Schlägerei

Mal angenommen, auf einem Marktplatz gibt’s eine kleine Schlägerei. Was kann die Obrigkeit dagegen tun?

Möglichkeit 1
  • Die Polizei schreitet ein und verhaftet die beiden Schläger, stellt deren Identität fest und bringt sie ggf. vor Gericht.
Möglichkeit 2
  • Der Stadtrat lässt in einem Eilverfahren einen Bauzaun – groß und undurchsichtig – voller Stopschilder vor und rechts neben den Schlägern bauen; leider verdeckt er auch ein paar Marktstände.
  • Jeder, der auf den Bauzaun – der selbstverständlich ständig überwacht wird – blickt, gilt der Beschaffung und Verbreitung von Gewaltdarstellungen schuldig und wird verhaftet.
  • Jeder, der auf einen Wegweiser zum Marktplatz blickt, gilt ebenso als schuldig und wird verhaftet.
  • Der unversperrte Blick auf die Schlägerei von links und hinten gilt als Geheimtip für alle, die mal etwas Verbotenes sehen wollen, selbst wenn sie eigentlich gar nicht so sehr an Schlägereien interessiert sind.
  • Wie die kleine Schlägerei in der Öffentlichkeit gehen auch die richtig brutalen Prügeleien im Verborgenen weiter.
  • Der Bauzaun wird bald auf den angrenzenden Copyshop ausgedehnt, weil dort ab und zu Seiten aus Büchern kopiert werden, und auf die Kneipe daneben, in der die Rathausopposition ihren Stammtisch hat.

Seltsame Methode? Tja, finde ich auch…

Stopschild Siehe auch:

4 Kommentare

  1. jL

    Sehr passene Analogie! Wobei der Bauzaun in Wirklichkeit wahrscheinlich eher einen Meter breit ist.

    Eine umfangreiche Linksammlung zum Thema gibt es hier:

  2. M

    Wie wahr!

  3. c

    Danke für die Linksammlung. Aber der Zaun muss schon etwas breiter sein, er „soll“ ja auch unschuldige Marktstände mit verdecken…

  4. jL

    Stimmt, das hatte ich nicht bedacht.

    Und wo wir bei Unschuldigen sind: bei heise gibt es einen sehr guten Kommentar zu Zensursulas Interview über die „Pädokriminellen“:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30199/1.html

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