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Pfaffenhofen
85276 Pfaffenhofen a.d. Ilm, um genau zu sein

Offenbad

Es war wieder Zeit fürs kleine Wochenendfestival „Open Park“ im Freibad der Provinz-Kreisstadt, mittlerweile die 5. Ausgabe – diesmal bei gutem Freibadwetter mit Sonnenschein und knapp unter 30° im Schatten.

Am Samstag bin ich um 17 Uhr, also einmal Tanzshow, „Feel Good Music“ und einen Singer-Songwriter auslassend, eingestiegen mit Stoner Rock von Long Bottom Leaf – ein guter Einstieg, energiereich getragen, roh; „frisch aus dem Südviertel“, wie’s in der Ankündigung heißt – vielleicht meinten sie das Südviertel jeder Stadt, weil da nix von Aichach steht…?

Wie üblich wird zwischen Hauptbühne und kleiner Hügelbühne gewechselt, in diesem Fall rüber zu Folk-Singer-Songwriterin Lisa Fitzek, mit der’s dann gut weiterging. Und anfangs mit einem guten Burger in der Hand zum Abendessen. Also ich, nicht sie. 😉

Die Fortsetzung war dann ordentlich härter mit Scherbentanz aus Regensburg mit NDH/Gothic Rock und neuem Sänger, und die gingen auch richtig gut ab.

Dann wieder nach hinten zur One Man Band Niko Koch mit E-Gitarre und Gesang live und dem Rest nicht – irgendwie eine Mischung aus „toll“, mittelmäßiger Akustik und „irgenwie fehlt mir was“, aber sicher keine Zeitverschwendung. Und das bunte Haus haben Kinder im Lauf des Nachmittags bemalt. Die hatten zudem auch Vereinsstände, Clowns, Luftballonkünstler, Spielgelegenheiten u.a. – ist ja nicht nur ein reines Musikfestival.

Zum Abschluss und Höhepunkt des esten Tages, die Zuschauerreihen hatten sich etwas gelichtet, weil viele Familien mit Kindern genug freigebadet hatten, die Sons of Eternity, Power Metal aus Würzburg.

Bandmitglieder waren auch schon u.a. bei Haggard und Beyond The Black, also keine kompletten Neulinge oder bei „hä, wer?“-Bands…

Großartiger, CD-Kauf-würdiger Auftritt mit dem Wermutstropfen, dass sie nach einer knappen Stunde um Punkt 22:00 Uhr aufhören mussten – warum auch immer die Vorschriften da so streng sind, wenn man bedenkt, dass bei den Langen Nächten der Kunst und Musik bis 23:30 oder so in der Innenstadt(!) gespielt (wenn auch später begonnen) wird…

Sonntag, zweiter Tag. Trommelshow, Tanzshow, Kinder-Rock und Indie auslassend, hab ich dann auch das genutzt, weswegen ich eine Saisonkarte habe, nämlich das Schwimmerbecken, und war dann mit ca. einer Viertelstunde Verspätung bei The Enfys mit ihrem „Popcore“. Beim ersten Open Park hatte ich sie am Sonntagabend noch ausgelassen, v.a. da sie mit „bewusst einfach“ gehaltenen Songs beworben wurden, mittlerweile werden sie in den höchsten Tönen für ihre Mischung aus Metal und Deutsch-Pop gelobt (okay, das sind natürlich PR-Texte). Nun, sicher, das funktioniert schon gut, wenn einfacher Pop von harten, energiegeladenen Metal-Riffs abgelöst wird, aber wenn das bisweilen nicht mal mehr Deutsch-Pop, sondern billige Ballermann-Partymucke ist, ist das halt ein bisschen an meinem Geschmack vorbei.

Irgendwie scheint da einer gefehlt zu haben, der dann auch mal „vom Band“ rappte – vielleicht haben sie’s am Anfang angesprochen, aber den Anfang hatte ich ja verpasst. Bei einem Song kam noch die gutturale Sängerin von Venus Bleeding (s.u.) zu einem Duett dazu.

Nach hinten zu Singer-Songwriter-mit-Drummer-aber-heute-ohne-Bassistin Sven Ormen, die dann auch die beiden Kleinbühnenauftritte vom Samstag in die Tasche steckten. Und wieder nach vorne zu Acanthus aus Reutlingen mit Symphonic Metal…

…mit klassischer Sängerin und gelegentlichen Growls des – etwas underdressten – Keyboarders (im nächsten Bild im Vordergrund). Wusste sehr zu gefallen und war mir natürlich auch einen CD- und T-Shirt-Kauf wert.

