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E-Mail

Manchmal…

Facepalm (alter Mann)…denke ich, die Einführung einer Art Internet-Führerschein wäre doch sinnvoll. Samt Kontrolle der „Fahrtüchtigkeit“ im hohen Alter. Dann fällt mir aber wieder ein, dass das gerade bei Leuten, die Defizite in der Denkbereitschaft haben, nicht wirklich erfolgversprechend wäre.

Jedenfalls erreichte mich neulich eine Mail, die nur dadurch zustande gekommen sein kann, dass die Absenderin nach der Nahrungsergänzungsmittel-Firma, über deren überzogene Werbung ich einstmals gebloggt hatte (was eine ganze Reihe von Kommentaren über die angebliche Alternativmedizin allgemein nach sich zog und immer noch eine meiner meistgelesenen Seiten ist) gesucht hatte, sofort oben auf „Kontakt“ geklickt und mir eben diese Mail geschickt hat, ohne zu bemerken, dass dort gar nichts von der Firma erwähnt wird. Aber mail8@cimddwc.net klingt ja auch total nach Dr. Hittich, nicht wahr? Hier der Text, diverse Produktnamen rausgekürzt:

Sehr geehrter Dr. Hittich,
gestern schickte ich eine Bestellung für […]. Heute erhielt ich Ihr Rabatt-Angebot zum Jubiläum. Meine Frage: Wäre es möglich, dass diese Bestellung zum Rabattpreis berechnet werden könnte? Ich bin 74 Jahre alt und könnte die bestellten Mittel für je 6,42 € erhalten, statt zu je 24,70 €.
Für den Fall, dass Sie mir meine Bitte gewähren (aber bitte nur, wenn ich tatsächlich Rabatt erhalte) möchte ich noch 30 Kapseln […] und
2 mal […] bestellen.
Mit freundlichen Grüßen

Wobei die Mail tatsächlich hier endet – ohne dass sie Name, Adresse oder gar Kundennummer direkt angegeben hätte. Zum Glück – für sie und die Hittich-Firma, wenn sie die dann doch noch erreicht haben sollte (nach meinem Hinweis, dass sie hier an der falschen Adresse war) – steht ihr Name in der Mail-Adresse.

Bleibt noch die Frage: Warum hat sie überhaupt im Internet gesucht? Wenn sie eh Post von denen hat, wird sie doch auch Telefonnummer und Webadresse finden. Naja, wahrscheinlich saß sie da schon am Computer und hätte nochmal aufstehen müssen, um die Post zu holen – was eigentlich für fast alle Leute (mich eingeschlossen) Grund genug ist.^^

Aber sie ist ja nicht die einzige. Hätte ich meine Telefonnummer noch im Impressum stehen, hätte sie mich wohl damit beim Abendessen gestört, aber seit ich damals für einen Geistheiler und einen Reiseveranstalter gehalten wurde, hab ich sie lieber rausgenommen…


Foto: David Fant (Flickr), CC-by-Lizenz

Thunderbird: Zeilenhöhe in Baum und Liste ändern

at-sign Ich dachte, ich schreibe kurz diesen kleinen Tip auf, der sich bei meinem Update von Thunderbird 3.1 auf 5.0 gestern ergeben hat (und auch für Thunderbird 6 und bei dieser lächerlichen Versionsvergabe auch für 7, 8, 9, 10, 11, 12 und 13 gilt und wahrscheinlich noch länger) – unter WIndows 7 übrigens. (Mag sein, dass es das beschriebene Problem auf anderen Systemen so gar nicht gibt.)

TB5 benutzt eine geringfügig andere Darstellung des Ordnerbaums und der Mailliste, in der der Zeilenabstand etwas größer ist (vielleicht auch nur eine Nebenwirkung der Schrift Calibri). Das mag zwar mitunter besser zu lesen sein, aber es passen weniger Mails in die Liste und weniger Ordner in den Baum links, und da ich recht viele Ordner benutze, um meine Mail-Sammlung zu organisieren, hat das dazu geführt, dass nicht alle aufgeklappt auf den Bildschirm passen, und scrollen zu müssen ist unschön – zumal garantiert die nächste neue Mail in einem Ordner landet, der gerade nicht zu sehen ist…

Also hab ich schnell nach einem Weg gesucht, die Zeilenhöhe zu ändern – naheliegenderweise geht dies mit der Datei userChrome.css, die sich im Profilverzeichnis verbirgt1, typischerweise zu finden unter C:\Benutzer\Benutzername\AppData\Roaming\Thunderbird\Profiles\Profilname\chrome. Standardmäßig existiert sie vermutlich nicht, also einfach erstellen. Und nach jeder Änderung Thunderbird neu starten.

