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Bahn

Wie kommt so ein Fahrplan zustande?

Im Normalfall fahren hier RB 16 ab München um 21:26, 22:26, 23:26 und 0:30 mit allen Zwischenhalten nach Ingolstadt und z.T. weiter, dazu ein RE 1 um 23:06 mit weniger Halten (Petershausen, Pfaffenhofen, Rohrbach). Bei manchen Bauarbeiten auf der Strecke – etwa bei den Instandhaltungscontainern, die nur ein, zwei Nächte dauern – fällt gern die RB um 22:26 aus, und damit keine so große Lücke entsteht, übernimmt der RE auch noch die RB-Halte. So weit sinnvoll.

Nun sind derzeit auch länger andauernde Arbeiten auf der Schnellfahrstrecke Ingolstadt—Nürnberg, sodass der RE eine Umleitung ohne Halt über Treuchtlingen fährt, was rund 10-15 Minuten länger dauert, sodass er bei seiner kurzen Wendezeit eben erst später in München abfahren kann: um 23:20. (Abgesehen davon, dass wegen ungeplanter Streckenprobleme zwischen Nürnberg und Treuchtlingen noch ungeplante Verspätungen dazukommen können, die Puffer im Fahrplan nicht immer auffangen können.)

Nicht nur, dass es da schon grundsätzlich fragwürdig ist, den RE wegen 6 Minuten bei der Abfahrt trotzdem die RB-Halte bedienen zu lassen – mit längeren Haltezeiten hier und da (wohl auch für eine ICE-Überholung oder Gegenverkehr) kommt dann so ein Unsinn mit gleichzeitigen Halten raus:

Station RE 1 RB 16
München Hbf ab 23:20 23:26
München-Allach
(Betriebshalt)1
an 23:29
ab 23:31
Dachau Bf an 23:36 23:38
ab 23:37 23:38
Petershausen an 23:47 23:50
ab 23:48 23:53
Paindorf an 23:51 23:57
ab 23:52 23:57
Reichertshausen an 23:55 0:01
ab 0:01 0:01
Pfaffenhofen2 an 0:06 0:06
ab 0:06 0:06
Rohrbach an 0:13 0:14
ab 0:14 0:14
Baar-Ebenhausen an 0:21 0:23
ab 0:22 0:23
Ingolstadt Hbf an 0:27 0:29
ab 0:28 0:30
Ingolstadt Nord an 0:31 0:34
ab 0:32

Selbst wenn’s auch darum geht, bei eingleisigem Betrieb zwischen Reichertshausen und kurz nach Pfaffenhofen mehrere Züge im Blockabstand hintereinander fahren zu lassen, damit keine unnötig langen Wartezeiten auf den Gegenverkehr entstehen, könnte man das doch etwas sinnvoller angeben, finde ich… z.B. einfach den RE von Reichertshausen bis Rohrbach 2 Minuten früher eintragen, dann behält auch die RB ihre normalen Zeiten. Aber wahrscheinlich rechnet eh keiner damit, dass alles samt ICEs pünktlich ist – selbst wenn das bei RB/RE durchaus immer wieder vorkommt.

In der Realität ist die Vorleistung des RE erst um 23:18 statt 23:06 in München angekommen und erst um 23:26 abgefahren, die RB um 23:27 – sie rücken sich also noch dichter auf die Pelle. Ich geh jetzt aber erstmal ins Bett und schau morgen früh wieder nach, wie’s gelaufen ist…

Und zwar so: Zwischen Dachau und Röhrmoos, dem Ort nördlich davon, war auch noch eingleisiger Betrieb. dazu kam ein ICE, der mit +37 (Ingolstadt) bis +24 (München) unterwegs war, sodass es vor Dachau auch nicht planmäßig lief für die Regionalzüge.

Hier die Tabelle mit den Echtzeitdaten – wobei zu beachten ist, dass man nicht die tatsächlichen Halte- und Abfahrzeiten der Züge misst, sondern das Überfahren der Sensoren bei Ein- und Ausfahrsignal und dabei eine typische Menge an Sekunden addiert bzw. subtrahiert, sodass die angegebene Minute (oder gar Sekunde) nicht immer exakt stimmt.

