Im Keller des Löwen

Löwenbräukeller Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mal eine Esoterikmesse zu besuchen, wie sie derzeit (noch bis Sonntag) im Löwenbräukeller in München stattfindet, und so hab ich mich heute Nachmittag auf den Weg gemacht – und bestätigt gefunden, dass die Fantasie quasi grenzenlos ist…

Unzählige Aussteller mit Ständen von einem bis einigen wenigen Quadratmetern, gepaart mit über 100 Vorträgen/Workshops (wenn auch manche verschiedenen Tagen wiederholt werden) – viele der Vortragenden sind natürlich auch Aussteller – dürften wirklich für jeden etwas bieten, Hirnzellen und Geld loszuwerden. Einen Vortrag hab ich mir aber nicht angetan, denn zum einen befürchtete ich, mich nicht beherrschen zu können, und zum anderen sind sie überwiegend auf 40 Minuten angesetzt, und das wäre mir dann doch zu lang gewesen, zumal ich auch noch ins Rotlichtviertel musste.1

So hab ich mich darauf beschränkt, nur hier und da an den Ständen etwas mitzuhören und auch das eine oder andere „erklärt“ zu bekommen oder mich einfach nur umzusehen, von Aurafotografie über Duftöle, Edelsteine, Energiepyramiden®, Engelbilder, Handlesen (stilecht im Zigeunerzeltchen), Hexenzubehör, Räucherstäbchen, Kartenlegen, Klangschalen, Kosmetik mit lebendem Wasser (inklusive Gratisproben), Nullpunktenergie-Produkten aus Geschäftsauflösung, meterweise Prophezeiungen bzw. die „Neuoffenbarung“ einer gewissen Bertha Dudde (dank Spenden kostenlos), Regenbogenengel, schamanische Diagnose und Seelenbestseller bis hin zur Geistigen Aufrichtung – alles gut geeignet zur geistigen Abrichtung, gewissermaßen.

Löwenbräukeller: Esoterik-Tage

Ach ja, die Energiepyramiden® (jedesmal mit ® auf dem Info-Zettel) – ein Gestell aus vergoldeten(?) Messing(?)-Stäbchen mit einer kleinen kopfstehenden Pyramide in einer großen, jeweils mit Glasboden. „Der Schlüssel zum 3. Jahrtausend“ – ja hallo, danke für’s Aufsperren, das hätte in der Silvesternacht 2000 ja was gegeben, wenn die Tore verschlossen geblieben wären! Zur Förderung der spirituellen Energien, deren Wirkung mit drei „Aurafotos“ nach verschieden langer Anwendung „belegt“ wurde. Erhältlich in drei verschiedenen Modellvarianten/Größen (ab 18cm) für unterschiedliche Ziele zu Schnäppchenpreisen von 400€ bis 2300€. Na wer da nicht die Geldbörse zückt!

Und am besten gleich dazubestellen: Ein vergoldetes schalenähnliches Gestell namens „Horus®-Brunnen“, das ergänze die Pyramide optimal: 1800€, „zuzügl. Kristallkugel (ab 300€)“. Super-Schnäppchen, aber echt! Da kann der Medien-Markt einpacken! ;)

Beinahe wäre ich dann beim Rundgang gegen eine Frau gestoßen, die halb auf dem Gang hinter einer sitzenden Kundin stand, die Arme halb ausgestreckt und auf Schulterhöhe die Handflächen nach oben gerichtet – minutenlang ohne ein Wort oder eine nennenswerte Bewegung. Nicht auszudenken, wenn ich die energetische Ausrichtung durch einen Rempler gestört hätte! Die freiwerdende Energie hätte das ganze Gebäude vernichten können!

Ein großer Gong stand auch an einem Stand – ich war schon kurz davor, „Anyway the wind blows“ zu singen und kräftig draufzuschlagen2, aber die geistig konzentrierten Kräfte der Klangmystiker haben mich gerade noch davon abhalten können. :P

Und es gab selbstverständlich große Tische mit Werbung zum Mitnehmen, wo ich mich eingedeckt und damit bestimmt für die nächsten Monate genug Material habe… Das Programm von K-TV, dem katholischen Sender aus Österreich, war auch dabei – o Schreck, haben Esoterik und Religion etwa etwas gemein??3

So bleibt mir nur noch, den heutigen Beitrag mit dieser hervorragend passenden Zeichnung von Plognark (via Bad Astronomy) zu schließen:
The stupid, it burns

  1. Südlich des Münchener Hauptbahnhofs gibt’s eine interessante Mischung aus Sex-Shops/Strip-Bars, Glücksspielbetrieben – und Computerläden, die denn auch mein eigentliches Ziel waren. ↺
  2. so endet „Bohemian Rhapsody“ von Queen ↺
  3. Ja. Sehr viel sogar. ↺

Leben in Liedtiteln

Ich schnappe mir hier mal dieses Stöckchen, das ich zuerst bei Konna gesehen habe, offiziell bei tshalina – die Aufgabe:

Beschreibe Dich selbst mit Titeln aus iTunes von deiner Festplatte, formerly known as Plattenregal.

