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Englisch lernen

Links und Videos der Woche (2010/24)

Gandalf Goes to the World Cup

Englisch lernen mit Haarwaschmitteln

Ein Gedanke, der mir heute beim Duschen und Haarewaschen gekommen ist – aber bevor ich zum Kern der Sache komme, erst mal etwas zum Text auf der Flasche, denn folgendes soll in diesem „hair & body shampoo“ – übrigens „FRISEUR­EXKLUSIV“ und eine Stamm­kunden­prämie, sonst kauf ich mir nix so Kompliziertes – drin sein:

Instant Microfluid Technology

Extrahieren wir da die Vokabeln:

instant: unmittelbar, sofort; Augenblick
micro: mikro-
fluid: flüssig; Flüssigkeit
technology: Technik, Technologie
Instant Microfluid Technology: (soll toll klingen und die Kunden beeindrucken, ohne eine echte tiefere Bedeutung zu haben)

Buchtip dazu: Ben Goldacre: „Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen“ :mrgreen:

So, nun aber zum eigentlichen Gedanken, der zu diesem Beitrag geführt hat, nämlich dem Wort Shampoo selbst. Denn wenn wir das zerlegen, kommen wir zu:

sham: Imitation, Fälschung, Betrug, Schein-; nachgemacht, unecht
poo, poo-poo (coll.): Kacke, Scheiße (auch Kindersprache)
shampoo: …???

Aber das Wiktionary weiß mehr:

From Hindi चाँपो (champo), imperative form of चाँपना (champna), “to press, knead”) < Sanskrit root √cap (“to pound, kneed”).

Also aus der Hindi-Befehlsform „drücke!, knete!“ (von der Sanskrit-Wurzel von „stampfen, kneten“1). Wundert mich aber, dass die Engländer den Begriff Shampoo da so einfach aus dem Indischen übernommen haben…

Und, womit wascht ihr so eure Haare?


Foto: cybertoad/flickr, CC-by-nc-nd-Lizenz

 


  1. ich nehme mal an, dass das „kneed“ am Ende des Zitats ein Schreibfehler ist, denn „gekniet“ passt hier nicht… []

Englisch lernen mit Queen-Songs (4)

Q Diese kleine Serie hab ich schon viel zu sehr vernachlässigt – höchste Zeit also für einen neuen Beitrag, auch wenn es mal wieder kein eigentlicher Queen-Song ist, sondern ein Solo-Stück von Queen-Drummer Roger Taylor namens „Dear Mr Murdoch“. Und natürlich geht es darin um den „Medienmogul“ Rupert Murdoch, der auch derzeit einen Streit mit Google anzettelt, weil ihm Geld natürlich wichtiger ist als die Gepflogenheiten im Internet…

Hier ein Fan-Standbild-Video mit eingeblendetem Text, und separat gibt’s den Text z.B. hier bei LyricWiki1:

Es folgt wie üblich eine Auswahl an Textzeilen mit Vokabeln. Anmerkungen, Korrekturen und Verbesserungsvorschläge sind natürlich immer willkommen.

dear mr murdoch, what have you done
with your news of the screws and your soaraway sun?

News of the World ist ein sonntägliches Boulevardblatt, das sich durch seine Vorlieben für Sexskandale die Spitznamen „News of the Screws“ und „Screws of the World“ verdient hat (eine Bedeutung von to screw ist ja die Ausübung des Geschlechtsverkehrs2).

Das andere berühmt-berüchtigte Blatt ist natürlich The Sun, und Soaraway Sun ist eine häufiger zu findende Bezeichnung dafür, offenbar bezogen auf ihren rasanten Popularitätsaufstieg (to soar: aufsteigen, steil ansteigen; also hier wohl: der Konkurrenz davonfliegen) in den 1970/80ern, nachdem Murdoch sie übernommen und, äh, qualitativ etwas Richtung Boulevard geschoben hat.

how many time must they poke and they pry

to poke: stochern, stecken, stoßen, stöbern
to pry: spähen, neugierig sein; to pry open: aufbrechen

just to add to the grime they even screwed up the times

grime: Schmutz, (Ruß)
Und ich vermute mal stark, dass hier auch die renommierte Times gemeint ist, an der die Konkurrenz nicht spurlos vorübergegangen ist.

dear mr murdoch you play hard to see
but with your bare-arsed cheek you should be on page three

to play hard to get: sich rar machen, sich zieren; …to see ist wohl ähnlich gemeint, in Richtung Versteckspielen. Muss sich ja reimen… Auf Seite 3 finden sich in der Sun die nackten Mädels, die in so einem Blatt ja irgendwie Pflicht sind.