Dieser CSS-Code verringert die Höhe so, dass die Anzeige ziemlich genau der unter TB3 entspricht:

treechildren::-moz-tree-row {
    margin-bottom: -2px !important;
}

Update 23.7.14: Überraschung! Bei Thunderbird 31 hat sich nun doch was geändert2 – irgendwo sind da Pixel dazugekommen, jetzt ist -4px statt -2px nötig für denselben Effekt.

Da dadurch beim Drüberfahren mit dem Cursor unschöne Rest-Linien der Markierung zurückbleiben, ergänzen wir noch diesen Code, der nur auf markierte Zeilen wirkt und diese (scheinbar) normal hoch macht:

treechildren::-moz-tree-row(hover),
treechildren::-moz-tree-row(selected) {
    margin-bottom: 0px !important;
}

Das war’s. Ihr könnt bei Bedarf natürlich auch nur -1px nehmen, um die Höhe um eine statt zwei Pixelzeilen zu verringern. (Alternativ kann man die 2 Pixel auch auf oben und unten aufteilen (margin-top und margin-bottom mit je -1px), allerdings „wobbelt“ beim Drüberfahren dann die hervorgehobene Zeile ein bisschen.)

Update 6.12.2016: Roger (s.u.) hat darauf hingewiesen, dass dies auch andere Listen wie die Mailadressauswahl beim Verfassen von Mails ändert – und es dort zu eng wird. Lösung: Man beschränkt obige Änderung auf die gewünschten Elemente, also insb. den Ordnerbaum #folderTree und die Mail-/Newsliste #threadTree. Das sieht dann so aus:

#folderTree treechildren::-moz-tree-row,
#threadTree treechildren::-moz-tree-row {
    margin-bottom: -4px !important;
}
#folderTree treechildren::-moz-tree-row(hover),
#folderTree treechildren::-moz-tree-row(selected),
#threadTree treechildren::-moz-tree-row(hover),
#threadTree treechildren::-moz-tree-row(selected) {
    margin-bottom: 0px !important;
}

(Die angesprochene Mailadressauswahl kann man mit #addressingWidget ansprechen.)

Und einen Bonustip gibt’s auch, einen Eintrag, den ich schon seit längerem drinhabe, um den m.E. überflüssigen Umschalt-Header über der Ordneransicht („alle Ordner“ und diverse andere Ansichten) zu entfernen:

#folderPaneHeader {
    display: none !important;
}

(Und bevor ihr diesen Eintrag ergänzt, stellt sicher, dass ihr auch auf „alle Ordner“ umgeschaltet habt, denn hinterher kann man halt nicht mehr umschalten…)


Code-Highlighting mit ixiters Highlighter

  1. mehr zum Profil-Ordner im mozillaZine (engl.) und zu den Profil-Dateien im Thunderbird-Wiki []
  2. zumindest bei mir unter Windows 8.1.1 []

„na, wenn´s Geld bringt solte man nix unversucht lassen :-)“

Geldkoffer Das schrieb einer von fast 70(!), die die neueste Inkarnation des alten „Bill Gates zahlt Geld fürs E-Mail-Weiterleiten“-Kettenbriefs weitergeleitet haben, bis er schließlich mich erreichte. Zum Glück mit Smilie, denn wer weiß, was der sonst alles versuchen könnte…

Nur bringen wird’s nichts. Nichts für ungut, aber, Leute – Microsoft und AOL (oder Intel und AOL, je nachdem, welchem Absatz des Textes man glaubt) sollen 241-245 € pro weitergeleiteter Mail zahlen? Denkt doch mal nach!

Aber wenn der Betreff „Unbedingt weiterleiten / Kein Scherz“ heißt1, muss es ja wahr sein, ne? :roll:

Googelt wenigstens ein bisschen, dann solltet ihr etwa auf die Informationen der Hoax-Info der TU Berlin stoßen – und erfahren, dass der Schmarrn seit mindestens 11 Jahren herumgeistert, anfangs mit Summen von 5, 3 und 1 Dollar, schon bald mit vorangestellter 24 und mittlerweile in Euro. (Übrigens, kann mir jemand da mal vorrechnen, wie man auf die genannten Beispiele von angeblich erhaltenen Scheck-Summen von 4324,44 und 4543,23 € kommt? Das geht nicht mal mit MWSt…)

Und so kam es, dass ich jetzt um viele Hundert E-Mail-Adressen reicher sein könnte, wenn ich denn ein Spammer wäre – und viele Hundert weiterer Mitarbeiternamen, teils mit Abteilungskürzel, die in der Weiterleitung ohne ihre Mailadresse angegeben wurden (welchen Sinn das in den Firmen-Mailsystemen auch immer hat). Und den Beziehungen untereinander.

