Monatsarchiv:

Juni 2011

Himmel? Hölle?

Das Fellmonsterchen hat aus diesem Kirchenplakat ein Stöckchen gemacht:

Höllen-Warnung

Und zwar möge man wie sie analysieren, wie’s denn bei einem persönlich aussieht in Bezug auf die Punkte, die die menschenfreundliche Baptisten-Kirche in Florida hier für höllengefährlich hält; und anstatt einfach als Kommentar zu antworten, mach ich’s hier ordentlich. :) Während ihr das lest, könnt ihr ja mal etwas Musik einschalten (nur ein Standbild-Video, deshalb so niedrig eingebunden):

So, jetzt aber zur Liste:

Immoral Young People / Immoral Old People: Wie die Stöckchenwerferin zähle ich mich weder zu den nennenswert jungen noch zu den nennenswert alten Leuten.

Homos & Lesbos: Da gehöre ich auch nicht dazu, denn weder verwende ich die unsinnige Homöopathie noch lese ich bosnische Texte.

Beer Addicts & Potheads: Also wer Messwein-Alkoholiker ist, ist sicher? Clever ausgewählt von den Kirchenleuten. Da ich weder biersüchtig bin noch Töpfe auf dem Kopf habe noch irgendwelches Zeug rauche, falle ich auch nicht in diese Gruppe.

Sports Fanatics: Olé, olé olé olé – äh, wie bitte? Naja, als Fanatiker würde ich mich nicht bezeichnen, schon gar nicht beim Selbstsporteln. Was ist eigentlich mit Church Fanatics, liebe Baptisten?

Eyes That Seek To Lust: Nö, meine Augen interessieren sich eigentlich nicht für Lust und Lüsternes. Und was das Gehirn dahinter und das weiter unten sucht, ist hier kein Thema.

Bodies Dressed To Attract Lust: Dann sollte ich mir vielleicht doch nicht die neue Schweinchenkostüm-Herbstmode zulegen…

Witches & Occultists: Hmm, mal sehen – die paar Mal, wo ich als Kind an Fasching verkleidet war, war ich, soweit ich mich erinnere, mal Katze (nicht schwarz), mal Pirat, mal… keine Ahnung, aber ein(e) Hexe(r) war bestimmt nicht dabei. Das zweite wäre eine Definitionsfrage – man müsste nur „okkult“ auf „irgendwas im Geheimen und Verborgenen machen“ ausdehnen, und wer würde dann nicht dazu gehören? Aber das meinen die bestimmt nicht, denn dann würde auch jeder im Beichtstuhl dazugehören…

Thieves & Greedy People: Meinnns, alles meiinns! *räusper* Simmerdochmalehrlich, wer sollte denn wirklich in den langweiligen Himmel wollen, wo’s in der Hölle doch sicher lustiger zuginge? Also werde ich zwar kein Dieb, aber noch gieriger!!

Atheists & Fake Christians: Also falsche Christen gibt’s viele. Genaugenommen sind ja alle Christen falsche Christen – nach Definition mindestens einer anderen Christen-Gruppierung jedenfalls. Da wird’s aber voll in der Hölle!

Aber um den kleinen Fehler, den auch das Fellmonsterchen macht1, zu vermeiden: Nee nee, wir Atheisten kommen sicher nicht in die Hölle – die gibt’s in unserer Welt2 nämlich gar nicht. :mrgreen:

Also, will noch jemand diese Liste als Stöckchen aufgreifen?

  1. bzw. machen würde, wenn da irgendwas ernst gemeint wäre ;) []
  2. =Realität []

Dem Petrus seine Frau (3)

weingesicht In den letzten beiden Jahren hatte ich schon über die wahre, alkoholisierte Geschichte des Heiligen Geistes, die Entstehung von Pfingsten und der Kirchengemeinde an sich berichtet – Teil 1, Teil 2 –, nämlich die Kommentare von Frau Petrus ergänzt, die im Laufe der Jahrhunderte irgendwie unter den Tisch gefallen worden sind.

Dieses Jahr wende ich mich dem Anfang von Kapitel 5 der Apostelgeschichte zu, einem hervorragenden Beispiel für die Nächstenliebe der Jesus-Gemeinde und was für eine tolle Vorbildfunktion und Lebenshilfe das Neue Testament doch jedem Christen bietet. Nicht.

