Monatsarchiv:

Februar 2011

Ein geteiltes Cello

Nein, nicht wirklich – das ist nur ein Titel, der den Bandnamen der Vorgruppe und das Hauptinstrument der Hauptgruppe gestern im Zenith in München kombiniert: A Life Divided, die quasi ein Heimspiel hatten, und Apocalyptica aus Finnland. Zunächst zur Vorgruppe, zu sehen in den ersten beiden Bildern:1

A Life Divided A Life Divided

Die durfte eine gute halbe Stunde spielen und tat das auch mehr als ordentlich – die Einordnung „Electro Rock/Synth Rock“ aus der Wikipedia war dabei nicht allzu auffällig, Gitarren waren, wie erhofft und nicht unüblich live mehr als im Studio, auch hinreichend vertreten. Wie auch ihr Cover von „Sounds Like A Melody“ und das öfter auf Rockantenne zu hörende Heart On Fire. Außer dass der Sänger manchmal etwa deutlich hörbarer hätte sein können, war das ein gelungener Auftakt.

Apocalyptica Apocalyptica

Nach kurzem Umbau und dafür um so länger erscheinenden Wartezeit, insgesamt trotzdem „nur“ eine knappe halbe Stunde, kamen dann die drei Cellisten und ihr Drummer auf die Bühne. Ist ja schon etwas ungewöhnlich, diese Kombination – aber gut! Und richtig ins Zeug legen sie sich auch – auch beim Cello-Streichen kann man die Mähne kreisen lassen… und ein Cello macht auch mehr her als eine Gitarre, wenn man’s zum Jubel in die Luft reckt.^^

Apocalyptica Apocalyptica

Für vier oder fünf Songs kam noch der Sänger auf die Bühne, bei einem Stück im ruhigen, klassischen Mittelteil ergriff dafür der Drummer das vierte Cello, und im Stück danach schnallte er sich eine einfache Trommel um. Danach ging’s natürlich wieder heftiger zur Sache; insgesamt eine gute Abwechslung. Der Bezeichnung „Cello Rock“ oder „Cello Metal“ müssen sie ja irgendwie gerecht werden.^^ Das ging natürlich auch mit den drei instrumentalen Metallica-Covern (Master Of Puppets, One, Seek And Destroy) – mit denen hat die Band ja damals begonnen –, die sie über den Hauptteil der Show verteilt gespielt haben.

Eine Setlist für München ist bei setlist.fm noch nicht eingetragen, sie dürfte von denen der letzten Tage aber nicht zu sehr abweichen. (Das Eintragen überlasse ich aber lieber denen, die die Band und die Stücke besser kennen…)

Apocalyptica Apocalyptica

Nun, was gibt’s noch groß zu sagen? Die Jungs schienen mit Spaß bei der Sache gewesen zu sein und spielten rund 1 Stunde und 45 Minuten lang (übrigens perfekt getimet, dass ich ohne Eile den vorletzten Zug erreichen konnte) – kein Rekord, aber ordentlich.

Die Lautstärke fand ich (dort, wo ich stand) eigentlich perfekt (und bei der Hauptband auch besser abgestimmt als bei der Vorband) – nicht zu leise, dass man einschläft ;) , laut genug, dass man auch Bässe spürt, aber nicht so laut, dass man unbedingt Ohrenstöpsel braucht. (Außer vielleicht man steht vorne an der Bühne.)

Apocalyptica Apocalyptica

Mir kam die Halle nicht allzu stark gefüllt vor, verglichen mit anderen Konzerten – aber vielleicht täusche ich mich da etwas, denn ich war früher da also sonst oft und hab mich nicht ständig umgesehen, wie viele bis zum Beginn von Apocalyptica noch kamen. ’n Haufen Leute waren trotzdem da, und an der Stimmung hab ich nichts zu meckern.

Apocalyptica Apocalyptica

:rocks: Auch am gesamten Konzert hab ich nichts zu meckern, und so war’s wieder einmal ein schöner Abend…

 


  1. wie üblich hat die Kamera so ihre Probleme im Dunkeln, und leider scheint sie auch etwas Dreck zwischen den Linsen zu haben, die v.a. beim Reinzoomen links als dunkle Flecken zu sehen sind. :( []

Projekt Hörsturz 40

Projekt Hörsturz Es ist mal wieder Zeit für eine neue Runde im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen einige Songs bewerten – diesmal wieder eine normale Runde.

