tag Alle: „Hallo, […], willkommen bei den Anonymen Linkkäufern!“

Gut, ganz anonym war’s nicht, denn ein Name stand sogar dabei (wobei der Nachname auch als zweiter Vorname taugen würde). Aber die Mailadresse war der Name mit angehängter „44“ bei Google Mail, also ohne die eigene Domain zu verraten, denn genau das war auch ein Hauptpunkt in der Mail selbst: nicht gleich zu verraten, für wen man da eigentlich werben soll, um die Reputation ein bisschen zu schützen…

Immerhin machte dieser Möchtegern-Billig-Linkkäufer auch etwas richtig, nämlich mich mit Namen anzusprechen – und er heuchelt nicht mal, wie gut ihm mein Blog gefallen würde, was ja oft der Fall ist:

Hallo Herr [mein Name],

ich habe eine Aufkleber- und Druckmedien-Homepage.

Bei meiner Recherche habe ich dabei auch Ihre Homepage im Internet gefunden. Hätten Sie Interesse an einer Zusammenarbeit?

Wenn Sie das Wort -Aufkleber- in Ihrem Blog-Beitrag https://cimddwc.net/2011/12/09/elternpalmen/ mit meiner Hompepage verlinken könnten, zahle ich Ihnen unkompliziert 20,- EUR.

Hätten Sie daran Interesse?

Wenn ja, schicke ich Ihnen noch die genauen Daten meiner Website mit weiteren Informationen zu.

Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Schönen Gruß
[…]

Aber das war’s auch schon. Bitte, wer sich an solche Ramsch-SEOs verkaufen will, weil er jung war und das Geld brauchte, soll das von mir aus tun. Er sollte aber nicht erwarten, etwas Besonderes zu sein, weil er so ein scheinbar persönliches Angebot bekommt; aus Neugier und Langeweile hab ich mal etwas näher hingesehen:

  • Dass jemand nicht alle Mails an alle Blogger neu schreibt, sondern Text wiederverwertet, ist ja verständlich. Trotzdem: Exakt derselbe Text (bzw. einmal mit „Folien“ statt „Aufkleber“, und zwar auch in der Homepage-Bezeichnung neben den Druckmedien – also schön den passenden Textbaustein eingefügt) findet sich auch schon anderswo im Oktober – dort auch mal mit einer deftigeren Antwort, nämlich Fick dich! – und im Juli.
  • Ich weiß nicht, ob PHPMailer, mit dem diese Mail abgeschickt wurde, nicht auch mal für individuelle Webmail eingesetzt wird, typisch ist aber ein automatisierter Newsletter-/Serienbrief- und Spam-Versand.
  • Der absendende Server ist von einem Affiliate-Netzwerk und kein typischer Zugangsanbieter.
  • Die Message ID enthält eine Domain (mit demselben Inhaber wie o.a. Netzwerk), auf der nicht nur aktuell sowie am Sonntag, sondern auch im Google Cache von Ende November nur steht:

    Die Seite […] wird gerade aktualisiert und ist morgen wieder Verfügbar.
    The side […] is updated straight and is tomorrow again available.

    Juhu, endlich mal eine dämlich-falsche Übersetzung ins Englische statt umgekehrt!

Also bei so einer individuellen Premium-Betreuung durch aufwendig handgeschriebene Mails, ähm, einem datenbankgestützten SEO-Massenmail-Billigheimer muss man doch schwach werden… nicht.


Foto: Exey Panteleev/flickr, CC-by-Lizenz (NSFW!)

Abzocke mit dem „Gelben Branchenbuch“, „Yellows Branchenguide“ u.ä.

gelbesbranchenbuch.com Screenshot Dass Firmen immer wieder Faxe dubioser Branchenverzeichnis-Anbieter bekommen, die aussehen wie eine ordentliche Rechnung und/oder Bestätigung, in Wirklichkeit aber Aufträge für Einträge in nutzlose Branchenbücher bzw. mittlerweile Webseiten sind, ist ja eigentlich nichts Neues. Dass solcher Abzock-Spam auch per E-Mail an beliebige geharvestete Adressen geschickt werden, war zumindest für mich neu…

So kam eine Mail mit dem Betreff „Ihr Eintrag im Gelben Branchenbuch 2011“ von „mail@mktstar.net“ (meine Daten hab ich entfernt):

Zur Vorlage: Die Geschäftsleitung

Sehr geehrte Firma [mein Name],
sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß § 33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes informieren wir Sie über Ihren Eintrag im Gelben Branchenbuch 2011.

