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Musik

Spider Quo

Nach ein paar Monaten Pause wieder ein kleiner Konzertbericht – diesmal von Status Quo gestern Abend, 27.10.2010, in der Münchner Olympiahalle. Vorgruppe war – vermutlich der Hälfte der Zielgruppe entsprechend – die Spider Murphy Gang:

Spider Murphy Gang 1 Spider Murphy Gang 2

Und der älteren Hälfte dieser Hälfte entsprechend wurde das ganze auch von Bayern 1 „präsentiert“ (also gesponsert) – einem Radiosender, um den halbwegs vernünftige Musikfans diesseits des Rentenalters einen großen Bogen machen dürften.^^ Immerhin kam von dort ein seltener Fall bei einem Konzertabend: ein Moderator, der vor Beginn die Leute begrüßt, gefühlte 99% zu Pfiffen und Buhrufen veranlasst (allerdings auch nur dadurch, dass er, Stadionbesuche am Vortag ansprechend, nacheinander 1860- und Bayern-Fans begrüßt ;) ) und verkündet, wie lange Vorband und Umbau dauern sollen.

Die Spider Murphy Gang jedenfalls – eine Band, deretwegen ich nicht gezielt in ein Konzert gehen würde, aber man nimmt’s halt mit, und Stimmung bringen sie ja durchaus in die Bude – durfte in ihrer Heimatstadt eine volle Stunde spielen und hatte zum Glück auch guten Rock’n’Roll im Programm und nicht nur die bekannten Partyklassiker (…was eine recht vielschichtige Bezeichnung ist).

Ein Panorama aus der Pause:

Panorama in der Pause

Wie man sieht, hatte ich wieder einen Platz unten auf der Gegentribüne – was einen schönen Überblick bietet, nur von den Gesichtern auf der Bühne erkennt man halt nicht so wahnsinnig viel…

Nach wie angekündigt 30 Minuten Umbau kam dann die junge, aufstrebende Nachwuchsband aus England (wie sie (sinngemäß) spaßeshalber vom Moderator genannt wurde) mit ihren ca. 95 Minuten. Und die Hauptband hat natürlich ein bisschen mehr Licht und Videowände als die Vorgruppe, die für eine standesgemäße Showuntermalung gesorgt haben.

Status Quo 1 Status Quo 2

Von den Konzerten in den letzten Tagen berichteten einige Besucher von einer stark übertriebenen Lautstärke – nun, ich weiß nicht, wie’s im vorderen Bereich der Arena war, aber hier hinten war’s in Ordnung, einigermaßen verständlich und in normaler Konzert­lautstärke; vielleicht nicht die beste, sicher aber nicht die schlechteste Akustik, die ich in dieser Halle bisher erlebt habe. Wenn’s denen vorne also auch in München zu laut gewesen sein sollte, tja, dann waren sie halt zu weit vorne…

Status Quo 3 Status Quo 4

Die Setlist enthielt natürlich diverse bekannte Hits; beim zweiten folgenden Bild flogen übrigens grad die Handgranaten aus „In The Army Now“:

Status Quo 5 Status Quo 6

Die Stimmung gerade bei den Hits war natürlich angemessen, d.h. toll, mitsingend und z.T. -hüpfend und -tanzend. Schade, dass der eine Tänzer einige Meter vor mir (der mich vom Aussehen halbwegs an einen jungen Oli Kahn erinnerte…), der mit seinen, ähm, mitunter leicht komischen und arhythmischen Bewegungen eine kleine Zusatzunterhaltung bot, zu schlecht beleuchtet war, um ihn zu filmen.^^

Status Quo 7

Alles in allem also wieder ein schöner Konzertabend. :rocks:1

  1. auch wenn ich mich frage, ob dieser Smilie zu Rock’n’Roll und Boogie-Rock passt… ↺

Projekt Hörsturz 31

Projekt Hörsturz Zeit für die nächste Runde im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen einige Songs bewerten – ab sofort sind’s nun zehn statt fünf Pflichtsongs.

