Monatsarchiv:

Juni 2017

GROẞ

Eszetts Vor 9 Jahren hatte ich darüber geschrieben, dass das große scharfe S seinen Platz im Unicode-Zeichensatz gefunden hat. Und höre und staune, jetzt hat der Rat für deutsche Rechtschreibung das ẞ offiziell gemacht (Meldung als PDF).

Fragt sich jetzt, wie es mit einer Standard-Tastenbelegung für das ẞ aussieht.1 Und wenn man künftig ein Fragezeichen in einem Wort sieht, darf man raten, ob das ein Fehler im eigenen Zeichensatz oder in der Datenübertragung ist oder ob der/die Schreiber(in) versehentlich quasi automatisch die Umschalt- und die ß-Taste zusammen gedrückt hat, wo ja schon immer das Fragezeichen sitzt. ;)

Ach ja, ein paar sehr seltsam anmutende und deshalb praktisch nie benutzte eingedeutschte Fremdwort­schreibweisen hat der Rat zum Glück nun auch wieder zurückgenommen. Also kein Ketschup­joga beim Roulett­wandalismus mehr, juhu!

 


  1. Nachtrag: Windows 10 bietet anscheinend Umschalt+AltGr+ß []

Erinnerungswürdiges Blinzeln

Und gleich der nächste Konzertbericht – am Freitag 16.6. blink-182 mit Vorgruppen Lower Than Atlantis und A Day To Remember in der Münchner Olympiahalle.

Zwei Vorgruppen, offizieller Beginn 20:00 Uhr? Da hätte ich gedacht, es ginge dann doch etwas früher los, aber nein, man hielt sich anscheinend ganz an einen festen Zeitplan. Jedenfalls legten die Subatlanter mit ihrem laut Wikipedia „melodischem Post-Hardcore“ schon ganz gut los. Melodisch war’s, wie man den Rest des Genres erkennen könnte, bin ich überfragt. :) Die nötige Härte gab’s jedenfalls auch, ein unterhaltsamer Einstieg.

Die auch als Post-Hardcore sowie u.a. Pop-Punk beschriebenen ADTR begannen gleich mit Luftschlangen und warfen später kleine und große Strandbälle ins Publikum, forderte zum Crowdsurfen auf, die ganze Party legte an Stimmung zu, gerade im vorderen, aktiveren Bereich – aus dem ich mich rausgehalten habe, ich steh dann lieber neben der Mischpultabsperrung und bewege mich etwas weniger – auf jeden Fall eine unterhaltsame Dreiviertelstunde.

Punkt 22 Uhr dann die „Pop-Punk“-Hauptband, die schnelle, harte, kurze Stücke mit ihren radiotauglichen Hits à la What’s My Age Again? bis All the Small Things mischte – mit viel hallenfüllender Lightshow und gelegentlichen Flammen- und Rauchwerfern garniert. (Wobei die vier Reihen rechteckiger LED-Gruppen manchmal etwas arg hell weiß blitzten – schlecht fürs Fotografieren, aber damit hab ich mich zugunsten der Unterhaltung eh etwas zurückgehalten…)

Eine richtige Party, da ging der Punk ab! Also allgemein gesprochen, zwei „richtige“ Punks – mit typischer Frisur und Kleidung – in meiner Sichtweite haben sich jetzt nicht so viel bewegt.^^

Und wie sich’s für Punk gehört, waren auch viele kurze Stücke dabei, sodass sie mit den 23 Titeln nach 75 Minuten durch waren…

:rocks: …macht aber nichts, ein tolles, unterhaltsames Konzert war’s auf jeden Fall!

In diesem Leben

…wollten Guns N‘ Roses eigentlich nicht mehr gemeinsam auf der Bühne stehen, aber man hat sich ja doch noch zusammengerauft und verträgt sich wieder gut genug, um Konzerte wie das gestern im Münchner Olympiastadion auf der „Not in this lifetime“-Tour zu spielen.

Und so hab ich mich zeitig auf den Weg gemacht, in einer U-Bahn mit freien Sitzplätzen, die 2 Minuten nach einer überfüllten fuhr, mit Tausenden anderen zum Stadion, kaum Wartezeit beim Einlass gegen 17:20 Uhr, mit genügend Zeit für Bratwurst und Bier, die pralle Sonne ließ sich auch meist vermeiden…

Dann mit Phil Campbell and the Bastard Sons pünktlich gegen 18:15 die erste Vorgruppe, und der Motörhead-Gitarrist legte standesgemäß ordentlich rockend los, die nur optisch recht zurückhaltende halbe Stunde mit Ace Of Spades zum Abschluss kam entsprechend gut an.

Zweite Vorgruppe gegen 19:05 bis 19:45: The Kills, u.a. als Indie Rock/Garage Rock bezeichnet, m.E. irgendwie mit Industrial-Einflüssen, mal viel, mal ausreichend Gitarre. Ich will jetzt nicht sagen, dass sie schlecht gewesen wären – unter anderen Umständen hätte der Beat zu mehr als nur zum Fußwippen eingeladen, die Musik teils auch zum Eintauchen, aber als Vorgruppe für die Gunners doch eher fehl am Platz. Den größten Jubel bekamen sie (in meiner Umgebung zumindest) noch bei der Ankündigung des letzten Songs…

Nach Vor-Intro mit Grafiken und Schuss-Soundeffekten (Rosen bieten sich für sowas ja weniger an…) und ab 20:10 Uhr mit Intro vom Band ging’s dann los mit der Hauptband, und man kann sich denken: die Stimmung legte um Größenordnungen zu.

Man sieht dem 55-jährigen Herrn Axl schon an, dass er nicht mehr der junge Hüpfer von damals ist – aber wie schrieb der Reporter in der AZ so treffend: „an diesem Abend geht es nunmal nicht darum, ob man in Würde gealtert ist, sondern darum, noch einmal jung zu sein.“

Und kreuz und quer über die Bühne rannte er trotzdem immer wieder.

Schnelle Hits, Balladen-Hits, auch weniger große Songs, ein paar Cover, viel Gelegenheit für Slash zu zeigen, was er draufhat (und das ist nicht wenig) und damit für Axl, sich umzuziehen…

Riesige Videowände, Lichteffekte und ein bisschen Pyro stil-, effekt- und sinnvoll eingesetzt, ohne zu übertreiben…

Okay, die Akustik wurde mitunter etwas vom Winde verweht, aber ansonsten…

:rocks: Ein großartiges Konzert von Musikern, die wissen, was sie tun, und dabei das Publikum ca. 2 Stunden und 45 Minuten begeistern können!


Wobei ich das Ende von Paradise City, dem letzten Song (» Setlist), nur noch von außerhalb gehört (und damit auch die paar Feuerwerksböller nicht gesehen) habe, denn da war ich schon in der noch nicht ganz so dichten Masse, die mit nicht überfüllten U-Bahnen zurückfahren wollte – denn das würden diese später sein, selbst wenn die MVG alles fahren lässt, was fahren kann -, und es hat dann auch nahezu perfekt ohne zu hetzen gepasst, sitzenderweise zum Hauptbahnhof und dort zu meinem vorletzten Zug zu kommen.