Bauhnhof

Wenn am letzten Tag – auch wenn’s ein Sonntag ist – der zweiwöchigen Bauphase praktisch nicht mehr gearbeitet wird, dürfte die Sperrung der Bahnstrecke wohl planmäßig morgen Früh beendet werden. Nur vorne beim Bagger im zweiten Bild standen ein paar Arbeiter.

Zitat zu den Arbeiten: „Einbau der für den Baubetrieb benötigten Weichen und Querungen, Errichten des sogenannten Gleislängsverbaus (Verbau-Wand, die parallel zum Gleis verläuft und dessen Lage sichert), Rückbau des Bahnsteigs 1, Rückbau der vorhandenen Mittelbahnsteige, Oberleitung: Ersatz der Querfelder durch Einzelmasten mit Mehrgleisauslegern (Gleis 2 und 3).“

Weiter geht’s bis Juli so: „Erneuerung der Gleisanlage der Ortsgüteranlage, Neubau der Gleise 1 und 2 (ehemals Gleis 1) und der dazugehörigen Weichen, Umrüstung der Signalanlage auf Elektronische Stellwerkstechnik (ESTW-Technik), Errichtung neuer Oberleitungsmasten.“ Dabei läuft der Verkehr dann einseitig, d.h. eindurchfahrtsgleisig+einbahnsteiggleisig. Naja, dank Corona werd ich da wohl genausowenig fahren wie die letzten 13 Monate… wobei: einigermaßen optimistischen Schätzungen zufolge sollte ich im Juli zweitgeimpft sein…

Hier liegt übrigens Asphalt auf dem Haufen für Asphalt. Oder jemand hat den Haufen nachträglich beschriftet, wer weiß das schon… (und irgendwer wird auch wissen, was HW1 heißen soll).

Hier noch ein Blick über die Stadt – ich bin heute ja nicht nur am Bahnhof entlangspaziert:

Ein Tag in Bildern

Ja, auch der diesmonatige Achtundzwanzigste ist wieder ein #pmdd2021

Zwei Uhren, fast gleichzeitig:

Und noch eine Uhr – die mit dem Update allerdings nicht die Sommerzeitumstellung meint:

Frühstück…

Altpapier weg und raus zu gut 2 Stunden Spaziergang:

Und ja, ich hab mich sogar mal ein paar Minuten hingesetzt. Wurde mir aber bald zu windig.

Abendessen:

Narzissen, Nachrichten – #harterLockdownJETZT -…

…Nachtisch und Nrestling, äh, nein, eher nix mit N:

Einkaufsüberlegungen…

Und das Finale von Supernatural:

Das war’s dann wohl für diesmal…

-leinchen

Im Deutschen gibt’s ja die bekannten Endungen -chen und -lein und deren regionale Varianten, um Verkleinerungsformen (Diminutive) zu bilden, z.B. Maßnähmchen, Ruhetäglein, Notbremserl*. Zusätzlich kann man natürlich auch Adjektive und Vorsätze à la Mini- verwenden, etwa Mini-Lockdown – was gerade bei Fremdwörtern sicherlich seriöser und standardsprachlicher daherkommt als Lockdownchen oder das irgendwie besser klingende, aber seltsam zu schreibende Lockdäunchen.

Diminutive können auch zur Verniedlichung verwendet werden oder um Geringschätzung und Verachtung auszudrücken, wie man sieht.

Grundlage für beide Formen bildet übrigens, wie die Wikipedia verrät, das germanische Zugehörigkeitssuffix -īn, das im Fall von -chen mit dem Suffix -k verbunden wurde, wogegen -lein eine Verbindung des althochdeutschen Suffixes -al, -il mit dem althochdeutschen Verkleinerungssuffix -īn ist, das später als neues, eigenständiges Suffix interpretiert und auf Wörter übertragen wurde, die ursprünglich kein l-Suffix besaßen.

Vergrößerungsformen (Augmentative) gibt’s hingegen nicht mit solchen Endungen – nur Vorsätze wie Über-, Mega- u.v.a. und in manchen Kombinationen Un-, bspw. Volltrottel, Superversager, Mega-Inkompetenz etc.

Kurios wird’s natürlich, wenn man beides kombinieren will bzw. müsste, wie bei einem Mega-Lockdöwnchen (siehste, noch ’ne Schreibweise 😉), das, viel zu lange halbherzig dahindilettiert, die einen an oder in den Ruin treibt, während die anderen nahezu ungehindert weiter Viren verbreiten können…

Andere Sprachen bieten da mehr in beide Richtungen – siehe auch Diminutivaffix und Augmentativsuffix –, etwa im Italienischen -ino/-ina, -etto/-etta, -ello/-ella, … und -one/-ona; Portugiesen, Russen, Türken u.a. wenden ihre Endungen gar auf Adjektive an. Im Englischen gibt’s hingegen – mit regionalen und eher umgangssprachlichen Ausnahmen wie auld und -zilla, die die englische Wikipedia nennt – auch nur augmentative Vorsätze ähnlich wie im Deutschen. In den letzten Jahrzehnten haben sie ja auch noch das über-, i.d.R. als uber-, von uns ubernommen.

Ob schon ein Italiener Kombinationen wie Lockdownonino, Lockdownettone o.ä. verwendet hat, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis; Google findet diese beiden zumindest nicht.


* Dieser Artikel kann Spuren von Bezügen zum aktuellen Geschehen enthalten.