Die Weiterleitungskette, die es zu mir geschafft hat, begann bei einer Privatadresse in Österreich am 8.10., verlief sich zwischendrin zwei Wochen lang im Netz von Volkswagen und Audi, wo, wenn ich mich nicht verzählt habe, ganze 50 Leute so *räusper* naiv waren (und wer weiß, wie viele mehr, deren Mail-Ketten einen anderen Verlauf genommen haben) – da wäre wohl mal eine Mitarbeiterschulung fällig –, kam noch bei ein paar Versicherungen, kleinen Firmen und Privatadressen vorbei, bis ich sie von meinem Getränkelieferdienst erhielt…

Manche haben das Zeug einfach kommentarlos weitergeleitet, manche mit voller Firmensignatur, manche noch mit Kommentar – hier ein paar weitere Beispiele2:

…es klingt so unglaublich, man muß es schon deswegen probieren!

Was für ’ne Logik! Musst du dann auch probieren, dass du fliegen kannst, wenn du dich zu Boden wirfst und den Boden dabei verfehlst?

Vielleicht klappt es ja wirklich… dann würd ich mir erstmal nen schönes paar schuhe gönnen ;o)

Liebe Jenny, ein für alle Mal: „’nen“ ist die Kurzform für „einen“, für „ein“ wäre es „’n“! Ist das so schwer zu kapieren?

Und sprich dich mit deinem Kollegen Julian ab, der macht einen umgekehrten Fehler:

hmm… naja, glaub nicht wirklich daran… aber ein Versuch is es ja wert ;-)

Seufz.

Bitte runter skrollen !!! Wohl kein scherz ?!

Ja, klar. Alles, was man aus 40. Hand im Internet erfährt, muss ja wahr sein. Junge, bleib lieber bei deinem „Geschäftsfeld Hinterachse“.

Er war übrigens nicht der einzige, der „skrollen“ mit k geschrieben hat…

Wenns dann wirklich funktioniert und Ihr für die Schecks keine Verwendung habt,

könnt Ihr diese auch an mich weiterleiten ;-)

Wiiirklich witzig. Ich lache dann später, wenn ich Zeit hab. Ich hoffe, im „Pruefwesen Getriebesysteme“ bist du sorgfältiger mit dem Prüfen, ob was funktioniert oder nicht.

Liebe Freunde,

Von meiner Freundin aus München habe ich diese mail erhalten. Ich vertraue ihr, dass Sie mir nur Gutes will. Dieser Serienbrief enthält keine Drohungen oder sonst Übliches sondern ist ein business, wo wir von Bill Gate’s Werbekampagne profitieren können. Falls Ihr also etwas Weihnachtsknete gebrauchen könnt, macht mit. Im schlimmsten Falle springt nichts heraus und war ein Scherz.
Zuvor aber Text ganz unten lesen und dann an Freunde weiterleiten.
Mit lieben Grüßen

Tja, liebe Frau-mit-Doppelnamen, die „Sie“ falsch schreibt und „Gates“ falsch apostrophiert, da ist deine Freundin-mit-Doppelnamen eben genauso gutgläubig reingefallen. (Aber naja, als Esoterik-Fan – was sich manchen der angeschriebenen Adressen entnehmen lässt – war das ja nicht das erste Mal…) Die hat es übrigens mit den Worten „ich bin gespannt, ob es funktioniert. So leite ich es an Dich weiter“ an 15 im Adressfeld eingetragene Leute weitergeleitet – ich würde da nicht so persönlich „Dich“ schreiben.

Generell übrigens mal ein kleiner Tip an alle Rundbrief-Schreiber: Die Adressen gehören ins Bcc:-Feld und nicht in To: oder Cc:, sonst kann jeder Empfänger alle Adressen lesen – und das ist vom Datenschutz her sehr bedenklich und kann gerade im Firmenumfeld zu Problemen führen…

Hier noch der eigentliche Text der Mail:
 

Nehmt das Ernst!!
Normalerweise sende ich keine Nachrichten dieser Art, aber diese Nachricht kommt von einer sehr guten Freundin, meiner Freundin, diese ist Anwältin und es scheint eine interessante Möglichkeit zu sein.
Wenn Sie sagt, dass es funktioniert, dann funktioniert es auch.
Jedenfalls kann man nichts dabei verlieren.