Station RE 1 RB 16
Plan Ist Plan Ist
München Hbf ab 23:20 23:26 23:26 23:27
München-Allach
(Betriebshalt)
an 23:29 23:33
ab 23:31 23:32
Dachau Bf an 23:36 23:43 23:38 23:48
ab 23:37 23:44 23:38 23:49
Petershausen an 23:47 23:54 23:50 23:59
ab 23:48 23:55 23:53 0:01
Paindorf an 23:51 23:58 23:57 0:04
ab 23:52 23:58 23:57 0:05
Reichertshausen an 23:55 0:01 0:01 0:08
ab 0:01 0:02 0:01 0:08
Pfaffenhofen an 0:06 0:06 0:06 0:13
ab 0:06 0:07 0:06 0:14
Rohrbach an 0:13 0:14 0:14 0:22
ab 0:14 0:15 0:14 0:23
Baar-Ebenhausen an 0:21 0:22 0:23 0:32
ab 0:22 0:23 0:23 0:33
Ingolstadt Hbf an 0:27 0:27 0:29 0:38
ab 0:28 0:29 0:30 0:40
Ingolstadt Nord an 0:31 0:32 0:34 0:44
ab 0:32 0:33
Nürnberg Hbf an 1:34 1:39

Ja, überraschenderweise mit grünen Zahlen, und so riesig sind die Verspätungen auch nicht, da haben andere Bauarbeiten schon ganz anders zugeschlagen.

(So viel zum Thema „unnötige Statistik des Tages“…)

  1. steht nur bei bahn.expert ↺
  2. Gleis 1 wg. Bauarbeiten ↺

Erst die Rehe…

Bahn- und Zeitvertreibsvorbericht zum Wolfmother-Konzert.

Wenn man mit der Bahn fahren will, schaut man schon rechtzeitig, wie die Betriebslage ist… An sich wollte ich die RB um 18 Uhr nehmen (bei Konzertbeginn 20 Uhr), notfalls den Zwischen-RE um 18:28, der, da nur aus Ingolstadt kommend, nicht allzu voll und verspätet sein sollte. Aber gegen 16:20 hatte ein Güterzug in Treuchtlingen keine Lust mehr und für eine Einstellung des Zugverkehrs gesorgt – und der Hier-18-Uhr-Zug stand davor.

Also bin ich halt schon früher los und hab die RB um 17 Uhr genommen (der RE gegen 17:30 war der Ex-IC1 aus Nürnberg und deshalb mutmaßlich eher voll und schlecht klimatisiert). Fuhr dann mit +2 ab, weil eine einsame ÖBB-Lok unbedingt durchfahren wollte, und kam mit +2 an. Die spätere RB wäre dann doch kein Problem gewesen, die hatte letztlich nur +22 bei Ankunft in Treuchtlingen und war dank Puffern und Umsteigewartezeiten im Fahrplan pünktlich am Ziel, aber was soll’s, ich war halt schon in München.

Auf etwas Warmes zum Abendessen hatte ich bei (je nach Quelle) 31-34° keine Lust, also hab ich mir nur zwei überteuerte Croissants am Hauptbahnhof gekauft, die nächste S-Bahn nach Laim genommen und mich zum Nymphenburger Schloßpark begeben – das nächste Bild zeigt meinen Ausblick beim Abendessen:

Übrigens waren trotz der Hitze erstaunlich viele Jogger unterwegs. Ich bin natürlich nur durch die Gegend gelatscht, da war die Hitze ganz gut auszuhalten. Ein Reh war auch mal zu sehen, aber durch die Bäume und Sträucher hindurch kam kein gutes Foto raus.

