Zitate des Tages (20)

Stopschild Zur geplanten Internetzensur hierzulande, die ihre Befürworter, allen voran „Zensursula“ (wie der CCC sie nennt) Familienministerin Ursula von der Leyen, als vermeintlich effektives Vorgehen gegen Kinderpornographie durchsetzen wollen – schließlich wird niemand widersprechen, dass diese verachtenswert ist und bekämpft werden muss –, ein Zitat aus dem Fazit des ausführlichen Artikels der c’t: Verschleierungstaktik – Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere:

Bei nüchterner Betrachtung scheint es kaum möglich, dass Ministerin Ursula von der Leyen wirklich daran glaubt, durch Websperren den Handel mit Kinderpornografie spürbar eindämmen oder gar den Missbrauch von Kindern verhindern zu können. Zu offensichtlich läuft diese Aktion in eine falsche Richtung. Und damit taugt sie noch nicht einmal als gesellschaftliches Signal. Denn das würde lauten: Wir starten einen dilettantischen Versuch, das Problem zu verdecken, tun aber nichts dagegen. {…}

Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann.

Der CCC schreibt hierzu im Aufruf zur Mahnwache, passend zur geplanten Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages mit den Providern um 9:30 ab 9:00 Uhr in Berlin:

Die Internetanbieter werden dabei knallhart erpresst: Um nicht in einem Atemzug mit Kinderschändern erwähnt zu werden, sollen sie am offenen Verstoß gegen das Grundgesetz mitwirken. Dabei soll es vorerst nur um die Erschwerung des Zugangs zu strafbaren Inhalten gehen. Zur Erweiterung des Systems auf die Zensur beliebiger anderer Webseiten ist lediglich eine Anpassung der Filterliste notwendig.

Jeder weiß, dass Kindesmissbrauch mit den geplanten Geheimlisten nicht bekämpft werden kann. Auch die Verbreitung von Bildern und Filmen missbrauchter Kinder ließe sich einfacher verhindern: Ginge es ihr wirklich darum, könnte Zensursula die Betreiber der Server mit den Mitteln des Rechtsstaats belangen. Die Strafverfolgungsbehörden könnten die Anbieter und Produzenten zwar effektiv verfolgen, tun es aber nicht. Denn eine bessere Ausstattung und mehr Zusammenarbeit der Ermittler sind nicht geplant. Damit entsteht erst der angeblich rechtsfreie Raum, von dem die Internetausdrucker so gern reden.

Mehr dazu und Links zu den teilnehmenden Organisationen auch u.a. bei Heise.

:arrow: Und: Ein lesenswertes Interview zu diesem Thema mit einem ehemaligen Missbrauchsopfer bei der Zeit (via @gregma).

Sternchen

subway-sternchen

Eine Anzeige auf der Titelseite des Bayrischen Taferls 16/2009, eines hiesigen Anzeigenblattes in normaler Zeitungsgröße – links oben komplett zu sehen1, rechts und unten die entsprechenden Ausschnittsvergrößerungen der rot eingerahmten Bereiche. (Anklicken zum Vergrößern.)

Meine Glückwünsche den Sieger des Wettbewerbs „Unleserlichster Sternchen-Erklärungstext“! ;)

Update 17:20 Uhr: Ha, sogar im Web gibt’s das Angebot – hier der nicht auswählbare Text in Standard-Größe:

subway-web-s

Immerhin kann man’s dann problemlos lesen, wenn man mehrfach mit dem Browser hineinzoomt – da steht dann das Übliche bzgl. Zeitraum, Extras kosten extra, nicht kombinierbar und das Copyright von „Doctor’s Associates Inc.“, deren eingetragene Marke SUBWAY® sei.

  1. abgesehen von den anderen Anzeigen, die ich unscharf gemacht habe ↺

Musik-Quiz 54

Musik-Quiz Willkommen zum neuesten Musik-Quiz, heute – ja, es ist schon Dienstag, auch wenn die letzten beiden Tage quasi Sonntage waren – wieder ein Liedzeilenquiz à la Julia, d.h. es werden ein paar Textzeilen gesucht (und natürlich auch Lied und Künstler), die mit einigen Tips, die ich nacheinander geben werde (im Beitrag ungefähr in 15-Minuten-Abständen und auch in den Kommentaren), beschrieben werden.

Hoffentlich kommt nicht gleich jemand mit den ersten ein oder zwei Tips drauf…

  1. Körperliche Reaktionen aufgrund freudiger Erregung – so könnte man die heute gesuchten vier Zeilen umschreiben. Besser gesagt einen Teil davon, der andere Teil bezieht sich auf deren (hier nicht ganz eindeutigen) Auslöser.
  2. (16:16) Die Band ist schon ziemlich lange im Geschäft, und das gesuchte Lied stammt aus dem zweiten Viertel ihrer Schaffensperiode.
  3. (16:30) Das Album, auf dem der gesuchte Song erschienen ist, geht gewissermaßen unter die Haut.

Gelöst von symBadisch:
„Start Me Up“ von den Rolling Stones (Live-Video, Text, Wiki) vom 1981er Album Tattoo You mit den Zeilen

My eyes dilate, my lips go green
My hands are greasy
She’s a mean, mean machine
Start it up

Als nächsten Tip hätte es übrigens diesen gegeben:

  1. Ein großer Hersteller aus dem IT-Bereich hat dieses Lied mal in einer Werbekampange verwendet – der erste solche Fall für die Band.

Und das war natürlich Microsoft, die „Start Me Up“ zur Einführung von Windows 95 – dem ersten Windows mit dem Start-Button in der Taskleiste – verwendet haben.

Danke fürs Mitmachen und bis nächsten Dienstag!

 


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