Schlagwort-Archiv:

Konzerte

Schwarzsegeln

Und gleich der nächste Konzertbericht: Beyond The Black gestern in der TonHalle München mit den Vorgruppen Seraina Telli und Setyøursails. Die ursprünglich geplanten Crownshift – die ich letzten Februar im Vorprogramm von Dirkschneider gesehen hatte, wo mir das gewisse Etwas gefehlt hatte – hatten abgesagt, weil sie sich auf die langwieriger gewordenen Arbeiten an ihrem neuen Album konzentrieren wollten.

Jetzt also zwei Vorgruppen, aber Beginn trotzdem um 20:00 Uhr? Dürfte also spät werden… wenn dann die Schweizer Multiinstrumentalistin samt Drummer mit ihrem „In Your Face Rock“ nicht schon aktiv gewesen wären, als ich um 19:30 in die Halle kam. Aber anscheinend erst seit rund 5 Minuten, sie spielten bis Punkt 20:00 Uhr.

Und das schön abwechslungsreich und unterhaltsam, ein gelungener Auftakt.

Nach kurzem Umbau dann die Kølner, äh, Kölner Segler mit Metalcore/Post-Hardcore mit einer überwiegenden Schreihälsin (positiv gemeint!) am Mikro.

Und ohne Platz für Homophobie, Faschismus, Sexismus, Rassismus, wie die Fahne verriet. 👍

Energiegeladene zweite Vorgruppe mit 45 Minuten, darunter viele kurze Songs.

Umbau dann mit Vorhang; um 21:27 erklang schließlich das Vor-Intro in Form von Paint It Black.

Auch hier eine große (zweigeteilte) Videowand mit vielleicht ein bisschen weniger Epik als bei Epica.

Jennifer hatte dann auch mal goldene Flügel angelegt, wohl mehr für die „Ravens“, also die Fans, um die’s im Lied ging, als für Engel.

Ein kurzes Synthie-Medley-Duett (von dem ich kein brauchbares Foto habe) gab’s, aber keinen größeren akustischen Abschnitt, und überhaupt schien mir, sie haben – wie generell seit dem letzten Album – wieder einen Tick oder zwei mehr Härte draufgepackt.

Performance und Stimmung waren natürlich wieder erstklassig, auch bei diesem meinem 7. Mal BtB (inkl. Vorgruppenauftritten, wo sie ja sehr fleißig waren). Damit sind sie übrigens auf meinem 2. Platz hinter Black (aha!) Stone Cherry.

:rocks: Rund 90 Minuten werden’s wohl gewesen sein, bahnbauarbeitsbedingt bin ich allerdings mitten im vorletzten Lied gegangen – das letzte, Halleluja, wäre für mich als Atheist eh nix 😉 –, Bericht dazu ist mal wieder » ausgelagert.

Epische Fuchsschwänze

Erster Konzertbericht des Jahres: Epica & Amaranthe im Zenith München mit Charlotte Wessels und ihrer Band als Vorgruppe.

Mal wieder lange, aber relativ schnelle Schlange vor dem Zenith; drinnen dann schnell eine Empanada „Rocky“ (die teilweise etwas wärmer hätte sein dürfen) als kleines zweites Abendessen geimbisst, und 10 Minuten länger als nötig gewartet, da Charlotte erst um 18:40 statt 18:30 auf die Bühne kam…

…aber die frühere Sängerin von Delain (bis zu deren vorübergehenden Auflösung 2021), deren Solo-Werk ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, nicht weiter verfolgt hatte, hat in ihren 40 Minuten gezeigt, dass sie nichts verlernt hat, eher im Gegenteil. Sehr guter Auftakt.

Am Freitag in Köln, dem ersten Konzert der aktuellen Tour, spielten erst Epica, dann Amaranthe, am Samstag in München war’s umgekehrt: die dänisch-schwedische Pflanzenband (Amarant, deutsch auch Fuchsschwanz) legte um 19:51 los mit viel Energie, Lasern…

…und gleich drei Frontleuten am Mikro: Sopranistin, Tenor und einer für den tieferen, härteren und gutturalen Gesang. Natürlich nicht immer alle gleichzeitig am Werk.