Jedenfalls ging’s dann weg von den Nymphen quer rüber zu den Hirschen, also dem Hirschgarten, der weniger natürlich gestaltet ist – viele Sport- und Spielgelegenheiten, Grillwiese, proppenvoller Biergarten… und ein Tiergehege, wo dann auch Rehe näher und besser zu fotografieren sind:

Praktisch, wenn auf dem Weg zum Backstage so viel Grün (freilich mit Unterbrechung) ist…

Bei einem frühen Konzertende um 22 Uhr war dann die drittletzte RB um 22:26 – auch ein Twindexx mit guter Klimaanlage wie bei der Hinfahrt – problemlos zu erreichen, und auch die war mit +2 unterwegs, sodass ich um kurz nach 23 Uhr bei angenehmen 23° hier am Bahnhof war. Die späteren Züge waren übrigens ähnlich pünktlich.

Zu weich?

Werden Weichen zu weich, wenn’s heiß ist, und wenn ja – oder auch wenn nein –, warum gerade hier? Also nicht hier im Bild von München Hbf, das mehr als Symbolbild dient, sondern auf der Strecke Richtung Ingolstadt.

Heute Nachmittag jedenfalls hatte der Streckenagent von DB Regio schon zeitweise eingleisigen Betrieb wegen Weichenstörungen in Dachau, Petershausen sowie Reichertshausen gemeldet, was zu gewissen Verspätungen und Ausfällen geführt hat (neben den allfälligen Fahrzeugstörungen, an denen die Hitze evtl. auch mitschuldig ist). Gut, dass ich grad nicht unterwegs bin…

Mittlerweile hat DB InfraGO konkretisiert bzw. erweitert:

Störung BZI_29869
München-Karlsfeld (MKF) – Baar-Ebenhausen (MBAE) auf Strecke 5501
Baar-Ebenhausen (MBAE) – München-Karlsfeld (MKF) auf Strecke 5501
Störung am Fahrweg – Weichenstörung

Fahrzeitverlängerung auf Regellaufweg
Betriebliche Weisung zu Weichen: Zur Vermeidung von weiteren Weichenstörungen dürfen während der anherrschenden Hitzewelle die Weichen zwischen MKF und MBAE in der Zeit von 10 – 22:00 Uhr nicht mehr bewegt werden. Ausnahme: Wenn es zur Weiterführung des Betriebes unumgänglich ist, dürfen Weichen umgestellt werden. Als Folge können in diesem Zeitraum zwischen MIH und MH keine Überholungen mehr durchgeführt werden.
1. Ergänzungsmeldung 17:20 Uhr: Der Zeitraum wurde auf 10:00 Uhr – 24:00 Uhr ausgedehnt.
29.07.2026 17:00 – 02.08.2026 Tagesende

Sowas Ähnliches hab ich auf Anhieb aber sonst nirgends gefunden, auch nicht im Südwesten, wo’s noch ein paar Grad heißer ist. Kurios…

Variabler Zug

„Hinterer Zugteil nur bis Hinterer Zugteil nur $p $t“? Dieser Zug, bestehend aus einer Lok und 5 Doppelstockwagen (davon ein Steuerwagen) und somit nur einem Zugteil, scheint zumindest auf dieser Anzeige in Dachau doch variabler zu sein als gedacht – so variabel, dass da noch Variablen stehen:

Anzeigebildschirm am Bahnsteig, aus dem Zug heraus mit nicht ganz sauberer Scheibe und ungünstigen Lichtverhältnissen fotografiert, im Hintergrund v.a. Schallschutzwände. Auf der Anzeige: RB 16 München Hbf, die Laufschrift zeigt gerade 'ur bis Hinterer Zugteil nur $p $t +++'

Die Bahn mal wieder…

An den nächsten beiden Wochenenden plant die Bahn Bauarbeiten zwischen Petershausen und Dachau, sodass da nur der RE 1 durchfährt und die RB 16 in Petershausen endet – mit miserablem Umstieg auf die S 2 im Stundentakt. Also bin ich heute an diesem sommerlichen Samstag mal nach München zu einer kleinen Shoppingtour – aber die Bahn wäre nicht die Bahn, wenn sie nicht auch heute für ein Chaos sorgen kann.

