Bei Benutzung eins Markierungsfensters

:photo: Gefunden auf den zusätzlichen Beipackzetteln eines Tamron-Objektivs (AF 28-300mm VC):

Entfernen Sie die Gegenlichtblende, wenn sie bei Benutzung eins Markierungsfensters Schatten auf den Bildkanten verursacht.

Geahnt? Der Blitz ist gemeint… (im englischen Text steht korrekt „flash“).

Auf dem kleinsten Zettel (mit originalem Zeilenumbruch):

In Verbindung mit einer herkömmlichen Canon EOS (mit herkö
mmlichen Filmmaterial) kann es sein, dass die Video-Funktion nicht
eingesetzt werden kann.

Ach? Wer hat da zu schnell getippt und aus der VC-Funktion – Vibration Compensation, also die Bildstabilisierung – eine Video-Funktion gemacht? :)

Die eigentliche Anleitung, ein riesiges bebildertes Faltblatt mit 8 Sprachen, ist da, wenn auch gelegentlich etwas holprig (wie es in technischen Anleitungen eigentlich gang und gäbe ist), schon wesentlich sorgfältiger übersetzt. Naja, Hauptsache sie verstehen was vom Objektivbauen… die Bildstabilisierung scheint jedenfalls gut zu funktionieren, und bei 300mm Brennweite (bezogen aufs Vollformat, beim APS-C-Format sind’s 465mm) ist sowas ja auch äußerst nützlich.
:thumbsup:

Übrigens gibt’s bis 30.6. eine zwar nicht Cashback-, aber immerhin Reisegutschein- und Mini-Taschenmesser-Aktion für dieses Objektiv.

„Dem Jenseits auf der Spur“ – oder auch nicht

Lichttunnel Erst macht Rolf Froböse Werbung auf WELT Online für sein Buch „Die geheime Physik des Zufalls. Quantenphänomene und Schicksal“ im Verlag Books on Demand, auf dessen wissenschaftlich anscheinend mehr als zweifelhaften Gehalt Ulrich Berger schon eingegangen war und Kamenin eine wissenschaftlich fundierte „Einführung in Quantenphysik, Verschränkung und die Lügen der Esoterik“ geschrieben hatte – nun stößt die aktuelle Ausgabe der Fernseh-Illustrierten Hörzu (Nr. 20 vom 9.5.2008) ins selbe Horn und macht mit einem (leider nicht online verfügbaren) Artikel Werbung für „Lucy im Licht – dem Jenseits auf der Spur“ von Markolf H. NiemzInhaltstext; Website zum Buch), das offenbar ein ähnliches Thema zum Inhalt hat (ich habe die beiden Bücher nicht selbst gelesen, dafür ist mir mein Geld und meine Zeit doch zu schade):

Für viele Religionen steht ein „Leben nach dem Tod“ außer Frage. Inzwischen sind jedoch selbst Physiker davon überzeugt — es gibt sogar erste experimentelle Beweise

Nun, das hätten sie wohl gern…

Markolf Niemz, der auch schon in TV und Radio seine „Theorien“, seinen Glauben verbreiten durfte (ich erinnere mich an einen Auftritt in SWR1 Leute vor Ostern – auch als Podcast (28 Min.) zu hören), ist zwar Physiker „mit Lehrstuhl für Medizintechnik an der Universtität Heidelberg“, aber weder auf der Website zum Buch noch in seinem Wikipedia-Artikel finde ich irgendwelche Erfahrungen im Bereich der Relativitäts- und Quantentheorie erwähnt.

Was man dann, wie ich finde, nicht zuletzt schön in seltsamen Analogien wie dieser zu Nahtod-Erfahrungen sieht:

„Übereinstimmend berichten die Menschen, sie seien mit einer extrem hohen Geschwindigkeit durch einen Tunnel gerauscht und am Ende auf ein gleißendes Licht zugesteuert. Eine überraschende Parallele zur Relativitätstheorie: Die sagt nämlich voraus, wenn man mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist, fliegt man durch einen dunklen Tunnel auf ein helles Licht zu – und Raum und Zeit hören auf.“ Die logische Schlussfolgerung: „Geist, Seele, wie immer man es nennen mag, existieren in einem für uns (noch) nicht fassbaren Bereich der Welt oder des Universums auf ewig weiter.“

Logik Welch bestechende Logik! Mit gleichem Recht könnte man doch sagen: Die Sonne ist blendend hell und erzeugt diese Helligkeit durch Kernfusion. Eine (starke) Taschenlampe ist auch blendend hell. Die logische Schlussfolgerung: Eine Taschenlampe funktioniert mit Kernfusion. Oder umgekehrt, die Sonne funktioniert mit Batterien. In diesen „Folgerungen“ sehe ich gar noch mehr Kausalität als in obigem Zitat…

Oder: (Entscheidende) Fußballspiele gehen gern in die Verlängerung. Spammer sagen, jeder Penis braucht eine Verlängerung. Die logische Schlussfolgerung: Fußballspieler existieren als E-Mails in einem (noch) nicht fassbaren Bereich des Internets auf ewig weiter. ;)

Oder: Blüten blühen auf der Wiese und auf Bäumen. Blüten findet man im Geldbeutel (wenn man Pech hat). Die logische Schlussfolgerung: Wenn Blumen verwelken, werden sie zu Falschgeld.

