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Musik

GSC 2011: Italien

Auch dieses Jahr gibt’s wieder Konnas „Gedankendeponie Song Contest“ in Anlehnung an den der Eurovision, bei dem jeder Teilnehmer ein Land vertritt und ein Lied von dort ins Rennen schickt – dieses Jahr veranstaltet von Vorjahressiegerin Julia, bei der’s natürlich mehr Infos gibt für die, die das Ganze noch nicht kennen.

GSC2011Italien-Flagge

Nach Mazedonien letztes Jahr hab ich mir diesmal Italien ausgesucht; und auch wenn mein Beitrag erst fast am Ende der Vorstellungsphase dran ist, will ich jetzt schon eine Vorauswahl präsentieren – vier Titel (in alphabetischer Reihenfolge), die bei meiner Suche als Favoriten übriggeblieben sind und zu denen ich nun eure Stimme und Meinung hören möchte. Ist ja auch immer so eine Frage, wie „massenkompatibel“ und im negativen Fall „gewöhnlich“ ein Lied für so einen Contest sein sollte oder zu werden droht, oder ob man nicht doch etwas Härteres auswählen könnte…

Eine formelle Vorentscheidung ist das hier aber nicht – die letztendliche Entscheidung liegt trotz eurer Abstimmung bei mir. :)

Elvenking

Beginnen wir mit Elvenking (Homepage, Wikipedia), einer Folk/Power-Metal-Band, die’s seit 1997 gibt und die bisher sechs Studioalben veröffentlicht hat; auf dem neuesten, Red Silent Tides, findet sich auch das Stück, das ich ausgewählt habe: „The Cabal“

Ligabue

Luciano Ligabue, Künstlername Ligabue, „gehört zu den bedeutendsten italienischen Rockmusikern“, sagt Wikipedia – entsprechend hab ich ihn in den aktuellen Charts gefunden. Schriftsteller und Regisseur ist er auch noch, aber er hat schon wesentlich mehr Alben als Bücher und Filme rausgebracht. Auch bei ihm ist das ausgesuchte Lied, „Quando canterai la tua canzone“, vom aktuellen Album:

Linea 77

Nach dem eher „normalen“ Rock kommen wir nun zu Crossover/Nu Metal von einer Buslinie, äh, einer Band, die sich nach „ihrer“ Buslinie benannt haben: Linea 77 (Website, Wikipedia). Inwiefern der Wikipedia-Vorwurf des „veralteten Sounds“ gerechtfertigt ist? Entscheidet selbst. Das hier ist „Mi Vida“ von 2008:

Secret Sphere

Zu guter Letzt gibt’s noch etwas von der Symphonic-Power-Metal-Band Secret Sphere (Website, engl. Wikipedia). Auch die haben schon sechs Alben auf dem Buckel; „I Won’t Say A Word“ das Lied, das ich ausgesucht habe, ist aber „schon“ von 2005.

https://youtu.be/gtgNGTOnQvo

Abstimmung

So, eure Meinung ist gefragt – welche der vier Lieder gefällen euch am besten? (Ihr könnt mehrere ankreuzen.) Oder würdet ihr andere Lieder dieser Künstler oder gleich andere Künstler besser finden?

Die Umfrage ist bis einschließlich Gründonnerstag1 aktiv. Also, was meint ihr?

Und das Ergebnis mit einer Wahlbeteiligung, die leider noch schlechter als bei dieser komischen Sozialwahl war, und das, obwohl man hier weiß, was man wofür wählt:

3 Stimmen für Linea 77,
3 Stimmen für Morricone,
1 Stimme für Sollima.

Also werd ich mich wohl für erstere entscheiden, da ich lieber ein gesungenes Lied von einer eher unbekannten Band nehme als ein weithin bekanntes Instrumental…