Nächtliche Bauarbeiten in Rohrbach sind nicht nur nicht rechtzeitig fertiggeworden, sondern auch am Abend immer noch im Gange, sodass dort nur eingleisiger Betrieb möglich ist, bei dem alles auf Gleis 1 hält. Das hat schon auf der Hinfahrt zu ca. +20 geführt. (Während der Wartezeit entstand obiges Bild.)

Alle Zwischen-RE fielen aus, auch die RB um 14:25 fiel zwischen München und Ingolstadt aus. Ich hatte mir dann, als ich mit dem wesentlichen Shopping fertig war und kurz im Englischen Garten gehockt bin, überlegt, ob ich mich beeilen und die RB um 15:29 nehmen soll, aber ich bin dann doch noch sitzen geblieben und dann zwecks Ausblick zum Monopteros hoch:

Die RB wäre dann auch fast pünktlich losgefahren und mit +12 hier. Ich bin dann auf dem Weg zu Nicht-Lego-Lego, äh, BlueBrixx, noch an dieser schönen Wiese vorbeigekommen:

Ja, das ist natürlich die Theresien“wiese“. Jedenfalls: Die Vorleistung des RE um 16:09 war schon verspätet, die der RB um 16:25, die um 15:38 in München hätte sein sollen, noch viel mehr, denn die stand schon eine Stunde in Ingolstadt Nord – offenbar hauptsächlich wegen einer technischen Störung am Zug selbst. (Wobei im weiteren Verlauf die vorübergehende Weichenstörung in Pfaffenhofen sicher auch nicht hilfreich war.) Um 16:43 war sie dann (mit verschlossenem zweiten Wagen, mglw. Klimaanlagenausfall) da – da war vom RE übrigens noch nichts zu sehen – aber der Fahrer sagte dann durch, es könnte sein, dass wir nur bis Dachau fahren würden oder über Augsburg oder was auch immer… und ein paar Minuten später war dann klar, dass die RB über Augsburg (mit Halt für Umsteiger nach Ingolstadt) direkt nach Treuchtlingen fahren würde. (Fuhr dann um 17:07 ab, Augsburg 17:38/40, Treuchtlingen 18:27, nur +6.)

Also rüber auf Gleis 23, wo der RE um 16:54 erwartet wurde (+61). Als dann die eine Menschenmasse aus- und die andere samt mir eingestiegen war, stand er erstmal noch ’ne Weile rum, bis auf den Auskunftsmedien ersichtlich wurde, dass aus diesem der nächste Zug werden würde (17:06) und der nächste der vorherige, da er in Rohrbach wenden und gleich wieder nach Nürnberg fahren würde (was er dann mit effektiv +44 tat, Nürnberg +29).

Unsere geplante Abfahrt wurde von 17:09 auf 17:21 erhöht, aber um 17:15 ging’s los im ziemlich heißen Skoda. Dass der dann nicht in Petershausen halten würde, hat manchen nicht so gefallen, das zweimalige kurze Stehenbleiben bei Laim und am Kanal rief auch keine Begeisterung hervor. War dann um 17:46 (+16) hier – also rund 45 Minuten später als ich eigentlich geplant hatte.

Dass der Halt in Rohrbach kurzfristig noch gestrichen wurde, wird anderen auch nicht so gefallen haben.

Die Vorleistung der RB um 17:28 ist übrigens auch schon mit einer Störung in Ingolstadt liegen geblieben, aber da wurde rechtzeitig Ersatz beschafft – die fuhr dann pünktlich los und war mit +1 hier (und +20 in Rohrbach). Hätte ich gleich damit geplant…

RE um 18:09 fuhr erst um 18:57, RB 18:25 um 18:47. Das soll jetzt aber reichen… bzw. fast: „Natürlich“ fällt noch mehr aus und die Folgeleistung des Rohrbach-Wenders fährt auch nur bis Ingolstadt – weil die ärztliche Versorgung eines Fahrgasts 48 Minuten in Kinding gekostet hat.


Nachtrag: Am Sonntag Abend ist dann ein Skoda (RE 4028 mit 102 001) nördlich von Ingolstadt liegen geblieben mit ein paar Stunden Wartezeit bis zur Evakuierung…