Dafür war niemand mit Keyboard/Synthesizer (das in manchen Songs vorkam) zu sehen…

…nur der Gitarrist hat bei einer Ballade mal Klavier-Keyboard gespielt:

Auf jeden Fall waren das schon großartige ca. 77 Minuten abwechslungs- und energiereichen Metals. Aber es kam ja noch eine zweite Hauptband – in Köln erst gegen 21:50 lt. setlist.fm, aber hier ließ sich die Niederländer von Epica nicht so lange bitten wie dort Amaranthe und starteten um 21:37 mit dem Intro.

Hier gab’s auch wieder einen aktiven Keyboarder – der anscheinend so heiß spielt, dass sein portables Instrument schon krummgeschmolzen ist^^

So ein Riser, eine erhöhte Bühne, bietet natürlich eine gute Gelegenheit, die Frontfrau oder auch mal den Gitarristen besonders in Szene zu setzen…

…insbesondere wenn der (also der Riser, nicht der Gitarrist) genauso leuchtstark und hochauflösend strahlen kann wie die große Videowand im Hintergrund (die, wie ein Testbild in der Pause zeigte, 4K UltraHD kann – aber sicher „ein paar“ cd/m² heller als euer Fernseher zuhause)…

…die zusammen mit den anderen Leuchten schon für, ja, epische Visualisierung sorgen kann.

Aber bei aller lauter Epik gibt’s auch ruhigere Momente:

Und da die Sängerin Geburtstag hatte, gab’s noch ein von den anderen beiden Sängerinnen überreichtes Törtchen und ein Ständchen vom Publikum:

Danach ging’s noch für ein paar Lieder voller Energie weiter, versteht sich…

:rocks: …und so waren das dann weitere großartige 81 Minuten bis zum „Dankeschön“ auf der LED-Wand (und so gut getimet, dass ich mich da umdrehen, zur Halle raus und die letzte passende U-Bahn zum vorletzten Zug nehmen konnte).

 


Und noch zur Bahn: Die Hinfahrt war praktisch bei jedem Halt eine Minute vor Plan – so auch in München. Bei der Rückfahrt gab’s mal wieder Bauarbeiten mit SEV ab Petershausen für die beiden letzten Züge – mit dem zusätzlichen Problem, dass nur für den letzten ein Bus um 1:05 Uhr in der Auskunft stand, schon vor ca. 2 Wochen, wo ich zum ersten Mal nachgeschaut hatte. Aber in der tabellarischen Baustellen-Info, die die Bahn mal wieder recht spät auf ihrer Übersicht veröffentlicht hat – am Montag kurz vor Beginn der Gültigkeit – war der passende um 0:05 dann drin.
Der verkürzte Zug war dann pünktlich um 23:52 in Petershausen, der Bus war da noch nicht da – aber der sollte auch erst um 0:04 von Ingolstadt ankommen, und er kam auch ein paar Minuten früher – ohne Fahrgäste, aber (1) wer fährt um diese Zeit von Norden nach Petershausen (eher nur welche von Ingolstadt bis Rohrbach/Pfaffenhofen) und (2) hatte immer noch niemand diese beiden Fahrten in die Fahrplandaten eingetragen. Jedenfalls war er angenehm beheizt (bei Außentemperaturen knapp unter 0) und fuhr pünktlich mit seinen knapp 10 Fahrgästen los und war nach 25 statt 34 Minuten in Pfaffenhofen – wo er dann offenbar doch bis zur Planabfahrtszeit gewartet hat. Keine Ahnung, ob in den 9 Minuten noch jemand gekommen und eingestiegen ist.
Nachtrag: Sieht so aus, als hätte man den 1. Bus (beide Richtungen) versehentlich am Sonntag eingetragen, wo er nicht nötig ist, sondern nur der 2. (das aber schon ab Dachau).

I came here to fuck shit up and have a good time

Das ist ein Zitat aus Good Time von Danko Jones – das man auch auf einem T-Shirt kaufen kann –, um deren Konzert gestern im Backstage Werk in München es hier geht; ihr neues Album Leo Rising ist passenderweise auch das Album der Woche bei Rockantenne. Vorgruppe war Tuk Smith & the Restless Hearts.

