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Fotografie

Staub kann so schön sein

IMG_7195 Staub a

Das ist eine Detailaufnahme eines Staubknäuels mit einem 17-85mm-Objektiv in Retrostellung (mit entspr. Retroadapter) bei 17mm – wie schon neulich bei den Einblatt-Blüten (blühend, verwelkt). Auch wenn es auch so schon überraschend bunt war, hab ich trotzdem Kontrast und Farbintensität etwas erhöht. Hier noch ein anderer Bereich:

IMG_7193 Staub a

Und hier zunächst mit einer Glühbirnen-, dann mit einer LED-Taschenlampe beleuchtet und schließlich mit Tageslicht:

IMG_7201 Staub a IMG_7202 Staub a

IMG_7203 Staub a

(Wenn ich nur wüsste, ob die kleinen grauen Flecken Schmutz auf dem Sensor oder auf der Linse oder sonstwo sind – bei „normalen“ Fotos ist davon nichts zu sehen… Naja, muss ich mir mal genauer anschauen.)

Wirklich eine interessante Methode, um kleine Dinge stark vergrößert darzustellen (die Fotos hier sind nicht beschnitten), auch wenn die Detailschärfe in der Originalgröße (siehe Flickr) nicht 100% optimal ist. Eigentlich ist es ganz einfach: Man kauft sich einen passenden Retroadapter (10-20€) und schraubt das Objektiv umgekehrt an die Kamera – fokussiert wird durch Bewegen der Kamera oder des Motivs, wobei Liveview natürlich hilfreich ist.

Bei Offenblende ist die Schärfentiefe extrem niedrig, deswegen sollte man die Blendenöffnung reduzieren (auf 11 in den obigen Fotos), was allerdings nur in Normalstellung geht (wenn’s kein älteres Objektiv mit manueller Einstellmöglichkeit ist): Blende im M- oder Av-Modus wählen, Schärfetiefenprüfungstaste gedrückt halten und Objektiv entfernen – zumindest bei Canon geht das. Allerdings braucht man dann auch viel Licht bzw. eine lange Belichtung (hier: 3s, 6s, 1s,3s,10s; ISO 100) – ein statisches Motiv ist von Vorteil…

Mehr kann man etwa bei Traumflieger nachlesen, die in ihrem Shop auch die Adapter (und mehr) anbieten – alternativ z.B. auch bei EnjoyYourCamera erhältlich (die ein umfangreicheres sonstiges Foto-Angebot haben, weshalb ich auch dort gekauft habe). So sieht das dann an der Kamera aus – mit Schutzring und Schutzglas1 für die nun außen liegende Objektivinnenseite; rechts der Adapter:

Kamera mit Retroadapter

Alternativ kann man auch Nahlinsen (wie die Olsens hier bei einer Hornisse) für Vergrößerungen verwenden, die dann wie ein Filter ganz normal aufgeschraubt werden – dann hat man diese Probleme natürlich nicht. Gute, achromatische Nahlinsen mit stärkerer Vergrößerung sind allerdings teurer als ein Retroadapter.

Zum Vergleich bzw. für andere Gelegenheiten hab ich mir auch ein kleines Nahlinsen-Set (mit +1, +2 und +4 Dioptrien) gekauft. Hier eine Übersicht der erzielbaren Vergrößerungen, bei denen die einzelnen Bilder den unbeschnittenen Gesamtbereich zeigen:

Vergrößerungsvergleich

Das Wort „Ort“ ist etwa 4 Millimeter breit.

Und ja, ich hab noch mehr Makro-Fotos mit anderen Motiven in petto, aber ich muss ja nicht alles sofort zeigen…

  1. ja, etwas staubig, wie hier geblitzt zu sehen ist – hoffenltich der Grund für die o.a. grauen Flecken ↺

Links und Videos der Woche (2009/29)

  • Marcel gibt Sicherheitstips für die (Reise-)Fotografie
  • There’s a reason why we call it evidence… bei World of Weird Things
  • Mein Name ist natürlich auch auf dem Weg zum Mars:
    Nasa-Mars-Name Zertifikat
  • Russian drunk yoga (10 Bilder; via @Fischblog)
  • Ein „ganz normaler Tag“ – ein Video mit Aktionen, die bestimmt sehr viele Versuche benötigt haben… (via @gillyberlin):

     

  • Bullshitting the bullshitters: Von der paranormalen Fähigkeit zu googlen… – ein BBC-Video (via Wortvogel)

Oh là là?