Als „Akustik Hardcore“ wurde das Folgende angekündigt, Venus Bleeding, als volle Band Punk/Grunge/Hardcore, hier als Premiere mit Akustikgitarre und der schon erwähnten Sängerin, überwiegend gefühlvoll und halt Akustik-Rock, aber teilweise auch mit Growls, eine interessante Mischung, die irgendwie funktioniert, irgendwie ungewohnt ist.

Zu guter Letzt die Brainchuckies aus Baar-Ebenhausen, Melodic Metal, mal normal gesungen, mal geschrien…

…und einmal mit leuchtenden Engelsflügeln (und Teufelshörnchen). Sie suchen übrigens ein*e 2. Gitarrist*in, aber vermutlich findet sich unter meinen wenigen Lesern niemand…

Auch ein sehr guter Abschluss für dieses Festival, und natürlich am Sonntag noch früher zu Ende, kurz nach Sonnenuntergang, da war’s noch gar nicht dunkel…

Kurz mal lang

Heute und morgen sind mal wieder die „Langen Nächte der Kunst und Musik“ hier in Pfaffenhofen – an den bisher heißesten Tagen des frühen Sommers. Da sind beim offiziellen Beginn um 17 Uhr halt grad die Höchsttemperaturen… ich bin dann gegen 19:30 los, zumal die erste Band am oberen Hauptplatz um 19:45 anfangen sollte: Aggressive Swans aus München. „Zu erwarten sind definierte Riffs, expressive Vocals, Ozeane von Synths und improvisierte psychedelische Konstrukte.“ Zu erwarten war auch Sprühnebel zur Abkühlung in der Nähe:

Und wenn das schon im Foodtruck-Bereich ist, hab ich mich mal bei Pommes, Burgern, Pinse, Baumstriezel1 & Co. umgesehen – und mich für ein kühles Törtchen mit Erdbeeren und Waldmeistersahnecreme entschieden (für 5 € etwas klein, aber gut). Musikalisch poprockten manche Songs so vor sich hin, bis sie dann doch zulegten – ich hab die Band dann nicht komplett gehört und bin noch über den Hauptplatz geschlendert im abendlichen Licht mit etwas erhöhter Temperatur auf der teilweisen Sonnenseite:

Kurz noch etwas von einem Breakdance-Battle mitbekommen; in der Mitte des unteren Hauptplatzes spielte dann eine Coverband, die gerade Can’t Stop zum Besten gab, als wär’s ohne Red Hot Chili Peppers noch nicht heiß genug…

Jedenfalls war’s dann Zeit für den Nachtisch – 3 Kugeln Eis –, einen weiteren eher schmallinig sprühenden Schlauch und zu den letzten 4 Songs der Schwäne, u.a. mit einem grandiosen Flötensolo:

Weiter an Stelzenläufern und Clowns vorbei zum Kunstmarkt in der Löwenstraße, der dieses Jahr etwas spärlicher ist – weniger als 10 Stände/Buden (und eine war geschlossen), kein*e Maler*in dabei, wo ich noch etwas für meine Wand bekommen hätte.

In der Frauenstraße gab’s u.a. Kunst- und Spielaktionen für Kinder, am Rande ein paar modifizierte Verkehrsschilder, und dann hab ich noch die komödiantischen Akrobaten Kira & Anders erwischt, die um und auf einen Koffer am imaginären Bahnhof herumturnten:

Auf den späteren Rest – Musik gibt’s etwa noch bis mindestens 23:30 (und letztes Jahr gab’s wohl Beschwerden, dass es auf einer anderen Bühne noch deutlich länger ging) – hab ich dann verzichtet und bin heim zum Lüften und Gießen der noch recht neuen Pflanzen. Ob ich am Samstag bei noch zwei Grad mehr nochmal hingehe? Tendenziell eher nicht…

  1. ja, tatsächlich Baumstriezel bei der Hitze. Sie hatten aber vorsorglich auch Eis mit eingepackt… ↺

Weitergestochen

Stichwahlen zur Kommunalwahl:

Als Pfaffenhofener Bürgermeister darf der SPD-Herker seine vierte Amtszeit antreten nach seinem 58,9%-zu-41,1%-Erfolg über seinen CSU-Herausforderer – der übrigens mit „18 Jahre reichen“ geworben hatte, was angesichts der viel längeren Vorherrschaft seiner Partei im Landtag schon interessant ist – bei 58,3% Wahlbeteiligung. » Quelle

Auch der Landrat darf weitermachen: FW-Gürtner lässt seinen CSU-Herausforderer mit ähnlichen 59,5% zu 40,5% hinter sich, Wahlbeteiligung 58,2%. » Quelle

In München hingegen löst der Grünen-Herausforderer Krause den SPD-Amtsinhaber Reiter als OB ab, dem wohl u.a. sein Umgang mit seiner FCB-Ämter-Affäre und eine generelle Überheblichkeit ein zu großes Hindernis geworden sind.

