„Medizin aus der Natur“

So der Titel einer Sonderseite einer hiesigen Kostenloszeitung, garniert mit einem gezeichneten Zweig mit grünen Blättern, dahinter auch ein irgendwie passendes Fotomotiv (u.a. mit Farnblatt, Blüten, Knoblauch, Öl(?)flasche). Suggeriert natürlich natürlich sanfte Medizin, ach so verträgliche Medikamente und dergleichen. Aber schauen wir uns die Kleinanzeigen an:

  • Kräuterführungen einer Kräuterpädagoging – huch, mal nicht gleich was direkt Esoterisches! Sowas aber auch.
  • Ein „Gesundheitszentrum“ mit Craniosacral-Therapie, Hypnose/Schmerztherapie, Systemaufstellung, Psychokinesiologie, Meditation, Tanz/Yoga. Zwar so manches, das gern das „Naturheilkunde“-Etikett an sich reißt, aber nicht mal etwas, das in Richtung Medilkament geht…
  • Eine „Naturheilpraxis“, die von Osteopathie über Massagen bis Elektrotherapie 18 Punkte auflistet, auch eher Methoden statt Medikamente. Oh, und diese Elektrotherapie muss ja wirklich totaaal natürlich sein…
  • Ein Artikel über „Beauty Food“, Ernährung, die der Schönheit hilft. Könnte ernsthaft sein, könnte Mythen bedienen – vermutlich eine Kombination von beidem, aber detailliertes Nachrecherchieren wäre hier übertrieben.
  • Noch eine „Naturheilpraxis“, die neben Elektroakupunktur und Fußreflexzonenmassage tatsächlich etwas mit Zeug zum Einnehmen enthält (u.a. Schüssler-Salze); erwartungsemäß aber auch nur die typische Pseudomedizin, die zwar natürlich tut, aber weder echte Medizin noch echt heilsam ist noch etwas mit der echten, nachweisbaren Natur zu tun hat.
  • Eine „Heilpraktikerin für Psychotherapie“, die gleich gar nichts außerhalb ebendieser Therapie anbietet und sich damit noch mehr für „Medizin aus der Natur“ disqualifiziert.
  • Eine weitere „Naturheilpraxis“ mit einem guten Dutzend Angeboten querbeet – überraschenderweise die einzige, die Homöopathie erwähnt, nicht überraschenderweise ausschließlich Esoterisches/Pseudomedizinisches.
  • Und zwei Salzgrotten/-oasen/-wellnessräume, auch mehr Wellness als Medizin.

Fazit: Eigentlich wie erwartet, nur die Kräuterführung hat das Potenzial, hier aus dem Rahmen zu fallen. Immerhin ein kleines bisschen näher am Titel als „Fit in den Frühling“ vor ein paar Jahren


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