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Glaube

Lesenswerte Luther-Links

Bei „Man Glaubt Es Nicht“ gab’s schon letztes Jahr einen zusammenfassenden Artikel in Vorbereitung dieser seltsamen Jubelorgie, die dieses Jahr1 um den Thesen-Anschläger (dessen genaues Jubiläum in rund zwei Wochen sein soll) veranstaltet wird:

» Hassmensch Martin Luther: Geifernd gegen Juden, Frauen, Bauern und … eigentlich gegen alle

Warum die ach so progressive evangelische Kirche diesen widerlichen Mann, der u.a. den Nazis als Stichwortgeber diente, nicht kritisch aufarbeitet – oder zumindest in altbekannter Manier unauffällig unter den Tisch kehrt – das bleibt völlig unklar. So eine abscheuliche Person über ein Jahrzehnt lang zu feiern … echt jetzt?

Vorgestern dann eine Ergänzung – war Luther tatsächlich ein so schlimmer Hassprediger, und was kam so an Kommentaren von Neonazis und Christen zum ursprünglichen Artikel?

» Martin Luther und die Schnullernazis

Das, liebe evangelische Kirche, sind die Leute, die ihr anzieht, indem ihr den Hassprediger Martin Luther feiert. Und euch das auch noch vom Steuerzahler finanzieren lasst. Es reicht schließlich nicht aus, als Christ Luther einfach nur zu feiern – nein, alle anderen müssen unbedingt auch mitfeiern!

Liebe evangelische Christen, eine Bitte: Behauptet jetzt bitte nicht wieder, ihr hättet von nichts gewusst. Das glaubt euch nämlich wirklich niemand mehr.

 


  1. bzw. dieses Jahr als Höhepunkt eines ganzen Luther-Jahrzehnts []

„Gott ist so gut zu ihm“

Manche Gedankengänge von Gläubigen werd ich wohl nie wirklich verstehen. Nicht nur die leichtfertig in Nachrichtenmeldungen hineingedichteten „Schutzengel“, durch die jemand „nur“ schwerste Verletzungen erleiden muss, anstatt zu sterben, oder einen hohen Sachschaden – anstatt die Unfälle gleich zu verhindern.

Etwa wenn ein Mann – ein Ex-Wrestler, was aber hier keine Rolle spielt – bewusstlos mit 40° Fieber aufgrund mehrfacher Infektionen ins Krankenhaus eingelieffert wird, und kaum geht es ihm besser, schreibt seine Frau auf Facebook:

Thank you all for all the prayers. Fred is awake this morning and talking .He is still very weak and sick but will be better in a few days. God is so good to him. […]
(Quelle)

Also ich weiß nicht, wenn Gott ihm wirklich seine Gunst zeigen wollte, hätte er die Infektionen vielleicht nicht ein bisschen früher stoppen können?

Oder womöglich ist dieser Gott aus Verärgerung darüber, dass der Wrestler mal Hulk Hogan angegriffen hat, sogar schuld an den Infektionen – und es ist nur den Ärzten zu verdanken, dass es ihm besser geht und er überlebt?

Wollen solche Gläubige beständig an einem „lieben Gott“ festhalten? Verzichten sie da einfach aufs Nachdenken? Wie auch immer, ich denke, die Ärzte und Pfleger hätten auch das eine oder andere lobende Wort verdient…

TGIF?

Thank God It’s Friday? Wieso eigentlich? Hätte der olle Himmelsfinger Himmelsdaddy nicht so getrödelt und alles in, sagen wir, zwei Tagen geschafft und dann fünf Tage geruht, ja, das wäre etwas, wofür man ihm danken könnte.

Oder er hätte zumindest so tun können, war ja noch niemand dabei, der was anderes hätte bezeugen können. Nach dem Motto „Ich hab mich angestrengt und alles andere an einem Tag erschaffen, für euch Menschen hab ich mir noch einen ganzen Tag Zeit genommen.“ Da hätten sich Adam, Eva und ihre Nachfahren noch schuldiger fühlen können! Chance verpasst.

Ich denke, damit wäre die Nichtexistenz Gottes eindeutig bewieden. :teufel:

„Der Islam“?

Zu der Diskussion, ob Gewalttaten wie die in Paris Teil „des Islams“ sind, eine kleine Meinungs­äußerung meinerseits:

„Den Islam“ gibt es so gar nicht. Genausowenig wie „das Christentum“, „den Buddhismus“ etc. Denn es gibt zu viele verschiedene Varianten, Strömungen, Interpretationen, die sich alle auf dieselben jeweiligen Grundlagen berufen, sodass man diese Begriffe höchstens als Sammelbegriff für alle verwenden kann, die sich eben darauf berufen.

Und in diesem Sinne gehören diese Taten des Terrors natürlich zu „dem Islam“, genauso wie Fried­fertigkeit und Liebe; gehören Kreuzzüge und Hexen­verbrennungen genauso zu „dem Christentum“ wie die Nächstenliebe. Da ist es müßig, darüber zu diskutieren, was jetzt der „wahre“ Islam, das „wahre“ Christentum etc. ist, schließlich behaupten alle Seiten dies von sich (und die „heiligen Schriften“ mit ihren viel zu vielen Interpretations­möglichkeiten und inneren Wider­sprüchen bieten ja weitreichende Gelegenheiten dazu). Auch wenn es selbst­verständlich umso begrüßens­werter ist, je mehr Anhänger sich für die menschlicheren, friedlichen und somit besseren Varianten entscheiden.

Und natürlich unterstützen und befürworten genausowenig alle Moslems solche Terroranschläge, alle Christen Hexen­verbrennungen, alle Deutschen, um mal über die Religion hinauszugehen, die Untaten der Nazis, etc., sodass es abwegig ist, gerade von ersteren generell Distanzierung zu fordern. So sinnvoll es aber auch wiederum ist, wenn die jeweiligen Guten darauf einwirken und hinarbeiten, dass die Fragwürdigen und die Bösen keinen Zulauf bekommen – egal ob es jetzt um Moslems gegen islamistische Terroristen, deutsche Bürger gegen Pegida/AfD/sonstige Rechts­populisten oder sonstwas geht.

(Hoffentlich sehen die französischen Hintergrund­farben oben auch in allen Browsern richtig aus…)

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