1 Ein gewisser Mann aber, mit Namen Ananias, mit Sapphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut — „Joa, wisst ihr, der Petrus und seine Kumpels haben angefangen, allen ihren Fans die Besitztümer abzunehmen, pardong, ihnen zu sagen, es wär toll, wenn se alles freiwillig abgeben,“ erklärte Frau Petrus, „und dann verteilen se alles unter allen Fans – und behalten natürlich auch viel für sich. Eigentlich clever, so brauchen se net zu malochen und können sich trotzdem ’n besten Wein leisten.“ — 2 und schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch das Weib wußte; und er brachte einen gewissen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel. „Also wenn mein Petrus eines net mag, dann sind das Leute, die meinen, sie wären schlauer als er. (Wobei sie dat meistens ja auch sind.) Aber dass der Ananas was für sich behält, meine Güte, ist dat so schlimm?“ 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? 4 Blieb es nicht dein, wenn es so blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Gewalt? Was ist es, daß du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen hast? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott. „Ne, also was der Peter immer mit diesem „Gott“ hat. Wissense, er glaubt ja selber net an so ’n Zeug, nichtmal im Vollrausch, aber er hat gemerkt, dass er damit gut über andre herrschen kann. Aber psst!, nicht weitererzählen, dass ich das gesagt habe,“ flüstert Frau Petrus, „denn so langsam krieg ich Angst vor meinem Männe. Er und seine Kumpels sind so, so herrschsüchtig geworden, vor lauter Macht fast schon übergeschnappt.“

5 Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten. „Bitte was?!? Haben die ihn wirklich einfach unauffällig umgebracht? Ne, oder?“ 6 Die Jünglinge aber standen auf, rafften ihn zusammen und trugen ihn hinaus und begruben ihn. „Ich hoff ja immer noch, dass die dat einfach erfunden haben, um die anderen zu unterdrücken, auch wenn dat schon schlimm genug wäre.“ Sie schaut sich vorsichtig um. 7 Es geschah aber nach Verlauf von etwa drei Stunden, daß sein Weib hereinkam, ohne zu wissen, was geschehen war. 8 Petrus aber antwortete ihr: Sage mir, ob ihr für so viel das Feld hingegeben habt? Sie aber sprach: Ja, für so viel. „Falls sich jemand fragt, warum die Jungs hier keine Zahlen nennen: Es könnt ja auch wer vom Finanzamt mitlesen.“ 9 Petrus aber sprach zu ihr: Was ist es, daß ihr übereingekommen seid, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, welche deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen. „Ähm, Peter, meinste nich, dass dat jetzt zu weit—“, meinte Frau Petrus, doch sein finsterer Blick ließ sie verstummen. 10 Sie fiel aber alsbald zu seinen Füßen nieder und verschied. Und als die Jünglinge hereinkamen, fanden sie sie tot; und sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Manne. 11 Und es kam große Furcht über die ganze Versammlung und über alle, welche dies hörten. „Ne, also echt, die werden ja zu richtigen Despoten und Tyrannen! Erfunden oder nicht, ich mach da nimmer mit, ich hau ab,“ sagte Frau Petrus leise, um dann laut an die Gemeinde fortzufahren: „Petrus, öhm, ich, äh, du kommst doch mit deinen Kumpels erstmal alleine klar, ich werd mal ’n paar Tage wegfahren, die Maria und ihre Tochter in Massalia besuchen, okay?“

Aber sie kehrte nie zurück.


Originaltext: Elberfelder Bibel 1905; Foto: tiano69/sxc

Aus welchem Werk stammt der Begriff

Ausschau haltend Nach 3½ Wochen ist es mal wieder Zeit für die neuesten Suchanfragen-„Beantwortungen“. vorsicht ich könnte heute schlecht drauf sein.

Für die, die’s noch nicht wissen: Mit den grau hinterlegten Suchanfragen haben Leute hierher gefunden, und ich hab sie weder gekürzt noch erweitert noch erfunden.

Aus welchem Werk stammt der Begriff
Aus diesem.

er war zwischen ihren blüten Schenkeln gefangen im Klo
Also wenn dein Klo so von blühenden Pflanzen überwuchert ist, dass du nicht mehr rauskommst, solltest du vielleicht einen Gärtner rufen. Oder einen erfahrenen Dschungel­expeditions­leiter mit einer großen Auswahl an Macheten.

frage ist intim rasiert fkk auch mit ü 50 erlaubt
Das ist sogar Pflicht! Siehe §1 SuFRFKKKBVO (Senioren- und Frührentner-FKK-Körper­behaarungs­verordnung).

ich bücke mich
Nur zu. Ich werd dich jedenfalls nicht dran hindern.

homöopa finger einklemmen bedeutung
Wenn du dir beim Öffnen des Globuligläschens den Finger einklemmst, musst du sofort Digitus Comprimatus C10 einnehmen, sonst wird das ganz arg schlimm böse enden!

warum hat man nibiru nicht am 21 mai 2011 gesehen
Was sollte sich ein Phantasieplanet um Phantasieentrückungen kümmern?

hausnummer 19, ist das eine gute nummerologische Zahl
Nein. Denn keine Zahl ist eine gute numerologische Zahl.

neumond hühneraugenentfernung
Richtig, dem Mond ist es peinlich, sich – noch dazu jeden Monat – die Hühneraugen entfernen zu lassen, weshalb er sich währenddessen im Dunkeln versteckt.

