Musik im Heimnetz

DiskStation DS107+ Ich wollte schon länger mal etwas mehr Speicherplatz im Netz verfügbar haben (mehr als der katastrophal langsame USB-Stick an der Fritzbox), der auch als Quelle für meine Musiksammlung dienen soll. Ich hab mir ein paar verschiedene Modelle angeschaut (nicht direkt, sondern entsprechende Testberichte und Daten) und mich dann für ein NAS (= Network Attached Storage) in Form einer Synology DiskStation DS107+ (die u.a. auch anderswo Verwendung findet) mit einer 1TB-Platte entschieden – bereits vom Händler (xtivate) eingebaut (und die gerade eine Woche alte neue Firmware war auch schon drauf).

Die DiskStation dient mir nun seit einigen Wochen zum einen als Backup-Speicher und „Lager“ z.B. für meine Bilder1, zum anderen eben als UPnP-AV-Server für meine Musiksammlung2. Sie könnte auch noch mehr, z.B. als Fotoalbum, Webserver samt PHP und MySQL, Download-Client, USB-Printserver, Ein-Tasten-Kopie von USB-Platten – werde ich wohl nicht alles nutzen. :) (Nebenbei, besonders hübsch finde ich das Gehäuse nicht…)

Die Platte kann nach einer einstellbaren Zeit Schlafen geschickt werden – spart Strom und Geräusche; ein kleiner, leiser Lüfter läuft aber die ganze Zeit. Vielleicht nichts fürs Schlafzimmer, aber sonst nicht störend.

Die Geschwindigkeit ist recht ordentlich angesichts einer einzelnen Platte und einem kleineren, sparsameren Prozessor – beim Schreiben Tausender von Dateien mit durchschnittlich 1 MB Größe meldete der Explorer ca. 14.6 MB/s. (Laut diverser Tests sollen z.B. die DS209+ (für 2 Platten) und v.a. die DS408 (für 4 Platten) schon deutlich schneller sein, aber es ist auch eine Frage des Stromverbrauchs, schließlich läuft das Teil den ganzen Tag, ohne dass es – als echter Fileserver z.B. – ständig benutzt würde.)

Musik-Clients

Natürlich muss die Musik auch wieder hörbar gemacht werden – man könnte zwar auch USB-Lautsprecher oder -Soundkarten und eine spezielle Fernbedienung anschließen, nur stelle ich mir die Musikauswahl ohne Display wenig komfortabel vor. Deswegen mussten separate Geräte her3, und ich habe mich nach und nach erstmal für diese beiden entschieden:

Terratec Noxon 2 Radio for iPod, die Kombination aus Internetradio/Client und Lautsprechern (und iPod-Dock);

Ein Empfänger von VR-Radio, der von Pearl angeboten wird, zum Anschluss an einen vorhandenen Verstärker bzw. Aktivlautsprecher.

Für beide gilt:

  • WLAN-Einrichtung geht einigermaßen schnell, auch mit WPA/WPA2-Verschlüsselung. Die Eingabe des komplizierten WLAN-Passworts hab ich mir nerviger vorgestellt…
  • Sie funktionieren an sich problemlos an der DiskStation. Die Musikdateien sind sowohl über „by artist“, „by genre“, „by album“ erreichbar (was natürlich entsprechend gepflegte ID3-Tags erfordert) als auch über „user files“4, wo dann die tatsächliche Ordnerstruktur sichtbar wird – was bei mir eine tiefere Schachtelung zwecks mehr Übersicht ist, die dann z.B. so aussieht: Queen&Co\Queen-Alben\Queen II.
  • Die Navigation ist bei vollen Ordnern mit etwas Wartezeit verbunden, ist aber noch erträglich.
  • Grafikfähiges Display, i.d.R. für 4 Textzeilen genutzt, mit blauer Hintergrundbeleuchtung; etwas langsam im Bildwechsel (Nachleuchtzeit).
  • Internetradios lassen sich über (unterschiedliche) Web-Dienste am Computer hinzufügen; „meine“ Rockantenne war schon vorab verfügbar (geht z.B. über Kontinent – Land – Genre), viele andere hab ich noch nicht ausprobiert. Die Wiedergabe startet jedenfalls schnell genug.
  • Man kann in den Ordnern navigieren, ohne die laufende Wiedergabe abzubrechen (Ausnahme: Umschaltung Internetradio↔Heimnetzmusik beim VR-Radio).
Terratec Noxon 2 Radio for iPod