  • 31Knots – The Savage Boutique (von Kristin)
    Frisches Latin-Getrommel, -Geblase und -Geklimper gemischt mit Indie-Rock; die Art der Stimme hat mich ein bisschen überrascht, aber im Verlauf des Lieds passt sie eigentlich. Flott und fröhlich, manchmal aber etwas zu chaotisch.
    3½ von 5 Sternen 3½ Felle – gestern vor mir an der Kasse haben übrigens ein paar Mädels u.a. Wolldecken gekauft, um sich anscheinend Neandertaler-Faschingskostüme zu schneidern; es fiel in ihrem Gespräch auch der Satz „schon mal Neandertaler in ’nem sexy Top gesehen?“ (o.ä.). Eine Wilden-Boutique dürfte in der Tat eintöniger gewesen sein als Boutiquen heutzutage…
  • Max Raabe – Küssen kann man nicht alleine (von Mars)
    Altmodischer deutscher Gesang, teils interessant mit netter Melodie, teils schnulzig und etwas langweilig.
    1½ von 5 Sternen Reichen 1½ Münder zum Küssen?
  • The National – Bloodbuzz Ohio (von Dr. Borstel)
    Trommeln und anschwellende Musik versprechen mehr, als die langsame dunkle Stimme dann liefert, denn im weiteren Verlauf ist dann auch viel Indie-Durchschnitt drin. Zeitweise wenig abwechslungsreich, aber doch ’ne schöne Melodie.
    3 von 5 Sternen 3 nationale Waseigentlich?
  • Fountains Of Wayne – Red Dragon Tattoo (von maloney8032)
    Indie-rockend geht’s weiter, der Gesang ist dann aber ziemlich altmodisch und könnte einige Jahrzehnte älter sein. Insgesamt nix Besonderes. Und die paar elektronischen Klänge passen nicht zum Rest.
    2 von 5 Sternen 2 – naja, Wayne?
  • Hey Rosetta! – Yer Spring (von JuliaL49)
    Fängt recht sanft an – steigert sich’s oder dudelt’s weiter? Ersteres, zum Glück: Schlagzeuger, Gitarrist und Streicher dürfen sich immer wieder etwas austoben. Aber nicht nur. Schöne Mischung.
    4 von 5 Sternen 4 – apropos Spring: Frühling, wo bist du?
  • I Blame Coco – Selfmachine (von David)
    Locker elektropoppig, netter Refrain; vielleicht ein Hit fürs Radio, aber nicht direkt für mich…
    3 von 5 Sternen 3 schuldige Töchter
  • X-Ray Dog – Time Will Tell (von Steve)
    Träumerische Hintergrundmusik – ich seh schon Kamerafahrten über verschneite und erblühende Berge und Täler vor meinem geistigen Auge…
    3 von 5 Sternen …und 3 Hunde laufen über die Wiese
  • The Unicorns – Sea Ghost (von Freddi)
    Na zum Glück beschränken sich die Geister nicht auf die Blöckflöte. Wieso laufen See-Geister eigentlich auf der Straße rum? Irgendwie witzig – das Lied selbst nur zum Teil, das ist ’ne Mischung aus Standard-Indie und einzelnen Abwechslungen.
    3 von 5 Sternen 3 einhörnige Seegeister, zum Glück weder pink noch unsichtbar
  • Tyondai Braxton – Platinum Rows (von beetFreeQ)
    Abgefahrenes Filmmusikähnliches, das bestimmt zu den einen oder anderen lustigen Animationsszenen passt. Aber so ganz allein? Und über 10 Minuten?
    1 von 5 Sternen 1 Blech, kein Platin
  • Black Stone Cherry – Blame it on the Boom Boom (von mir)
    Kerniger Rock und ohne Wertung, da mein Vorschlag.

Macht einen Durchschnitt von 2,67. Was mit auffällt: Die Schwankungen von Runde zu Runde werden geringer.

Okay, zu den paar Bonussongs:

  • Escape With Romeo – It’s Loneliness (Wumpscut remix) (von Konna)
    Fängt etwas arg elektronisch an. Und bleibt so, wenn auch mal ’ne Gitarre durchdringt. Ansonsten nicht mein Fall. Und wahrscheinlich trotz des Namens auch nichts für Julia. ;)
    1 von 5 Sternen 1 Romeo, der einsam bleiben muss
  • Fever Ray – When I Grow Up (von Kamil)
    3½ von 5 Sternen 3½ – Björk meets Ambient? Schön schräg…
  • Motocade – Holy Moly (von Graval)
    3 von 5 Sternen 3 heilige Blechle
  • Kylesa – Spiral Shadow (von Tenza)
    4 von 5 Sternen 4 Gitarren im Schlamm
  • The Blue Van – Run to the Sun (von Basti)
    3 von 5 Sternen 3 Sonnen – naja, eine würde mir schon reichen

So, das war’s. Mein Vorschlag fürs nächste Mal ist von jemandem, den ich schon vor Urzeiten vorschlagen wollte, aber dann ist er offenbar untergegangen: Foy Vance – Hope, Peace and Love (live)

Links und Video der Woche (2011/8)

Space Shuttle Launch: Viewed From an Airplane

Spät

Projekt 42 Mein nächster Beitrag zum Projekt 42 – bei dem die Teilnehmer mehr oder weniger spontan einen Text zu einem vorgegebenen, meist mehr­deutigen Wort schreiben sollen –, und in diesem Monat ist das Thema „spät“. Hier also ein paar wenig zusammenhängende Gedanken dazu…

 