Und diese spielte klassischen Rock mit moderner Klangqualität, auch optisch passend für frühere Jahrzehnte…

…und sie haben sich u.a. als Keith Richards und der Bassist von Spinal Tap vorgestellt. Eine gute knappe Dreiviertelstunde zum Einstieg.

Dann die Gute-Laune-Hardrocker aus Kanada mit dem gleichnamigen Sänger und Gitarristen und insgesamt nur drei Mann, aber – mitsamt dem Publikum – natürlich allem, was nötig ist, um ein tolles Konzert zu spielen.

Der/die/das Moshpit wurde auch immer größer, aber ich stand wohlweislich schon ein bisschen weiter hinten; relativ eng war’s da doch – zumal das Konzert ausverkauft war.

Rockantenne ordnet sie übrigens mit AC/DC und Motorhead in den erlauchten Kreis derer ein, die schon eine größere Zahl (hier: 12) Alben rausgebracht haben, die alle mehr oder weniger gleich klingen. :) Was natürlich nicht schlecht ist, wenn das Rezept passt.

Ein bisschen rumgewitzelt hat Danko auch, etwa dass es in den Songs auch wichtige Botschaften gibt – nicht sowas wie „rettet die Bäume“, sondern er selbst! Und vor der Zugabe meinte er, sie hätten nichts mehr geprobt, auch den Wunsch Guess Who’s Back hätten sie schon viele Monate nicht mehr gespielt. setlist.fm weiß das natürlich besser…

:rocks: Jedenfalls waren das dann kurzweilige und good-time-ige 80 Minuten – auch ohne selbst Shit upzufucken – zu meinem letzten Konzert des Jahres.

 


Die Bahn auf der Hinfahrt war aus ungenannten Gründen 5 Minuten zu spät hier und stand dann im nächsten Bahnhof noch 15 weitere wegen ärztlicher Versorgung eines Fahrgasts; ein Rettungswagen kam dann auch und fuhr bald wieder ab, anscheinend (wenn ich das von Leuten richtig mitbekommen habe, die auf der passenden Seite am Fenster saßen) mit einem neuen Patienten im Rollstuhl. Immerhin 5 Minuten weniger als zunächst geschätzt; am Ende mit +19 in München.

Für die Rückfahrt wäre der 23:05-Express aus dem neuen Fahrplan praktisch gewesen, aber der gilt halt erst ab Sonntag. Für die vorletzte RB stand ungewöhnlicherweise am Bahnhof ein abweichendes Gleis (25), online das normale (21), und letzteres war’s dann auch; Zeit zum Wechsel war genug, und die Zub hat die Leute auch „eingesammelt“. Durch etwas langsame Fahrt insb. vor Reichertshausen waren’s dann +5 hier.

Legendär

Ausnahmsweise mal ein Konzertbericht mit normal klingendem Titel: Sabaton aus Schweden gestern in der Münchner Olympiahalle auf der Legendary Tour mit dem Legendary Orchestra im Vorprogramm.

Und jenes Orchester ist eben keine gewöhnliche Vorband, sondern eine eigens zusammengestellte Formation, die Sabaton-Lieder in klassischer Form aufführt. Wobei in echt klassischen Sinfonieorchestern wohl eher selten die Dirigentin auch mal singt, die erste Geigerin sich frei auf der Bühne bewegt und eine Drehleierspielerin dabei ist, die sich gleichermaßen verhält.

Und die Orchesterperformance von über einer Stunde war großartig, Dynamik, Energie etc. kamen sehr gut rüber.

Nachdem Sabaton sich anfangs vorwiegend mit militärhistorischen Themen des letzten Jahrhunderts befasst hatten, geht’s mittlerweile weiter in die Vergangenheit, gerade im aktuellen Album und der zugehörigen Tour, was man nicht nur am Burgen-Bühnenbild sieht – kein Panzer und roter Dreidecker wie noch im Cobi-Klemmbausteinset – sondern auch an den Spielszenen wie insbesondere dem Intro auf der kleinen Bühne in der Mitte, das nach der Umbaupause um 20:34 begann: Zunächst Napoleon Bonaparte, dann Dschingis Khan, schließlich Julius Caesar (der von Napoleon erstochen wird (vom Khan mit „that escalated quickly“ kommentiert), aber trotzdem später noch auf der Hauptbühne erscheint) – zum Glück alle auf Englisch und nicht in ihrer jeweiligen Sprache –, bevor sie dann von der Band als Tempelritter unterbrochen werden.

