- Eine gute „Einführung in Quantenphysik, Verschränkung und die Lügen der Esoterik“1 – bezieht sich natürlich nicht auf meine kleine Satire,
sondern auf den ArtikelBuch-Werbetext „Die Seele existiert auch nach dem Tod“ in der WELT, auf den auch Ulrich Berger schon eingegangen ist. - Michael Palin (ja, der von Monty Python) im Interview bei der SZ.
- Atlas zur deutschen Alltagssprache, von Junge/Bub/Borsch/Kerle/… bis brutal nett – und mit einer aktueller Umfragerunde (via Pierre Markuse).
- Gelöwte Leoparden & Co. – Bizarre Grüße aus der Heraldik.
Links der Woche (2008/17)
Kurz und bündig:
- Brian Greene, einer ihrer bedeutendsten Vertreter, erklärt die Stringtheorie (engl. 19-Minuten-Video; via Sebbi)
- Astrodicticum simplex über eine seltsame „Theorie“ über kollidierende Planeten.
- Mundmische: „eine einzigartige Sammlung von Gossenslang, Umgangssprache und Sprichwörtern der deutschen Sprache“ (via tshalina)
- „12 Dinge die ich über das Fotografieren lernte“, mit hochwertigen Illustrationen
(via picspack) - Ein grüner Sudoku-Löser – die längste Smilie-Animation der Welt?
- Offener Brief der Musikindustrie an die Kanzlerin zum Tag des geistigen Eigentums – und Nerdcores Antwort.
Anghelas Freundin Nadezhda
Dating-Scammer, also Betrüger, die mit vermeintlichen Bekanntschafts-/
Hello! How are you? I hope that all good for you and you will read my letter with a interest. — Natürlich tu ich das, aber ich glaube, wir meinen unterschiedliche Interessen, denn ich will mich nur über Mails wie deine lustig machen, du hingegen bist eine Betrügerin (Scammer)… Wenigstens danke, dass du keine solchen Riesen-Mails wie Anghela oder Galina geschickt hast – auch wenn du auch nichts von Zeilenumbrüchen und Absätzen zu verstehen scheinst.
I the girl from Russia. — Was, es gibt nur ein Mädel in Russland?? Alle anderen haben schon Kerle im Westen gefunden für Verabredungen und Hochzeit? Wow, was für ein Glück, dass die letzte mich und niemand anderen gefunden hat!
— My name is Nadezhda. I am from Saint-Petersburg. I have fair hair and blue eyes. — Sehen auf den Fotos jetzt nicht so blau aus. Aber, nun ja, man weiß nie, Leute suchen ja auch „what color do my eyes look in this picture?“… Oh, warst das etwa du??
I’m cheerful woman who like to go for sports and do all what like are usual peoples. — Kein Grund rumzudrucksen, sprich ruhig aus, dass du „es“ gerne tust. Und, nun ja, ich hätte auch nichts gegen ungewöhnliche Leute.^^ Oder meinst du „do“ im Sinne von schwindeln, ruinieren, fertigmachen? Klingt nämlich auch nicht so weit hergehgolt… — I am ready for creation family — Welche „creation family“? Hier gibt’s keine „Schöpfungsfamilie“, und da das so wie dieser Kreationismus-Müll klingt, will ich das auch nicht.
I got your e-mail through internet dating agency. I gave my letter to agency and they have told that my letter will be send to man in Germany!!!! — Ja, klar. Aber hey, du hast sogar das Land richtig hinbekommen, wohl anhand der Domain der Adresse. Bravo! Doch warum hast du dann die Mail nicht automatisch ins Deutsche übersetzt? Anghela hat das doch auch gemacht… du bist dir doch nicht tatsächlich bewusst, was für lustige und schwer verständliche Texte das ergibt, oder? ![]()
Some time back I’m with my girlfriend were going to go in your country as tourists for search of men for serious relations. But my girlfriend could not go with me. She had problems with your family. — Was?? Sie kannte mich nicht – hey, ich hab nicht mal Anghela persönlich getroffen – und hat schon Probleme mit meiner Familie? Aber woher kennt sie die? — It will be great if you can meet me and we can to have relations with you. — Ähm, du, Nadezhda, oder du und deine Freundin? Ich meine, nicht dass ich etwas gegen „relations“ mit zwei Frauen gleichzeitig hätte, aber… weißt du wirklich, was du da schreibst?
I hope that you will answer to me back it is very fast. I send you my photo. I hope that you will love my photo. — Nun, du hast zwei gesendet. Und wohl kaum deine Fotos, aber egal… ach, du hast sogar deinen Text geändert, seit du die Mails nach Kanada geschickt hast (abgesehen von der Änderung des Landes, versteht sich), wo es noch hieß „I hope that you will love wash a photo.“. Oooch, diese Stilblüte hätte ich auch gern gehabt…
Na denn, kann ich noch auf mehr Mails von dir, „lovely_froggy@yahoo.com“, hoffen, wo „nadeschda“ doch „Hoffnung“ heißt?