Einhergehend mit der Aufstockung der Song-Anzahl verspüre ich übrigens eine Tendenz zu kürzeren Bewertungstexten – na, wir werden sehen…

  • Tocadisco – Shrine (von Dr. Borstel)
    Chillige, gläserne Sphärenklänge, sanfter Gesang, fast schon etwas zu weichgespült, aber ein schön unaufdringlicher Einstieg in diese Runde.
    3 von 5 Sternen 3 langsam abperlende Regentropfen
  • Daniel Decker – Die Geister mit denen ich schlief (von kasumi)
    Der nächste Kandidat packt jetzt eine Gitarre aus, und vorbei ist’s mit der Ruhe. Wobei dieses Stück auch nicht so wahnsinnig aufregend ist – ordentlicher, nicht schlechter Indie-Pop-Rock eben, ausnahmsweise auf deutsch.
    3 von 5 Sternen 3 Nieselregenschauer1
  • Linkin Park – Given Up (von Sir Donnerbold)
    Linkin Park tut natürlich wieder so, als wären sie härter als die bisherigen Künstler, was sie durch entsprechenden Gitarren- und Schreieinsatz betonen müssen. Und das Ergebnis ist dann auch weder Hit noch Durchhänger.
    3½ von 5 Sternen 3½ Hagelkörner zwischendurch
  • Junip – Black Refuge (von endgueltig)
    Es wird wieder ruhiger. Und leider auch zu eintönig, quasi ein mit zu viel Schwarz übertünchtes Refugium. Wobei’s dafür eigentlich zu sanft, zu wenig düster ist.
    2½ von 5 Sternen 2½ schwarze Wolken ziehen in der Ferne vorbei
  • Alcest – Écailles De Lune (Part II) (von Tenza)
    Nach ruhigem Intro legen die Metal-Gitarren los, und schließlich kommt jemand auf die Idee, langgezogen schreien zu müssen. Passt aber doch irgendwie ins Gesamtkonzept mit abwechselnder Instrumentierung und Heftigkeit (und sogar mal normalem Gesang). Und bei fast 10 Minuten kann man ja etwas Abwechslung verlangen…
    4 von 5 Sternen 4x Aprilwetter
  • Melody Gardot – Baby I’m a Fool (von Paula)
    Aha, Frau mit Akustikgitarre. Das kann von emotionsgeladen bis langweilig alles werden. Diese Dame scheint sich ein bisschen zu sehr auf letzteres zu konzentrieren, und mir kommt’s so vor, als ob sie anstatt richtig mitzugehen lieber vortäuscht, denn Höhepunkte fehlen…
    1½ von 5 Sternen 1½x plätschernder Regen
  • David Garrett – Beethoven’s 5th (von Onkelosi)
    Rockig aufgepeppte Violinen-Klassik, ohne es zu sehr zu übertreiben.
    3½ von 5 Sternen 3½ Sturmböen
  • White Denim – Mirrored And Reverse (von beetFreeQ)
    Ulkige Gitarre, und die Stimme kommt auch ungewöhnlich rüber. Nett. Mal ’n bisschen was anderes. Und wenn man meint, es wär vorbei, blendet sich das Stück wieder ein. Nicht gerade die neueste Idee…
    3 von 5 Sternen 3 nach oben fliegende Regentropfen
  • Gareth Marks – Lady Of Leisure (von mir)
    Dass dieser Gastauftritt von Brian May kein 5-Punkte-Hit ist, okay, aber mit ein bisschen mehr Punkten als bei ein paar der bisherigen Rezensionen hätte ich schon gerechnet…
    Keine Bewertung, da von mir

  • Kasper Bjørke – Young Again (von Dekah)
    Unerwartete Stimme. Auch irgendwie nett und dahin-mitwippend-ruhig und höhepunktarm.
    3 von 5 Sternen 3 gemächlich ziehende Hochnebelschwaden

Das wäre dann ein Schnitt von 3,0 für die Pflichsongs, leicht überdurchschnittlich und ohne allzu große Ausreißer. Weiter kurz und bündig mit den Bonussongs:

Zum Schnittausrechnen hab ich jetzt keine Lust…


So, fürs nächste Mal muss wieder was Härteres her: Tim Skold – Devil Inside

  1. was sogar qualitativ zum heutigen Wetter passt ↺

Links und Videos der Woche (2010/40+41)

 

Projekt Hörsturz 30 – Bad Taste

Projekt Hörsturz Runde 30 im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen mindestens fünf Songs bewerten – und diesmal ist es wieder eine Sonderrunde. Eine vermutlich gar schröckliche Sonderrunde, denn das Thema ist der schlechte Geschmack.

