Re: Anfrage an die Geschäftsleitung!

Kein Händeschütteln Mal wieder Spam – nicht kurios übersetzt, es ist „nur“ fraglich, inwiefern jemand tatsächlich auf so eine Geschäftsanfrage anspringen sollte…

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein dynamisches und stark wachsendes M&A – Beratungshaus.

Dynamisch mit immer wieder wechselnden Domains1 und mit im Laufe der Jahre stark wachsender Mail-Adress-Datenbank, die ihr anspammt. Sind euch im „M&A“ die Buchstaben so sehr verrutscht, dass das & eine verdrehte Überlagerung von S und P ist?

(Dass das M&A vielmehr „Mergers & Acquisitions“ heißen soll, muss man schon mit der Lupe suchen – entweder im wahrsten Sinne des Wortes auf der Website in Winzig-Schrift im Logo oder zufällig in einer News-Meldung.)

Unsere Kernkompetenz liegt in der Vermittlung von Unternehmen, die eine Nachfolgeregelung oder eine Beteiligung suchen.

Ob in der Vermittlung, kann ich nicht beurteilen, im Finden sicher nicht, wenn ihr eine von privaten Websites wie meinen geharvestete Mail-Adresse anschreibt.

Unserer Brokerabteilung liegen derzeit Anfragen von potentiellen Kaufinteressenten und Investoren für Unternehmen Ihrer Branche sowie Ihrer Region vor. Diesbezüglich sind wir auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.

Wetten, dass ihr keine Ahnung habt, welche „Branche“ mein „Unternehmen“ hat und um welche Region es geht?

Sollten Sie den Verkauf Ihres Unternehmens planen oder eine Beteiligung suchen, bitten wir um eine kurze Nachricht per E-Mail oder Telefon.

Nein, das könnt ihr hier sogar öffentlich lesen!

Wird ein Verkauf oder eine Beteiligung angestrebt?
Welche(n) Verkaufspreis/Beteiligungssumme möchten Sie erzielen?
Grund für Ihr Vorhaben?
Bis wann wollen Sie Ihr Vorhaben umgesetzt haben?

geldkoffer Das ist ja auch das Wesentliche, was man über ein Unternehmen wissen muss… Also beantworten wir die Fragen: Eine Beteiligung ohne jedes Stimmrecht mit mindestens 10 Mio. Euro ohne Rückzahlungsanspruch, weil man Geld immer brauchen kann, und zwar bis spätestens übermorgen.

Für so kompetente Brocken, äh, Broker wie euch ist das sicher eine Leichtigkeit.

Unsere Spezialisten werden sich nach Ihrer Rückmeldung unverbindlich mit Ihnen in Verbindung setzen. Selbstverständlich werden alle Informationen und Daten in unserem Haus streng vertraulich behandelt.

Ach, ihr habt Spezialisten? Bisher hatte ich noch von keinem gehört.

Mit freundlichen Grüßen

D[…] S[…]

– Backoffice Account Management –

Heißt das: Hinterzimmer-Spam-Versand?

Falls Sie keine weiteren Emails dieser Art mehr wünschen schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an […] oder antworten Sie direkt auf diese Email.

Die Hervorhebung durch Fettschrift ist hier übrigens originalgetreu. Nur ob eine Antwort mehr bewirkte als die Mail-Adresse zu bestätigen?

Ein „Disclaimer“ darf auch nicht fehlen:

Diese E-Mail enthält vertrauliche, rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail ist nicht gestattet.

Eine Mail, die an unzählige beliebige Empfänger verspammt wird, ist immer ohne Irrtum beim gewünschten Adressat. Und ich glaube nicht, dass etwas Unerlaubtes je gestattet gewesen wäre. Aber der Unsinn solcher Disclaimer spricht sich halt nur sehr langsam rum…

Siehe auch: Antispam-Forum und u.a. ein Konkurrenzunternehmen, das den Spam auch bekommen hatte.


Fotos: mikecco/sxc, mikecco/sxc

  1. und wenn es nur aktuell die .com-Variante der .biz-Domain ist, die auf eine .de weiterleitet []

3 Kommentare

  1. S

    Manche können es nicht lassen rumzuspammen.

  2. J

    geharvestete Mail-Adresse

    Juhu, feinstes Denglisch :-) Das Tolle an solchen Spam-Mails ist ja, dass man selbst keine Klage einreichen kann, sondern dafür schonmal nen Konkurrenten finden muss, der dann wegen unlauteren Wettbewerbs prozessiert. Schade, eigentlich.

  3. c

    Denglisch muss auch mal sein. :mrgreen: Tja, manche können das Spammen wohl wirklich nicht lassen – die postitiven Effekte werden wohl (leider) größer sein als die negativen…

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