WELCHE LOTTOZAHLEN FALLEN AM HÄUFIGSTEN ZUSAMEN
Die fallen im Ziehungsgerät und nicht zu den Samen nach Skandinavien.

WIE SOLL LAUFEN DIE RICHTIGE ZAHLEN IM LOTTO
Ich noch nicht gesehen habe Füße an die Lottokugeln.

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Überleg mal erst, was Tote überhaupt noch können…

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Wie unterscheiden sich die von Frauen, die nicht bei der Feuerwehr sind?
Nackte Frauen angezogen
…sind nicht mehr nackt. (Langsam komm ich mir vor wie der Tonnendreher, der gern solche Nackt-/Nicht-nackt-Suchen bekommt…)

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So schnell, dass es nicht für alle Buchstaben reicht? Nee, das wär mir zu schnell.

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Sonst die schönsten in Soest?

kurzer schöner satz alischuf eng
Sag du mir erst einen azösischuf fran.

Kas spile onlein
Mit Essen spielt man nicht! Mal abgesehen davon, wie willst du mit deinem Käse online gehen?

ich mache immer öfters Fehler beim Schreiben
Selbsterkenntnis und Weg zur Besserung und so. Immerhin war dieser Satz schon gar nicht schlecht.

file_links\Mmedia\(D) FILES\xrumer\full5\Projects\links.txt,35,S]
Suchst du einen Exploit oder missglückten Spam? Über letzteres mach ich mich hin und wieder lustig…

farbtabelle mit allen farben die es gibt
Wenn jemand so eine riesige Tabelle erstellen würde, wäre das Internet wirklich voll.

heißer ganz ohne kalender
Nein, nur wenn genügend Leute in einer Gegend Kalender zuhause haben, kann der Sommer kommen.

go to google.com 603000
Mit so kleinen Zahlen gibt sich Google nicht ab.

:bye: Und mir reicht’s jetzt auch, tschüss, time is running out, you know what i’m talkin about.


Foto: Coka – Fotolia.com

Muss ich es überhaupt erwähnen…

Yin-Yang in grün und orange …dass eines der hiesigen Anzeigenblätter letzte Woche mal wieder eine Doppelseite für Realitäts­ignorierende unter dem Titel „Alternative Wege für die Gesundheit“ gebracht hat? Nun, detailliert drauf einzugehen bringt wohl nichts… die CAM de la CAM der Region hatte jedenfalls mal wieder Platz für ihre meist visitenkarten­ähnlichen Anzeigen neben etwas Text.

(Hier die komplette Ausgabe – Achtung, viele große Bilder – bzw. als Direktlink Seite 1 und Seite 2.)

Was sind eigentlich Wege für die Gesundheit? Auf welchen seltsamen Wegen wandelt die Gesundheit da, wohin haut sie ab? Mir wäre es jedenfalls lieber, wenn es Wege zur Gesundheit wären…

Ein bisschen „überraschend“ ist vielleicht, dass sich der Anteil derer, die wegen der grafischen und farblichen Gestaltung schwer zu lesen sind, doch in Grenzen hält. ;) Eine verwendet hellgrün und rosa auf weiß und für eine Überschrift grün auf dunkelblau (gedruckt schwerer zu lesen als in der Bilddatei); eine hat zwar einen blassen Sonnenuntergang im Hintergrund, aber leserlichen schwarzen Text; und das war’s. Und das, obwohl die Titelgrafik der orangen Doppelseite selbst schon ordentlich vorlegt mit hellgrünem geschwungenen Text vor einer kruden Mischung aus nacktem Rücken, etwas Rauchendem (vermutlich dem hier), einem Blumen-Yin-Yang, einem Sonnen­untergangs­meditierenden, orangenen Schleierlinien und, äh, wohl einem abgeschnittenen weiteren Yin-Yang-Symbol, das auch ein halbes stilisiertes Auge sein könnte.

Auch die Schreibweise eines Rutengänger-Angebots in der Form „natURschwingung“ lockt heutzutage kaum einen Hund hinter einem Räucherstäbchen hervor. Wobei er „UR“ bestimmt nicht als Abkürzung für UnRealistisch meint.

Tja, bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass auf meine Mail an meine Krankenversicherung vor zwei Wochen wegen deren Homöopathie­propaganda immer noch keine Reaktion kam und somit auch keine mehr zu erwarten ist.