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Musik

Projekt Hörsturz 27

Projekt Hörsturz Runde 27 im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen mindestens fünf Songs bewerten.

Gibt’s eigentlich eine spezielle Bezeichnung für Zahlen der Form nn wie hier 33 = 27? Egal, legen wir los:

  • Five Iron Frenzy – Every New Day (von Steve)
    Eine christliche Ska-Band schwingt das 5er-Eisen wie wahnsinnig bläst in die Instrumente und eröffnet den Reigen der Pflichtsongs, und mein atheistischer Vorschlag landet im Bonus-Abschnitt – ist das gerecht? ;)
    Nun, musikalisch ist das Lied kein Grund für oder gegen irgendwelchen Glauben, sondern einfach ein weitgehend fröhliches, beschwingtes, aber auch nicht besonders herausragendes Stück Zeitvertreib. Und dafür gibt’s:
    3 von 5 Sternen 3 Golfspieler auf der Bühne
  • Die Lustigen Jungs – Am 30. Mai ist der Weltuntergang (von Onkelosi)
    Ah ja, ein Klassiker – zumindest unter skeptischen Scienceblogs-Lesern oder -Autoren.^^ Ist ja schon eine schlaue „Prophezeiung“, einen Tag ohne genaues Jahr anzugeben, und so eine gute Ausrede, sich jedes Jahr am 29. Mai volllaufen zu lassen – und im Gegensatz zu echten Weltuntergangs­spinnern, deren Termine ständig verschoben werden müssen, meinen sie’s wenigstens nicht ernst…
    Tja, aber wie bewertet man sowas unter diesen Gesichtspunkten, wo es rein musikalisch „nicht so wahnsinnig“ dem eigenen Geschmack entspricht? Beim ersten Lied hab ich mich auf die Musik konzentriert, zum Ausgleich seien jetzt weitgehend Text und Kontext entscheidend1, aber trotzdem kann ich nicht mehr rechtfertigen als:
    3 von 5 Sternen 3 Säufer unter dem Tisch
  • Tocotronic – Bitte oszillieren Sie (von endgueltig)
    Ein zu oft wiederholter Titel-Text gepaart mit einer mal dudelig-langweiligen, mal interessanterer rockigerer Musik – am Ende geht’s zum einen Ohr rein und ohne viel Oszillationen zum anderen raus.
    2 von 5 Sternen 2 schwingende Schwingungen
  • The Helio Sequence – Converter (von Kristin)
    Ein schön chillig-triphoppiger-wasauchimmer-Beat, aber trotzdem nicht einschläfernd und nicht ohne das richtige Maß an Dynamik. Weiß gar nicht, was ich groß dazu schreiben soll außer: Schön.
    4 von 5 Sternen 4 sequenzielle Konvertiten
  • Spindrift – The Legend of God’s Gun (von Tenza)
    Aha, wir sind in einem Western – passende altmodische Musik und Erzählung statt Gesang. Offenbar die Filmmusik zu einem Film, den sie erst Jahre später inspiriert hat. Wirkt an sich auch als eigenständiges „Lied“ besser als erwartet, lässt da aber auch etwas zu wünschen übrig.
    3 von 5 Sternen 3 Revolverhelden im Sturm

Mit dieser betont optimistischen Punktevergabe gibt’s einen ordentlichen Schnitt von 3,0. Schnell weiter mit den Bonussongs, so lange ich noch Zeit habe:

Macht 2,62 als Bonus-Schnitt und 2,72 insgesamt.


Als Vorschlag fürs nächste Mal nehm ich spaßeshalber The Cross – Millionaire – nein, aus „aktuellem Anlass“ hab ich meine Meinung geändert und nehme Yellow Wire: Where Is The Summer?

  1. gell, ich bin konsequent ;)  ↺
  2. Und das verrottet natürlich und wurzelt nicht: „rot“, nicht „root“. ↺

Projekt Hörsturz 26

Projekt Hörsturz Runde 26 im Projekt Hörsturz – bringt sie uns doppelt Unglück (2×13), oder ist das größte Unglück, dass ich mir hier irgendwas zur Zahl aus den Fingern saugen muss und nicht einfach anfange?