Italien-Flagge: robertsharp, CC-by-Lizenz

  1. warum? darum. ↺

Projekt Hörsturz 42 – Multilingual

Projekt Hörsturz Es ist mal wieder Zeit für eine neue Runde im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen einige Songs bewerten – diesmal wieder eine Sonderrunde, und passend zur Nr. 42, der Antwort, ist es eine babelfisch­fordernde Fremdspachenrunde, bei der Deutsch und Englisch nicht erlaubt sind. Mal sehen, welch fremde Zungen da an unser Ohr dringen wollen…

  1. Kvelertak – Utrydd dei Svake (von Tenza)
    Zu Beginn hat uns gleich norwegisches Metall im Würgegriff1, und das in einer schön flotten, immer melodiöser und sanfter werdenden Instrumentierung. Interessante Wandlung, die der Song da durchmacht – ob die Band hier selbst zu schwach war und sich selbst ausgelöscht hat?^^
    8 von 10 Sternen 8 Schwache
  2. Zaz – Je Veux (von David)
    Locker-leichtes, aber auch etwas zu seichtes Pop-Stückchen. Ganz okay für Zwischendurch.
    5 von 10 Sternen 5 fröhliche Französinnen
  3. Wir sind Helden – La Réclamation (von Konzertheld)
    Flottes eingefranzösischtes Lied, das nicht nur mich an „Ça plane pour moi“ erinnert…
    7 von 10 Sternen 7 gute Tage
  4. Kaizers Orchestra – Svarte katter & flosshatter (von beam)
    Orchestral? Jedenfalls melodiös, etwas schräg, abwechslungsreich, zwischendrin aber auch mit unnötigen Längen.
    7 von 10 Sternen 7 basement cats
  5. Tappi Tíkarrass – Hrollur (von beetFreeQ)
    Ach, die junge Björk. Passt irgendwie. Und klingt gleichzeitig altmodisch und fast zeitlos…
    6 von 10 Sternen 6x brrrrr – wann kommt der Frühling zurück?
  6. Pizzicato Five – Mon Amour Tokyo (von mir)
    Ein fröhlich dahinhüpfendes Liedchen, wie ich finde…

  7. Khaled – Aicha (von Sorkin)
    Aus meiner Erinnerung befürchte ich schon mal nicht so Gutes. Nun ja, ist halt ’ne altbekannte schnulzesk jammernde Ballade mit Standard-Beat dahinter. Nicht abgrundtief schlecht, aber…
    3 von 10 Sternen 3 Aichas
  8. Moneybrother – Livet börjar här (von JuliaL49)
    Fängt irgendwie zu oldieschnulzig an. Wird danach auch nicht viel besser, trotz des netten Rhythmus.
    4 von 10 Sternen 4 Geburten
  9. Camille – La demeure d’un ciel (Acoustic) (von Freddi)
    Schöne Einfrauband mit sanftem Gesang, aber irgendwie fehlt mir was für ’nen richtigen Hit…
    6 von 10 Sternen 6 Himmelsreste
  10. hide – Dice (von Khitos)
    Wenn man Würfel versteckt, welche Sprache kommt dann raus? Aha, japanisch. (Nachschau – ach, der frühere X-Japan-Gitarrist.) Und flott rockend mit einem irgendwie typisch japanischen Einschlag.
    8 von 10 Sternen 8 ヒデs

Macht einen Schnitt von 6,0 für diese Songs – leicht überdurchschnittlich. Auf zu den Bonussongs:

Den Vorschlag fürs nächste Mal muss ich noch raussuchen…

  1. mal sehen, wie lange ich das durchhalte, Titel und Bandnamen durch Google Translate oder Wikipedia zu jagen… ↺

Projekt Hörsturz 41

Projekt Hörsturz Es ist mal wieder Zeit für eine neue Runde im Projekt Hörsturz, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen einige Songs bewerten – diesmal wieder eine thematisch normale Runde, allerdings mit der Neuerung, dass wir (der einfacheren Auswertung via Web-Formular wegen) volle Punkte von 0 bis 10 statt halbe von 0 bis 5 verwenden sollen, was im Endeffekt wenig ändert. Also flugs neue Sternchen-Grafiken gebastelt, und los geht’s…