Noxon 2 Radio for iPodEinigermaßen gefälliges Design (ja, es ist hinten niedriger als vorne), zwei kleine Lautsprecher vorne – die natürlich keine allzu große Stereo-Wirkung rüberbringen – und ein großer im Boden, der nach unten gerichtet ist und für die Bässe sorgt. Die wesentlichen Punkte:

  • Sehr guter Klang für diese Größe.
  • Brauchbare Fernbedienung mit sinnvollen, aber sich nicht optimal anfühlenden Tasten; Suche nach Anfangsbuchstaben wie bei Handys.
  • Verschluckt gern die erste ½–1 Sekunde eines Titels.
  • Großes, unhandliches Netzteil ähnlich dem eines Notebooks.
  • Große, langsam durchlaufende Titelanzeige möglich.
  • Am Ende eines Albums hört die Wiedergabe auf.
  • iPod-Dock oben…
  • …ohne Abdeckung.
VR-Radio (Pearl)

VR-RadioEin einfacher Empfänger, mit 80€ recht billig – entsprechend auch nur mit Analog-Ausgang (Cinch) und ohne Netzwerkkabelanschluss.

  • Klein (und ohne hässliche Knöpfe, die bei einem Billiggerät zu befürchten wären), wird nur über Fernbedienung gesteuert.
  • Klangwandlung ist in Ordnung (soll heißen: ich höre keine Probleme, hab aber auch keine großen Hörvergleiche gemacht).
  • Winzige, unkomfortable Fernbedienung…
  • …die auch keine Pause- oder Vor-/Zurück-Tasten enthält.
  • Kleines Steckernetzteil (muss ja auch keinen Verstärker versorgen).
  • Zeigt statt Titel Dateiname (obwohl die anderen ID3-Daten ausgelesen werden).
  • Am Ende eines Albums geht’s wieder von vorne los.
  • Batterie (Knopfzelle) für die Fernbedienung war nicht dabei.5
Xbox 360

Ich hab’s mit diesem rauschenden Stromfresser nur kurz ausprobiert, deswegen nur diese knappe Erwähnung: wie erwartet funktionierte auch hier der Zugriff auf die Musiksammlung.

Fazit

Ich bin eigentlich recht zufrieden – die Geräte sind nicht perfekt, aber auf jeden Fall gut genug, um sie zu behalten. Vielleicht hole ich mir noch einen dritten Empfänger, mal sehen, was es da noch für Modelle gibt.

Wer noch Fragen hat, nur raus damit. :)

 


  1. damit ich sie z.B. auch am Wohnzimmer-Notebook zur Verfügung habe []
  2. ich muss endlich mal den Rest der CDs auf die Platte kopieren… []
  3. Synology bietet eine offizielle und eine von Benutzern gefüllte Kompatibilitätsliste []
  4. in der DiskStation wäre auch Deutsch einstellbar []
  5. Eigentlich wird eine CR2025 benötigt, aber der Platz hat auch für eine CR2032, die ich noch übrig hatte, gereicht. []

8 Kommentare

  1. S

    Nur eine Frage, wofür braucht man das alles ?

    Da passen doch gar nicht meine Schallplatten rein ;)

    Ich habe es schon mal ausprobiert, also Musik am PC hören und so, doch irgendwie kann ich mich damit nie anfreunden. Dann lieber immer alles auf der richtigen Anlage.