and dear mr murdoch you’re really the pits

sth./sb. is the pits: etw./jmd. ist das Letzte, ist übel (pit: Grube)

they go straight for the lowest common denominators
how could they fail? go straight to jail – (no bail)!

lowest common denominator: kleinster gemeinsamer Nenner
bail: Kaution (gegen Kaution freilassen)

you control half our media whose values don’t scan

scan: v.t. absuchen, abtasten, prüfen, überfliegen, …; v.i. Sinn ergeben, (das richtige Versmaß haben)

with your minions like vultures and carrion crow

minion: Lakai, Ergebener, Speichellecker
vulture: Geier, Aasgeier
carrion crow: Rabenkrähe, Aaskrähe (carrion: Aas)
Sympathische Typen, oder?^^

dear mr murdoch you’re a dangerous chap
with your jingoist lingo we’re drowning in crap

chap: Bursche, Kerl
jingo: (abwertend) Chauvinist, Hurrapatriot; jingoist: entspr. …isch.
lingo: (abwertend oder lustig) Sprache, Kauderwelsch; Fachjargon

dear mr murdoch where are you coming from?
getting so hard to tell if you’re a yank, oz or pom

yank, yankee: Ami (Brit.,ugs.)
oz: Australien/Australier (Slang)
pom: Brite (im australischen Slang)
(Murdoch stammt aus Australien, ist zusätzlich USA-Staatsbürger und eben auch im UK aktiv.)

dear mr murdoch you do it with zing

zing: Schwung

and dear mr murdoch what have you done?
you’re not quite as nice as attila the hun

Nein, man kann nicht behaupten, dass Roger Taylor den Herrn Murdoch sympathisch findet, wenn er ihn so mit Attila dem Hunnenkönig vergleicht… der wird im Englischen übrigens wahlweise /ˈætɨlə/ oder /əˈtɪlə/ ausgesprochen.

 


Die üblichen Linktips:

 


  1. überraschenderweise derzeit komplett, obwohl sie Queen-Songs gerade mit „Unfortunately, we are not licensed to display the full lyrics for this song at the moment“ verstümmeln… []
  2. die Hauptbedeutung „schrauben“ bietet ja auch Gelegenheit zu einem Wortspiel der Art „How many people does it take to screw in a lightbulb? Two, but how do they get inside?“ []

Englisch lernen mit Queen-Songs (3): My Fairy King

Q Höchste Zeit für eine weitere Folge dieser kleinen Serie, in der ich anhand der Liedtexte von Queen-Liedern den geneigten Lesern ein paar englische Vokabeln und Ausdrücke nahebringen möchte. Heute geht’s um „My Fairy King“, den Märchenkönig vom ersten Queen-Album von 1973 (den ich im Juli auch schon in der Album-Songs-Reihe vorgestellt hatte).

» Anhören (mit Text im Kasten rechts), Text

Lions den with fallow deer
And rivers made from wines so clear
Flow on and on forever

den: Bau (eines Tieres), Grube, Höhle, Schlupfwinkel
to den: in einer Höhle leben
fallow deer: Damwild, Damhirsch
(fallow: Brache, Brachland)

Wirklich eine märchenhafte Situation – noch…

Dragons fly like sparrows thru‘ the air
And baby lambs where Samson dares
To go on on on on on on

Dieser Samson muss wohl der aus der Bibel sein, der u.a. mit einem Löwen gekämpft hat.

Then came man to savage in the night
To run like thieves and to kill like knives
To take away the power from the magic hand
To bring about the ruin of the promised land

savage: grausam, wild, unzivilisiert; schonungslos; Wilder
to savage: die Verbifikation dazu, also: sich entsprechend benehmen
(to savage so.: jmdn. attackieren, über jmdn. herfallen)
to bring sth. about: etw. herbeiführen, bewirken, zur Folge haben
promised land: das gelobte Land (wie auch in der Bibel verwendet)

They turn the milk into sour
Like the blue in the blood of my veins

vein: Ader, Vene

Teeth don’t shine like pearls for poor man’s eyes

Für des armen Mannes Augen glänzen Zähne nicht wie Perlen… „Teeth like pearls“ ist ein Zitat aus dem Gedicht „The Pied Piper of Hamelin“ von Robert Browning, und dessen Titel ist natürlich die englische Bezeichnung für den Rattenfänger von Hameln. Auch die ersten vier Zeilen verwenden Begriffe aus diesem Gedicht.

Someone someone just drained the colour from my wings
Broken my fairy circle ring

to drain: ablassen, entleeren
Einerseits ist ein „fairy circle“ oder „fairy ring“ ein Ring von Pilz-Fruchtkörpern, deutsch Hexenring oder Feenring; andererseits ist das hier sicher märchenhaft-symbolisch gemeint. Ob der Zoroastrismus, eine persische Religion, der Freddie auch angehört hatte, und deren Faravahar-Symbol hier eine Rolle spielt – „der Ring in der anderen Hand wird mitunter als Symbol für die Treue gedeutet“, sagt die Wikipedia – kann ich nicht wirklich beurteilen; eine entsprechende Mutmaßung hatte ich jedenfalls gefunden.

And shamed the king in all his pride
Changed the winds and wronged the tides

tide: Ebbe, Flut, Gezeiten
to wrong so.: jmdm. Unrecht tun, ungerecht behandeln; die Gezeiten sind aber nicht „jemand“, also hier eher als Verbifikation von wrong = falsch verwendet, also: falsch machen, durch­einander­bringen

Mother Mercury
Look what they’ve done to me
I cannot run I cannot hide

Und da haben wir auch den Ursprung dafür, dass sich Farrokh „Freddie“ Bulsara schließlich den Namen „Mercury“ gegeben hatte – Wikipedia:

Laut Brian May besteht ein Zusammenhang zwischen My Fairy King und dem Künstlernamen „Mercury“. Eine Textzeile aus dem Stück lautet: „Mother Mercury, look what they’ve done to me, I cannot run I cannot hide.“ Mercury, der bis dahin unter dem Namen ‚Freddie Bulsara‘ bekannt war, nannte sich ab dem Zeitpunkt, als er diesen Song geschrieben hatte, ‚Freddie Mercury‘.

 


Linktips:

Englisch lernen mit Queen-Songs (2)

Q Genaugenommen nicht mit einem Queen-Lied, sondern einem von The Cross, dem Solo-Projekt von Queen-Drummer Roger Taylor von 1987-93, und zwar „Love Lies Bleeding (She Was A Wicked, Wily Waitress)“ (bei dem Brian May als Gast-Gitarrist dabei ist) von deren ersten Album; es geht im Text um eine verführerische Bedienung, die den Ich-Erzähler zu einem Banküberfall gebracht und dann das Geld eingesackt hat…

» Anhören1, Text

Und wie in der ersten Folge dieser Serie werde ich einige Wörter herausgreifen, von denen ich meine, sie könnten interessant und nicht jedem Lernenden bekannt sein. Da beginnen wir diesmal schon beim Titel – da liegt nicht nur die Liebe blutend am Boden:

love-lies-bleeding ist nämlich auch eine Pflanze (auch wenn das hier im Lied nicht gemeint sein kann), der (Garten-)Fuschsschwanz oder Gartenamaranth (Amaranthus caudatus).
wicked deckt den ganzen Bereich von cool (ugs.) über verrucht bis boshaft und gefährlich ab.
wily: listig, gerissen, verschlagen2

She was a wicked wily waitress and she should be doing time
She was an ordinary waitress now she owns her own gold mine

to do time: im Gefängnis sitzen (ugs.)

She was a rebel without a cause
She was a girl who needed applause

„Rebel Without a Cause“ ist auch der Originaltitel des James-Dean-Films, der den deutschen Titel „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ verpasst bekommen hatte.

She had a loud theatrical whisper
I had a one way ticket to Palookaville
She had an equally dangerous sister
I was out of my league, they were in for the kill

Palookaville (s. Urban Dictionary): mitten im Nirgendwo, am Arsch der Welt; ein (nicht existierender) Ort, wo unbekannte, mittelmäßige Niemande wohnen bzw. herkommen, palookas genannt (was dann auch eine Bezeichnung für dumme oder schwerfällige Personen oder speziell für schlechte Boxer ist).
out of sb.’s league: eine Nummer zu groß für jdn.
to be in for sth.: auf etw. aus sein; (auch: sich auf etw. gefasst machen können)

She took the loot, gave me the boot
Now she’s rich and I’m flat bust

w00t! Äh, ich meine:
loot: Beute; Zaster.
(flat) bust: (komplett) pleite.

So, das war’s für diesmal – guten Appetit, aber achtet auf die Kellnerin! ;)


Linktips:

 


  1. und nicht von den Modellbahnwaggons ablenken lassen, für die dieser Youtube-Nutzer das Lied verwendet hat []
  2. trotzdem hat’s Wile E. Coyote nie geschafft, den Roadrunner zu erwischen ;) []