Schlagwort-Archiv:

Feuer

Gerammel

Tja, Rammstein… derzeit mit vier Konzerten an fünf Tagen im Olympiastadion München zu Gast, je ca. 60000 Besucher sollen’s sein, ausverkauft bis auf ein paar Plätze in zwei an allen Tagen identischen „evtl. sichtbehinderten“ Bereichen, die am Mittwoch noch zu haben waren und vmtl. erst kurzfristig in den Verkauf gingen – ich hatte nach dem Konzert in Stuttgart 2020 2021 2022 nun auch ein Ticket für den ersten Tag, den 7.6.2023. Die Vorfreude wurde natürlich getrübt durch die aktuell behaupteten Vorfälle, derentwegen Rammstein in den Schlagzeilen sind:
Schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann: Junge Frau macht Aussage bei Polizei;
Neue Vorwürfe gegen Till Lindemann;
Verlag beendet Zusammenarbeit mit Till Lindemann;
Rammstein – Neue ausführliche Vorwürfe von Influencerin;
Der kleine, dunkle Raum unter der Bühne [auch zu falschen Schuldzuweisungen an die Frauen].
Aber ein teures Ticket einfach verfallen zu lassen, hülfe auch niemandem, das müssten schon 10000 oder mehr machen, damit’s auffiele, und das Geld hat die Band bzw. der Veranstalter schon; bei einer Rückgabe in Form eines Verkaufs via Eventim säße bzw. stünde dann halt ein anderer da.

Wie viel da auch immer dran ist, völlig aus der Luft wird das kaum gegriffen sein. Dass die Berichterstattung auch wieder nicht unumstritten ist, ist auch klar: Warum die Berichterstattung über Till Lindemann so ekelig ist wie seine Pornos.

Wenn da einfach erwachsene Menschen Sex haben, wäre das kein Problem, wenn sich eine dabei „extrem unwohl fühlt“, wird’s unschön, aber noch nicht skandalös, wenn’s um direkte oder indirekte Druckausübung, Machtmissbrauch oder Ausnutzen von möglicher Naivität geht, schon arg problematisch, und wenn Frauen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein sollten, dann auch strafrechtlich relevant.

Dann darf erstmal eine gehen, die vielleicht zum Sündenbock taugt: Rammstein trennt sich von umstrittener Assistentin. Und Rammstein will Vorwürfe gegen Sänger selbst untersuchen – wir wissen ja, wie gut das bei der katholischen Kirche geklappt hat…

Oder hat der Rest der Band wirklich nicht Bescheid gewusst? Wie angestrengt mussten sie da wegsehen? (Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie nicht nah genug dabei waren, um zumindest von etwaigen KO-Tropfen und Vergewaltigungen nichts direkt mitbekommen zu haben.)

Je nachdem, wie sehr sich die Vorwürfe erhärten oder nicht, wie weite Kreise das noch ziehen mag, wie viel Rest-Moral noch vorhanden ist, würde es mich nicht wundern, wenn das das Ende von Rammstein wäre – aber auch nicht, wenn trotz allem nicht…

Ach ja, das Konzert selbst (s.a. Bericht des BR): Über die linke Schlange am Haupteingang war ich gegen 18:20 Uhr recht zügig drin, das Pianistinnen-Duo Abélard spielte pünktlich um 19:30 ihr knapp 40-minütiges Vorprogramm auf der kleinen Bühne, in der Pause gab’s Las Olas, 20:35 Rammstein mit anfangs bei Tageslicht noch sparsamer Pyro, die später natürlich mehr wurde – das erwartete Spektakel aus Ton, Licht und Feuer, im Großen und Ganzen wie in Stuttgart, nur mit mehr Überblick von meinem Platz aus. Kein Wort zum Thema, aber auch sonst kaum mehr als „München!“. Stimmung im Stadion und Mitsingen etc. schien auch unbeeinflusst.

Um 22:41 beim letzten Ton (und der letzten Flamme) des letzten Lieds war ich grad am Ausgang, um noch vor der großen Menge bei der U-Bahn zu sein, unterwegs war um 22:45 der einzelne Abschieds-Bumm zu hören. Die Bahnfahrten waren übrigens auch problemlos, trotz Ersatzzug von „db-gebrauchtzug.de“.