  • The Thermals – I Don’t Believe You (von JuliaL49)
    Zum Glück kommt die Musik nur am Anfang aus dem Radiowecker. Wobei das Mädel im Video das anders sehen mag. Das Lied selber ist ein locker-flockiges Indie-Stück, kein Superhit, aber nicht schlecht.
    6 von 10 Sternen 6 kaputte Radiowecker
  • Mona – Listen To Your Love (von Nummer Neun)
    Auch ganz ordentlich. Der Gesang gefällt mir einen Tick besser.
    7 von 10 Sternen 7 Ohren für die Liebe
  • Buzzcocks – Ever Fallen In Love (With Some You Shouldn’t) (von maloney8032)
    Auch nett. Aber ein Rückschritt. Refrain und Gesang klingen mir da ein bisschen zu weichgespült.
    5 von 10 Sternen 5 summende Hähne (oder so)
  • The Phoenix Foundation – Bitte Bitte (von Graval)
    So manche Töne (nicht nur) zu Beginn kommen mir doch etwas zu schnulzig rüber. Der Gesang macht’s dann auch nicht viel besser. Das Stück ist zwar nicht schlecht, trällert aber nur so dahin…
    4 von 10 Sternen 4 Bitten um mehr Pep
  • Okkervil River – Lost Coastlines (von Mausz)
    Da hab ich erst „Overkill“ gelesen – kann das Lied dem gerecht werden? Hmm, nein, beginnt wieder so Standard-Indie-poprockig. Joah, nette Melodie, nette Musik, nett.
    5 von 10 Sternen 5 Küstenlinien nach Tsunamis
  • In Extremo – Der Rattenfänger (von Onkelosi)
    Der erwartete Mittelalterrock, eine wohltuende Abwechslung zu den bisherigen Songs. Auch wenn’s jetzt ebenfalls nicht der Super-Song ist.
    8 von 10 Sternen 8 Nagetiere
  • Cave In – In the Stream of Commerce (von Kristin)
    Fängt schon etwas schräg an… wäre das schrille Getriller weniger und würde der Sänger manchmal etwas kräftiger singen, könnte das Lied richtig toll werden.
    7 von 10 Sternen 7 eingestürzte Höhlen
  • Sublime – Santeria (von Freddi)
    Ein fröhliches Reggae-Stückchen zum Mitwippen. Könnte die Sonne nicht passenderweise jetzt mal schnell wieder rauskommen?
    7 von 10 Sternen 7 Asanteros
  • Slaughter Of The Bluegrass – Punish My Heaven (von Tenza)
    Flott folkig, doch etwas zu countryig. Naja, Bluegrass halt.
    6 von 10 Sternen 6 Schlächter schlachten 6, ähm, was auch immer
  • Mike Doughty – I Hear The Bells (von Sorkin)
    Schöner Rhythmus, teils interessante Instrumentierung, gesanglich vielleicht etwas zu monoton. Passt trotzdem.
    8 von 10 Sternen 8 vorüberziehende Landschaften

Das wäre ein Schnitt von 6,3 und somit auch bezüglich der umgerechneten früheren Wertungen etwas überdurchschnittlich. Erfreulicherweise auch ohne echte Tiefpunkte und Totalausfälle bisher.


Als Vorschlag fürs nächste Mal1, die Sonderrunde „Multilingual“, bei der Deutsch und Englisch unerwünscht sind, ist, nun, vielleicht etwas unerwartet: Pizzicato Five – Mon Amour Tokyo (hier noch ’ne längere Version ohne Video).