Folgendes hat sie mir erzählt:
Ich bin Anwältin und ich kenne das Gesetz. Das ist eine Tatsache.
Täuscht euch nicht, AOL und Intel halten ihre Versprechen aus Angst, vor Gericht gebracht und mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert zu werden, so wie es Pepsi Cola mit General Electric vor kurzem gemacht hat.

Liebe Freunde, haltet dies bitte nicht für einen dummen Scherz.

Bill Gates verteilt gerade sein Vermögen. Wenn ihr darauf nicht reagiert, könnte es Euch später leid tun. Windows ist noch immer das am häufigsten genutzte Programm. Microsoft und AOL experimentieren gerade mit diesem per e-Mail versandten Text (e-mail beta test) Wenn ihr diese Mail an Freunde versendet, kann und wird Microsoft zwei Wochen lang euren Spuren folgen.
Für jede Person, die diese Nachricht versendet, zahlt Microsoft 245 Euro.
Für jede Person, der ihr diese Nachricht geschickt habt und die sie weiterleitet, bezahlt Microsoft 243 Euro. Für die dritte Person, die sie erhält, bezahlt Microsoft 241 Euro.

Nach zwei Wochen wird sich Microsoft mit der Bitte um Bestätigung der Postanschrift an Euch wenden und euch einen Scheck schicken.

Mit freundlichen Grüßen
Charles S. Bailey General Manager Field Operations
[…]

Ich habe dies für Betrug gehalten, aber zwei Wochen, nachdem ich diese Mail erhalten und sie weitergeleitet hatte, bat mich Microsoft um meine Postanschrift und ich habe einen Scheck über 24800 Euro erhalten.
Ihr müsst antworten, bevor dieser Test beendet wird. Wenn jemand von euch diese Möglichkeit hat, sollte er sie nutzen. Für Bill Gates sind dies Ausgaben für eine Werbekampagne. Bitte sendet diese Nachricht so Vielen Leuten wie möglich. Ihr solltet mindestens 10000 Euro erhalten.

Wir wären ja bei der Weiterleitung dieser Mail nicht behilflich, wenn nicht auch für uns etwas dabei herausspränge.
Eine Bekannte meines Vaters hat sich vor einigen Monaten hier eingeklinkt.
Als ich sie zuletzt besucht habe, hat sie mir ihren Scheck gezeigt.
Die Summe betrug 4324,44 Euro als Gesamtleistung.

Die Tante von guten Freunden, Tante Patricia, die für Intel arbeitet, hat gerade einen Scheck über 4543,23 Euro für die Weiterleitung dieser Mail erhalten.
Wie gesagt, ich kenne das Gesetz und es stimmt, dass Intel und AOL gerade über eine Fusion verhandeln, die sie zum weltgrößten Anbieter machen würde und um sicherzustellen, dass sie das meistgenutzte Programm bleiben, führen sie diesen Test durch.

Ist ja auch völlig logisch, was da beschrieben wird. Nicht.

Auch wenn der direkte Schaden hier nicht so groß ist – ein paar Minuten Zeit und ein bisschen Mail-Traffic – sollten sich die Leute schon mal Gedanken machen, ob sie in anderen, teureren Fällen nicht auch Gefahr laufen, zu leichtgläubig zu sein, und nicht besser etwas mehr nachforschen und kritischer denken, bevor sie dann richtigen Abzockern in die Falle laufen. Und ob die indirekte Offenlegung von persönlichen und Kundenbeziehungen sein muss…

:arrow: Also, kurzgefasst: Nicht weiterleiten, einfach löschen!

Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist eben oft auch nicht wahr…


Foto: mikecco/sxc

  1. wenigstens hat sich das zwischendurch aufgelaufene Ungetüm „WG: Fwd: Weiterl.: WG: WG: Unbedingt weiterleiten / Kein Scherz“ auch wieder reduziert… []
  2. natürlich hinreichend anonymisiert, also kein Grund, sich über die Veröffentlichung zu beschweren, liebe Weiterleiter! []

Das weiß ich doch!

an-mich_s

Liebes Blogspot, abgesehen davon, dass du ein irgendwie dämliches Kommentarsystem hast – wieso schickst du mir eine Mail, die mich über meinen eigenen Kommentar auf einem der bei dir betriebenen Blogs informiert?

Nun ja, immerhin ist es besser als überhaupt keine Mail-Benachrichtigungen…