Der Einfachheit und des Spaßes halber hab ich mich auf Songs von Queen (+ Solo) beschränkt. (Und die hab ich natürlich allesamt auch im CD-Regal.) Jeweils mit Youtube (z.T. live) oder LastFM verlinkt (das 2. gibt’s dort aber derzeit nicht).

  • Männlich oder Weiblich: White Man (A Day At The Races, 1976)
  • Beschreibe dich: Dirty Mind (The Cross: New Dark Ages, 1991)
  • Wie denken Andere über dich: Stone Cold Crazy (Sheer Heart Attack, 1974)
  • Wie denkst du selbst über dich: I’m Going Slightly Mad (Innuendo, 1991)
  • Beschreibe wo du gerne wärst: Seaside Rendezvous (A Night At The Opera, 1975)
  • Beschreibe wer du gerne wärst: The Guv’nor (Brian May: Another World, 1998)
  • Beschreibe deinen Lebensstil: Foolin‘ Around (Freddie Mercury: Mr Bad Guy, 1985)
  • Dein Lieblingshobby: Lazing On A Sunday Afternoon (A Night At The Opera, 1975)
  • Deine Stadt: Ich kann mich nicht zwischen Let Me Out und Man Made Paradise entscheiden. ;) (Brian May: Star Fleet EP, 1983 / Freddie Mercury: Mr Bad Guy, 1985)
  • Wo siehst du dich selbst in 10 Jahren: On Top Of The World Ma (The Cross: Mad, Bad And Dangerous To Know, 1990)
  • Eigenschaft, die du an Menschen schätzt: Staying Power (Hot Space, 1982)
  • Eigenschaft, die dich nervt: Liar, Liar (Queen I, 1973 und The Cross: Mad, Bad And Dangerous To Know, 1990)
  • Lebensmotto: Believe In Yourself (Roger Taylor: Electric Fire, 1998)
  • Ziel/Wunsch für 2009: Fun It (Jazz, 1978)
  • Und zuletzt ein paar Worte der Weisheit: Don’t Lose Your Head (A Kind Of Magic, 1986)

Weitergeworfen wird diesmal an die Prinzzess, die ja übers Nichtwerfen meckert, ;) an Hans und an David, wenn ihr denn wollt – alle anderen dürfen sich auch bedienen.

Batman in Batman?

Bats + Moon Man könnte meinen, die Türkei nähert sich Amerika (und irgendwie leider auch Deutschland) an, was die Inanspruchnahme von Anwälten und Gerichten betrifft: Da will doch glatt der Bürgermeister der südosttürkischen Stadt Batman den Produzenten des Batman-Films – also der Comicverfilmung – verklagen, weil die Nutzung des Namens ohne Zustimmung der Stadt erfolgt sei.

Mal abgesehen von der Kleinigkeit, dass Batman, der Comicheld, schon fast 70 Jahre alt und der Batmaner somit etwas spät dran ist – wieso denn gleich klagen? Wieso die Namensgleichheit nicht touristisch nutzen und damit werben? Wie wär’s denn mit einem Batman-Vergnügungspark in Batman?

Ach nein, wahrscheinlich hat der Batman-Mann Angst, seinerseits vom Comic-Rechteinhaber verklagt zu werden – oder Unsummen an Lizenzgebühren zahlen zu müssen –, wenn er Batman einfach so für Batman einspannt…

Hoffentlich kommen jetzt nicht die Hersteller von Baseball- und anderen Schlägern (bats) auf ähnliche Gedanken. Oder Zoohandlungen. Oder Dracula.


Illustration: weirdvis/sxc

„Außerirdisch galaktisch“ oder unterirdisch gelackmeiert?

I Want To Believe Wer glaubt, ProSieben gibt sich mit „Uri Geller live – Ufos & Aliens: Das unglaubliche TV-Experiment“ (über das ich, wie am Sonntag angekündigt, ja auch berichten werde) zufrieden, irrt, denn Nina Hagen, nur nach eigener Aussage „übrigens halb Mensch, halb Engel“ und bereits Gast in Uris transgalaktischer Telepathie-Täuschungsshow, bekommt einen Sendeplatz für eine „Doku“ im Anschluss:

„Nina Hagens Ufo-Jagd – Auf Alien-Suche in Roswell“, am Samstag, 15. November 2008, ab 22.30 Uhr auf ProSieben (mal angenommen, der Löffelbieger und seine Aliens überziehen nicht).