Absurd? Ja! Aber auch absurder als obiges Zitat aus dem Niemz-Artikel …?

Weiter im Text. Dem zu o.a. SWR1-Sendung, in diesem Fall; dort heißt es:

Viele Indizien, sagt Niemz, sprechen dafür, dass die Seele bei Eintritt des Todes auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird.

Was übrigens nicht einfach eine übermäßig vereinfachende, unzutreffende Zusammenfassung der SWR-Redaktion ist, sondern auch in der Sendung gesagt wird.

faith Nun bin ich kein Physiker, sondern nur ein Tellerwäscher wissenschaftlich interessierter Laie, also mögen mich die Experten gegebenenfalls korrigieren, aber soviel ich weiß, gibt es in dieser Hinsicht zwei Sorten von Teilchen, aus denen wir, die Erde etc. bestehen bzw. die für Wechselwirkungen nötig sind: solche ohne Ruhemasse, die sich immer mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und niemals langsamer (Photonen, also die Lichtteilchen), und solche mit Ruhemasse (Elektronen, Hadronen, etc.), die immer langsamer sind und sich niemals auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen lassen (weil dafür unendlich viel Energie nötig wäre). Also wenn Niemz & Co. schon gern die Seele solcherart in Relativität und Quanten begründet erklären wollen, sollten sie diese Gegebenheiten bitte nicht außer Acht lassen, mithin generell mehr wissenschaftliche Sorgfalt walten lassen. Aber, nun gut, dann müssten sie auf solche publikumswirksamen Aussagen verzichten…

Niemz bedauert auch (in der SWR1-Sendung), dass „die Esoterik einen negativen Touch bekommen“ hat – tja, warum wohl? – und sein „Ziel ist es schon, auf wissenschaftlichem Boden zu bleiben“. Kein allzu fester Boden, finde ich. „Alles, was Lucy schreibt, steht nicht im Widerspruch zur heutigen Naturwisseschaft“? Nun ja, vielleicht in Bezug auf sein Verständnis der Naturwissenschaft…

Hierzu ein wie ich finde wunderbar passendes Zitat aus einem Kommentar von Lars Fischer auf dem Brainlog Psychologie des Alltags:

Ich vermute, das ist einfach wieder der bekannte Deppen-Syllogismus: Ich verstehe nichts von der Seele und ich verstehe nichts von Quantenmechanik, also müssen beide was miteinander zu tun haben.

blue fibers Die Verschränkung von Elementarteilchen, der Welle-Teilchen-Dualismus und „Quanteneigenschaften“ des Gehirns – im Hörzu-Artikel natürlich genauso noch angesprochen, einem bunt gemischten Eintopf gleich, wie auch Froböse und sein Buch noch zitiert werden – bilden in der Phantasie solcher Autoren offenbar gerne eine vermeintliche wissenschaftliche Grundlage für ein angebliches Jenseits, eine Seele, Telepathie und ähnliches. Dazu eine Prise tatsächliche, seriöse Experimente wie z.B. die von Anton Zeilinger zur Quantenverschränkung, die diese Gedanken bestätigen sollen – dies aber höchstens durch reichlich „selektive Wahrnehmung“, bei näherem Hinschauen in der gebotenen Genauigkeit fielen solche „Theorien“ wohl wie unverschränkte Kartenhäuser in sich zusammen.

Tja, viele Leute wünschen sich eine unsterbliche Seele, ein Jenseits, ein Leben nach dem Tod, und in Ergänzung oder als Ersatz für die großen Religionen und deren kirchliche Organisationen bietet es sich natürlich an, auch auf (pseudo-)wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaute Gedankengebäude in Betracht zu ziehen und an die Leute und insbesondere die zahlungswilligen Kunden zu bringen.

Ob nun die Bedienung der Träume und Sehnsüchte der Menschen, eine „Missionierung“ bzw. Überzeugungsversuche oder einfach nur Geldmacherei dahinter stecken mögen, ist dafür letzten Endes unerheblich – wenn die Wissenschaft für die Begründung von Phantastereien missbraucht wird, obwohl sie die behaupteten Grundlagen gar nicht liefert – oder wie Kamenin es formuliert hatte1, „irgendwelche esoterischen, religiösen oder spirituellen Behauptungen im Grunde nur versuchen, Schwachsinn zu verbreiten, wenn sie sich dabei auf das physikalische Phänomen berufen“ –, stört es (nicht nur) mich auf jeden Fall umso mehr.