  • Guillemots – Kriss Kross (von kasumi)
    Eine seltsame Mischung, erst kräftige streicherähnliche Synthie-Akkorde, die schon etwas Energie versprechen, und je länger das Lied wird, umso radiopoppiger wird das Ganze – gerade bei den Gesangsphasen – und ich bin froh, als der Schlussakkord kommt.
    2 von 5 Sternen 2 lümmelnde Trottel1
  • Jamie Lidell – The Ring (von beetFreeQ)
    Welcher Synthesizer furzt denn da am Beginn rum? Oder sind das verzerrte Human-Beatbox-Geräusche? Egal, der folgende Rhythmus weiß schon mal zu gefallen – das „Gesamtkunstwerk“ eigentlich auch.
    4 von 5 Sternen 4 Ringe (auf wessen Auto?)
  • Aereogramme – Post-tour, pre-judgement (von Dr. Borstel)
    Aus dem belanglosen ruhige-Ballade-Anfang wird zum Glück noch mehr. Und das mit ganz ordentlicher Dynamik – auch das Schreien am Ende passt, finde ich. Ich würde sogar sagen: gehört dazu. Nur der Depp, der über „Fuck“ und die ganze Musik dabei drüberpiepst, gehört in die Hölle.
    4 von 5 Sternen 4 gefickte Teufel
  • Jex Thoth – Nothing left to die (von Fini)
    Da streicht jemand in die falsche Richtung über die Saiten… ah, jetzt hat er sich umgedreht. Ach, Jex ist ja ’ne Frau. Und die singt zu ziemlich getragenen, düsteren, doommeetta— äh, doommetallischen Klängen. Nicht mal schlecht, auch wenn’s den Instrumenten etwas an Klarheit fehlt.
    3½ von 5 Sternen 3½ okkulte Narn
  • Sorry About Your Daughter – Scapegoat (von mir)
    Beim späten Rippen alter CDs bin ich neulich auf einen 15 Jahre alten Sampler gestoßen, auf dem je 2 Songs von 6 Bands drauf waren (was auch ein ungewöhnliches Konzept ist) – eine davon war diese Band mit dem kuriosen Namen. Zwar mit zwei anderen Songs, aber Scapegoat gefällt mir besser. Nett für zwischendurch sind die allemal. :)
    keine Wertung, da von mir

Macht einen guten Schnitt von 3,375. Weiter zum Bonus, bei dem ich dem Bandnamen nach schon einen heftigen Anfang erwarte – hey, ist immerhin die erste Band, die ich in dieser Runde kenne (außer meinem eigenen Vorschlag, versteht sich):

Der Durchschnitt für die Bonussongs ist somit 2,82 und für alle Songs 2,97.


Als Vorschlag fürs nächste Mal nehm ich kurzentschlossen das, was der Liebling aller Kreationisten heute verbloggt hat: D.O.A. – That’s Why I’m An Atheist

  1. „vertrottelte Lummen“ hat der Postpunk ja schon geschrieben ↺

Links und Videos der Woche (2010/29)

 

Projekt Hörsturz 25

Projekt Hörsturz Ein kleines Jubiläum fürs Projekt Hörsturz – das Viertelhundert ist voll. Ob es uns lebenslänglich – 25 to life – erhalten bleibt?

Jedenfalls ist es wieder eine Sonderrunde, diesmal gibt’s nur Coverversionen. Und wie wir alle wissen, kann ein Cover ein schlechtes Original verbessern und ein gutes Original verhunzen – und alles zwischendrin. Was uns hier wohl geboten wird?