In ihrem Reisegepäck: Ein Sonnenschirmchen, eine Friedens-Fahne und eine gehörige Portion Neugier.

Und eine noch gehörigere Portion Voreingenommenheit. Wäre sie wirklich neugierig, würde sie sich auch für die Gegenargumente interessieren – aber damit lockte sie ja keinen Zielgruppen-Hund hinter dem ProSieben-Ofen hervor.

Gab es 1947 tatsächlich einen Alien-Crash? Hatte die US-amerikanische Luftwaffe wirklich ein „unbekanntes Flugobjekt“ in ihrem Besitz? Und wurde anschließend alles von der Regierung vertuscht?

Die skeptisch–vernünftige Antwort lautet natürlich 3x nein. Aber wen befragt die schrille Berlinerin?

Antworten auf ihre Fragen geben ihr Atomphysiker, Ufo-Autoren, Besucher des gerade stattfindenden Ufo-Festivals und ein Mann, der von sich behauptet, halb Mensch, halb Alien zu sein.

Was einen Atomphysiker zu einer Alien-Antwort qualifiziert? Ist doch klar: Dass er, Stanton Friedman, ein Buch darüber geschrieben hat und…

… offen zugibt:

„Ich bin neidisch auf Nina, weil ich noch nie einem Ufo begegnet bin. Seit 50 Jahren untersuche ich Beweise für fliegende Untertassen. Es liegen nämlich überwältigende Beweise vor, dass die Erde von außerirdischen Raumschiffen besucht wird.“

Nina Hagen „Beweise“? Das darf bezweifelt werden. „Beweise“ höchstens für diejenigen, die unbedingt glauben wollen und echte Beweise oder kritische, plausiblere Erklärungen schon fast zwanghaft ignorieren. Was sicher auch auf die anderen oben aufgezählten Befragten zutrifft, inklusive der „Dokumentierenden“ selbst, die über ihre eigene „UFO-Begegnung“ berichtet:

„Damals habe ich in Malibu gewohnt, als ich mitten in der Nacht ein Ufo sah. Ich war völlig geflasht.

Vorher oder nachher?

Wunderschöne Lichter strahlten mich an, ich hatte nicht die mindeste Angst, herrliche Energie hat mich überwältigt. Drei Wesen standen in dem Ufo, aber keins davon hat sich bewegt. Es war eine überwältigende Erfahrung.“

Andere Leute nennen sowas entweder (Drogen-)Rausch – ich will Nina hier jetzt nichts Illegales unterstellen, aber objektiv gesehen kann man es ja nicht ausschließen –, Traum oder hypnagoge/hypnopompe Halluzinationen. Zitat GWUP:

Diese Halluzinationen haben mit gewöhnlichen Träumen nichts zu tun, sie scheinen meist völlig realistisch, und die Betroffenen sind von der Wirklichkeit ihrer Erinnerung absolut überzeugt. Auch viele Berichte von Menschen, die sich an eine Entführung durch UFO-Wesen erinnern, haben alle Merkmale, die für solche hypnagoge oder hypnopompen Zustände charakteristisch sind.

Was wird am Ende in dieser Sendung übrigbleiben? Mit Sicherheit keine objetive Dokumentation. In Anlehnung an Ninas Kommentar zu dem Halb-Mensch-halb-Alien-Mann würde ich sagen: Der Zuschauer wird absolut manipuliert. Ganz böse Geschichte.


Linktips:


Hagen-Foto © Tomasz Sienicki / Wikipedia

Musik-Quiz 36

Willkommen zum neusten Musikquiz, heute wieder in Form von Bilderrätseln. Wird manches heute wieder zu einfach…?

Fangen wir mit einem Rebus an:

1.) Welcher Liedtitel (von wem) ist das?

Musik-Quiz 36.1

Gelöst von Julia: „Glory Days“ von Bruce Springsteen (Goal or y daisy) (Video)


2.) Welcher Liedtitel (von wem) ist das?

Musik-Quiz 36.2

Gelöst von symBadisch: „Holy Diver“ von Dio (Video)


3.) Welcher Liedtitel (von wem) ist das?

Musik-Quiz 36.3
Hagebutten-Foto von benedeki/sxc

Gelöst von Julia: „Hip To Be Square“ von Huey Lewis and the News (Hagebutte=hip, 2 bee(s), im Quadrat=square) (Video)


Zum Abschluss noch ein einfaches, und das wäre dann alles, was ich vorbereitet habe:

4.) Welcher Liedtitel (von wem) ist das?

Musik-Quiz 36.4

Gelöst von Julia, David und symBadisch waren nur ein kleines bisschen später dran: „Infinity 2008“ von Guru Josh Project (Video; und das Original von 1990, besser, da ohne den blöden Text)


Das war’s für heute, danke fürs Mitmachen, bis nächsten Dienstag!