Firmenname : [mein Name]
Firmenzusatz :
Branche : Sonstige
Anschrift : [meine]
Region : Pfaffenhofen
Telefon : [meine Nr.]
Telefax:
E-mail: [eine nur anderswo im Web stehende, sonst nicht genutzte Adresse]
URL (Web) : kein Eintrag

Wir bitten Sie freundlichst, die Daten zu überprüfen sowie den Anhang und diesen gegebenfalls an uns per Fax zu retournieren.

Sofern Sie die Datei nicht öffnen können, schauen Sie bitte ggf. unter dem folgenden Link:
http://www.mktstar.net/pdf.php?[viele Nummern]

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Gelbes Branchenbuch Team

Sollten Sie zukünftig keine E-Mail Nachrichten empfangen wollen, senden sie bitte eine E-Mail mit dem Subject „NOEMAIL“ an info@mktstar.net.

Das mit dem Datenschutzgesetz ist natürlich Quatsch, der das ganze offizieller aussehen lassen soll. (Und gefunden hab ich mich dort auch nicht.) Wenn man sich das PDF mit Namen „Offerte“ und ein paar Nummern dann mal anschaut (nachdem bei VirusTotal keine Gefahr gefunden wurde), bestätigt sich der Verdacht, dass es sich dabei nicht um eine Bestätigung, sondern um einen „Eintragungsantrag“ handelt, der für einen „Premium Business Eintrag“ schlappe 65€ monatlich abzocken will mit einer zweijährigen Laufzeit, insgesamt also 1560€. Und das für einen nutzlosen Eintrag auf www.gelbesbranchenbuch.com, die zu recht eine miese Reputation hat – denn die Betreiber sind mindestens seit 2008 aktiv, wie im Antispam-Forum zu finden ist.

Dass die Abzocker nix mit den renommierten „Gelbe Seiten“ zu tun haben (was sogar im Fax-Formular steht), sondern sich nur in deren Namen sonnen wollen, verwundert auch nicht. Ihre angeblichen 5 Millionen Einträge werden sie sich schon irgendwie zusammengesucht haben, denn auch wenn’s auch einen „kostenlosen Grundeintrag“ gibt, so viele zahlende Kunden werden sie dann hoffentlich doch nicht haben.

Dass sie trotz „Privatpersonen können keinen Eintrag beauftragen“ trotzdem an solche mailen, ist da eigentlich nur eine kleine Randnotiz…

Wie es viele Betrüger gerne tun, verstecken sich auch diese Typen in der exotischen Ferne, und sei es nur per Briefkastenfirma. Derzeit u.a. auf den Marshall-Inseln – wo sie mittlerweile auch den genannten Gerichtsstand hinverlegt haben, früher waren das offenbar u.a. Ungarn und Tschechien – wie als direkter „Auftragnehmer & Vertragspartner“ angegeben:

GBB Ltd., Trust Company Complex, Ajeltake Rd., Ajeltake Island, Majuro, Marshall Islands, MH 96960. Company Number: 37214.

Ist laut Impressum von gelbesbranchenbuch.com1 aber nur ein „Partnerverlag“ des Betreibers

MPC Holding Ltd.
Global Gateway 2590
Rue de la Perle
Providence
Mahé
Seychelles

Letztes Jahr war die „Firma“ noch in Belize. Übrigens ist auch die „Ucalegon Ltd.“ früherer Abzock-Wellen von Bangkok dorthin gezogen. Und wo wir schon in der Welt rumgondeln: Die Antowrt-Faxnummer ist 0060 321 784 397 in Malaysia. Okay, ist jetzt nicht so weit von den Marshall-Inseln entfernt, aber immerhin…

Versendet wurden die Mails, wie oben zu sehen, von der erst seit Ende Juli existierenden Domain mktstar.net, die auf einen Honig Fernando, mktstar.net, office #3594779, c/o OwO, BP80157, 59053, Roubaix Cedex 1 in Frankreich registriert ist – wie Anfang des Jahres schon mktmaster.net –, wobei OwO „natürlich“ ein Domain-Whois-Anonymisierungsdienst ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Ab in den virtuellen Papierkorb mit diesen Abzockern von gelbesbranchenbuch.com. Und überhaupt nicht antworten, denn ein „Austragen“ aus Spammer-Maillisten bestätigt denen nur, dass die Adresse genutzt wird.

 

Links zum Thema:

Update 3.12.12: Natürlich spammen diese Typen immer weiter – die „2013“-Variante hat mich heute nun auch erreicht. Die Antwort-Faxnummer ist noch dieselbe, die vermeintliche Abmelde-Mailadresse ist nun „info@gbmailinx.net“.