Und wenn ich die Lieder so überfliege und in andere Rezensionen reinlese, gibt’s da schon Katastrophen zu erwarten und das eine oder andere Lied, das man nicht in voller Länge ertragen kann – also packen wir all unseren Mut zusammen und gehen wir fettgedruckt tapfer dorthin, wo kein Mensch freiwillig ein zweites Mal hingehen wollen dürfte…

  • Tex Haper – New Wave Country (von Postpunk)
    Wir fangen also an mit einer unerträglichen countryigen Schlagerschnulze mit NDW-Einschlüssen. Für die geb ich ganz großzügig noch ein paar Zehntelpunkte, sodass wir hier nicht mit glatten 0 Punkten beginnen:
    ½ von 5 Sternen ½ erzwungene Gedankenverschmelzung1
  • Alexander Marcus – Papaya (von Khitos)
    Google Ads blendet „70% auf all you can eat“ als Werbung ein, als gerade der Titel im Video erscheint. Den ersten Takten des Liedes nach dürfte das das Interessanteste der 5 Minuten gewesen sein. Die Musik ist jedenfalls auf dem Niveau eines Musiksoftware-für-jeden–Anfänger-Tutorials, Gesang und Text sind wohl im See versunken – und der Verstand gleich hinterher, so dämlich wie der zwischendrin lacht.
    0 von 5 Sternen 0 Interesse, dies weiter zu erforschen
  • Beyonce – Vois sur ton chemin (von Graval)
    Beyoncé hier zu finden, wundert mich schon etwas, denn eigentlich kann das Mädel ja ganz gut singen. Es sei denn, die Sprache ist französisch und die Aufnahme (bzw. das Video hier) ist hoffnungslos übersteuert. Für letzteres kann sie nichts, aber Höchstwertungen kann ich so auch nicht geben…
    2 von 5 Sternen 2 Grußfrequenzen bitte neu justieren
  • Naddel Featuring Die Apostel – Zieh Dich aus kleine Maus (2010 Party Version) (von Fini)
    Die Musik ist jetzt aus dem Techno-Abschnitt der Musiksoftware-für-jeden–Tutorials. Text und Gesang sind genau so, wie man es erwarten konnte von dieser, äh, nein, Künstlerin kann man da nicht sagen.
    0 von 5 Sternen 0 Sterne; Schwarze Löcher wären angemessener
  • DJ Schweber – Jagertee (von Moritz)
    Der klassische „ah yeah“-Sample ganz am Beginn weckt zwar durchaus nette Erinnerungen, aber der Rest ist offenbar das nächste Kapitel aus dem Musiksoftware-Tutorial, gemischt mit textlichem Schrott, den man wohl unter 2 Litern Jagertee ohne Tee nicht ertragen kann.
    0 von 5 Sternen Kein intelligentes Leben auf diesem Planeten, Käpt’n

Das ergibt einen befürchteten – oder sollte ich sagen überraschend hohen? – Schnitt von 0,5 für die Pflichsongs. Ob ich alle Bonussongs wohl durchhalten werde…?

