Gottesbeweise und unpassende Kommentare

betend Beim aktuellen Projekt-52-Beitrag, einem Kuchen-Foto, also an einem völlig unpassenden Ort, kommentierte heute Früh ein anonymer Surfer (über einen Anonymisierungsdienst):

Bodo Volkmann
Mathematik Professor Uni Stuttgart em.

„Menschen ohne Beziehung zu Gott stehen unter dem Niveau von Tieren“

Damit die Diskussion nicht dort an unpassender Stelle weitergeht und versickert, möchte ich sie hiermit in diesen separaten Beitrag holen – wer etwas zu diesem Thema zu sagen hat, möge das also bitte hier tun.

Julias (49suns) Antwort:

„Menschen ohne Beziehung zu Kuchen liegen unter dem Niveau der Ackerkrume“

Und meine:

Bei anonymen Falschkommentierern kann man nicht mal von einem Niveau reden. Aber wenn wir schon Zitate herumwerfen, nehmen wir jemand Bekannteres:

„Alle denkenden Menschen sind Atheisten.“ (Ernest Hemingway)

Michael (Greensmilies):

Der Gute muss auch irgendwie seine Bücher verkaufen…

Mittags dann die Antwort des Kommentierers, der sich nun Hans-Kilian nennt und nichts wirklich Brauchbares zum Thema beizutragen hat:

Du beleidigender Atheist, Gott ist 10000000000mal bewiesen wie Bodo Volkmann gezeigt der sagt „Menschen ohne Beziehung zu Gott stehen unter dem Niveau von Tieren“. der das sagt ist tausend mal intelligenter wie du und 5 Milliarden Menschen glauben an Gott, mehr als 3/4 der Welt was willst du unbedeutender atheist uns sagen dass Gott nicht existent lachhaft

Fragt sich, wer mit den Beleidigungen, wenn man sie denn als solche sehen will, angefangen hat. Julia kam mir wieder mit einer Antwort zuvor:

Oha, alleine schon „intelligenter wie du“ zeigt eine unglaubliche Intelligenz!

Nachtrag: Mir würde schon ein Beweis reichen! Die 10 Mrd könnte ich gar nicht alle lesen geschweige denn prüfen.

…bevor ich, vom Mittagessen zurück, antworten konnte:

Ach, und dein Idol Bodo hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und weiß alles viiiiiiel besser, schon klar. Zeig mir doch mal einen einzigen echten Beweis, wenn du das schaffst. Also nicht „ich sage, es ist so, jemand vor 1000 Jahren hat gesagt, es ist so, also ist es bewiesen“ oder „Gott existiert ⇒ … ⇒ Gott existiert“, sondern so richtig fundiert. Was übrigens selbst viele Theologen als unmöglich sehen dürften…

Und denk dran: Weder ist der Gottesbegriff der meinetwegen 5 Mrd auch nur ansatzweise einheitlich – sondern widerspricht sich oft genug sogar –, noch kann ein knappes Viertel unbedeutend sein. :)

(Und Michael meinte: „Da hab ich als Agnostiker nochmals Glück gehabt.“)

So, dann bin ich mal gespannt, wie es hier weitergeht…

» Zur Fortsetzung (13.3.)


Siehe auch: Wikipedia: Gottesbeweis


Foto: criswatk/sxc

36 Kommentare

  1. b

    Und da fragen mich Leute, warum ich mir wünsche, die Welt würde sich mal ein paar Tage religionsfrei nehmen.
    Meine Güte, wäre das eine Ruhe und ein Frieden! :)

  2. M

    Du hast von mir etwas vergessen! Ich glaube nämlich, Bodo will einfach mehr seiner Bücher verkaufen. Durch Kontroversen kommt man halt in die Presse. Und umso stärker diese sind, umso mehr stürzen sich alle drauf.

  3. R

    Mein Papa hat immer gesagt, diskutieren nie über Religion mit fanatischen Anhängern. Wie recht er hatte. Beweise oder Nicht-Beweise ist doch unerheblich wenn es um den Glauben geht. Ich glaube auch daran, das wir nicht allein im Weltraum sind, beweisen kann ich es nicht. Der Glaube dient doch nur dem Zweck die eigene Existenz zu rechtfertigen :D

  4. i

    Glaube kann Berge versetzen?
    Wohl kaum. Eher …
    Glaube kann Berge von Wissen ersetzen!

    Stephen Hawking auf die Frage ob er an Gott glaube:

    Wenn Sie wollen, können Sie sagen, Gott sei die Verkörperung der physikalischen Gesetze. Aber das ist nur verwirrend, da die meisten Menschen das Wort Gott mit einem Wesen verbinden, zu dem man eine persönliche Beziehung haben kann. Die Gesetze der Physik haben aber wenig Persönliches an sich.

    • jL

      Oh das Zitat muss ich mir merken! Sollen wir nicht eine Sammelbestellung für T-Shirts aufgeben? Spreadshirt, anyone?

