Tolle Begründung!

Fisch und Brot Aus der Aschermittwochs-Sonderseite (mit diversen Fisch-Angeboten) des aktuellen Bayrischen Taferls:

Warum der Fisch an Aschermittwoch?

„Karfreitag und Aschermittwoch sind absolut fleischfrei, nur Fisch ist erlaubt, weil der Fisch nicht gekreuzigt wurde“, sagt Becker-Huberti. […]

Nachtrag 18.4.14: Herr Becker-Huberti merkt an, er habe diese „hanebüchene“ Aussage nie gemacht. Na, wer in der Taferl-Redaktion oder sonstwo (ist hier – genau: Ausgabe 6/13, S.11 – ja offenbar nur ein Auszug) hat sich dann den Text zusammengedichtet…? (Nachtrag Ende)

Nun weiß ich nicht, was die Römer damals so alles gekreuzigt haben, aber waren da wirklich Schweine, Kühe, Hühner, Pferde etc. dabei? Und Truthähne, die damals auf dieser Seite des Atlantiks noch gar nicht bekannt waren?

Und benutzen nicht ausgerechnet die Christen das Fisch-Symbol für sich und ihren gekreuzigten Guru?

Also echt, manche Versuche, willkürliche Regeln zu „begründen“, könnte man sich auch schenken. Ganz ungeachtet der absurden Umdefinition, dass Fische kein Fleisch hätten/wären. Vollkommen richtig, dass der Papst deswegen zurücktritt!


Foto: Sven Herzberg, CC-by-nc-sa-Lizenz

7 Kommentare

  1. P

    Das Fleisch in christlichen Fastenzeiten nicht gegessen wird, hat damit zu tun, dass das Johannesevangelium in seinem Prolog davon spricht, dass „das Wort Fleisch“ geworden ist. Gemeint ist der göttliche Logos, der in Jesus Christus sterblich geworden ist. Das griechische Wort für Fleisch – sarx – finden wir zum Beispiel auch in Sarkophag wieder, was die Sterblichkeit des Menschen betont.

    Fische sind seit Jahrhunderten beliebte Fastenspeisen, da sie das Fleisch-Verbot umgehen.

    Weitere Infos und Artikel zur Passionszeit findet ihr hier: http://philipp-greifenstein.de/tag/passionszeit/

    • c

      Auf diese verquere Art ergibt das mit dem Fleisch dann sogar Sinn… nur die Reichweite der Fleischdefinition bleibt willkürlich (wären die Christen damals richtige(*) Kannibalen gewesen, hätten sie das Verbot ja auf Menschenfleisch beschränken können ;) ) und natürlich so geschickt gewählt, dass man halt trotzdem das Fleisch von Fischen genießen kann. (Oder man versteckt Landtier-Fleisch in Teigtaschen und nennt das „Herrgottsbscheißerle“.)


      (*) und nicht nur hinsichtlich Transsubstantiation

  2. r

    Fisch kann kein Fleisch sein — sonst gäbe der gute alte Spruch

    weder Fisch noch Fleisch

    überhaupt keinen Sinn ;-)

    • c

      Ach, den können wir ja ändern: weder Fisch- noch Landtierfleisch, oder so. Wen interessiert schon, dass das keine Alliteration und nicht so schön kurz und knapp ist…

  3. W

    Wenn es darum geht, irgendwelche Gebote zu umgehen… da waren die Christen immer gut drin :) Warum gibt es wohl während der Fastenzeit das gut sättigende Fastenbier von den Mönchen?

    • c

      Eben. Wobei’s interessant wäre zu wissen, ob die Gebete durch viel Bier, ähm, interessanter formuliert wurden. :)

    • r

      Ob interessanter sei dahingestellt, auf jedenfall drohte anscheinend irgendetwas. Zumindest ließ dies eine guterhaltene Inschrift aus grauer Vorzeit in einem Braukloster (Weißenohe?) erahnen: Der Mönch beschränke sich in der Fastenzeit auf zehn Maß des Bockbieres. Pro Tag.

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