  • Marina And The Diamonds – Starstrukk (von Gamlor – (3OH!3))
    Musikalisch über weite Strecken eher ruhig und zurückhaltend und steigernd, dazu eine Sängerin, die diese Bezeichnung verdient – sehr schön. Angesichts des mir gänzlich unbekannten Liedes und Original„künstlers“ muss ich da auch mal kurz reinhören – und schnell zurück und die Anführungszeichen bei „Künstler“ setzen. Dass man sowas so schön covern kann…
    4 von 5 Sternen 4 Buchstaben ergeben welches Wort nochmal?
  • Nostalgia 77 – Seven Nation Army (von beam – (The White Stripes))
    So ein Lied kann man ja kaum schlimmer verhunzen als in Sportstadien, also bleibt Hoffnung, dass auch diese Coverversion keine Abgründe aufreißt…
    Okay, irgendwie ist es interessant, was die aus der Kombination von Beat und Gesang gemacht haben – ist wahrscheinlich besser, man versucht, gar nicht ans Original zu denken.^^ Und dann ist das ein R&B-soul-jazz-whatever-iges Stück, das dann doch zu gefallen weiß. Mir zumindest.
    4½ von 5 Sternen 4½ ernüchterte Fußballfans
  • Tori Amos – ’97 Bonnie & Clyde (von beetFreeQ – (Eminem))
    Auch ’ne interessante Interpretation eines (wie ein kurzes Reinhören offenbart) miesen Rap-Stücks – irgendwie ’ne Mischung aus filmischer Musik und emotionaler Erzählung, aber irgendwie auch ’ne Mischung aus nichts Halbem und nichts Ganzem. Auf 1-2 Minuten verkürzt vielleicht ’n brauchbares Intro für ein Konzert, bevor Tori dann die Bühne betritt und in die Tasten haut…
    3 von 5 Sternen 3 M&Ms
  • Ellie Goulding – Sweet Disposition (von DerGraf – (The Temper Trap))
    Wieder BBC, wieder ’ne Frau mit Stimme – im Vergleich zum ersten fällt’s aber ein bisschen ab und kommt mir manchmal etwas zu bemüht und trotzdem blass vor. Das süßeste Wesen hat eben immer noch Donald Duck. ;)
    3 von 5 Sternen BBC 3
  • Marilyn Manson – Sweet Dreams (von WeGi – (Eurythmics))
    Mal ein Lied, bei dem ich sowohl Original als auch Cover kenne – und einigermaßen mag. Manson macht mit seiner passenden Art ein schönes düsteres und relativ langsames Stück aus dem alten Elektropop.
    3½ von 5 Sternen 3½ Träumer

Und damit hätten wir den zweitbesten Schnitt aller Zeiten: 3,6. Und die geringste Standardabweichung (oder mit normalen Worten ausgedrückt: eine gute Runde ohne große Ausreißer) – ob das auch bei den Bonussongs so bleibt?1

  • Broilers – Zusammen (von Tenza – (Slime))
    Aus Punk wird Ska oder sowas. Okay.
    3 von 5 Sternen 3 Hendl
  • Chris Cornell – Billie Jean (von David – (Michael Jackson))
    Erst dachte ich „gähn“, dann „großartig“, dann wurde es etwas übertrieben…
    4 von 5 Sternen 4 doppelte Gedanken
  • Everclear – Brown Eyed Girl (von Steve – (Van Morrison))
    Das mag Alternative Rock sein, aber keine Alternative zu den bisherigen guten Coverversionen…
    1½ von 5 Sternen 1½x schalalalalalangweilig
  • Kaiser Chiefs – Golden Skans (von JuliaL49 – (Klaxons))
    Nett und flott.
    3 von 5 Sternen 3 gescannte Skandinavier?
  • Johnny Cash – Hurt (von kasumi – (Nine Inch Nails))
    Schmerzt nicht. Eher im Gegenteil.
    4 von 5 Sternen 4 Nägel, bar bezahlt
  • Placebo – Where Is My Mind (von endgueltig – (Pixies))
    Guter Song, ordentlich gecovert.
    4 von 5 Sternen 4x durch Homöopathie den Verstand verloren?
  • Queen – Jailhouse Rock (von mir – (Elvis Presley))
    Die Königin „deckt“ den König…
    keine Wertung, da von mir

  • The Killers – Romeo & Juliet (von Dr. Borstel – (Dire Straits))
    Das Original wurde weder ermordet noch verbessert…
    4 von 5 Sternen 4 aufgeknopflerte Killer
  • The Okra All-Stars – Purple Rain (von Postpunk – (Prince))
    Äh, bin ich beim richtigen Lied?
    ½ von 5 Sternen ½ Kann-nicht-try
  • Ugly Kid Joe – Cats In The Cradle (von Fini – (Harry Chapin))
    Egal ob mit oder ohne Apostroph:
    4½ von 5 Sternen 4½-facher Cat Content
  • Wynonna – Burning Love (von Sir Donnerbold – (Elvis Presley))
    Draußen wird’s dunkel, da passt ein helles Feuerchen…
    3 von 5 Sternen 3 genähte Lilos

Immerhin noch 3,15 für den Bonus und 3,27 für alle – nicht schlecht.


Mein Vorschlag fürs nächste Mal: Sorry About Your Daughter – „Scapegoat“.

  1. Allerdings führe ich da keine fortlaufende Statistik und müsste erst überall nachlesen. ↺

63/39

Alles Gute zum Geburtstag, Brian May!

Und da 63, so alt wird er heute, auch nur eine verdrehte 39 ist, hier ein akustisches Solo-Video von „’39“: