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Musik

Links und Videos der Woche (2010/12)

 

  • Und noch mehr Death Metal, diesmal „von“ Louis Armstrong (via @JoergR):

     

  • Ein hochseriöser Beitrag der Heute-Show von einer Esoterikmesse: (via Uwes Kommentar)

 

  • Und zu guter Letzt: Ein Ast fällt auf eine Stromleitung (via ui.)

30 Minuten und 30 Sekunden

30 Minuten etwa dauern Fahrt und Fußweg vom Münchner Hauptbahnhof zum Zenith in M-Freimann, und wer jetzt 30 und 30 zusammenzählen kann, weiß, worum es hier geht: Um das Konzert von 30 Seconds To Mars gestern (21.3.).

Die 30 Minuten finden auch noch eine andere Verwendung: Ist schon irgendwie komisch, wenn man um 19:30 Uhr, 30 Minuten vor eigentlich offiziellem Konzertbeginn, die Halle betritt und die erste Vorgruppe schon in vollem Gange ist (und schon einige Minuten war, wie schon in einiger Entfernung zu hören war). Nun gut, musste ich mir schon mal keine Sorgen machen, dass ich eventuell vorzeitig gehen müsste, um den letzten Zug noch zu erwischen – da 30STM selbst nur 1:40 gespielt haben, hat’s sogar zum vorletzten gereicht…

SDC Carpark North

Aber ich greife vor. Die erste Vorband war das Street Drum Corps aus L.A. mit Mülltonnen-Rock – soll heißen: Alternative Rock mit Percussion, zu der auch blecherne Mülltonnen gehören (von der Sorte, wie sie sich manche Wrestler auch gern auf den Kopf donnern, nur stabiler; links im Bild), und alles andere als für die Mülltonne, denn es war gar nicht mal schlecht. Zweite Band war Carpark North aus Dänemark mit Elektropoprock, mal mit mehr Gitarren, mal mit mehr Synthesizern. War okay, aber keine Band, wegen der ich gezielt in ein Konzert ginge.

Dann kam schließlich – nach einer gefühlt etwas lahmärschigen Umbauphase, auch wenn’s nur eine gute halbe Stunde war (da, schon wieder die 30 Minuten aus dem Titel!) – die Hauptband des Abends, und die Stimmung war dann auch schon spürbar besser.

30stm 1 30stm 2

Man kann, denke ich, ein Konzertpublikum grob in drei Kategorien einteilen: ganz vorne die, die immer voll mitgehen, -hüpfen, -singen, -kreischen; dann die, die oft einigermaßen mitgehen, je nach Song mal mehr, mal weniger; und dann die, die meist nur hinten rumstehen und eher selten ein bisschen mitgehen. Von ersterer Kategorie schien es mir, wenn ich das von meiner Position in der Hallenmitte richtig erkannt habe, ein bisschen weniger gegeben zu haben als bei anderen, von der zweiten dafür überdurchschnittlich mehr in der anscheinend ausverkauften Halle.

Gespielt haben 30STM jedenfalls eine tolle, unterhaltsame Show – nein, das klingt zu harmlos, sagen wir lieber super, hammer oder sowas –, in der von energiegeladenem Rock mit stimmiger Beleuchtung, bei manchen Songs passender Inszenierung von „kriegerischen Trommlern“ (schließlich heißen Album, Tour und aktuelle Single This Is War) bis zu einer Solo-Einlage in der Mitte – Jared Leto mal mit akustischer Gitarre, mal am Keyboard und schließlich noch „Happy Birthday“ für einen Freund von ihm – alles dabei war, was man von einem begeisternden Konzert erwarten kann. Da stört auch die relativ geringe Länge nicht zu sehr.

30stm 3 30stm 4

Die Band schien jedenfalls auch gut drauf gewesen zu sein. Jared machte dann auch mal einen Ausflug durch die Menge in die Mitte zu den Mischpulten bzw. einem Podest dort und weiter vorne, wo er einige Strophen bzw. Publikumsinteraktionen verbrachte (und sich zujubeln lassen konnte; wovon ich kein brauchbares Foto habe – man will sich ja nicht ständig um die Kamera kümmern, sondern in erster Linie das Konzert genießen). Am Schluss, zur obligatorischen Zugabe mit „Kings and Queens“, durften schließlich ein paar Dutzend Leute aus dem Publikum mit auf die Bühne.

Ach ja, der Kinderchor vom Album war zwar nicht da (die hatten wohl gewisse Pflichten in kirchlichen Schlafz— äh, lassen wir das), aber das Publikum hat schon dafür gesorgt, dass man ihn nicht vermisst.