  2. c

    Ach so, ich vergaß zu erwähnen: Für Schallplatten muss man einen großen Shredder kaufen und sie damit zerkleinern. ;)

    Ich hab das (Bequemlichkeits-)Problem, dass meine richtige Anlage (samt CDs) in meiner Dachgeschosswohnung oben ist, ich aber auch unten gern was hören möchte – und da immer hoch- und runterzukraxeln ist auf Dauer zu unbequem. Da ist so ein Zulieferer für die kleine Anlage bzw. das Noxon-Radio alleine (für die Essecke/Küche) ganz praktisch.

  3. b

    Wenn das Ding so schnell ist: Mit der wievielfachen Geschwindigkeit spielt der denn die Musik ab? Jedenfalls klingt das sehr praktisch – so kann man viel mehr Musikstücke pro Tag durchhören, ja?
    ;-)

    • c

      Abhängig von der Qualität mehrere Minuten pro Sekunde ;) – leider braucht man auch mehrere Clients, um wie Data auf der Enterprise mehrere Musikstücke gleichzeitig zu hören…

  4. S

    Du berührst da einen Gedanken, den ich schon länger habe: hab eine Synology 207+ und sauberst getaggte Musik drauf. Derzeit synct mein iTunes mit der Diskstation und das wiederum betankt meinen iPod der wiederum mittels iPod-Dock an der Anlage hängt.
    Das geht auch einfacher, ich weiss – deswegen suche ich wie Du einen simplen aber komfortablen Client, der einen ordinären Audio-Ausgang hat :-)

    Was hast Du denn noch für Geräte im Programm?

    • c

      Eigentlich keine – bei den Radios (also denen mit Lautsprechern) hab ich mich hauptsächlich an einem c’t-Artikel orientiert, den billigen Client hab ich einfach probeweise bestellt, weil er billig ist. :) Berichte dazu, wie komfortabel die Geräte sind, findet man leider selten bis gar nicht…

      Das Noxon gibt’s auch ohne Lautsprecher (muss man eh selber zusammensetzen), aber solange Terratec das Verschlucken des Anfangs nicht korrigiert, verhindert das eigentlich eine generelle Empfehlung (für meine Essecke/Küche kann ich noch damit leben).

  5. S

    @2 Ich habe nicht so eine große Wohnung über mehrere Etagen, aber stimmt für sowas ist es dann doch schon praktisch.

    • c

      So groß ist meine Wohnung auch nicht, oben ist nur etwas, das sich hochtrabend „Galerie“ nennt, aber einfach den hohen Bereich, der unterm spitzen Dach in der Mitte nun mal entsteht, dadurch nutzt, dass die Decke der unteren Zimmer dort begehbar ist…

Schreib einen Kommentar

Alle Angaben sind freiwillig. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben.

  • Moderation: Wer zum ersten Mal kommentiert, dessen Kommentar muss manuell von mir freigeschaltet werden.
  • Benimm dich! Keine Beleidigungen, keine rechtswidrigen Inhalte u.s.w.! Sollte eigentlich selbst­verständlich sein, oder...?
  • Webseite: Nichts gegen Blogs mit Werbung, aber rein kommerzielle Links sind unerwünscht und werden gelöscht. Reine Spam-Kommentare natürlich auch.
  • E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren: Diese Funktion musst du über eine beim ersten Mal verschickte Bestätigungs-Mail freischalten. Diese Benachrichtigungen können mit dem auch in jeder Mail enthaltenen Link auch wieder deaktiviert werden.
  • Twitter: Wenn du einen Twitter-Account hast, kannst du im entsprechenden Feld deinen Twitter-Namen eingeben (egal ob mit oder ohne dem @), der dann bei allen (auch älteren) Kommentaren, die dieselbe E-Mail-Adresse enthalten, angezeigt wird. (Heißt auch: das E-Mail-Adressfeld muss auch ausgefüllt sein.)
  • Erlaubte HTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> <sub> <sup> <big> <small> <u>