:arrow: Das passende Schlusswort liefert Niemz‘ eigene Aussage (bei SWR1), die, wiewohl in erster Linie auf die Missionierung durch Kirchen bezogen, auch gut auf seine Werke passt, wie ich finde:

„Also selber kritisch hinterfragen und nachdenken.“

 

 


  1. Hinweis 5.9.11: Das urspr. Blog ist nicht mehr öffentlich zugänglich, eine offenbar leicht überarbeitete Version des fraglichen Artikels, in der zumindest hier „Schwachsinn“ durch „sehr, sehr weit Hergeholtes“ ersetzt wurde, findet sich bei VIKAS; den Link im 1. Absatz habe ich auch entspr. angepasst. []

Rote Blätter, grüne Blätter, 50mm und ein Gärtner

Wobei zu den „50mm“ noch eine „1.4“ gehört, es geht nämlich um mein neues Objektiv, das Canon EF 50mm f1.4 USM.

Als erstes Test-Motiv insbesondere zum Schärfentiefenvergleich musste dazu mein ergrünender Weihnachtsstern herhalten, über dessen überraschende Langlebigkeit ich mich schon Ende Februar gefreut hatte, hier einmal mit maximaler Blendenöffnung 1.4:

rot-grün f1.4

Ein ergrünender Weihnachtsstern im Mai…

Aufgenommen mit Blende 1.4


Und mit Blende 8:

rot-grün f8

Ein ergrünender Weihnachtsstern im Mai…

Aufgenommen mit Blende 8


Wen’s interessiert: Auf dieser Galerie-Seite gibt’s noch sieben weitere Blendenstufen.

Schrei soviel du willst! *

Yuliya Erkenntnisse des Tages:

  • Angebliche 100%-ige Polinnen, die vorgeben, nach Australien zu wollen, fragen – im Gegensatz zu angebliche Halb-Polin-Halb-Russinnen, die behaupten, nach Deutschland zu wollen, s.u. – nicht gleich nach Namen und Alter und verlangen deswegen nur 5 statt 10 Minuten unserer wertvollen Zeit.
  • Dating-Scam-Spam wird trotz Bildern immer langweiliger, weil das Englisch besser wird (vielleicht weil deren russische Vorlage sprachlich einfacher wird) und keine zusätzlichen maschinellen Übersetzungen ins Deutsche mehr kommen. (Zumindest soweit das meine Postfächer betrifft.)
  • Die Betrüger werden offenbar nicht alle, genausowenig wie die, die darauf hereinfallen, denn sonst würde es sich ja nicht mehr lohnen…

 

Greetings from Russia

Greetings from Russia, city St-Petersburg to you dear friend!!!
I hope that you will read this letter with interest and answer to me soon.
I don’t know how I can start my letter to you.
I HOPE THAT YOU WILL READ THIS LETTER VERY ATTENTIVE!!!!
PLEASE, IT WILL TAKE ONLY 10 MINUTES, BUT PROBABLY MY LETTER WILL
CHANGE YOUR LIFE...........
FOR THE FIRST!!! THIS LETTER FROM INTERNET DATING AGENCY!!!!!!
I GAVE THEM THIS LETTER AND TO ME HAVE TOLD THAT THEY WILL SEND LETTER TO SINGLE MAN IN GERMANY.
This letter will be short, I think.
But if you will answer to me I will write more about me and about my life.
My name is Yuliya. I’m from Russia, city St-Petersburg.
I’m 1/2 Russian and Polish. My father from Russia. My mum from Poland.
I sent my pic to you, so you can see me. I hope that you will like it.
I’m 26 years old woman. My Birthday on May, 28, 1981
The purpose of my letter: I will get the Visitor Visa on May, 2008.
I want to arrive to Germany, but I have no any friends or relativies who
can meet me on airport. I really hope that you can do it for me.
Probably we can develop our relations also.

So, please, write me on my personal E-MAIL: yuliya.logvin@gmail.com

I hope that you will have interest after reading my letter.
Also I have interest also. Please tell me:

1 – Your name
2 – Your city
3 – Your age
4 – Send me your photo also

Ok, I will close for now, but I will wait your answer so much!!!
I really hope that you will give me chance to have meeting!!!
Waiting for your answer,
Yours friend Yuliya from St-Petersburg

Tja, eine echte „neue Anghela“ wäre mir lieber gewesen…


PS: Wenn Sie, lieber Leser, zufällig die Rechte an dem Bild haben sollten, das die Betrüger verwendet haben: kurze Nachricht genügt, dann entferne ich es. Oder kennen Sie die tatsächliche Quelle?

* Wer den Titel „Schrei soviel du willst!“ nicht versteht: ALLES IN GROSSBUCHSTABEN bedeutet in E-Mails & Co. i.d.R. Schreien.

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