Spät. Noch nicht so spät, dass ich ins Bett will. Gut, denn sonst gäb’s diesen Beitrag jetzt nicht.
Spät. Arbeitenderweise, Überstunden und so. Aber wenn was Wichtiges ansteht, tja…
Spät. Zu spät? Zumindest nicht der Beitrag, denn es ist ja noch im richtigen Monat.
Spät. Was für den einen zu spät ist, ist für andere noch rechtzeitig. (Wobei ich’s lieber pünktlich hab.)
Spät. In einem schwäbischen Restaurant sollte man jedenfalls nicht ‚s Bschdeck z’schpät bschdelln, sonst muss man mit den Fingern essen – zumindest wenn an diesem Zungenbrecher etwas dran wäre.
Spät. Manches, etwa ob man in einer Beziehung zueinander passt, sollte man lieber früher als später feststellen.
Spät. Doch ich blute tief drinnen.1
Spät. Ist es nur mein widerlicher Stolz?
Spät. Doch es macht mich so verrückt.
Spät. Ja, ich weiß, aber versuch nicht, mir einzureden, es wäre zu spät.
Spät. Doch du kannst nicht einfach das Licht löschen.
Spät. Ich lag falsch, doch ich werde lernen, es richtig zu machen.
Spät. So spät.
Doch es muss nicht zu spät sein.

 


  1. nein, nicht wirklich – diese und die restlichen Zeilen sind einfach ein Übersetzungsplagiat aus dem Lied, das unter dem Beitrag steht []

Parkschwul

Ausschau haltend Ob laut oder leise, manche Leute sollten ihre Suchbegriffe vielleicht noch mal durch- und vorlesen, bevor sie sie abschicken – andererseits würde mir dann vielleicht die eine oder andere, die ich hier „beantworten“ kann, entgehen, und das wäre ja auch schade…

Für die, die’s noch nicht wissen: Mit den grau hinterlegten Suchanfragen haben Leute hierher gefunden, und ich hab sie weder gekürzt noch erweitert noch erfunden.

Parkschwul
Was soll das ein? Jemand, der nur im Park schwul ist, quasi ein Vorzeige-Schwuler, der daheim heimlich hetero ist? Oder der das Schwulsein geparkt hat? Hoffentlich hat er die Parkgebühr bezahlt…

ich bin so geil auf meine 51 jährige Freundin?
Tja, wenn du das selber nicht so genau weißt, dass du fragen musst…

wie kann ich mei mir die 90 60 90 berchen
„Berchen“ klingt ungesund, lass das lieber. Nicht dass die 90 60 90 dann kaputtgehen und sowas wie o,600,0o rauskommt, denn das wäre eine sehr hässliche Körperform.

frauen di sich nackt ausziehen dort kom
Dort kom und hier de, hm? Stimmt irgendwie. Fast.

hausnummer quersumme geburtsjahr
Das wäre eine dämliche Art, Wohnungen zu vergeben, denn alle Häuser mit Hausnummern ab 29 stünden dann leer.

drei der münzen-was für eine person?
Eine Person, die ständig nur ein „hä?“ als Antwort bekommt, weil ihre Sätze zu wenig Informationen enthalten.

wie sieht ein engelsschlüssel
Mit den Augen. Weil er mit den Ellbogen nicht sehen kann.

hand operation mondkalender 10.01.2011
Mal abgesehen davon, dass Mondkalender Blödsinn sind, kommt es mir auch nicht sonderlich intelligent oder praktikabel vor, danach am 14.02.2011 zu suchen.

marsjahr quantenmechanik
Weißt du nicht, dass jemand, der nach so einer Kombination sucht, gesetzlich verpflichtet ist, ein ganzes Marsjahr mit verschränkten Füßen dazusitzen, ohne sich bewegen zu dürfen?

Hat die quantenverschränkung was mit dem leben und dem tod zu tun
Nein. (Nicht mal bei Katzen.)

bitte bitte gebt mir die richtigen lottozahlen für die nächsten zwei ziehungen
Zwei Ziehungen? Sorry, aber wer so gierig ist, dem verrate ich keine Lottozahlen, selbst wenn du noch so schön bittest. Was aber nicht heißen soll…

bin sternzeichen löwe, nenne mir meine lottozahlen
…dass ich stattdessen auf diesen Befehlston reagieren würde.

sesell und tisch
Der Sesell ist ein Sessel mit sehr schmaler Sitzfläche und doppelt breitem Unterteil, oder wie?

AAH OR AEEH OR „Allocation Education Enfant Handicapé“
Aah-ha. Kann mir jemand erklären, warum Google den Suchenden damit zu meinem aktuellen Projekt-52-Foto mit dem roten HAL-Auge geschickt hat?

monDnACHT
Monn Dacht? Ne, gedacht hat da sicher niemand. Und weil’s wirklich Nacht ist, hören wir jetzt auf, tschüss, und denkt dran: „bitte beehren sie uns nicht wieder“ gilt hier nicht für euch – nur für Leute, die sich nicht benehmen können.


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