Gestern klage ich noch über Ideenarmut, da finde ich heute prompt etwas, das noch zu weiteren Experimenten einlädt…

Beim FamLog hab ich einen witzigen Makro-Versuch gefunden, bei dem man ein zweites Objektiv umgekehrt vor das an der Kamera montierte hält – etwas wacklig (wenn man keinen entsprechenden Adapter-Ring hat), aber mit potentiell großer Makro-Wirkung und auch für nicht ganz alltägliche Effekte geeignet; eine Video-Erklärung dazu (und ein tolles Foto) gibt’s bei Kwerfeldein.

Ich hab also meine 40D mit dem Tamron 28-300mm genommen und das Canon 50mm/1.4 davorgehalten – und was erblicken meine müden Augen?

h1
(Tamron bei 77mm)

Sexy, oder? Oder…?

Hm, zoomen wir mal raus, um mehr zu erkennen:

h2
(Tamron bei 28mm)

Äh, hä?

Okay, zugegeben, die beiden oberen Bilder hab ich nachträglich um 180° gedreht, und diese Objektiv-Spielerei wäre für diese Illusion nicht nötig gewesen – abgesehen davon, dass ich sie sonst wohl nicht bemerkt hätte –, denn ein Ausschnitt aus diesem gewöhnlichen Ein-Objektiv-Foto hätte es auch getan:

h3

So sieht die Hasen-Figur im Ganzen aus:

h4

:loll:

Über die Kommentare bei Kwerfeldein bin ich dann noch auf die Idee mit Retroadaptern gestoßen, mit denen sich ein Objektiv direkt umgedreht am Kamera-Body befestigen lässt, was auch für starke Vergrößerungen von 4:1 oder 5:1 sorgen kann – das könnte man auch mal ausprobieren…

Projekt 52/26: Mathe um dich herum

Das nächste Thema der Woche bei Saris Projekt 52

26: Mathe um dich herum

Thema 26: Mathe um dich herum

Mathematik ist überall, vom Bau des Hauses, in dem ich mich aufhalte, über die Handwerker­rechnung für meinen Schreibtisch und den Computer darunter, die Symmetrien in Blüten und die Wetter­vorhersage, den Regenbogen und den Sonnenuntergang, von den Quarks bis zum Universum überhaupt; sie ist die Grundlage vieler Bereiche der Wissenschaft. Man kann der Mathematik nicht entkommen1– es verlangt ja niemand, dass man alles selbst durchrechnet und alle Formeln kennt, aber sie komplett zu ignorieren bedeutete auch, viele intrinsische Schönheiten der Natur zu ignorieren.

Und so hab ich hier mittels Foto-Mosaik-Edda (hier bei Chip vorgestellt) ein Mosaik der Erde (Blue-Marble-Bild der Nasa)– meiner Umgebung in kosmischen Maßßstäben – aus unzähligen meiner Fotos von Pfaffenhofen – meiner Umgebung in irdischen Maßstäben – zusammengesetzt (wobei das Original mit 25% Intensität überlagert ist). Und ja, auch für diesen Vorgang ist einiges an Mathematik nötig…

Bild anklicken zur Vergrößerung auf 1200×1200 Pixel – oder hier klicken für die 4350×4350-Version.


  1. auch wenn man auf zu bezahlende Rechnungen und Steuern wohl am ehesten gerne verzichten würde ;)  ↺

Bromelienblüte

bromelie_560
Canon 40D mit Tamron 28-300, Brennweite 300mm, Blende 6.3, Belichtungszeit 1/2s, ISO 100, manuell fokussiert und natürlich mit Stativ. Ohne Nachbearbeitung.

Auf Flickr gibt’s dieses und zwei Varianten mit den Blendenzahlen 13 und 20 auch in ganz groß: Set, Slideshow

Die Fotos sind von gestern – mittlerweile zeigt sich ein zweiter Satz der gelben Staub- und Fruchtblätter aus dem roten Hochblatt direkt vor diesem ersten; ich werd’s weiter beobachten. Übrigens ragt der lange Stiel ca. 4 mm über die gelben Staubblätter hinaus.

Hier ist ein Detail-Ausschnitt (1:1-Crop) von der F13-Variante:

bromelie_crop

Man sieht, dass das Objektiv so seine Grenzen hat – ich glaub, ich brauch doch noch ein richtiges Festbrennweiten-Makro…