Verlegt der Söder den Landtag jetzt irgendwo anders hin? Irgendwo aufs Land, wo’s noch mehr CSU-Wähler und Wurstfabriken gibt? Auch wenn @wolfgangwalter.bsky.social nicht ganz unrecht hat mit „Was ist der Unterschied zwischen Gott und Söder? Gott ist überall, und Söder ist überall, nur nicht im Münchner Landtag“, wäre das ja doch auch eine prinzipielle Frage unabhängig von seiner persönlichen Anwesenheit.

Kommunahlwal

Sechs Jahre rum, also wird hier wieder „im Kleinen“ gewählt. Die Beteiligung stieg von 62,4% auf 66,3%. Und bekanntermaßen ist Kommunal was anderes als Land oder Bund, wo sich etwa die SPD immer überflüssiger macht, z.B. in Ba-Wü, wo gleichzeitig landtagsgewählt wurde und die SPD sich auf 5,5% halbiert hat.

Während anderswo Bürgermeister-Amtsinhaber mit zwei Dritteln und mehr bestätigt und wiederum anderswo mit unter 20% aus dem Amt gejagt wurden, hat unser SPD-Amtsinhaber die absolute Mehrheit mit 49,0% knapp verfehlt und muss gegen den CSU-Mann (26,2%) in die Stichwahl – hatte aber auch zwei Gegner mehr als letztes Mal. Auf Platz 3 der FW-Kandidat mit 13,6%, und kurioserweise haben alle drei einen Nachnamen, der mit H beginnt. ÖDP liegt bei 7,1%, der FDP-Kandidat heißt zwar Gold, glänzte aber mit 2,1% nicht gerade; und der Mensch Mayer1 von der hiesigen „Gemeinschaft für Gemeinwohl“, bisher auch Teil der bunten Koalition, schafft nur 1,9%. » Quelle

Im Stadtrat mit 30 Sitzen verliert die CSU einen und kommt auf 9, SPD bleibt bei 7, FW bei 5, ÖDP bei 2 und FDP bei 1, wodurch deren Bürgermeisterkandidat noch in den Stadtrat kommt, leider anders als der GfG-Mensch, der nun komplett rausfällt. Die Grünen verlieren einen ihrer bisher 4 Sitze; AfD und Linke kommen auf 2 bzw. 1. Die „Junge Union“ bleibt draußen mit noch weniger Stimmen als die GfG. » Quelle

Als Landrat kommt der Amtsinhaber (FW) mit 34,0% mit dem CSU-Herausforderer (32,4%) in die Stichwahl; die Kandidat*innen von AfD, SPD, Grünen, Linke, FDP liegen bei 12,0%, 10,1%, 7,8%, 2,4% bzw. 1,4%. Wemm ich deren Anteile naheliegend auf die Stichwahlkandidaten verteile, wird’s für den Amtsinhaber wohl reichen. » Quelle

Und im Kreistag schließlich… *wart* die riesigen Stimmzettel mit unzähligen verteilbaren Stimmen sind halt auch aufwendig *däumchendreh* insg. über 11000 cm² waren’s *ah jetzt* 12:38 Uhr: CSU runter von 19 auf 18, FW von 12 auf 11, AfD von 4 auf 8, SPD von 8 auf 7, Grüne von 7 auf 6, Bürgerliste von 5 auf 4, ÖDP von 3 auf 2, JFL/JU 2, FDP von 2 auf 1, Linke 1. » Quelle.

Beim Kreistag übrigens 19,6% Urnenwähler, 46,5% Briefwähler und 33,9% Nichtwähler.

Und wer muss sich jetzt hier eine Glatze rasieren wie die FDP-Generalsekretärin nebenan, die das angeündigt hatte bei Nichteinzug in den Landtag?

  1. offiziell in der Liste: „Mayer Manfred, genannt: Manfred Mensch Mayer“; aus seinem nicht gerade geringen Alter macht er anscheinend ein Geheimnis ↺