:rocks: Alles in allem ein klasse Konzertabend, der allerdings 4,85€ (bei eventim) zu teuer war, denn glatte 30€ hätten besser ins 30er-Schema gepasst. ;)

Projekt Hörsturz 17

Projekt Hörsturz Eine neue Runde im „Projekt Hörsturz“, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen einige Songs anhören und bewerten – mindestens fünf, optional alle vorgeschlagenen. Und diesmal ist es wieder eine normale Runde. Wenigstens hab ich den einen oder anderen Interpretennamen im Pflichtprogramm schon mal gehört – auch wenn ich denen meist nur ein „gibt’s“ und sonst nicht viel zuordnen kann…

  • Maeckes – Graustufenregenbogen (von WeGi)
    Der Titel klingt schon mal langweilig – hoffentlich ist das Lied selbst besser…
    Oh, Rap. Versuchen wir mal auf den Text zu hören, auch wenn der in einem irgendwie anstrengenden, nöligen, nicht zur spärlichen Musik passenden Sprechweise daherkommt. Okay, der Text gibt einen Viertel-Zusatzpunkt, der längere Instrumental-Part am Ende einen halben, damit sind wir wohlwollend aufgerundet bei:
    1 von 5 Sternen 1 Eimer Farbe
  • Flogging Molly – Devil’s Dance Floor (von Robert)
    (Dieser Youtube-Server hängt grad, also verschieben wir’s auf später… okay, nach Song 3 und 4 ist jetzt alles gepuffert, also los geht’s.)
    Aha, der erwartete Flöten-Folk-Rock. Schön flott, allerdings braucht das ruhige Zwischenspiel etwas zu lang, um wieder in Fahrt zu kommen. Betriebe der Teufel hier einen Dancefloor, ich säße nicht mehr auf dem Stuhl; meine Füße haben so schon ihre Probleme, stillzuhalten…
    4 von 5 Sternen 4 heilige Patricks
  • Element Eighty – Slackjaw (von Fini)
    Aha, harte Gitarren und Shouts. Und sogar Gesang. Eine gute, gelungene Mischung, auch wenn mir der Mund jetzt nicht vor Staunen offensteht, denn Höhepunkte fehlen ein bisschen.
    3½ von 5 Sternen 3½ Liter Quecksilber
  • Kirlian Camera – Odysee Europa (von Guldhan)
    Trockene Bassdrums und leise hohe Glöckchen, eine Art Sphärenklänge und dazu passend hauchiger Gesang – passt irgendwie zum Bandnamen. Und hey, mit der Zeit steigert sich das ganze zu einer melodiösen Stärke, die jedem Esoteriker seine schlechte Aura hinwegfegte, gäbe es sowas denn. Gar nicht mal schlecht. Nur das Ende ist zu abrupt.
    4 von 5 Sternen 4 aufgeladene Koronen
  • The Coasters – Down in Mexico (von Sir Donnerbold)
    Eine eigenwillige Doo-Wop-Mexikanisch-Mischung, die nicht nur retro klingt, sondern wirklich so alt ist. Irgendwie nix Halbes und nix Ganzes. Aber näher beim Halben. Da hilft auch die Verwendung in einem Tarantino-Film nichts.
    1½ von 5 Sternen 1½ Stunden Quentin

Pflichtprogramm erledigt – mit einem ganz durchschnittlichen Schnitt von 2,8 –, weiter mit der Kür:

  • AC/DC – Jailbreak (von Stoffel)
    Ein unerwarteter Klassiker – vielleicht nicht das Beste, was AC/DC zu bieten haben, aber trotzdem danke…
    4 von 5 Sternen 4 Ausbrecher
  • Breaking Benjamin – So Cold (von kasumi)
    Harter Alternative Rock, der so alternativ ist, dass er fast schon wieder normal wird.
    4½ von 5 Sternen 4½ kalte, zerbrochene Punkte
  • Creature Feature – A Gorey Demise (von beetFreeQ)
    Ein skurriles squaredanciges Alphabet der Toten…
    3½ von 5 Sternen 3½ noch Lebende
  • Dornenreich – Drang (von Alph)
    Streicher und ein bisschen gehauchter Gesang, nicht schlecht, aber irgendwie fehlt was.
    3 von 5 Sternen 3 reiche Dornen
  • Elton John – I Want Love (von JuliaL49)
    Mir etwas zu schnulzig, diese Ballade.
    2 von 5 Sternen 2 Punkte für einen „well-known poofter“1
  • Freddie Mercury – Yellow Breezes (Demo) (von mir)
    Freddie albert herum – ich glaub kaum, dass daraus je ein richtiges, fertiges Lied geworden wäre…
    5 von 5 Sternen 5 Um-ba-ba-ba-babs
  • INVASION – Moongazer (von Kamil)
    Verrückt, dieses „Psych-Metal“. Aber zu wenig im positiven Sinn.
    2 von 5 Sternen 2 Invasoren, die auf Monde starren
  • Kaada – All Wrong (von beam)
    Schräg. Aber nicht komplett falsch. Dachte ich zumindest, bis der Gesang begann…
    1 von 5 Sternen 1 song(zer)störende Stimmen
  • Kina Grannis – Strong Enough (von Hannah)
    Sängerin und akustische Gitarre, manchmal braucht man nicht mehr.
    3½ von 5 Sternen 3½ ausreichend starke Saiten
  • Seven Saturdays – Secret Things [MP3] (von dehkah – kostenloser Download!)
    Ein schönes, ruhiges Fast-Instrumental mit unnötigem Gerede am Schluss. (Als Überleitung zum nächsten Stück auf dem Album?)
    3 von 5 Sternen 3 geheime Samstage
  • [ingenting] – Hallelujah (von Postpunk)
    Ingenting, „nichts“ auf schwedisch, ist wohl auch die Antwort auf die Frage, was daran besonders sein soll.
    2 von 5 Sternen 2x Luja, sog i!