Ein bisschen unnötig lang fand ich das gut 15-minütige Intro schon…

Die Leute, die in der Mitte unter der Brücke standen, werden auch froh gewesen sein, dass die nach dem zweiten Lied wieder hochgezogen wurde und später nur noch zweimal kurz zum Einsatz kam…

(Hut ab vor der Crew, die den ganzen Kram mal eben bis zum nächsten Abend ab- und wieder aufbauen.)

Pyrotechnik gab’s auch massenweise – überwiegend Fontänen, dazu mal Kanonen und andere Böllerschüsse.

Der Sänger hat zwischendurch, ich glaube insgesamt 3x, einen Becher guten bayerischen Bieres „geext“.

Handylichter zu Christmas Truce, bevor dann Gas zum Thema wurde, wobei die Band über die Brücke zur Mitte und dann durchs Publikum zurückging:

Da gab’s dann immer wieder auch eine kleine Pause, v.a. damit die Band sich umziehen kann. Die roten Trommeln oben haben noch Helfer in Uniformen während des vorherigen Liedes auf die Bühne gebracht, aber während des Spielens umziehen kann sich die Band halt nicht… okay, einerseits haben mich die Pausen ein bisschen gestört, andererseits gehören passende Uniformen/Klamotten auch zur abwechslungsreichen Show.

An sich war ich froh über den Überblick von der Tribüne, allerdings wär’s einen Block weiter unten (E/F 3/4 statt 5/6) schöner, näher gewesen. War aber teurer und/oder nicht mehr frei, weiß ich nicht mehr genau…

Zum Abschluss kamen noch Großkonfettikanonen:

:rocks: Und so waren dann gut zwei Stunden tolle Performance, Stimmung und Show zu Ende…

 


Der Bahn-Bericht samt Überlegungen dazu ist mal wieder ausgelagert.

Halewood

Und noch ein Konzert! Diesmal im Zenith München Halestorm mit Vorgruppe Bloodywood.

Pünktlich begannen die 6 Männer aus Neu-Delhi (die sich übrigens auch sozial engagieren) mit ihrem (Nu) Metal mit Rap und indischen Elementen und einer gewissen Aggressivität, und selten schafft es eine – zumal wenig bekannte – Vorband, die Hütte schon dermaßen abzureißen, sprichwörtlicherweise…

…mit ihrer energiegeladenen Performance in einer knappen Dreiviertelstunde.

Energie bieten bekanntermaßen auch die Hale-Geschwister und ihre Bandkollegen, die ich bisher zweimal im Vorprogramm von Alter Bridge gesehen habe.

Wobei man sich ja schon fragt, wie Lzzy neben dem Gesang noch so viel schreien kann, und das fast täglich auf der Tour…

Ein Lied von Ozzy, der just an diesem Samstag in die Rockantenne Hall of Fame eingeführt wurde, wofür auch Lzzy die Laudatio sprechen durfte, haben sie auch gecovert.

Abwechslungsreicherweise war auch die eine oder andere (Power-)Ballade dabei…

:rocks: Rund 95 tolle Minuten mal wieder…

 


Die Bahn auf der Hinfahrt war wegen eines sich vordrängelnden ICE mit +3 in München, zur Rückfahrt war’s mal wieder so getimet, dass ich das letzte halbe Lied ausgelassen habe, um die U-Bahn zu nehmen, bei der ich nicht auf Super-Pünktlichkeit von U6 und U4/5 und Sprint am Hbf angewiesen sein würde; auch bei dieser RB hat sich ein ICE vorgedrängelt, was in der Ankunft hier aber nur +1 bedeutete. (Idealerweise könnte man ja den Fahrplan gerade nachts nordwärts um 1 Minute pro Station straffen…)