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Glaube

Himmel? Hölle?

Das Fellmonsterchen hat aus diesem Kirchenplakat ein Stöckchen gemacht:

Höllen-Warnung

Und zwar möge man wie sie analysieren, wie’s denn bei einem persönlich aussieht in Bezug auf die Punkte, die die menschenfreundliche Baptisten-Kirche in Florida hier für höllengefährlich hält; und anstatt einfach als Kommentar zu antworten, mach ich’s hier ordentlich. :) Während ihr das lest, könnt ihr ja mal etwas Musik einschalten (nur ein Standbild-Video, deshalb so niedrig eingebunden):

https://youtu.be/4EL67mjv1nM

So, jetzt aber zur Liste:

Immoral Young People / Immoral Old People: Wie die Stöckchenwerferin zähle ich mich weder zu den nennenswert jungen noch zu den nennenswert alten Leuten.

Homos & Lesbos: Da gehöre ich auch nicht dazu, denn weder verwende ich die unsinnige Homöopathie noch lese ich bosnische Texte.

Beer Addicts & Potheads: Also wer Messwein-Alkoholiker ist, ist sicher? Clever ausgewählt von den Kirchenleuten. Da ich weder biersüchtig bin noch Töpfe auf dem Kopf habe noch irgendwelches Zeug rauche, falle ich auch nicht in diese Gruppe.

Sports Fanatics: Olé, olé olé olé – äh, wie bitte? Naja, als Fanatiker würde ich mich nicht bezeichnen, schon gar nicht beim Selbstsporteln. Was ist eigentlich mit Church Fanatics, liebe Baptisten?

Eyes That Seek To Lust: Nö, meine Augen interessieren sich eigentlich nicht für Lust und Lüsternes. Und was das Gehirn dahinter und das weiter unten sucht, ist hier kein Thema.

Bodies Dressed To Attract Lust: Dann sollte ich mir vielleicht doch nicht die neue Schweinchenkostüm-Herbstmode zulegen…

Witches & Occultists: Hmm, mal sehen – die paar Mal, wo ich als Kind an Fasching verkleidet war, war ich, soweit ich mich erinnere, mal Katze (nicht schwarz), mal Pirat, mal… keine Ahnung, aber ein(e) Hexe(r) war bestimmt nicht dabei. Das zweite wäre eine Definitionsfrage – man müsste nur „okkult“ auf „irgendwas im Geheimen und Verborgenen machen“ ausdehnen, und wer würde dann nicht dazu gehören? Aber das meinen die bestimmt nicht, denn dann würde auch jeder im Beichtstuhl dazugehören…

Thieves & Greedy People: Meinnns, alles meiinns! *räusper* Simmerdochmalehrlich, wer sollte denn wirklich in den langweiligen Himmel wollen, wo’s in der Hölle doch sicher lustiger zuginge? Also werde ich zwar kein Dieb, aber noch gieriger!!

Atheists & Fake Christians: Also falsche Christen gibt’s viele. Genaugenommen sind ja alle Christen falsche Christen – nach Definition mindestens einer anderen Christen-Gruppierung jedenfalls. Da wird’s aber voll in der Hölle!

Aber um den kleinen Fehler, den auch das Fellmonsterchen macht1, zu vermeiden: Nee nee, wir Atheisten kommen sicher nicht in die Hölle – die gibt’s in unserer Welt2 nämlich gar nicht. :mrgreen:

Also, will noch jemand diese Liste als Stöckchen aufgreifen?

  1. bzw. machen würde, wenn da irgendwas ernst gemeint wäre ;)  ↺
  2. =Realität ↺

Dem Petrus seine Frau (3)

weingesicht In den letzten beiden Jahren hatte ich schon über die wahre, alkoholisierte Geschichte des Heiligen Geistes, die Entstehung von Pfingsten und der Kirchengemeinde an sich berichtet – Teil 1, Teil 2 –, nämlich die Kommentare von Frau Petrus ergänzt, die im Laufe der Jahrhunderte irgendwie unter den Tisch gefallen worden sind.

Dieses Jahr wende ich mich dem Anfang von Kapitel 5 der Apostelgeschichte zu, einem hervorragenden Beispiel für die Nächstenliebe der Jesus-Gemeinde und was für eine tolle Vorbildfunktion und Lebenshilfe das Neue Testament doch jedem Christen bietet. Nicht.