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PS: Wenn Sie, lieber Leser, zufällig die Rechte an den Bildern haben sollten, die die Betrüger verwendet haben: kurze Nachricht genügt, dann entferne ich sie. Oder kennen Sie die tatsächliche Quelle?
PPS: Es war wirklich nur Zufall, dass dies der 419. Beitrag in meinem Blog ist…
ß, SS und ẞ
Die meisten werden am Ende des Titels nur ein Fragezeichen oder ein Kästchen sehen; eines Tages werden sich aber auch Fonts mit dem im kürzlich veröffentlichten Unicode-5.1-Standard enthaltenen Versal-ß (d.h. das ß als Großbuchstabe) durchgesetzt haben – nur ob sich das Zeichen selbst je wirklich so richtig durchsetzen kann? Gewöhnungsbedürftig finde ich es auf jeden Fall…
Nur leider wird es auch dann bestimmt noch genug Leute geben, die in GROßBUCHSTABEN das kleine ß verwenden *schauder*… okay, ja, bei Namen gerade in behördlichen Schreiben ist es der Verwechslungsgefahr mit „SS“ wegen durchaus akzeptabel (und wird auch verwendet), aber ansonsten gehört das da nicht hin.
Wohlgemerkt: das Versal-ß ist trotzdem kein Bestandteil der offiziellen deutschen Rechtschreibung.
Nun gut, das Eszett, das „scharfe S“, das „Dreierles-S“, historisch entstanden aus der Ligatur (Verbindung) vom langen s („ſ“) und, je nach Schrift, dem runden s oder dem Fraktur-z („ʒ“), kann sich also über seinen jetzt „offiziellen“ großen Bruder freuen.
An sich ist das große ß in der Typografie bzw. die Diskussion darum ja schon älter, die gibt’s nämlich schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, zusammen mit Design-Überlegungen zum Aussehen, es soll sich ja harmonisch ins Schriftbild einfügen und nicht mit dem B zu verwechseln sein (vgl. Linktipps unten) – was z.B. durch die im Bild oben zu sehende Rundung links oben erreicht wird.
(Es sitzt im Unicode-Standard übrigens an Position U+1E9E (HTML: ẞ) und heißt „LATIN CAPITAL LETTER SHARP S“.)
Linktipps:
- TypoWiki: Versal-ß mit Liste mit vielen Fonts und Beispielen;
- Wikipedia: ß und Versal-ß;
- das Heft „Signa 9“ mit Formstudien etc.
(via Federwerk via BloggerAmt)
Aktualisierung: Seit 23.6.2008 ist das große ß nun auch offizielle ISO-Norm (wobei sich an der offiziellen Rechtschreibung als SS für ß in Großbuchstaben (noch?) nichts ändert) – siehe Heise-News.
29.7.2017: Jetzt ist das große ß auch offiziell.
Anghelas Freundin Galina
Meine Stammleser werden sich vielleicht noch an die mit lustigem Ergebnis maschinell übersetzte Scam-Mail-Serie mit „Anghela“ erinnern – aber Anghela ist natürlich nicht allein. Und auch diese lange Mail, die genauso versucht, von Leichtgläubigen vermeintliche Reisekosten zu ergaunern oder sie zur Geldwäsche zu benutzen, ging mit leichten Abweichungen und mehreren Mail-Adressen massenweise heraus – hier der passende Thread im Antispam-Forum, und exemplarisch hier auch lustig kommentiert.
„Hallo!!!!!!!!“
Wie schrieb Terry Pratchett so schön? Mehrfache Ausrufezeichen sind ein sicheres Zeichen für einen kranken Geist. Hier eher krankhaft kriminell. „uber meinen Brief verwundere sich bitte nicht! Ich sah deinen account auf der Web-Seite der Bekanntschaften. Diese Web-Seite heisst „FreundScout24“ oder „Meetic“.“ Wo jetzt? Kannst du dir das nicht merken? Kranker Geist, hm?
„Du hast dort die Registrierung?“ Ich dachte, du hast mich dort gesehen – wieso dann die Frage?
„Moglich konnen wir die praechtigen Beziehungen schaffen.“ Eine prächtige Beziehung zu Umlauten hast du schon mal nicht. „Ich will dass du mich verstehst. Ich werde mich bemuhen, richtig auf deutsch zu schreiben.“ Wieso hast du dann nicht vor dieser Mail bemuuuuh–, äh, bemüht? Der erste Eindruck ist oft entscheidend! „Ich denke dass du Mann mit dem ich bist ich kann glucklich sein.“ Ich denke dass du lassen solltest du dir geben dein zurück Schulgeld: „Du verstehst meinen deutsch? Ich studierte deutsch in der Schule und das College.“

„Ich rege auf mich wenn ich diesen Brief fur dich schreibe.“ Und ich rege mich auf, wenn ich Spam erhalte. Naja, über solchen wie deinen kann man sich wenigstens noch lustig machen… „Ich werde sehr sehr deine Antwort warten.“ Ach, du auch? Anghela hat sich ja auch schon um Mail-Wartung bemüht.