  • Achim Reichel – Aloha He (von Konzertheld)
    Gar nicht mal so schlimm. Vor allem im Vergleich zu den letzten paar.
    2 von 5 Sternen 2 Wochen Urlaub auf Risa Hawaii
  • Avril Lavigne – Losing Grip (von Kristin)
    Kristin hat die Runde offenbar als „find ich peinlich aber gut“ statt „find ich schlecht“ verstanden – wodurch ich mich für eine überdurchschnittliche Bewertung auch nicht zu schämen brauche.^^
    3 von 5 Sternen 3 – ach, ich lass das mit Star Trek jetzt
  • Bonfire – German Anthem (von Sebastian)
    Jetzt nichts gegen unsere Hymne an sich, musikalisch finde ich sie irgendwie im Mittelfeld der häufiger zu hörenden Hymnen – aber diese Metallisierung hat sie nicht verdient. Ich schließe mich Moritz an:
    ½ von 5 Sternen „Aber immerhin: Sie haben Gitarren, somit haben sie keine Null Punkte verdient.“
  • Charlie Lownoise & Mental Theo – The Ultimate Sextrack (von beetFreeQ)
    Wenn mal der PCI-Bus hängt und die Soundkarte nur die letzte Viertelsekunde ewig loopt, klingt’s ähnlich.
    0 von 5 Sternen 0 Punkte und die Frage: wo ist der Resetknopf?
  • Daniel Küblböck – You Drive Me Crazy (von Dr. Borstel)
    Da hab ich nur mal reingehört, um zu sehen, ob’s ein Fine-Young-Cannibals-Cover ist – weil mir erst hinterher wieder eingefallen ist, dass das eigentlich „She drives…“ heißt. Also zum Glück nicht. Aber Chancen auf mehr als 0 Punkte hat er so erst recht nicht.
    0 von 5 Sternen 0 und nichts Hörbares in diesem Stück
  • Die Drei von der Tankstelle (Musical) – Lieber, guter Herr Gerichtsvollzieher (von Onkelosi)
    Da wollte ich ihnen gerade einen halben oder gar einen ganzen Punkt schenken, dann kam die komische Lache und auch noch ein Witz.
    0 von 5 Sternen 0 Kohle
  • Die Kassierer – Proletentechno (von Tenza)
    ½ von 5 Sternen ½ Gnadenpunkt fürs Satirische
  • Enrique Iglesias feat. Pitbull – I like it (von JuliaL49)
    „Pitbull verhunzing Enrique Iglesias“ wäre wohl ehrlicher.
    ½ von 5 Sternen ½ fehlender Maulkorb
  • HGich.T – Tutenchamun (von Kamil)
    Die nächste Lektion aus der Musiksoftware…
    0 von 5 Sternen Da gibt’s nicht mal fürs hoffentlich Satirische einen Gnadenpunkt
  • Jovanotti – L’ombelico del Mondo (von endgueltig)
    Eigentlich ein halbwegs brauchbares Partyliedchen mit nettem Rhythmus. Der Gesang nervt aber etwas.
    2 von 5 Sternen 2 weltliche Nabelschnüre
  • Justin Bieber – ‚Heartless‘ & ‚Cry Me A River‘ (live) (von dehkah)
    Ist ja nicht 0-Punkte-schlecht, aber warum wird um das Jungchen so viel Aufhebens gemacht?
    1 von 5 Sternen 1 Jahr mehr Erfahrung würde auch nicht schaden
  • Justin Bieber ft. Sean Kingston – Eenie Meenie (von David)
    Was soll eigentlich diese blöde grüne nicht wegklickbare Sprechblasenwerbung im Video? Und was soll dieses „Lied“ in meinen Ohren?
    0 von 5 Sternen Ene mene Maus – du bist schnell raus
  • Milli Vanilli – Baby Don t Forget My Number (von cimddwc)
    Echte Hampelmänner, so wie sie sich im Video bewegen – und gesungen haben sie ja auch nicht selber…
    keine Wertung, da von mir

  • Olli Schulz – Mach den Bibo (von DerGraf)
    Ein Werbespot vor dem Lied sorgt nicht gerade für positive Vorstimmung… das Gequatsche erst recht nicht, und das zieht die Wertung auch noch runter.
    ½ von 5 Sternen ½ Bibo ist Bi
  • Thomas Gottschalk – What Happened To Rock ’n‘ Roll (von Sir Donnerbold)
    Einerseits peinlich, andererseits immerhin Rock…
    1½ von 5 Sternen 1½ Sekunden lang hab ich mir überlegt, wie das wohl mit Death-Metal-Growls wäre…
  • Tic Tac Toe – Warum (von kasumi)
    Warum nicht? Darum.
    1 von 5 Sternen 1 Tic

Das wären dann 0,83 für diese Bonussongs und 0,75 für alle. Erwartet niedrig, würde ich sagen.^^

Ein Lied nehm ich außerhalb dieser Wertung dran, denn Steves Vorschlag war anscheinend nur ein Versehen, und so hoffe ich auf was Gutes zum Abschluss:

  • Leroy – Good Time (von Steve)
    …und die Hoffnung blieb nicht ganz unerfüllt.
    4 von 5 Sternen 4 nur teilweise gute Zeiten

Mit diesem wären’s 1,1 bzw. 0,95 gewesen.


Mein Vorschlag fürs nächste Mal: Gareth Marks – Lady Of Leisure. Mit Brian May an der Gitarre. :)

  1. Nachdem ich oben schon eine kleine Star-Trek-Anspielung gemacht habe, mach ich mit diesen Anmerkungen am besten so weiter. Als KONTRAST zum schlechten Geschmack, denn ich will damit NICHT Star Trek als schlechten Geschmack werten. ↺