Nachtrag: Ich werde den Platz hier für künftige Links zum Thema nutzen:

9.6.:
„Wird vorbeiziehen“: Lindemann reagiert in München auf Vorwürfe
Kommentar zu den Missbrauchsvorwürfen – Die Rammstein-Konzerte in Bern sollten abgesagt werden
10.6.:
Shelby Lynn über Begegnung mit Lindemann – „Ich will das nicht machen“
11.6.:
Wie viele Frauen braucht man für eine glaubwürdige Anklage?
Rammstein-Beben: Wie ist das Verhältnis zwischen Band und Frontmann Till Lindemann?
13.6.:
Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Lindemann: Wie geht es weiter?
14.6.:
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Rammstein-Sänger
15.6.:
Bärendienst erwiesen – Warnung von der Seite der Anwälte verschwunden
Universal setzt Zusammenarbeit mit Rammstein aus
16.6.:
Rechtsanwalt: Rammstein wird es den Ermittlern nicht leicht machen
Band-Mitglied äußert sich zu Vorwürfen gegen Till Lindemann (AZ)direkt bei Instagram
27.6.:
Anwälte von Till Lindemann teilen rechtsmedizinisches Gutachten mit
17.7.:
Mutmaßliche sexuelle Übergriffe – Neue Vorwürfe gegen Rammstein aus den Anfangsjahren
18.7.:
Lindemann-Sprüche in Berlin – Spätestens jetzt ist es ein Rammstein-Problem
25.7.:
Spiegel: Über unsere Rammstein-Berichterstattung
8.8.:
Deutet Rammstein-Gitarrist das Ende der Band an?
16.8.:
Lindemann zieht Verfügung gegen Petition zurück:
„Laut Landgericht Berlin darf man das Rekrutierungssystem um Lindemann wohl als „sexuellen Missbrauch“ bezeichnen.“
29.8.:
Ermittlungen gegen Till Lindemann in Berlin eingestellt
11.10.:
Tja, irgendwie scheint sich da nichts mehr zu ergeben. Dafür hat die Band jetzt eine Europatour für nächstes Jahr angekündigt…

Auf’m Wase graset koi Hase…

…wenn die Berliner mit ihren Flammenwerfern kommen. Und 2×50.000 Besucher. Nämlich für Rammstein auf dem Cannstatter Wasen am Freitag 10. und Samstag 11.6.2022 – bei letzterem war ich dabei, denn was will man machen, wenn man für die 2019er Show in München keine Tickets mehr bekommen hat und sich freut, dass es für 2020 in der Mercedes-Benz-Arena Stuttgart geklappt hat, wenn man doch das Rammstein-Spektakel mal live sehen will.

Okay, Corona, Verschiebung um ein Jahr… weiter Corona, Verschiebung um ein weiteres Jahr und einige Meter vom Stadion auf den Wasen, wo eine temporäre Arena mit Tribünen für 50.000 Besucher aufgebaut wurde – auch noch für die fantastischen eisernen vier toten Jungfrauenhosen1 – da das Stadion für irgendeinen Kick in zwei Jahren umgebaut wird.2

Also frisch viertgeimpft ab nach Schduegert, verbunden mit einem kleinen Treffen mit meiner Mutter (siehe vorheriger Beitrag), und am Samstag, ja, wann hingehen? Einlass ab 15 Uhr, aber es ist heißer und wolkenloser als erwartet, und auch wenn ich statt mit der geplanten leichten langen Hose und umgebundener Jacke nur kurzbehost und sonnenhutbedeckt unterwegs bin… und mich dank Tribünenplatz auch nicht irgendwohin vorkämpfen muss… also kurz nach 6 los, Daimlerstraße zum Wasen, einen halben Kilometer dem nicht enden wollenden Strom überwiegend schwarz Gekleideter die Mercedesstraße entlang (Ausschnitt s.o.) zum Eingang am Südostende – einen Lageplan hatte der Veranstalter praktischerweise gemailt. Und auf dem Wasen parallel wieder zurück vorbei an langen Schlangen an Merchandise-, Bier- und z.T. Fressständen und Toiletten – und überraschend ruckzuck durch den eigentlichen Einlass.

Netterweise war nicht nur eine (originalverschlossene, nichtalkoholische) Getränkeflasche angekündigterweise erlaubt, auch mein Desinfektionsmittelfläschchen war kein Problem. Die Bierstandschlangen dank mobilem Bierverkäufer (8€ inkl. Rammstein-Motiv-Becher) vermeidend rauf auf die Tribüne in Reihe 3, die – nicht unumstrittene, weil nur bedingt passende – Vorband, ein Pianistinnenduo mit Rammstein-Covern, begann dann auch um 19:00 auf der kleinen Bühne in der Mitte.