Update 24.2.13: Ich weiß nich, ob’s dieselben Abzocker sind, aber sie sind mindestens sehr ähnlich: sie nennen sich Yellows Branchenguide (yellows-branchenguide.com), kombinieren Bulgarien (Gerichtsstand), F.Y.R.Mazedonien (Korrespondenzadresse) und Belize (Firmeneintrag) mit einer internationalen kostenlosen Rufnummer (00800 500 100 20) und höheren Wucherpreisen (996 € pro Jahr, optional Aufpreise) im Kleingedruckten. (Und eine veraltete Adresse von mir. Privat, wohlgemerkt, und nix für einen Branchenführer.) Ansonsten derselbe nutzlose Müll.

(Aber würden sich solche Typen zu einer Namensänderung bewegen lassen, sollte die echten Gelben Seiten hier tatsächlich etwas unternommen haben?)

 


  1. gelbesbranchenbuch.com/?action=impressum heute bei WebCite archiviert []

Ich bin writting dich – Spam-Splitter 11

Spam? Yukk! Ich weiß zwar nicht, ob das überhaupt jemanden interessiert, aber es haben sich wieder genügend Spam-Kuriositäten für einen kleinen Sammel-Beitrag angesammelt…

Übersetzung ist eine Kunst

…die korrekte Rechtschreibung in der Ausgangssprache aber auch. Das Folgende stammt aus einer typischen Mail, die offenbar kurz genug war, dass „writting“ der einzige erkennbare Originalfehler war::

Ich bin writting dich, weil ich Sie, mich in einem Business-Projekt von 44,5 Millionen Dollar unterstützen wollen. Fünfzig Prozent wird Ihr Lohn sein, nachdem wir dieses Geschäft abzuschließen.

Wenn Sie Interesse an sind wieder durch meine private E-Mail-Adresse für Details Oder williamcheg73@aol.com williamcheg33@yahoo.com.hk

Aber das Übersetzungsprogramm hat ja genügend weitere Fehler eingebaut. Und in der folgenden Mail – die die armen Kreditkarten alles andere als nett behandelt – hat das noch „besser“ geklappt:

Hallo Gast Visa Europe,

Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto .

Wir haben zu bestimmen,dass jemand Ihre Karte ohne Ihre Erlaubnis verwendet haben. Für Ihren Schutz haben wir Ihre Kreditkarte aufgehangen. Um diese Suspension aufzuheben Klicken Sie hier und folgen Sie den Staat zur Aktualisierung der Informationen in Ihrer Kreditkarte.

Vermerk: Wenn diese nicht vollständig ist , werden wir gezwungen sein, Ihre Karte aussetzen

Und solche Gemeinheiten sind kein Einzelfall, auch das Fellmonsterchen hatte schon mit grausamen Aussetzern zu tun.

Komische Kerle und komische Kommentare

Was will uns dieser einzeilige Spam-Kommentar sagen – und vor allem über wen?

He is ready. And joan collins.

Mit diesem Deppen-Kommentator war ich auch nicht der einzige Betroffene:

Wahrhaftig ein guter Beitrag. Ich muss echt #hostname haufiger lesen :)

Da wird schon ein ziemlich haufiger Haufen solchen Mülls zusammengekommen sein, wenn’s nicht mal dafür reicht, die besuchte Seite in den Text einsetzen zu lassen… und auch vom folgenden, der damals noch von Akismet sicher nicht ohne Grund im Spam-Ordner gelandet ist:

Hi, I left you a DOFOLLOW backlink on my website. This isnt a spam message, i actually did leave you a backlink on my site. If you check the top of the page you will see „Sites we like“ and there will be a link to this site. Would you be kind enough to leave me a backlink? If so my website is http://[…].com please use the anchor text „[…]“ for the link and add it to a post or as a widget. Then please send me a email at backlink@[…].com – If you want me to change your links anchor text let me know. Thanks

Nachgeschaut, ob der das tatsächlich gemacht hat, hab ich nicht. Aber die Aufrichtigkeit darf nicht nur wegen des Seitennamens, der nach einem Browserspiel klang, bezweifelt werden. Der Nutzen für mich natürlich noch mehr.

Der Betreff ist das Entscheidende

Das muss sich wohl dieser Spammer gedacht haben, denn er brüllt gleich – und ausschließlich – im Betreff der Mail ellenlang drauf los:

1 ASSISTANCE FOR INVESTMENT: FROM: BEA AND PRINCE AKA WITHOUT ANY DOUBT I KNOW THAT THIS MAIL MAY COME TO YOU AS A SURPRISE BUT IT IS BORNE OUT OF GENUINE NEED FOR URGENT ASSISTANCE. I AM MISS BEATRICE AKA THE DAUGHTER OF FORMER FINANCE DIRECTOR OF SIERRA LEONE GOLD AND DIAMOND CORPORATION MR MARCUS AKA WHO WAS ASSASSINATED BY THE REBEL FORCES LOYAL TO MR FORDAY SANKOH DURING THE PEAK OF THE CIVIL WAR IN OUR COUNTRY SIERRA LEONE. BEFORE MY FATHER DIED,HE GAVE OUR MOTHER A DEPOSIT CERTIFICATE OF DEPOSIT MEANT FOR A SECRET DEPOSIT FOR THE SUM OF USD15,000,000.00 MILLION. MY MOTHER WHO LATER DIED OF HYPERTENSION SIX MONTHS AFTER THE DEATH OF MY FATHER,ON HER SICK BED TOLD ME TO COLLECT THE DOCUMENTS AND PRESENT THEM TO THE FIRM IF SHE EVENTUALLY DIES AND ENSURE THAT I SOURCE FOR A TRUSTED AND RELIABLE FOREIGNER PARTNER TO ASSIST US RETRIEVE THE MONEY FROM FIRM TO HIS OR HER COUNTRY ABROAD AFTER WHICH I AND MY YOUNGER BROTHER PRINCE WILL JOIN THE PERSON FOR THE INVESTMENT OF THE MONEY IN GOOD BUSINESS AND FOR MY YOUNGER BROTHER TO CONTINUE HIS EDUCATION. THIS WAS THE INTENTION OF MY FATHER BEFORE HE DIED. I HAVE PRESENTED THE DOCUMENTS TO THE FIRM AND THEY ARE AWAITING FOR THE FOREIGN PARTNER OF OUR LATE FATHER DETAILS ADDRESS.THIS IS ALSO IN LINE WITH THE AGREEMENT MY LATE FATHER ENTERED INTO WITH THE FIRM AT THE TIME OF DEPOSIT THAT THE DEPOSIT WILL BE TRANSFERRED TO ADDRESS OF THE BENEFICIARY WHOSE NAME HE DID NOT DISCLOSE TO THE FIRM. YOU ARE REQUIRED TO PROVIDE AN CONTACT DETAILS WHERE WE WILL SUBMIT TO THEM. YOU WILL ALSO BE IN CUSTODY OF THE MONEY PENDING WHEN I AND MY BROTHER PRINCE WILL JOIN FOR THE INVESTMENT IN GOOD BUSINESS AND FOR PRINCE TO CONTINUE HIS EDUCATION. YOU WILL HAVE 10% OF THE TOTAL AMOUNT AND ALSO 40% SHARE OF THE BUSINESS WILL BE YOUR OWN. PLEASE DO NOT EXPOSE THIS TRANSACTION AS THERE ARE A LOT OF BAD THINGS HAPPENING IN THE WORLD NOW.WE TRUST AND HOPE THAT YOU WILL NOT SIZE THE MONEY WHEN IT IS TRANSFERRED TO YOUR COUNTRY BEFORE WE JOIN YOU IN YOUR COUNTRY. GOD WILL BLESS YOU FOR ASSISTING US. BEST REGARDS BEA AND PRINCE AKA

Im Betreff, wohlgemerkt. Der eigentliche Mail-Inhalt war dann „natürlich“ leer.

Vertrauen ist gut…

Eigentlich sollte man manche Spam-Mails an andere Spammer als Antwort schicken. Fragt sich höchstens, wie rum – ist das hier:

Betreff: FROM ME
Inhalt: Nur ein Anhang im Word-.docx-Format

…eine gute Antwort auf das hier, oder umgekehrt?

Betreff: Hey.
Inhalt:
Hello.

Can I trust you?

Mrs. Victoria.

Jedenfalls ist eines klar: Keiner solchen Mail kann man trauen. Auch nicht der nächsten, weder von der Nummer her oder vom Inhalt – wobei ich es ja nicht ausschließen möchte, dass diese [zensiert] [zensiert] schon über 50 Milliarden Spams verschickt haben:

Amorous letter:53877658888

Hello pass-holder
NEW: Personal page-53877658888:

Das war dann ein Link. Wobei es irgendwie unpassend ist, mit derselben Nummer sowohl eine Mail als auch die angebliche persönliche Seite einer angeblichen partnersuchenden Russin zu bezeichnen – aber, hey, Spammer halt. Die angebliche stichwortartige Beschreibung des Mädels lasse ich hier weg, aber die vier zwischendrin eingestreuten, per HTML klein und weiß (und somit nicht lesbar) formatierten Zeilen zeig ich euch aber:

Sought thro‘ Nature to find this Tree
A city loved with bitter love.
Who make up a heaven of our misery.
My lashes that are closed for now

Das soll dann auch wieder reichen. Eure Hausaufgabe bis zum nächsten Mal: eine Gedichtinterpretation dieser vier Zeilen schreiben. :P


Foto (Orig.): Justin Hall – Fotolia.com