Schlagwort-Archiv:

Zeitungsausschnitte

Potent oder solvent?

Schon seit mindestens zwei Jahren – meine Stammleser könnten sich erinnern – findet sich diese Bekanntschafts-Kleinanzeige immer wieder in einem der hiesigen Anzeigenblätter:

Nette Sie sucht solventen Herrn

Also hat diese „nette Sie“ entweder einen hohen Männerverschleiß, zu hohe Ansprüche an die Solvenz oder einfach so wenig Erfolg – oder sie macht sich einen Spaß oder ein Experiment daraus. Neu – zumindest ist sie mir heute erstmals aufgefallen, aber ich achte auch nicht jede Woche darauf – ist jetzt diese Anzeige:

Er 40 sucht nette Sie für erotische Treffen

Fragt sich, ob die beiden jetzt wegen Inkompatibilitäten bei der Solvenz, beim Umfang der Beziehung, bei den Sexpraktiken oder bei der Definition von „nett“ nicht zusammengekommen sind – oder ob sie es nicht mal versucht haben (was wohl am wahrscheinlichsten ist). Ich werde die Kleinanzeigen jedenfalls weiter beobachten, wenn beide nicht mehr erscheinen, hat sich hier vielleicht doch ein Pärchen gefunden… :)

Expansion?

Wir erinnern uns an diese Kleinanzeige vor rund einem Jahr:

Kleinanzeige: Hans pendelt und legt die Karten. Treffsicherheit 99,9%. Tel. 0171...

Wie sollte es anders sein in dieser Branche, entweder hat derselbe Anbieter – mit neuem Handyvertrag oder mit dem Handy der Partnerin? – sein Angebot um Handauflege-Spielereien erweitert, oder ein(e) andere(r) Anbieter(in) hat die Formulierung mit der Treffsicherheit nachgeäfft:

Pendeln u. Kartenlegen 99,9% Treffsicherheit und Reiki per Telefon. Tel. 0151...

Was wohl als nächstes dazukommt?

Kleines weibliches Schwein ruft um Hilfe

Das wäre ein Notrufsäule. ;) Eine „Notrufsäule“ nennt eine Firma eine Postwurfsendung in Form eines DIN-A4-Blattes, das Notrufnummern, andere Nummern z.B. der Stadtverwaltung, mehrere Bereiche für Notizen, zwei winzige Jahreskalender u.a.m. mit Werbung kombiniert in der Hoffnung, die Leute mögen den Wisch brauchbar genug finden, um ihn irgendwo gut sichtbar hinzuhängen.

Werbung (in schwarz zwischen die vermutlich bundesweit einheitlichen grellroten Teile gedruckt) gibt’s natürlich vielgestaltiger Natur, von Selbstverteidigung über Sanitär- und Elektrotechniker, Fotostudio und einer plattgedrückten Rechtsanwältin (eine Visitenkarte ins Seitenformat 1:3 gequetscht) bis zu den unvermeidlichen Möchtegern-Heilern, die in einer Notsituation nichts verloren haben: klassische Homöopathie und „begl. Kinesiologie“.

Am interessantesten ist aber die Anzeige unter dem Wort „Hausarzt“ (auch wenn sich das sicher auf das Notizfeld rechts daneben bezieht, sieht es doch wie eine Überschrift aus):

Hausarzt: eine Anzeige eines 24h-Computerservices

Naja, wer weiß, wie viele Androiden hier in der Stadt wohnen…