Um 20:04 (und damit wenige Minuten früher als am Freitag) ging’s dann richtig los – so richtig wie es halt losgehen kann, wenn die Sonne noch störend und erhellend neben der Bühne scheint. Ironischerweise hatten die Fans in der „Feuerzone“, wie der bühnennahe Bereich bei Rammstein heißt, den besten Sonnenschutz.

Aber musikalisch ging’s auf jeden Fall richtig los, mit zunehmend mehr Licht-, Feuer- und Raucheffekten, die nicht nur dem Kochtopf bei Mein Teil einheizten. Gut, auf meinem Platz, einem guten Kompromiss zwischen gutem Überblick und nicht zu großer Entfernung, waren die Bühnen-Pyros kaum zu spüren, aber dafür gab’s auch öfter welche auf den zusätzlichen Säulen.

Über die Stimmung kann man natürlich nicht meckern. Und dass es „hier kommt die Sonne“ hieß, als sie gerade untergegangen war, ist auch nur eine Randnotiz für einen Bericht wie meinen hier. 😉 In der darauffolgenden ersten Pause wurden dann einzelne Zuschauer auf den Videowänden gezeigt – von Kindern (mit Ohrenschützern) über einen Jubelnden mit nacktem Oberkörper bis zu – natürlich – auch einer Frau, die ihr Top nach oben schob.

Ohne Überraschung kamen die gleichen zwei „Zugaben“ wie beim Rest der Tour (Setlist hier), beginnend mit einer Akustikversion von Engel, gespielt auf der kleinen Bühne; zurück ging’s quasi über die Nobelversion des Croudsurfings: Croudschlauchbooting (s.o.).

Die geschätzte Maskenträgerquote war übrigens niedriger als der geschätzte durchschnittliche Blutalkoholwert… man muss halt hoffen, dass von Tribünen- oder Gedränge-beim-Rausgehen-Nachbarn3 weniger Viren rüberkommen als das Immunsystem verkraftet…

Und so war dann um 22:144 Schluss mit der eigentlichen Show, gefolgt von Verabschiedung und Abspann, und das lärmschutzbedingte Limit von 22:30 Uhr war kein Problem.

Schließlich ging’s wieder einen Kilometer zurück zum Ausgang, denn auch wenn es vorne und an den Seiten etliche Notausgänge gab, war weder die nicht so breite Unterführung noch die im Normalfall hinter den seitlichen Notausgängen fahrende Stadtbahn förderlich für zigtausend Leute. Dafür waren auch Mercedes-, Daimler- und Bahnhofstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt, sodass wir Zigtausend da bequem vorankamen – wobei ich natürlich nicht zum Bahnhof bin, weil ich ja zu Fuß weiter rechts zum Hotel konnte – anfangs an im Stau auf der Umleitung stehenden Autos vorbei. 😁 Zu kalt fürs Kurzbehostsein war’s da übrigens noch nicht.

  1. okay, da hab ich drei Bands verwurschtelt, die treten nicht gemeinsam auf []
  2. mehr z.B. hier. []
  3. zumindest bei letzterem wäre Maskentragen ja nicht abwegig gewesen []
  4. zu dieser Zeit kam dann am Sonntag ein erster Starkregenschauer als Vorbote späterer Gewitter – zum Glück nicht am Samstag []

Feurio!


Die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen feiert ihr 150-jähriges Bestehen – dazu gab’s heute nicht nur eine Ausstellung/Parade historischer Fahrzeuge (mit Gästen aus vielen anderen bayrischen Städten), sondern auch eine historische Übung. Doch zunächst schnell zu einigen Fahrzeugen:

IMG_1091

IMG_1082 IMG_1084

Die „oide Lies“ (alte Liese), der historische Stolz aus den 1920ern, mit Motor-Nahaufnahme:

IMG_1092

IMG_1094

IMG_1096 IMG_1098

IMG_1101 IMG_1104

IMG_1105 IMG_1106

IMG_1109 IMG_1110

Zu Hülf! Das Rathaus brennt!

