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Wissenschaft

Projekt 42/6: Wärme

Projekt 42 Passend zum bald wieder kalten Winter ist das aktuelle Monatsthema von Projekt 42 beim Zementblog, zu dem die Teilnehmer einen Text schreiben sollen, Wärme.

Folgt mir also auf eine kleine Temperatour

Wärme. Temperatur. Alles irgendwie relativ.1 20 °C etwa würde man in gemäßigten Breiten im allgemeinen als warm bezeichnen – nicht heiß, nicht kalt, höchstens etwas kühl im Hochsommer, wenn man Temperaturen von über 30 °C gewohnt war. Sicherlich wärmer als z.B. 3,98 °C, die Temperatur, bei der Wasser kurioserweise seine größte Dichte hat, obwohl es erst bei 0 °C gefriert. Was für antarktische Verhältnisse etwa bei der Wostok-Station, bei der die offizielle niedrigste Temperatur auf der Erde von −89,2 °C gemessen wurde2, schon ganz schön warm ist.

Doch es gibt eine lustige Spezies von Forschern, die noch −140 °C als hohe Temperatur bezeichnen. Diejenigen nämlich, die an supraleitenden Materialien forschen – Hochtemperatursupraleiter heißen eben nur so, weil ihre Sprungtemperaturen über denen der „üblichen“ metallischen Supraleiter liegen.

Für andere Zwecke wäre das noch viiiiel zu warm – etwa für die hochempfindlichen Detektoren an Bord des Planck-Weltraumteleskops, die auf gerade mal 0,1 K über dem absoluten Nullpunkt (0 K = −273,15 °C = −459,67 °F, also nur ein bisschen kühler als in Denver ;) ) gekühlt wurden, um die kosmische Hintergrundstrahlung möglichst genau zu messen, und dadurch zu den kältesten bekannten Objekten im Weltraum wurden.

Aber wieder zurück zu unseren 20 °C von oben und weiter in die andere Richtung. Als Körper­kern­temperatur wären diese 20 °C nicht so gut, denn dann wäre man seit einem halben bis ganzen Tag tot – 35,8 bis 37,2 °C wären hier erstrebens­werter. Für menschliche Verhältnisse heiß wird’s schon bei der Siedetemperatur von Wasser von 100 °C bei Normal­bedingungen, aber der Sonne mit einer mittleren Oberflächentemperatur von 5505 °C entlockt das nicht mal ein müdes Lächeln.

Sie lächelt höchstens darüber, dass sie es schafft, ihre Korona darüber auf über 1 Million °C aufzuheizen, wobei die hier wirkenden Mechanismen noch nicht vollständig verstanden werden.

Supraflüssig zu erwähnen, dass es noch wärmer geht – Neutronensterne bringen zu Beginn ihrer entarteten Existenz mal eben 100 Milliarden Kelvin (oder °C, die popeligen 273 K Unterschied machen da auch nichts mehr) aufs Thermometer, und auch bei der 1 Milliarde K, die so eine Sternenleiche nach einem Jahr erreicht, ist das Wörtchen „nur“ noch unangebrachter als bei den Preisen so mancher Luxusartikelshops.

Nur zwischenmenschliche Wärme, die wird nicht in Kelvin oder Celsius gemessen.

  1. Und strenggenommen nicht mal dasselbe, siehe Wikipedia: Wärme, Temperatur. ↺
  2. siehe Temperaturextrema, da gibt’s noch ein paar andere interessante Werte ↺

Tollwood und das WLAN im Zelt

iPhone-WLAN-Auswahl: ZeltbauersErotikkanal „ZeltbauersErotikkanal“ – ein interessanter WLAN-Name, der mir da am Mittwoch Abend im „Weltsalon“-Zelt auf dem Tollwood-Winterfestival auf der Münchener Theresienwiese begegnet ist. Ob es da tatsächlich entsprechende Angebote gibt, oder ob es nur ein Witz ist? Benutzt hab ich ihn jedenfalls nicht – auch über UMTS kommen die passenden Spam-Mails (siehe Bild) problemlos aufs iPhone.^^

Mich wundert übrigens, warum das iPhone das WLAN-Auswahlfenster zeigt, aber trotzdem schon über UMTS die Mails abruft…

Wie dem auch sei: So wie auf dem folgenden Bild sah’s dann drinnen aus – ein Überblick vor der Veranstaltung, und zur Einleitung gab Heinz Oberhummer1 Billy Idols „Hot In The City“ singend und gitarrespielend zum Besten, während Martin Puntigam im knallengen grünen Leiberl an der Flöte einen Ian Anderson für Arme abgab (und Werner Gruber (ganz rechts) sich aufs Feuerzeugschwenken beschränkte):

tollwood1 tollwood2

Ach ja, Veranstaltung: Es handelte sich um die Global Warming Party der Science Busters, eine unterhaltsame und lustige wie auch informative Kombination aus einem Kabarettisten und zwei Physikprofessoren. Man erfuhr etwa – relativ ernsthaft – von Methan und guten Wolken, vom Vergleich einer Kiste Bier mit einem Quadratmeter Regenwald, von Atombomben als Hilfe gegen die Klimaerwärmung und wie man flüssigen Stickstoff zur Bodenreinigung verwenden kann, wenn man mal genug davon hat, sich ihn über den Arm zu gießen. Auf jeden Fall eine gelungene Mischung.

Und wie es sich für eine Weihnachtsmarkt-Festival-Kombination in einer Stadt wie München gehört, gibt’s nicht nur viele kulinarische Köstlichkeiten und kunterbuntes Kunsthandwerk von allen Kontinenten zu kaufen, es war auch einiges los – und je später der Abend, desto mehr Gedränge in der Nähe der Glühweinstände…

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  1. der, wie von @JoergR im Rahmen des Followfriday zu erfahren, auch twittert ↺

Links und Video der Woche (2009/46)

Links und Video der Woche (2009/45)

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