  1. auch wenn wir das auch in ein Web-Formular eintragen sollen, schadet’s ja nicht, es hier öffentlich reinzuschreiben ↺

Links und Videos der Woche (2011/10)

Ein geteiltes Cello

Nein, nicht wirklich – das ist nur ein Titel, der den Bandnamen der Vorgruppe und das Hauptinstrument der Hauptgruppe gestern im Zenith in München kombiniert: A Life Divided, die quasi ein Heimspiel hatten, und Apocalyptica aus Finnland. Zunächst zur Vorgruppe, zu sehen in den ersten beiden Bildern:1

A Life Divided A Life Divided

Die durfte eine gute halbe Stunde spielen und tat das auch mehr als ordentlich – die Einordnung „Electro Rock/Synth Rock“ aus der Wikipedia war dabei nicht allzu auffällig, Gitarren waren, wie erhofft und nicht unüblich live mehr als im Studio, auch hinreichend vertreten. Wie auch ihr Cover von „Sounds Like A Melody“ und das öfter auf Rockantenne zu hörende Heart On Fire. Außer dass der Sänger manchmal etwa deutlich hörbarer hätte sein können, war das ein gelungener Auftakt.

Apocalyptica Apocalyptica

Nach kurzem Umbau und dafür um so länger erscheinenden Wartezeit, insgesamt trotzdem „nur“ eine knappe halbe Stunde, kamen dann die drei Cellisten und ihr Drummer auf die Bühne. Ist ja schon etwas ungewöhnlich, diese Kombination – aber gut! Und richtig ins Zeug legen sie sich auch – auch beim Cello-Streichen kann man die Mähne kreisen lassen… und ein Cello macht auch mehr her als eine Gitarre, wenn man’s zum Jubel in die Luft reckt.^^

Apocalyptica Apocalyptica

Für vier oder fünf Songs kam noch der Sänger auf die Bühne, bei einem Stück im ruhigen, klassischen Mittelteil ergriff dafür der Drummer das vierte Cello, und im Stück danach schnallte er sich eine einfache Trommel um. Danach ging’s natürlich wieder heftiger zur Sache; insgesamt eine gute Abwechslung. Der Bezeichnung „Cello Rock“ oder „Cello Metal“ müssen sie ja irgendwie gerecht werden.^^ Das ging natürlich auch mit den drei instrumentalen Metallica-Covern (Master Of Puppets, One, Seek And Destroy) – mit denen hat die Band ja damals begonnen –, die sie über den Hauptteil der Show verteilt gespielt haben.

Eine Setlist für München ist bei setlist.fm noch nicht eingetragen, sie dürfte von denen der letzten Tage aber nicht zu sehr abweichen. (Das Eintragen überlasse ich aber lieber denen, die die Band und die Stücke besser kennen…)

Apocalyptica Apocalyptica

Nun, was gibt’s noch groß zu sagen? Die Jungs schienen mit Spaß bei der Sache gewesen zu sein und spielten rund 1 Stunde und 45 Minuten lang (übrigens perfekt getimet, dass ich ohne Eile den vorletzten Zug erreichen konnte) – kein Rekord, aber ordentlich.

Die Lautstärke fand ich (dort, wo ich stand) eigentlich perfekt (und bei der Hauptband auch besser abgestimmt als bei der Vorband) – nicht zu leise, dass man einschläft ;) , laut genug, dass man auch Bässe spürt, aber nicht so laut, dass man unbedingt Ohrenstöpsel braucht. (Außer vielleicht man steht vorne an der Bühne.)

Apocalyptica Apocalyptica

Mir kam die Halle nicht allzu stark gefüllt vor, verglichen mit anderen Konzerten – aber vielleicht täusche ich mich da etwas, denn ich war früher da also sonst oft und hab mich nicht ständig umgesehen, wie viele bis zum Beginn von Apocalyptica noch kamen. ’n Haufen Leute waren trotzdem da, und an der Stimmung hab ich nichts zu meckern.

Apocalyptica Apocalyptica

:rocks: Auch am gesamten Konzert hab ich nichts zu meckern, und so war’s wieder einmal ein schöner Abend…

  1. wie üblich hat die Kamera so ihre Probleme im Dunkeln, und leider scheint sie auch etwas Dreck zwischen den Linsen zu haben, die v.a. beim Reinzoomen links als dunkle Flecken zu sehen sind. :(  ↺