Nun zur Übung (die übrigens über Lautsprecher beschrieben und kommentiert wurde). Von den Rufen der Bevölkerung alarmiert, trötet der Hornisse Hornist den Feuerwehrkommandanten herbei. Wenn das Horn doch nicht so umständlich vom Gürtel zu lösen wäre…

IMG_1118 IMG_1120

Die gefährdeten Damen auf dem Balkon – schau, da kommt der Hauptmann ja! Zusammen mit seinem Standartenträger, natürlich. So wissen die Einsatzleute immer, wo der Befehlshaber ist…

IMG_1124 IMG_1127

Oh, schaut, holde Damen in Gefahr! (Was sie wirklich gesagt haben, weiß ich nicht.) Schön und mitunter lustig gespielt war die ganze Aktion jedenfalls; ich hoffe nicht, dass sich die Feuerwehr damals wie ein heutiges Volkstheater benommen hat. :)

IMG_1128

Der Hornist eilt hinüber zur Kreuzung, um die Drehleiter herbeizutrompeten. Oder wie man das bei einem Horn nennt.

IMG_1129 IMG_1130

Da kommen sie auch schon angerannt, die Männer mit der Leiter:

IMG_1133

Also schnell aufstellen und ausfahren – doch den Damen ist das wacklige Ding nicht geheuer.

IMG_1137 IMG_1142

Währenddessen braust der Pumpenwagen herbei – gerade dass sie noch vor dem Ausgang des Bereichs zum Stehen gekommen sind. Das Publikum drüben wird die Geschwindigkeit nicht ganz so erfreut zur Kenntnis genommen haben…

IMG_1143

Man bemüht sich weiterhin, die Damen zum Herabsteigen zu bewegen, doch sie weigern sich. Die anderen stehen erstmal bei der Pumpe rum, bereiten den Einsatz vor und warten auf Befehle.

IMG_1146 IMG_1148

„Kommt doch runter!“ – „Nein, kommt hoch und rettet uns!“ — „Schau, da, ganz einfach hochklettern, mach schon, das ist ein Befehl!“ – „Nein, ich trau mich nicht!“
(Dialoge sinngemäß dem Gespielten entsprechend.)

IMG_1152 IMG_1151

Die Pumpe wird in Stellung gebracht und die Schläuche angeschlossen; die Bevölkerung muss mithelfen mit der Eimerkette (aus einem Becken links; damals war’s der aufgestaute Stadtbach).

IMG_1155 IMG_1157

Anfangen mit Pumpen (und immer mit der Standarte beim Kommandanten bleiben), und das Wasser spritzt.

IMG_1160 IMG_1164

Weil die Damen immer noch auf dem Balkon ausharren, will man sich durchs Treppenhaus kämpfen.

IMG_1165 IMG_1168

Und kräftig weiterpumpen, während der Retter oben angekommen ist:

IMG_1171 IMG_1173

Ein kleiner absichtlicher Anachronismus: die Oide Lies, eigentlich zu modern für das bisher Dargestellte, kommt zum Einsatz:

IMG_1177

Und hurra, die Damen sind gerettet! Bei der ersten (und jüngeren?) war das noch ein bisschen eleganter als bei der zweiten:

IMG_1180 IMG_1183

Die Motorpumpe spritzt natürlich ein bisschen stärker als die mittlerweile nachlassenden Muskelkräfte, sodass man diese einstellen kann…

IMG_1188 IMG_1193

…und schließlich ist der Brand gelöscht. Hat offenbar Spaß gemacht…

IMG_1194 IMG_1197

Gruppenfoto der Helden:

IMG_1201

Links: Ganz ohne Verluste ging’s aber doch nicht1; rechts: die nasse Lies:

IMG_1203 IMG_1205

IMG_1207

Das war’s…

IMG_1202

  1. wobei ich nicht weiß, wann das Eis da runtergefallen ist; wohl eher nach der Übung []

Süchtig

Starke Rauchentwicklung? Da waren wohl ganz schön viele Rauschgift-Raucher zugegen:

Heroin-Gelände

Naja, wo’s schon ein ganzes Gelände dafür gibt…

(Okay, eigentlich heißt die Firma, der das Gelände gehörte, Herion, und es lag an einem technischen Defekt in einem Schaltkasten. Ausschnitt aus dem Pfaffenhofener Kurier vom Samstag.)

Links und Videos der Woche (2010/34)

(Hier war etwas als Flash-Objekt eingebunden. Nicht mehr zeitgemäß.)