Monatsarchiv:

Juli 2013

Soll ich wirklich?

2012 Lego Facepalm Soll ich wirklich heute, 222 Tage später, etwas zu diesem unsäglichen Thema 21.12.2012 schreiben? Dem Tag, an dem die Welt nicht unterging, an dem kein Aufstieg stattfand?1 Immerhin ist die 222 ja die Zusammensetzung von 21 und 12 (wenn man die 1en überlappt und addiert), die Differenz der heutigen Ziffern 31 ist 2, zudem ist es der 212. Tag des Jahres 2012+1, Beginn der 121. jährlichen Versammlung der American Psychological Association und der 22. Summer Deaflympics (sagt Wolfram Alpha) – das sind einfach zu viele 1er und 2er, um den Tag zu ignorieren!

Aber lohnt es sich wirklich, nochmal zu erwähnen, wie in den Jahren zuvor Termine, die schon stattgefunden haben sollten, auf jenes Jahr oder jenen Tag verschoben wurden, wie vagen Vorankündigungen nun ein Datum verpasst wurde, wie später relativiert wurde, als der Termin2 nahte, nach dem Motto „Wann ist 2012?“ Wie aus „2012 ist der Höhepunkt, die Vollendung“ wurde: „2012 war der Anfang, sei nicht enttäuscht, wenn du noch nichts spürst“? Wie manche versuchten, Wissenschaftler zu spielen, aber auf ganzer Linie scheiterten, und abseits der großen 2012-Medienaufmerksamkeit ihr Süppchen nun etwas kleiner kochen müssen – mit denselben verwässerten Zutaten abzüglich eines Termins? Wie Gläubige, Gurus, Geschäftemacher und Gelackmeierte allgemein ihre Texte halt ein bisschen anpassen und einfach weitermachen, als wäre nichts nicht gewesen?

Nein, das lohnt sich nicht.

 


  1. Disclaimer: Ich hab nicht in allen Sportligen nachgeschaut, ob es an dem Tag nicht doch irgendwo einen Aufstieg in eine höhere Liga gab… aber das meinten die Esoteriker eh nicht. :) []
  2. damit meine ich den Tag, nicht den Astrollogen mit diesem Namen []

Links und Videos der Woche (2013/30)

Überwachungsstaat – Was ist das?

 

Levitating Superconductor on a Möbius strip

Leuchtend

Zum Thema der Woche im „Magic Monday“-Projekt, eben „leuchtend“, hab ich zwei Bilder:

neusun1_superk

Dieses erste ist nicht von mir, sondern von R. Svoboda and K. Gordan (LSU), via APOD (1998) – bzw. vom Super-Kamiokande. Das ist ein Detektor für Neutrinos, der zwecks Abschirmung vor anderer, störender Strahlung 1 km unter der Erdoberfläche in einer japanischen Mine steht und 50000 Tonnen Wasser sowie 11200 Photomultiplier enthält. Wäre also etwas schwer, wenn ich etwas Vergleichbares bei mir unter dem Garten aufbauen würde, und die Belichtungszeit (oder „Beneutrinungszeit“) von 500 Tagen, die für obiges Bild nötig waren, wären etwas viel, insbesondere, wenn ich für dieses Projekt erst jetzt damit anfangen würde. Obwohl das dann bestimmt ein neuer Verspätungsrekord für einen Nachzügler-Beitrag zu einem wöchentlichen Projekt würde.^^

Neutrinos sind winzige Elementarteilchen, die u.a. bei Kernfusionen entstehen, wie sie im Inneren der Sonne stattfinden. Und zwar sehr zahlreich – aber da sie nur ganz schwach und zwar nur schwach mit anderer Materie wechselwirken, braucht man halt so aufwendige Detektoren, damit man ab und zu so ein Ereignis registriert. Die restlichen -zig Milliarden, die uns pro Quadratzentimeter jede Sekunde durchdringen, tun das ganz unauffällig…

Natürlich sieht man die Sonne auch im sichtbaren Licht, und das wesentlich einfacher – zur Zeit dank des schönen (wenn auch schon wieder zu heißen) Wetters sogar recht viel. Hier ein aktuelles Foto von mir (mit etwas zuviel Staub auf der Linse):

Sonne

Kurios an der Sache: Die Neutrinos, die dank ihrer (wenn auch winzigen) Masse nicht ganz mit Lichtgeschwindigkeit fliegen können, sind trotzdem viel eher bei uns als die Photonen (also die Lichtteilchen), die in der Sonne entstehen – denn die prallen so oft auf all die dicht gepackten Gasatome bzw. Protonen in der Sonne, dass sie mindestens Jahrtausende brauchen, bis sie endlich heraus und zu uns gelangen können. Dafür sind sie aber noch ganz schön leuchtend…

 

(Wobei man natürlich noch darüber diskutieren könnte, ob ein Photon, das an einem anderen Teilchen „abprallt“, tatsächlich noch dasselbe Photon ist; oder ob man statt Teilchen gleich Quantenfelder betrachtet, aber die sind doch etwas komplexer und weniger anschaulich als ein Billardtisch mit zu vielen Kugeln…)

Nicht perfekt?

„Unperfekt“ ist das dritte Thema bei „Magic Monday“. Nun, das trifft nicht nur darauf zu, dass folgende Bilder gestern, am Dienstag und nicht am Monday, entstanden sind, sondern sicher auch auf das zwar schön verzierte, aber in seinem Umbau irgendwie nicht ganz perfekte, vollendete Bahnsteig-Dach in Starnberg:

Bahnsteig-Dach Starnberg: Verzierung

Bahnsteig-Dach Starnberg im Bau

Dafür war der Rest meines kleinen gemütlichen Ausflugs an den Starnberger See eher etwas fürs Thema „perfekt“…

Starnberger See (Possenhofen)

Sogar ein quasi perfektes Foto einer der fliegenden Möwen, die das Schiff eine Weile begleitet haben, kam dabei raus (neben vielen, auf denen bestenfalls ein unscharfer Flügel zu erahnen ist):

Möwe

Das Schiff war übrigens die „Starnberg“, ein Katamaran mit dieser, äh, kunstvollen Figur zwischen den Rümpfen (man beachte auch den Schatten):

Figur der Starnberg