Damit hätten wir einen guten Schnitt von 3.05 für die Kür und 2,97 für alle sechzehn Lieder. Könnte besser sein, könnte schlechter sein…

Meinen Vorschlag fürs nächste Mal werd ich nachreichen.

  1. so hat Freddie Mercury ihn mal genannt, als er ein Live-Cover eines Elton-John-Songs angekündigt hat ↺

Beruf(en)

Zweite Runde im Projekt Stimulus, wo Beiträge beliebigen Typs – Bild, Text, etc. – zu einer vorgegebenen Beschreibung bzw. Synonymen dazu gefragt sind, und diesmal ist es „Bezeichnung für eine spezielle, erlernte Erwerbstätigkeit“ – was recht deutlich nach einer Beschreibung von „Beruf“ klingt.

Ich fühle mich dazu verführt, besser gesagt: berufen,, auch diesmal wieder ein thematisch passendes eher unbekanntes Queen-Lied zu präsentieren – oder mehrere. Zumal Queen ja auch Berufs-Musiker sind bzw. waren…^^

Da hätten wir zum einen eine Demo aus den Innuendo-Sessions (ca. 1990) namens Self Made Man – gesanglich mit Brian Mays recht leiser Stimme aber verbesserungswürdig:

Und bei 1:44 bitte nicht zu sehr erschrecken. :)

Trust – that’ll make you self believe
To be a self made man
Turn that stuff – that defines your role to be, ooh
To be a self made man
Get a heavy job – don’t let them moguls waste your time
To be a self made man

Von Brian May gibt’s noch ein Solo-Lied namens Business vom 1998er Album Another World, das auch zum Thema passt – und nicht nur zum Beruf, sondern zum ganzen Leben:

(Die Texte beider Lieder finden sich übrigens im Info-Kasten bei Youtube.)

Und inhaltlich gar nicht so weit entfernt ist Good Company (Text) vom Queen-Album A Night At The Opera (1975), gesungen und gespielt von Brian:

 

Ob ich bei den nächsten Themen dieses Projektes so weitermache? :)

Wahrnehmbar

Ja, mal wieder ein neues Projekt. Ich hoffe, es stört euch nicht zu sehr, dass es hier so viele davon gibt. :) Dieses ist von Stoffel von mahltied.com und heißt Projekt Stimulus, und die Veranstalterin meint zu den Regeln:

Ich gebe Euch in jeder Runde eine Bedeutung vor und Ihr sucht ein passendes Synonym dafür und setzt es in Bild-, Ton-, Video- oder Textform um. Dafür habt Ihr 2 Wochen Zeit, ich denke dieser Zeitrahmen ist für die Umsetzung in einem machbaren Rahmen. Natürlich könnt Ihr auch nachreichen oder Runden aussetzten.

Thema in Runde 1 ist „Etwas Wahrnehmbares, das eine bestimmte Bedeutung hat“. Ich verstehe jetzt nicht so ganz, warum man da unbedingt über ein Synonym gehen oder einen Thesaurus verwenden soll – wenn ich nach der Beschreibung google, findet sich übrigens die Wiktionary-Seite zu „Signal“ – und sich nicht einfach auf den vorgegebenen Satz bezieht…

Richard Dadd: "The Fairy Feller's Master-Stroke"

Richard Dadd: „The Fairy Feller's Master-Stroke“
Tate Gallery/Wikipedia

Ich nehme jedenfalls dieses hier zu sehende Bildchen zum Thema, das nicht nur einfach ein Fantasy-Gemälde namens „The Fairy Feller’s Master-Stroke“ von Richard Dadd von Mitte des 19. Jahrhunderts ist, sondern auch Freddie Mercury damals dazu bewogen hat, fürs zweite Queen-Album ein Lied gleichen Namens zu schreiben, das von den Szenen ebendieses Gemäldes handelt:

https://youtu.be/i7-9eAal_x4

Und auch den Figuren in Gemälde und Lied geht es um die Wahrnehmung – die Wahrnehmung des Meisterschlages des „Nussfällers“, der für dieses kleine Feenvolk offenbar eine große Bedeutung hat. (Dass das Lied für mich als Queen-Fan eine Bedeutung hat, ist ja eh klar.) Fragt sich allerdings, ob unsereiner so ein Volk, wenn es denn tatsächlich existieren würde, auch wahrnehmen würde…