      Und Robert stimme ich ebenfalls zu – aber man kann es ja mal versuchen, denn evtl. fällt doch einmal ein Kommentar auf fruchtbaren Boden (um bei verqueren Bibelzitaten und meinem ersten Zitat zu bleiben). Vielleicht liest es einer, der dadurch zum Nachdenken angeregt wird und zum ersten Mal sich klar darüber wird, dass es nicht bewiesen ist, dass es (einen) Gott gibt. Und dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass man einer Religion zugehörig ist (nur weil die Eltern es auch waren).

  5. FvK

    Unabhängig davon das ich Religion für nicht bloggeeignet halte, schmeisse ich derartige Kommentare immer gleich raus. Mein Blog ist nämlich privat und werbefrei ;)

    • c

      Wie ich Michael oben schon geantwortet habe, glaube ich nicht, dass das Werbung für Bodos Bücher sein sollte – was der Folgekommentar ja noch unterstützt. Und Werbung für den Glauben ist das, was Hans-Kilian hier veranstaltet, nun auch nicht gerade…

  6. c

    Hans-Kilian hat um 17:14 Uhr beim Uri-Geller-Bericht seinen nächsten Kommentar deplatziert, ich kopiere den Inhalt mal hierher:

    Nur zum Nachdenken, Herr Atheist:

    Stgb: §166

    (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

    bayrische Verfassung:Artikel 131.
    (2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne.


    Nun zu meiner Antwort:

    Erstens: Wenn unsere Antworten auf deine Kommentare in diesem kleinen Blog den „öffentlichen Frieden“ stören können, trifft das auch auf deinen ersten Kommentar zu, denn der ist mit Sicherheit nicht minder gegen „weltanschauliche Bekenntnisse“ gerichtet.

    Zweitens: Der „öffetliche Friede“ ist nicht so einfach gestört, und zuerst kommt mal die Meinungsfreiheit dran… was Stefan auch schon erwähnt hat:

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 5:

    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

    Drittens: Mein Blog ist keine Schule oder sonstige Bildungseinrichtung, also wirst du es schwer haben, die „Ziele der Bildung“ darauf anzuwenden.

    Viertens:

    laughing
    (Flea Snobbery – CC-lizenziert)

  7. E

    „bayrische Verfassung:Artikel 131.
    (2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott…“
    Ob dieser Artikel vor dem Bundesverfassungsgericht bestand hätte, würde mich mal interessieren.
    Und der „Gotteslästerungsparagraph“ nervt mich seit 1990. Bedenklich sind die Gummiformulierungen „geeignet sind“ und „öffentlicher Frieden“.

  8. M

    Ich warte und nichts kommt mehr… schade.

  9. c

    Hans-Kilian hat vorhin mal wieder beim falschen (jetzt aktuellen Uri-Geller-Show-)Beitrag seinen Quark abgeladen – hab ich gelöscht und auf diesen Beitrag verwiesen, mal sehen, ob er endlich kapiert, wie Blogs aufgebaut sind, und hier nochmal schreibt…

    • M

      Wie kannst du das einfach nur löschen… jetzt hab ich nix mehr zum Amüsieren. Muss ich doch wieder Jahwe auf Twitter lesen.

      • c

        Dann will ich mal nicht so sein – hier sind seine pseudowissenschaftlichen Gotteswahnvorstellungen:

        Wir primitiv ist das denn?! Mit deinem wilden Rumballern gegen billigen Esoterikquatsch – hier gebraucht als suggestive Religionskritik – willst du nur davon ablenken, dass du keine rationalen Argumente gegen Gott hast. Hättest du nur ein Fünkchen Ahnung von Statistik, dann könntest du leicht ausrechnen, dass die Komplexität der ganzen Schöpfung ohne einen Schöpfer nicht möglich wäre. Die Wahrscheinlichkeitstheorie beweist, dass Evolution des Menschen, falls überhaupt, nur nach göttlichem Plan erfolgen konnte.
        Ausserdem: In der die moderne Physik ist Gott schon seit langem eine feste Größe (sprich Konstante), ohne die die ganze Quantenphysik zusammenbrechen würde. Also was willst du? Sie geben sich hier als „the brain“ und sind doch nur ein intellektueller Hochstapler und Ersenzähler auf Blödniveau. Hätten Sie wie ich bereits zu Studienbeginn Hauptvorlesungen sprich Vorlesungen von Herrn Prof. Dr. Bodo Volkmann („Menschen ohne Beziehung zu Gott sinken unter das Niveau von Tieren“) gehört, dann hätten Sie Ihren Horizont vielleicht erweitern könne.
        Es ist auch ziemlich billig, den Papst zu beleidigen. Dazu brauch man nur ein kleines dummes F(M)erkel zu sein. Viele Grüsse vom Affenwaldring nach Affenhofen.

        Der „Affenwaldring“ ist offensichtlich eine Anspielung auf den Pfaffenwaldring, an dem der naturwissenschaftlich-technische Teil der Uni Stuttgart liegt. Wundert mich, dass er sich damit selbst auf das Niveau begibt, das er mir (in Pfaffenhofen) zuschreibt…

        • c

          Man sollte vielleicht noch ergänzen, dass kein ernsthafter Wissenschaftler seine „wissenschaftlichen“ Meinungen hinsichtlich göttlichem Plan und Quantenphysik teilen wird, weil sie einfach Unsinn sind. Aber Horizonterweiterung ist bei solchen Leuten nur etwas, das sie von anderen fordern, weil ihr eigener Horizont schon über die Realität hinausgewachsen ist.

        • M

          Er weiß auch noch nicht so recht, ob er dich duzen oder siezen soll.

          • c

            Das ist noch das geringste seiner Probleme…

            • M

              Sag mal, du bist jetzt Atheist? Wie stehst du zu Menschen, die an einen Gott oder Götter oder was auch immer glauben?

            • c

              Da hab ich erstmal nichts dagegen… wie ich schon mal geschrieben habe:

              Ich hab natürlich nichts dagegen, wenn andere glauben, solange sie mich und andere nicht aktiv zu missionieren suchen oder ernsthaft schaden oder gar, wie im Falle mancher Fundamentalisten, für den Nicht- oder Andersglauben bestrafen wollen, und die Verbreitung von zuviel antiwissenschaftlichen Unsinn à la Kreationismus gefällt mir auch nicht…

              Ergänzen sollte ich noch, dass ich ein Herumpöbeln wie das von Hans-Kilian nun auch nicht gerade schön finde, vorsichtig ausgedrückt.

            • M

              Aber das entspricht ja nicht ganz dem Gedanken eines Atheisten, diese finden nämlich, dass alle die glauben, auch ein bissi weich in der Birne sind.

              Ich dachte immer ich wäre ein Atheist, aber ich finde nicht, dass andere deswegen schlechter sind. Agnostiker scheinen da etwas liberaler zu sein.

              Aber event. weißt du ja mehr, „erleuchte“ mich. :D

            • c

              „nichts dagegen haben“ sagt ja noch nichts darüber aus, was ich über Gläubige denke. ;) Ich würd’s aber nicht „weich in der Birne“ nennen (was wohl kaum elementarer Bestandteil des Atheismus ist, finde ich – genausowenig sollte das, was man über Gläubige denkt, zu einer Unterscheidung zwischen Atheist oder Agnostiker führen), sondern eher als einer irrationalen Wunschvorstellung folgend. Oder so.

        • S

          Ausserdem: In der die moderne Physik ist Gott schon seit langem eine feste Größe (sprich Konstante), ohne die die ganze Quantenphysik zusammenbrechen würde.

          In welcher modernen Physik ist denn Gott eine feste Größe oder Konstante ? Welche Pysikalische Einheit hat es denn ?

          Vielleicht beim fliegenden Spagettimonster, da wird eine mathematische Erklärung angeführt, aber doch nicht in der Physik.

          Pi*X/N=Gott ???

  10. M

    Was ist dann der Unterschied, ich dachte bisher der Unterschied ist eben gerade die Art wie man über Gläubige denkt.

    • M

      Arghh, hab nicht auf Antworten geklickt. #threadedistdoof

    • c

      Ne, das Wesentliche ist, wie du über Gott denkst – ich zitiere mal schnell aus der Wikipedia:

      Unterscheidung der Bedeutungsaspekte

      In jüngerer Zeit haben sich, insbesondere im angelsächsischen Sprachraum, folgende Bezeichnungen eingebürgert:

      schwacher (oder negativer) Atheismus

      Ich bin nicht überzeugt, dass es Götter gibt. Ihn kennzeichnet der fehlende Gottesglaube. Er verneint, dass es objektive Gründe gibt, an die Existenz irgendwelcher Gottheiten zu glauben; aber er verneint nicht direkt die Existenz von Gottheiten.

      starker (oder positiver) Atheismus

      Ich bin überzeugt, dass es keine Götter gibt. Ihn kennzeichnet die Überzeugung, dass es keine Götter gibt. Er verneint also direkt die Existenz von Göttern.

      Unterscheidung nach der Begründung

      [hier kommt dann auch der Agnostizismus vor, der auf seiner Seite so beschrieben wird:]

      Der Agnostizismus bezeichnet die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen – entweder ungeklärt, grundsätzlich nicht zu klären oder für das Leben irrelevant sind (letztere Haltung wird auch als Ignostizismus bezeichnet).

      Die Frage „Gibt es einen Gott?“ wird von einem Agnostiker dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet, sondern mit „Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“, „Es ist nicht beantwortbar“, oder „Es spielt keinerlei Rolle“.

      • M

        Ich mein das zwar auch anders aufgeschnappt zu haben, also vor allem die Tatsache das sich Atheisten als etwas besseres betrachten und „Gläubige“ für dumm halten, aber da es keinen Beweis für oder gegen die Existenz von „Gott“ gibt, seh ich es wie die Agnostiker, bei der Frage ob es einen Gott gibt, mit „Ich weiß es nicht“ zu antworten.

  11. c

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