1 Ein gewisser Mann aber, mit Namen Ananias, mit Sapphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut — „Joa, wisst ihr, der Petrus und seine Kumpels haben angefangen, allen ihren Fans die Besitztümer abzunehmen, pardong, ihnen zu sagen, es wär toll, wenn se alles freiwillig abgeben,“ erklärte Frau Petrus, „und dann verteilen se alles unter allen Fans – und behalten natürlich auch viel für sich. Eigentlich clever, so brauchen se net zu malochen und können sich trotzdem ’n besten Wein leisten.“ — 2 und schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch das Weib wußte; und er brachte einen gewissen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel. „Also wenn mein Petrus eines net mag, dann sind das Leute, die meinen, sie wären schlauer als er. (Wobei sie dat meistens ja auch sind.) Aber dass der Ananas was für sich behält, meine Güte, ist dat so schlimm?“ 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? 4 Blieb es nicht dein, wenn es so blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Gewalt? Was ist es, daß du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen hast? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott. „Ne, also was der Peter immer mit diesem „Gott“ hat. Wissense, er glaubt ja selber net an so ’n Zeug, nichtmal im Vollrausch, aber er hat gemerkt, dass er damit gut über andre herrschen kann. Aber psst!, nicht weitererzählen, dass ich das gesagt habe,“ flüstert Frau Petrus, „denn so langsam krieg ich Angst vor meinem Männe. Er und seine Kumpels sind so, so herrschsüchtig geworden, vor lauter Macht fast schon übergeschnappt.“

5 Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten. „Bitte was?!? Haben die ihn wirklich einfach unauffällig umgebracht? Ne, oder?“ 6 Die Jünglinge aber standen auf, rafften ihn zusammen und trugen ihn hinaus und begruben ihn. „Ich hoff ja immer noch, dass die dat einfach erfunden haben, um die anderen zu unterdrücken, auch wenn dat schon schlimm genug wäre.“ Sie schaut sich vorsichtig um. 7 Es geschah aber nach Verlauf von etwa drei Stunden, daß sein Weib hereinkam, ohne zu wissen, was geschehen war. 8 Petrus aber antwortete ihr: Sage mir, ob ihr für so viel das Feld hingegeben habt? Sie aber sprach: Ja, für so viel. „Falls sich jemand fragt, warum die Jungs hier keine Zahlen nennen: Es könnt ja auch wer vom Finanzamt mitlesen.“ 9 Petrus aber sprach zu ihr: Was ist es, daß ihr übereingekommen seid, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, welche deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen. „Ähm, Peter, meinste nich, dass dat jetzt zu weit—“, meinte Frau Petrus, doch sein finsterer Blick ließ sie verstummen. 10 Sie fiel aber alsbald zu seinen Füßen nieder und verschied. Und als die Jünglinge hereinkamen, fanden sie sie tot; und sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Manne. 11 Und es kam große Furcht über die ganze Versammlung und über alle, welche dies hörten. „Ne, also echt, die werden ja zu richtigen Despoten und Tyrannen! Erfunden oder nicht, ich mach da nimmer mit, ich hau ab,“ sagte Frau Petrus leise, um dann laut an die Gemeinde fortzufahren: „Petrus, öhm, ich, äh, du kommst doch mit deinen Kumpels erstmal alleine klar, ich werd mal ’n paar Tage wegfahren, die Maria und ihre Tochter in Massalia besuchen, okay?“

Aber sie kehrte nie zurück.


Originaltext: Elberfelder Bibel 1905; Foto: tiano69/sxc

Wie viele Christen wurden schon entrückt?

Wie manche schon mitbekommen haben werden, will so ein Bibel­numerologie­verrückter für den 21. Mai 2011 (18 Uhr jeweiliger Ortszeit) die „Entrückung“ (rapture) vorherberechnet haben, den Tag, an dem die wahren Gläubigen leibhaftig in den Himmel geholt werden sollen. Ich wollte keine eigene Einzweck-Domain dafür registrieren, deshalb nur dieser Beitrag, der den ständig aktuellen Stand anzeigt, wie viele Leute bereits in den Himmel entrückt wurden:

0

F: Aber da steht immer die 0!
A: Weil dieses Entrückungszeug halt einfach Quatsch ist.

Links und Videos der Woche (2011/18)

Diesmal halt erst am Montag…

  • Für alle, die gern Quellcode im Blog präsentieren:
    ixiter hat einen kleinen, feinen Online-Syntax-Highlighter1 geschrieben, der HTML, Javascript, CSS und PHP – auch verschachtelt – versteht. Demo-Seite dazu.
  • McDonald’s fördert evangelikale Missionierung
  • Pendel-Wellen, die Richard Wiseman (via) mit „The most beautiful video ever?“ vorstellte:

 

  1. also zur schöneren farblichen Darstellung von Quellcode ↺